Servus Tiberius,
Donnerwetter, da hast Du schon viele Krisen profund miterlebt. Da kann selbst Scholl-Latour nicht mit (Späßle).
Also eine Krise in der Vergangenheit nennen, in der man trotz Gold verhungert ist? Habe eben bei Jared Diamond (Kollaps) nachgeschlagen, aber auf Anhieb ausser Osterinseln nichts gefunden. Der liebe Gott spricht in seinem Bestseller (Bibel) von Hungersnöten, gegen die nur der feste Glaube hülfe, und nach Betrachtung seines Gesamtwerkes kann man nicht davon ausgehen, dass er damit den festen Glauben an Gold gemeint haben könnte.
Sonst fällt mir spontan leider nur noch Sahel, Eritrea, ein paar tausend Stadtbelagerungen in Antike und Mittelalter, zehntausende Missernten und hunderttausend Hungersnöte ein, wo dies der Fall hätte sein können, aber wir können nunmal keinen mehr Fragen, der vor Jahrhunderten verhungert ist, ob ihm Gold genutzt hätte oder nicht. Ach ja, da gab es laut den Anthropologen auch Steinzeitleute, die gar nicht wussten, was es mit dem glänzenden Metall in manchen Bachläufen auf sich hat. Da wird schon der ein oder andere im Verlauf von 100.000 Jahren mit Nuggets neben sich verhungert sein. Die gingen davon aus, dass man Gold nicht essen kann. Wie dumm von ihnen.
In Mexiko soll zu Revolutionszeiten auch ein Gringo mit Gold versucht haben, Brot zu kaufen. Dem wurde der Hals aufgeschlitzt, Steine statt Brot reingelegt und das Gold im übrigen akzeptiert. Okay, er ist nicht mit Gold verhungert, insofern als Beispiel in unserem Fall wohl untauglich. Aber vielleicht kann man bei einer so schwierigen Aufgabenstellung ein Doktorvaterauge zudrücken. Quelle: Karl May. (scho widda a klois Spässle, gell, s'isch Fasnacht).
Ist aber einerlei und insofern will ich der Fangfrage auch nicht weiter aufsitzen, weil wir nicht in der Vergangenheit leben, sondern in der Gegenwart und unsere Investments zukunftsorientiert ausrichten. Da Zukunftsinvestments nunmal eine Spekulation auf die Zukunft sind, steht es frei, Szenarien auszuschliessen oder einzubeziehen, die eine umfassende Katastrophe/Kollaps/Game Over mit Nahrungsmittelproduktionsausfällen umfassender Art beinhaltet. Nicht vergessen, wir haben Just-in-time-Distribution und immer noch eine jahreszeitenabhängige und vorallem nunmehr eine wenig fehlertolerante Massenproduktion (geh mal in eine moderne, vollklimatisierte Massenmilchkuhmelkfabrik, lasse Dich entkeimen und mit Schutzkleidung ausstaffieren und klatsche drinnen dann in die Hände: 10% der Überzüchtungen fallen vor Schreck sofort tot um, weitere 20% brauchen eine Farbtherapie. Alle miteinander gehen sie innerhalb weniger Tagen ein, wenn die Melkanlage nicht mehr funktioniert, weil der Servicetechniker mangels Gold zum Tauschen auf der Anfahrt verhungert ist. Gäbe zwar viel Notschlachfleisch, aber die Kühlkette, eine Pökelanlage für 1.000 Viecher, der Servicetechniker ... ihr wißt schon.
Die Läger befinden sich auf den LKWs und was derzeit bei ALDI, LIDL usw. sicht-und essbar ist. Das ist alles. Der Bund hat noch für 2 Wochen eingelagert, aber natürlich nur für seine Leut. Die Wehrmacht dürfte etwas mehr haben, aber wenn die personell schrumpft, schrumpt die Logistik auch mit. Wenn Du natürlich ein Bundeswehrdepot in der Nähe hast und der Wachmanschaft einen Barren zuschiebst, dann rücken die ein paar EPAs raus - vorausgesetzt die haben genug davon und tuen in Chaos und Anarchie ihren Dienst wie eh und je. Oder die haben zuhause Ehekrise und beschützen daher lieber ihre Dienststelle denn ihre Familien. Aber nicht jeder hat so ein militärisches geschütztes Depot um die Ecke, wo sich Plünderer mit nur leichten Waffen nicht rantrauen.
Und wer sich dann darauf verläßt, mit seinem gehorteten Metall den einen/die wenigen in einer Umwelt in Chaos und Anarchie zu finden, der einen Überschuss z.B. in Form von über Bedarf (!) gehorteten Konserven oder so ein Zeugs vor nicht tausch- sondern raubwilligen Zeitgenossen mit und ohne Migrationshintergrund hat bewahren können, der hat hoffentlich nicht zu einseitig auf diese Spekulation gesetzt. Es geht keiner rum mit nem Plakat "Tausche Bohnen gegen Gold" und meint dabei grüne Bohnen. Und ob es den Bauern gibt, der vor Ort ein volles Lager hat und der lieber Gold als Tauschangebot akzeptiert, als einen Kanister Diesel, weil er seine 500 PS Saat-/Ernte/-Sonstwasmaschine nie wirklich leiden konnte und mit Spaten und Setzholz ja leicht ähnliche Erträge erzielt - oder der PS-Koloss ohnehin eine Schraube locker hat und der Servicetechniker auf der Anfahrt ..., wer weiss das so genau. Ferner ist fraglich, ob besagter Bauer in Gewölbekellerritzen vom Großvater noch ein paar Samen der alten Sorten findet. Denn Terminatorsaatgut bzw. der Genkram, der eine 100%ig exakte Düngermischung und sonstige maschinelle Betreuung braucht, geht auch nicht so toll. Blieben da noch die Schrebergärtner und Doppelhaushälftenvorgartensubsistenzwirtschaftler sowie Fensterbanksprossenzüchterinnen. Wieviele Ernten pro Jahr werden damit benötigt, um ein halbes Regal bei ALDI dauerhaft voll und einige Mäuler gemäß dem üppigen Kaloriengehalt von Gemüse satt zu kriegen?
Wer an Gott, Allah, Jahwe ... fest glaubt, dem ist dieser Glaube nicht zu nehmen. Wer ferner glaubt, er könne mit Gold jederzeit alles kaufen, dem ist auch dieser Glaube nicht zu nehmen und er darf diesen Glauben selbstverständlich gerne behalten. Wer sich glaubend noch nicht festgelegt hat, hat die Freiheit des Denkens und des Entscheidens der Frage, ob man Gold essen kann oder nicht. Amen.