ZitatAlles anzeigenOriginal von silver1st
Meiner Meinung nach schließen sich Vernunft und Planwirtschaft gegenseitig aus. Diverse Experimente im 20. Jahrhundert haben gezeigt, daß Planwirtschaft nicht auf Dauer funktionieren kann. Und etwas, was grundsätzlich nicht funktionsfähig ist, ist auch nicht vernünftig. Planwirtschaft und Kommunismus haben bereits genug Elend hervorgebracht, es ist unvernünftig, sich soetwas herbeizuwünschen.
Das gegenwärtige Wirtschaftssystem in D würde ich auch nicht als "Kapitalismus" bezeichnen. Es ist eher eine Oligarchie mit sozialistischem Einschlag.
Kapitalismus bzw. besser "Marktwirtschaft" im eigentlichen Sinne hätte dagegen tatsächlich viele vernünftige Aspekte aufzuweisen.
Ich hoffe, daß letztendlich die Vernunft siegt.
silver1st
. . . Kapitalismus vs. Oligarchie mit sozialistischem Einschlag . . .
Ich denke, man muss differenzieren, was vor den Kulissen und was hinter den Kulissen gespielt wird. Vor den Kulissen und damit gut sichtbar haben wir zur Zeit tatsächlich noch eine Art Sozialismus - mit abnehmenden Wirkungstendenz. Hinter den Kulissen haben wir eingebettet in das Projekt Globalisierung einen Oligopol-Monopol-Kapitalismus, der sich allerdings immer mehr in den Vordergrund spielt, weil er sich nicht mehr verheimlichen läßt.
Also, im Rahmen des Sozialismus erhalten viele noch einen allerdings immer kleiner werdenden "Mitspielbeitrag", während die Monopole schon kräftige Renten einfahren dürfen mit rasch wachsender Tendenz.
Etwas anderes (und zugleich ein Planspiel):
Stellen wir uns mal vor, wir wären die absolute Hochfinanz, aber immer noch nicht wirklich satt, möchten also nach einem Masterplan alle Sachwerte einsammeln, die wir kriegen können.
Stufe 1:
Das Einsammeln von Geld, für das andere gearbeitet haben, hat bisher durch das von uns installierte Kreditgeldsystem hervorragend geklappt. Stichworte Zinseszinseffekt, Kreditnutzung angstgesparten Geldvermögens und schleichende Inflation. Es hat zwar lange gedauert, aber aller Anfang ist schwer und es sollte ja auch alles herausgeholt werden. Außerdem waren nationalstaatliche Schranken zu überwinden - Globalisierung braucht Zeit.
Stufe 2:
Wie und wann geht's endlich ans Eingemachte? Wie und wann sollten wir die Deflation einleiten, damit wir uns die Sachwerte mit dem bei uns versammelten Geld legal und von der breiten Maße erstmal unbemerkt einverleiben können.
Stufe 3:
Müßte danach, wenn wir also alles Kaufbare haben, dann eine Hyperinflation kommen, damit das Geld, das wir in der Deflationsphase für Sachwerte gestreut haben, wieder zu uns zurückkommt bzw. der Währungsschnitt vorbereitet wird?
Kritischer Erfolgsfaktor:
Bei alledem haben wir die Politik (Gesetzgebung) voll in der Hand, so dass es letztlich egal, ist, welche Koalition zufällig dran ist. Das bedeutet, dass letztlich wir uns passende Gesetz machen - evtl. mit Peanuts-Mitspielbeiträgen für andere.
Wer weiß, wie man das Planspiel mit demselben Ergebnis anders spielen kann - bitte her mit der Info!