http://www.handelszeitung.ch/k…er-euro-zone-hat-begonnen
<<Im letzten Jahrzehnt waren die PIIGS (Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien) die verlässlichsten Konsumenten der EuroZone. Sie gaben mehr aus, als sie einnahmen, und nahmen immer mehr Kredite auf. Währenddem waren die Kernländer (Deutschland, die Niederlande, Österreich und Frankreich) die verlässlichsten Produzenten, mit Ausgaben unter ihren Einnahmen und immer höheren Leistungsbilanzüberschüssen.>>
<<Die zweite Option besteht in der bitteren Medizin, die Deutschland und die EZB den Peripherieländern verordnen möchten, nämlich rezessive Deflation: Sparmassnahmen, Strukturreformen zur Produktivitätssteigerung und Senkung der Lohnstückkosten sowie reale Abwertung über Preisanpassungen, im Gegensatz zu nominaler Anpassung der Wechselkurse.
Diese Option bringt viele Probleme mit sich. Sparmassnahmen sind zwar nötig, führen aber kurzfristig zu einer Vertiefung der Rezession. Sogar Strukturreformen reduzieren kurzfristig die Wirtschaftsleistung, da sie die Entlassung von Arbeitern, Schliessung unrentabler Unternehmen und Neuzuteilung von Arbeit und Kapital hin zu Wachstumsbranchen erfordern. Also brauchen die Peripherieländer zur Vermeidung einer sich immer mehr vertiefenden Rezession eine reale Abwertung, um ihr externes Defizit auszugleichen. Aber selbst wenn in den nächsten Jahren die Preise und Löhne um 30 Prozent sinken (was höchstwahrscheinlich sozial und politisch nicht durchsetzbar wäre), würden sich die realen Werte der Kredite stark erhöhen, und die Zahlungsprobleme der Regierungen und Privatschuldner würden sich noch verschlimmern.>>