Beiträge von Wayne Schlegel

    Ich fürchte auch, dass es jetzt heißt:


    Anschnallen - die Fahrt geht los!


    Wenn die Dinge jetzt schon im Mainstream beim Namen genannten werden, kann's nicht lange dauern, bis von den ersten Zittrigen der Colt gezogen wird. Und dann kommst unweigerlich zum finalen Showdown.


    Ob also die Spekulation von z.B. Eichelburg aufgeht, dass es nach den Congress-Wahlen im November losgeht?


    Welche Zeitperspektiven seht ihr denn so?



    Hallo Oskar,


    zunächst, ich finde es sehr gut, wenn Artikel aus verschiedenen Sichten kritisiert werden - vorallem dann, wenn dies sachlich mit guten Begründungen geschieht. Insofern finde ich aber Ettiketierungen wie "Schwachsinn" bei einer argumentativen Außeinandersetzung nicht für sehr sinnig.


    Trotzdem Dank an dich.


    Inhaltlich teile ich deine Kritikpunkte nicht, vielleicht hast du aber auch nur das, was der Autor sagt, anders verstanden, als ich es tue. Und Interpretationsspielraum ist ja gegeben, gerade wenn in einem kurzen Artikel komplizierte Hinleitungen und Erklärungen nicht immer möglich sind.


    Ein Beispiel: Der Autor bezieht sich, bezogen auf deinen oben zitierten Kritikpunkt, ausdrücklich auf "Marktmacht" und fordert hierfür ein Diskriminierungsverbot. Er meint in meinen Augen also nicht generell die Marktwirtschaft, sondern Monopole als das typische Beispiel für Marktmacht. Hamer fordert also insbesondere für praktizierende Monopole ein Diskriminierungsverbot gegenüber Dritten. Das halte ich uneingeschränkt für richtig. Nimm das Beispiel Strommarkt. Es wird zurecht versucht, das Leitungsmonopol zu brechen. Leider mit noch nicht ganz ausreichenden Mitteln. Die Monopollobby ist eben außerordentlich stark . . .


    Leider habe ich nicht die Zeit, auf sämtliche deiner Argumente einzugehen. Wenn man aber die Aussagen des Autors auch mal "wohlwollend" auslegt und nicht kritisiert um der Kritik willen, steckt da m.E. sehr viel Sinn drin. Deswegen wohl auch die positive Kritik deiner Vorredner.

    Warum unbedingt entschulden - genau darüber habe ich mir auch den Kopf zerbrochen. Auch Eichelburg gibt diesen dringenden Rat (vgl. seine Artikel „Kredite im Crash“ und „Kredite ohne Rettungsring“).


    Vielleicht könnte die Erklärung so lauten:


    Sogar festverzinsliche Baudarlehen können in der Krise sehr gefährlich sein. Selbst angenommen, man kann die Rate (Annuität) trotz Massenarbeitslosigkeit in dem Krisenszenario gerade noch zahlen, in den Darlehens-Bedingungen finden sich regelmäßig folgende nette Klauseln:


    - im übrigen kann der Vertrag vom Kreditgeber nur ((aber immerhin)) aus wichtigem Grund gekündigt werden ((oder))
    - wenn in den Vermögensverhältnissen des Darlehensnehmers oder in der Werthaltigkeit einer für das Darlehen gestellten Sciherheit eine wesentliche Verschlechterung eintritt oder einzutreten droht, durch die die Rückerstattung des Darlehens, auch unter Verwertung der Sciherheit, gefährdet wird, kann der Darlehensgeber den Darlehensvertrag . . . in der Regel fristlos kündigen


    Bei der im allgemeinen „üblichen“ Unterwerfung unter die sofortige Zwangsvollstreckung in das gesamte Vermögen bedeutet das doch wohl, dass, wenn die Immobilienpreise crashbedingt purzeln, man die Kreditkündigung und sofortige Rückzahlung zu gewärtigen hat vielleicht gerade in einem Fall des knappen Geldes, wo es keine (Folge-)Kredite mehr gibt. Also wird man buchstäblich alles verlieren, weil die Immobilienpreise eben down sind. Man müßte dann ironischerweise sogar noch froh sein, wenn das in der Depression früh geschieht, die Immobilie also noch etwas Wert hat und nicht erst spät, wenn der Wert gegen Null geht.


    Ob diese Klauseln, die also das komplette gesamtwirtschaftliche Risiko dem einzelnen Kreditnehmer aufbürden, rechtlich bestand haben werden, kann zwar bezweifelt werden. Aber zunächst wird man liquidiert und bis ein Gericht (so die Rechtspflege überhaupt noch funktioniert, was zu bezweifeln ist) evtl. dann urteilt, dass das nicht rechtens war, ist es zu spät. Die Gläubigerbank hat einen ausgeplündert und ist bis zur Rechtskraft des Urteils sicher pleite.


