Danke Bargold für deine Ausführungen:
Da es stets eine Herausforderung ist Jim Rickards zu verstehen, fasse ich meine Infos zusammen.
Zunächst der Text zum Video: Jim Rickards, Bestsellerautor und Experte für Finanzthemen, erklärt: „Japan ist der größte Halter von US-Staatsanleihen. Das Land hat diese Anleihen verkauft, um an Dollar zu gelangen, mit denen wiederum Yen gekauft werden, um den Yen-Kurs zu stützen. Was passiert, wenn man Staatsanleihen verkauft? Die US-Zinsen steigen. Glauben Sie, dass die Regierung Trump oder der Finanzminister wollen, dass die US-Zinsen steigen? ... Finanzminister Bessent rief in Japan an und sagte: ‚Behaltet eure Staatsanleihen. Wir stellen euch über eine Swap-Linie mit der Federal Reserve alle benötigten Dollar zur Verfügung.‘ Die USA nutzen also Dollar der Fed, um den Yen zu stützen. Auf diese Weise müssen die Japaner die Zinsen nicht anheben. Der Carry-Trade wird nicht aufgelöst. Die Märkte brechen nicht zusammen. ... Das ist extrem gefährlich. ... Man versucht, einen Wechselkurs zu verteidigen, der sich wahrscheinlich gar nicht halten lässt; es ist nur eine Frage der Zeit, bis er einbricht.“
Es läuft etwas anders: Die japanische Notenbank gibt der FED Yen Anleihen, die die Fed mit Dollars bezahlt. Dann kann die japanische Notenbank mit diesen Dollars Yen kaufen um den Wechselkurs zu stabilisieren.
Und vermutlich kann sie mit den gekauften Yen ihre Staatsanleihen von der Fed zurück kaufen.
... und alle sind gerettet und glücklich.
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Das kannst Du Dir nicht ausdenken. 
Vielleicht kann man das auch beliebig oft wiederholen.
Wenn der Yen durch die Intervention tatsächlich ansteigt, macht die japanische Notenbank bei jedem Trade am Ende einen kleinen Verlust, weil sie mit den Dollars etwas weniger Yen kaufen kann, als sie im Gegenzug der FED mit den Anleihen gegeben hat.
Wie lange wird so etwas funktionieren, bis sich die Marktteilnehmer nicht mehr bluffen lassen?
Der TLT hat heute wieder kräftig abgegeben und notiert knapp über den Tiefständen.
Frage an KI: Was bewirkt der hohe langfristige Zins bei den Investitionen in AI? 23:55
Der hohe langfristige Zins verteuert die Finanzierung kapitalintensiver Rechenzentren drastisch, erhöht die Rentabilitatshürden (Hurdle Rates) für KI-Projekte und zwingt Tech-Konzerne zu einer strikten Priorisierung von Anwendungen mit schneller Monetarisierung. Da der Bau von KI-Infrastruktur gigantische Vorabinvestitionen verschlingt, deren Gewinne erst Jahre später anfallen, reagieren diese Investitionen extrem empfindlich auf hohe Kapitalkosten. [1]
Die wirtschaftlichen Mechanismen im Überblick
- Explodierende Finanzierungskosten: Großprojekte für KI-Rechenzentren werden selten rein aus dem laufenden Cashflow finanziert. Hohe langfristige Zinsen verteuern die Emission von Unternehmensanleihen und Krediten massiv.
- Steigende Hurdle Rates: Unternehmen müssen eine höhere Mindestrendite erzielen, damit sich ein KI-Projekt im Vergleich zu einer risikofreien Anlage (z. B. Staatsanleihen mit hoher Rendite) überhaupt rechnerisch lohnt.
- Druck zur schnellen Monetarisierung: Während in einer Nullzinsphase jahrelange Experimente ohne Gewinn toleriert wurden, verlangen Investoren heute, dass KI-Infrastruktur zeitnah messbare Umsätze und Effizienzgewinne liefert.
- Abwertung zukünftiger Cashflows: In finanzmathematischen Modellen (DCF-Verfahren) werden zukünftige Gewinne mit einem höheren Zinssatz abgezinst. Da KI-Investitionen oft erst in 5 bis 10 Jahren hohe Gewinne abwerfen, sinkt ihr barwertiges Bewertungspotenzial im Hier und Jetzt. [1]
Gewinner und Verlierer des Hochzinsumfelds
1. Die Big-Tech-Giganten (Hyperscaler)
Unternehmen wie Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta verfügen über gigantische Cash-Reserven. Sie können die Milliardeninvestitionen (CapEx) weitgehend unabhängig von Banken stemmen. Der hohe Zins dient ihnen sogar als Markteintrittsbarriere, die kleinere Konkurrenten vom Markt fernhält. Allerdings geraten auch sie an der Börse unter Druck, wenn die gigantischen Investitionen die Margen belasten.
