Die Wirtschaftswoche schreibt nun auch zum Thema. Auszugsweise kommentiert:
„Deutschland besitzt die zweithöchsten staatlichen Goldreserven der Welt, insgesamt knapp 3400 Tonnen im Wert von rund 100 Milliarden Euro.“
**Nein. Die angesprochene Menge ist im Eigentum, nicht im Besitz. Hier ist ein sehr wichtiger Unterschied, der leider von wenigen bisher beachtet wird. Die Bundesbank ist jedoch derzeit offenbar bestrebt, in Besitz des Eigentums zu kommen.
„Weil so viel Gold im Ausland schwer zu prüfen ist, plant die Bundesbank seit mehr als einem Jahr bis 2020 rund 300 Tonnen nach Deutschland zurückzuholen.“
**Nein. Es geht hier im Wesentlichen nicht um die Einfachheit der Prüfung wie in der WiWo geschreiben. Mehr geht es um die tatsächliche Verfügungsgewallt, wie sie Frank Doll im verlinkten Artikel anspricht.
„Die Ankündigung fand breite Zustimmung unter Goldanlegern und -experten. Schließlich besitzt Deutschland nach den USA die größten Goldreserven aller Staaten und ist zugleich das einzige Land, dass große Teile davon bei ausländischen Notenbanken verwahren lässt.“
**Nein. Deutschland ist heute nicht das einzige Land, welches das Gold zwar im Eigentum, nicht jedoch im Besitz hat. Es gibt nach der Initiative von Deutscher Edelmetall-Gesellschaft und der Taxpayers Association of Europe zur Zusammenlegung Deutscher Goldlagerstädten in Deutschland http://www.gold-action.de/ international etliche vergleichbare Bestrebungen, jeweils ebenfalls die Landesreserven auch im eigenen Land zu lagern. Hierzu nur eine Hand voll Anregungen:
Osterreich: http://www.blu-news.org/2012/0…gold-zuruck/#comment-2380
Niederlande: http://www.silverdoctors.com/n…f-countrys-gold-reserves/
Finnland: http://www.gata.org/node/13013
Australien: http://goldsilverworlds.com/ph…alia-wants-its-gold-back/, http://www.rohstoff-welt.de/news/artikel.php?sid=46480
Mexiko: http://www.thedailybell.com/ne…n-Will-Affect-Everything/, http://gizadeathstar.com/2013/…d-repatriation-bandwagon/
„Abgesehen davon könnte es den Skeptikern auch relativ egal sein, ob alte oder neue Barren geliefert werden, solange sich der von der Bundesbank bilanzierte Goldbestand dadurch nicht schmälert.“
**Ist das so tatsächlich wörtlich oder sinngemäß von der Bundesbank gegenüber der WiWo geäußert worden?
„Weil etwa die Bank of England für die Einlagerung inzwischen Gebühren erhebt, wäre es zwar kosteneffizient, dortige Bestände nach Deutschland zu verlagern.“
**Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Frage, warum Paris und New York keine Kosten für die Lagerung weiter berechnen?
„Schließlich sei das deutsche Gold sicher bei uneingeschränkt vertrauenswürdigen Partnern in Verwahrung.“
**Eine interessante Einschätzung der Verwahrer durch die Bundesbank. Hier habe ich mir von der WiWo deutlich mehr Mut in der Hinterfragung erhofft. Wie sind die USA mit dem Vertrauen der Deutschen in letzter Zeit umgegangen und wie erhält man Vertrauen oder baut dieses wieder auf?
Wohl kaum auf die Art und Weise, wie jetzt mit der Überführung der Goldbestände verfahren wird!
- Die Bestände sind derzeit nicht unabhängig inventarisiert/autidiert
- Die Bestände sollen nach einem unkonkretem Plan nach Deutschland verbracht
- Selbst die erste Stufe dieses Plans mit 50 Tonnen in 2013 wurde mit 37 verfehlt
- Es wird nicht die zur Verwahrung überlassene Sache (Originalbarren) sondern möglicherweise eine andere (Neubarren) zurückgegeben
- ...
Das sind KEINE guten Zutaten für eine weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit. Bei vielen Punkten ist ungewiss, in wie weit sie derzeit überhaupt durch die Bundesbank konkret beeinflussbar sind. Das sind alles Argumente, die für eine VOLLSTÄNDIGE Verbringung des Goldes nach Deutschland sprechen. Hierzulande sind übrigens durchaus Kapazitäten vorhanden und auch problematische Logistik ist mehr Vorwand als Fakt.
Bezogen auf Quelle: http://www.wiwo.de/finanzen/ge…ven-passiert/9296876.html
MbG
DMR