Zumindestens hoffe ich mal, dass die Europäer angesichts der europaweit in großer Anzahl vorhandenen Atomkraftwerke nicht auf den Gedanken kommen, Kriege zu beginnen. Das wäre für ganz Europa dann wirklich das Ende.
Und nicht nur für Europa, sondern genauso für die USA, RUS, China und Indien, denn da stehen genauso dutzende Atomkraftwerke, permanent zu kühlende Becken und abertausende Tonnen an hochgiftigem Müll rum. Übrigens, kein Land das Atomanlagen hat, ist militärstrategisch verteidigungsfähig. Da reicht eine konventionelle Rakete, ein Kommando mit ein paar Bazookas und das Land ist für ein paar Hunderttausend Jahre unbewohnbar. Insoweit ist es Volksverdummung, der Iran, so er aggressiv wäre, was er nicht ist, wäre mit A-Waffeln gefährlich. Konventionelle Attacken auf Atomanlagen erfüllen einen Auslöschungs-/Vernichtungszweck ungleich nachhaltiger.
A propos Ende: Die "zivilisatorische Fallhöhe" wird umso größer, je mehr sich der Mensch von der Natur entfernt und der Technik vertraut anstatt dem Wissen und Können der Altvorderen, die jene Technik nicht zur Verfügung hatten.
Einen Zusammenbruch der Weltwirtschaft dürften wohl jene Menschen oder Volksgruppen/Stämme am ehesten mit Bravour meistern, bei denen das Leben im Alltag schon ein einziger Kampf ums Überleben war und ist: Der Viehhirt aus Mali, der Hochlandbauer aus Bolivien, der Aboriginal aus Australien - sie alle kennen Entbehrungen und den Kampf ums erfolgreiche Überleben. Wir Pappnasen finden ja nicht einmal zur Stadt hinaus, wenn das Navi spinnt oder verhungern, wenn es keine Konserven und keinen industriellen Fraß mehr gibt. Von der Produktion, "Dienstleistungen" und solchem Zeugs will man gar nichts schreiben - Logistikketten und so weiter.
Sehr richtig. Der Buschmann wird zunächst überhaupt nicht merken, ob die Weltwirtschaft zusammengebrochen ist und die Atomanlagen ungekühlt natürliche Dynamik entwickeln. Erst dann, wenn in einigen Monaten oder Jahren sich das Plutonium, das Caesium, das Strontium usw. die Nahrungskette sich hierbei natürlich anreichernd hochgearbeitet haben, Winde oder Meeresströmungen ihr natürliches Verteilungswerk getan haben, wird er sich vielleicht wundern, warum es in Buschmannhausen im Unterschied zu früher so viele Fehl- und Mißbildungsgeburten gibt.
Habe mir auch mal aus Jux ein Krisenbuch gekauft und eines zur Samengärtnerei. Schön und gut. Werkzeug, Samen, Setzlinge, das lässt sich alles kaufen, solange das Geld noch Wert besitzt. Doch der Umgang, die Anzucht, die Vermehrung, Pflege, Schädlingsbekämpfung, Ernte, Haltbarmachung und Verarbeitung jener Ernte erfordert nicht nur Wissen, sondern auch Erfahrung. Dies erwächst nicht aus der einmaligen Lektüre eines Buches, das ist ein über Jahre gewachsener Prozess des Lernens aus Erfolgen und Misserfolgen. Auf (m)einem Balkon werden sicherlich keine lebenserhaltenden Ernten möglich sein.
Und: Am Tag X wird man Farbe bekennen müssen, ob man es draufhat oder nicht.
Auch das ist wahr, wobei es konsequent gedacht nicht so sehr darauf ankommt, ob man es selbst drauf hat, sondern ob es die Mitmenschen drauf haben, denn einer allein kann weder 100 Unbedarfte ernähren noch sich derer auf Dauer erwehren, wenn sie hungrig über den Gartenzaun schauen oder den Duft von im Holzkohleofen gebackenen Brotes aus eigenen Erzeugnissen wahrnehmen. Es wird keinesfalls wie heute eine Sozialdistanz geben, wo ein Verstorbener monatelang in seiner Wohnung vor sich hin verwesen kann. Da wird jedes reröstete Maulwurf ganz rasch ganz intensive Sozialkontakte provozieren. Und ob selbst Dianas schmack- aber brennwertarmen Tomaten zur vollen Reife gelangen können (kleiner Gag), darf auch bezweifelt werden. Nur Soylent Green in Rohform wird es genug geben - in höchster Not sollen Menschen davor, so wird berichtet, nicht mehr zurückgeschreckt sein.