2. KI-Startups und Mid-Caps
Für kleinere Unternehmen und spezialisierte KI-Startups sind die Auswirkungen schmerzhaft. Da Risikokapital (Venture Capital) in Hochzinsphasen spürbar restriktiver vergeben wird, fehlt ihnen das Kapital für das extrem teure Training großer Sprachmodelle (LLMs). Sie müssen sich oft in die Abhängigkeit der großen Hyperscaler begeben oder auf Nischenanwendungen ausweichen.
3. Die Infrastruktur-Zulieferer
Anbieter von High-End-Chips, Kühlbaufirmen und Energieversorger spüren die Bremse bisher am wenigsten, da der akute Nachfrageüberhang im KI-Sektor die Zinsauswirkungen überlagert. Sollte das Hochzinsumfeld jedoch über Jahre anhalten, droht auch hier eine investitionsseitige Abkühlung, sobald die Budgets der Cloud-Anbieter gedeckelt werden.
Möchtest du eine Beispielrechnung sehen, wie sich eine Zinsänderung auf den Barwert eines Rechenzentrums auswirkt, oder interessieren dich die aktuellen CapEx-Prognosen der führenden Tech-Werte?
Das ist sehr freundlich formuliert. Wer Anleihen von Oracle gekauft hat wird sich nicht freuen:
Ausgewählte Beispiele für Oracle-Anleihen
- 2,80 % bis 01.04.2027 (WKN A28VP1): Kurs bei ca. 98,65 USD
- 2,95 % bis 01.04.2030 (WKN A28VP2): Kurs bei ca. 89,83 USD
- 4,10 % bis 25.03.2061 (WKN A3KNYU): Kurs bei ca. 59,00 % (Langläufer)
- 4,125 % bis 15.05.2045 (WKN A1Z06P): Kurs bei ca. 66,47
Rating-Abstufung: Die Ratingagentur S&P hat das Kreditrating von Oracle auf BBB- herabgestuft. Damit stehen die Anleihen nur noch eine einzige Stufe über dem spekulativen „Ramsch“-Bereich (Junk Bonds).
Bei Meta sieht es noch relativ gut aus:
Ausgewählte Kurse von Meta-Anleihen
Hier ist eine Auswahl an repräsentativen Meta-Anleihen, sortiert nach ihrer Laufzeit:
- 3,500 % bis 15.08.2027 (WKN A3K8EJ): Kurs bei ca. 99,70 % (Kurzlaufendes Papier nahe dem Nennwert).
- 5,750 % bis 15.05.2063 (WKN A3LHG8): Kurs bei ca. 83,77 % (Sehr langer Euro- oder Dollar-Bond mit Zinsabschlag).
- 5,550 % bis 15.08.2064 (WKN A3L2P1): Kurs bei ca. 79,79 %.
- 6,450 % bis 15.05.2066 (WKN A4ET65): Kurs bei ca. 92,57 %
Rekordniveau bei den Spreads: Der Fünfjahres-CDS-Spread für Oracle-Anleihen kletterte im August 2026 auf ca. 200 bis 215 Basispunkte. Das bedeutet, dass die Absicherung von 10 Millionen US-Dollar in Oracle-Schulden jährlich über 200.000 US-Dollar Prämie kostet. Zum Vergleich: Mitte 2025 lag dieser Wert noch bei rund 40 bis 50 Basispunkten. [1, 2, 3, 4]Das Liquiditäts-Zentrum für Big-Tech-Risiken: Die Oracle-Kontrakte gehören aktuell zu den liquidesten Papieren im gesamten Corporate-CDS-Markt. Das wöchentliche Handelsvolumen erreicht teilweise über 800 Millionen US-Dollar. Banken wie JPMorgan bieten sogar spezielle CDS-Korbzertifikate (Baskets) an, in denen Oracle neben anderen Hyperscalern wie Meta, Microsoft und Amazon abgebildet wird
Und Körbchen gibt es auch schon wieder. Das kennen wir doch noch.
Nicht die CDS aber die Anleihekörbchen wären doch was für unsere Landesbanken. 
LG Vatapitta