    Wie ist eure Meinung hierzu? Gibt es noch andere Gründe, die eine Verschuldung in einem Krisenszenario gefährlich erscheinen lassen?

    sidha


    Danke für die Erläuterung - ich glaube es nun begriffen zu haben.


    Ich gehöre zu der Kategorie Menschen, die sich erst seit wenigen Monaten mit der EM-Materie beschäftigen (ausgelöst eigentlich durch späte Vaterschaft). Ärgerlich zwar (das späte Beschäftigen, nicht die Vaterschaft), aber nicht mehr zu ändern.


    Ich bin hier ursprünglich mit der wirtschaftlichen Denke eingestiegen, ganz langfristig Vorsorge für die Zukunft treffen zu wollen. Dass schon wegen der Demografie und der Globalisierung nicht mit einer lebensstandarderhaltenden staatlichen Rente zu rechnen ist, war mir schon lange klar. Aber dass es soviele Indizien für einen crashartigen Niedergang gibt, war für mich doch erschreckend. Willkommen wären mir auch schlüssige Argumentierungen, die nicht von einem Crash ausgehen. Damit man sich selbst seine Meinung bilden kann.


    Ich will zunächst zügig Mindestvorkehrungen in Sachen EM mit "freiem, erspartem" Geld treffen. Wenn sich der Crash - hoffentlich - nicht einstellt, dann geht's weiter mit langfristiger Altersvorsorge auch z.T. in EM. Traden und Zocken liegt mir schon mental überhaupt nicht, mit dem familiären Hintergrund wär's auch Wahnsinn.


    Deshalb warte/hoffe ich noch auf einen kurzfristigen EM-Einbruch (du scheinst auch davon auszugehen - sachliche Gründe oder Gefühl?) um mich für's erste einzudecken und damit auch einen Grundstein für längerfristige Altersvorsorge zu treffen.


    Deshalb bin ich wirklich ausgesprochen dankbar, wenn einem hier das eine oder andere wichtig erscheinende Statement erklärt wird. So wie von dir. Die EM-Fachleute (goldbugs) - hier zum Großteil unter sich - haben natürlich Schwierigkeiten das nachzuvollziehen. Aber ich glaube, dass in naher Zukunft sich immer mehr hierher verirren bzw. gezielt ansteuern.


    Thanks a lot!

    Hallo Argentum,


    du hältst Eichelburgs Szenarien nicht für überzeugend:


    Zitat

    Original von Argentum 999
    Eichelburg glaubt doch nicht selber daran. Seine Darstellung ist völliger Unsinn.
    Was bewegt einen Menschen dazu soetwas zu Papier zu bringen?
    Das ist mir absolut schleierhaft!


    Mich würde interessieren, welche sachlichen/volks- und geldwirtschaftlichen Argumente denn aus deiner Sicht dem entgegenstehen. Eine richtige Argumentation wäre schon wichtig, damit ich mir (und andere natürlich auch) ein ausgewogeneres Bild machen kann.


    Wer im übrigen eine schlüssige Argumentation führen kann mit dem Inhalt, dass Eichelburgs Prognosen (weitestgehend) falsch sind, möge es doch bitte tun. Ich wäre hierfür jedenfalls sehr sehr dankbar

    Hallo sidha,


    deine Tabelle Vermögensgröße und Aufteilung auf maximalen Edelmetallanteil und Mindest-Cash-Bestand finde ich ganz ausgezeichnet.


    Wobei ich das so interpretiere, dass du mit Vermögensgröße das Finanzvermögen meinst und nicht eventuelles Immobilienvermögen.
    Sonst würde ja das komplett fehlen und die allgemeine Ansicht ist wohl, mindestens selbstgenutztes Immo-Vermögen zu haben (bei entsprechend großem Gesamtvermögen).


    Weiterhin schreibst du: "Viele Leute haben bereits und werden noch bei Edelmetallinvestitionen ihr Vermögen verlieren."


    Mich würde näher interessieren, was du damit genau meinst. Ich stehe vor der Frage, bei der nächsten Kurskorrektur mit einem Anteil in Gold/Silber zu gehen, weshalb mir deine Einschätzung wirklich wichtig wäre.

    Vielen Dank TrashCash für die gesuchte Experiments-Bezeichnung.


    Habe auch gleich deinen Link genutzt.


    Den Film "das Experiment" hatte ich gesehen, wußte aber nicht wirklich, dass der einen realen (experimentell-erprobten) Hintergrund hatte.


    Die menschliche Psyche kann schon erschreckend sein - und das unter zwar außergewöhnlichen, aber nicht von vornherein die Existenz gefährdenden Umständen. Abu Ghraib und Guantanamo dürften auch ein Umfeld abgegeben haben, bei denen diese Psyche in Erscheinung trat.


    Wenn man das sieht, kommen einem die Eichelburgschen Szenarien wirklich nicht mehr abwegig vor.

