Moin,
dann wärst Du der erste, der eine passable Immobilie in den letzten 3 Jahren aus einer Zwangsversteigerung erworben hätte
Dort gibt es nur Schrott. Die besseren Immobilien im Zwangsversteigerungsverfahren sind i. d. R. Erbschafts-Auseinandersetzungsverfahren, die nie bis zur tatsächlichen Versteigerung gelangen. Da soll den untätigen Miterben lediglich ein bisschen Dampf über die mögliche Teilungsversteigerung gemacht werden. Es gibt immer wieder Menschen, die meinen, hier ein Schnäppchen machen zu können - es ist und bleibt eine Zeitverschwendung. 
Grüße
Goildhut
jepp, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Ich hatte vor 5-10 Jahren auch mal die Idee, dass man da bestimmt günstig was schiessen kann. Meine Erfahrungen:
- Du kaufst ins blaue hinein, Besichtigung häufig nicht möglich. Die bisherigen Eigentümer (insbesondere bei ZV auf Betreiben eines Gläubigers) haben keinerlei Interesse, dass potentielle Käufer Klarheit bekommen sondern tun im Gegenteil "alles" dafür, Dich als Bieter abzuhalten
- Häufig komplexe immobilien- und baurechtliche Fragestellungen, die eine tiefe Kenntnis der Materie voraussetzen. Da stehen in Gutachten gerne mal so Sätze drin wie "Altlasten wurden nicht geprüft, können aber vorhanden sein, es haftet in dem Fall der Käufer.". Sehr schön insbesondere bei uns in der Region auch der Verweis auf mögliche Bergschäden, die nie im Rahmen der Gutachten geprüft sind, aber im Rahmen von "cover my ass"-Formulierungen in den Gutachten in Deiner Risikosphäre geschossen werden.
- Gleiches gilt für Grundschuldfragestellungen. Alles kein Hexenwerk, wenn man es weiß. Aber man muss es auch wissen (und verstehen). Das setzt voraus, dass man weiß, was man wissen muss. Ich möchte mir nicht ausmalen, wie viele bereits über das "geringste Gebot" i.V.m. vorrangigen Forderungen (inkl. Grundschuldzinsen, gerne 15% p.a. oder mehr) gestolpert sind.
- Eigentlich ständig Terminverschiebungen, -aufhebungen, o.ä. -> Du investiert jede Menge Zeit, meist mit dem Ausgang "außer Spesen nix gewesen"
- Teilungsversteigerungen - kommen wie oben beschrieben - häufig erst gar nicht bis zur Auktion oder in der Auktion sitzt einer der Erben mit einem deutlichen Infovorsprung als Mitbieter.
- Zwangsversteigerungen auf Betreiben eines Gläubigers sind eigentlich noch übler, da der bisherige Eigentümer der "Gegner" ist und alles dafür tut, das Verfahren zu verschleppen oder am besten ganz zu beenden. Und ja, man sollte es nicht meinen, die Wege sind vielfältig. Eigentlich ähnlich wie einen säumigen Mieter aus der Wohnung zu bekommen. Mal abgesehen davon, dass am anderen Ende eine arme Sau, ggf. mit Familie und Kindern sitzt. Auch das muss man man mögen. Ich mochte es nicht.
- Der Zeitraum nach Zuschlag und vor Übergabe liegt voll in Deinem Risiko. Das bedeutet, wenn der bisherige Besitzer aus Verzweiflung nach der Zwangsversteigerung die Bude in die Luft jagt -> Dein Pech. Bitte immer bedenken, dass da sehr häufig persönliche Dramen hinter stehen
- Die wenigen "sauberen" Objekte gehen dann schlussendlich zu exorbitanten Preisen weg. Zwangsversteigerungen haben eine riesige Reichweite und Leute auf Schnäppchenjagd gibt es zuhauf. 50 Bieter im Termin sind hier keine Seltenheit. Das bedeutet, im Ergebnis ist eigentlich kein Schnäppchen möglich.
Ich lasse es jetzt und empfehle das auch jedem anderen.