    @ Poldi zum Thema "Pachtvertragsklauseln - Schweinereien"


    Ganz einfach - es kommt darauf an, was im Pachtvertrag steht. Sonst gilt allgemeines BGB-(Pacht-)Recht. Für eine rechtssichere Auskunft, mußt du dann schon einen spezialisierten Anwalt fragen.


    Den von dir verwendeten Begriff "Schweinereien" halte ich allerdings für völlig unangemessen.


    Warum soll der Verpächter sich nicht genauso wie du durch Vertragsklauseln vor Hyperinflation oder einem Crash schützen können dürfen? Warum also soll er sich im Extremfall durch einen für ihn unauflöslichen Vertrag und Beibehalt eines Minimalpachtzinses auch in Hyperinflationszeiten knebeln lassen? Er muss möglicherweise genauso wie du seine Familie ernähren.


    Wenn du das Grundstück zu verpachten hättest, würdest du es wohl auch so sehen und das nicht als Schweinerei, sondern als notwendigen Eigentums-/Vermögensschutz ansehen.


    Mich würde interessieren, wie du dich jetzt nach all den Ratschlägen und Infos anlagemäßig entscheiden willst.


    Schöne Grüße

    Ich schließe mich der Meinung von KELLERMEISTER an.


    Wir haben hier eine repräsentative Demokratie. Nach diesem Demokratie-System repräsentieren die gewählten Vertreter das Volk. Mir scheint, dass genau das auch gelungen ist.


    Die Volksvertreter sind in sämtlichen Eigenschaften genauso wie jeder einzelne auch. Der einzige Unterschied liegt nur darin, dass die "besser" (nicht qualitativ gemeint sondern wortschatz-, syntax- usw-mäßig) reden. Sonst sind sie genauso wie du und ich und jeder Forumsteilnehmer. Dies sehe ich so, bis die Biologen ein Politiker-Gen auf der Helix gefunden und isoliert haben. Ob man das dann im Sinne einer Eugenik reduplizieren oder ausmerzen sollte, wäre wiederum eine interessante spekulative Frage.

    Zitat

    Original von Marcher
    Nur haben die wohl die wenigsten Bock dazu, alles was sie sich aufgebaut/erarbeitet haben einfach so zu verlieren. Deshalb sehe ich nix verwerfliches drin, wenn man sich Gedanken über die aktive Gestaltung seiner Zukunft macht.


    Das ist natürlich gut zu verstehen, dass man seiner Hände / seines Kopfes Arbeit nicht verlieren will. Dennoch, die wie gesagt überspitzte Metapher war gewählt, um vielleicht doch mal zum Nachdenken in diese Richtung anzuregen.


    Schließlich sollte man auch sehen, dass einem das Umfeld - oder anders formuliert die Gesellschaft die Rahmenbedingungen gegeben hat, dass die Früchte der eigenen Arbeit für manche sogar sehr groß ausgefallen sind (ich meine das nicht sozialneidisch, sondern rein faktenorientiert). Okay, man zahlt ja dafür Steuern an die Gesellschaft zurück als Ausgleich für die Rahmenbedingungen und den individuellen Vorteil, den man gezogen hat.


    So weit so gut und in florierenden Zeiten allgemeiner Konsens. In Krisenzeiten ist es absolut verständlich, dass man primär sich und seine Nahestehenden retten will. Aber sollte man sich da nicht auch in gewisser Weise solidarisch zeigen?


    Im Zweifel wird die Solidarität im anderen Extrem zwangsweise durch Enteignung hergestellt. Und genau davor möchte sich der Goldköfferchenmensch wiederum schützen. Wiederum anderseits findet man in Notzeiten viele Beispiele, wo sich Menschen das letzte Hemd und das letzte Brot teilen. Bei diesem Szenario befindet sich die Goldköfferchenmentalität auf der anderen Seite des Betrachtungsspektrums.

    Noch ein allgemeines Statement mit der Vorbemerkung, dass ich hier absolut niemanden angreifen oder beleidigen will. Also soll sich niemand auch durch nachfolgende überspitzte Metapher angegriffen fühlen (die Gedanken, Lebens- und Fluchtpläne sind schließlich für alle frei).


    Aber, machen es so nicht die berühmten Heuschrecken? In einem grünen Land sich sattfressen und wenn's kahl ist mit vollem Bauch (=Goldköfferchen) abhauen? Andererseits: auch Heuschrecken sind Lebewesen und haben ihren Platz im Ökosystem. Wenn sie aber zu zahlreich auftreten, werden sie erfahrungsgemäß ziemlich drastisch bekämpft.


    Ich glaube wie einige Vorredner auch, dass (verwandschaftliche) Solidarität neu entdeckt werden muss und auch entdeckt werden wird. Es werden sich Krisengemeinschaften bilden, denn jeder will überleben. Was wir in den letzten Dekaden gesehen haben, dass man als Einzelkämpfer zu erheblichem (materiellem) Erfolg kommen kann, wird dann nicht mehr gelten, wenn's in der Krise um's Existenzielle geht. So mein Prognose. Aber ich kann mich natürlich auch irren.