Dramatische Lage am Energiemarkt
USA vor Sanktionsaufhebung gegen Iran-Öl auf See
Die USA erwägen aktuell, sanktioniertes Öl aus dem Iran, das sich auf See befindet, für den Verkauf freizugeben.
Veröffentlicht am 19. März 2026 15:51
von Claudio Kummerfeld
Die Lage am globalen Energiemarkt ist dramatisch. Der Ölpreis sprang heute kräftig nach oben. Und Berichtezeigen, dass Anlagen, die etwa 17 % der LNG-Exporte von Katar produzieren, durch einen jüngsten iranischen Angriff beeinträchtigt sind. Die Reparatur könne drei bis fünf Jahre dauern. Dramatisch! Jetzt kommt die US-Regierung mit einer neuen Idee um die Ecke – wohl ein Versuch, die Preise für Öl und Gas zu senken, egal wie.
Kriegsende? Nein. Aber da gibt es ja noch Ölmengen, die von den USA sanktioniert sind? US-Finanzminister Scott Bessent sagte laut Bloomberg, die USA erwägen die Aufhebung der Sanktionen, die sie seit langem gegen iranisches Öl verhängt haben, um die durch den Krieg am Golf ausgelösten steigenden Energiepreise zu senken, und könnten auch eine einseitige Freigabe ihrer eigenen Reserven in Betracht ziehen.
„In den kommenden Tagen könnten wir die Sanktionen gegen das iranische Öl, das sich auf See befindet, aufheben“, sagte Bessent heute bei Fox Business. Die USA lassen bereits iranisches Öl durch die Straße von Hormus passieren, und das Land hat derzeit etwa 140 Millionen Barrel auf See, so der Finanzminister. „Je nachdem, wie man es berechnet, entspricht das einem Vorrat von 10 Tagen bis zwei Wochen.“
Die Möglichkeit einer Aufhebung der Sanktionen gegen iranisches Öl ist eine erstaunliche Kehrtwende in der jahrelangen US-Politik, die Energiesanktionen als Mittel eingesetzt hat, um Teheran wegen seines Atomprogramms an den Verhandlungstisch zu bringen. In einer weiteren Kehrtwende ihrer Haltung hatten die USA zuvor auch die Sanktionen gegen russisches Öl vorübergehend gelockert.
Die Vielzahl politischer Ideen – zu denen auch eine weitere einseitige Freigabe von US-Notvorräten gehört – ist ein Zeichen dafür, dass die Trump-Regierung alle Hebel in Bewegung setzt, um die Öl- und Gaspreise zu zügeln. Die Referenzpreise sind weltweit auf Mehrjahreshochs geschossen, da beide Seiten ihre Angriffe auf die Energieinfrastruktur verstärken und die lebenswichtige Straße von Hormus praktisch geschlossen bleibt.
Bislang gingen die iranischen Lieferungen hauptsächlich nach China, doch sobald die Sanktionen gelockert werden, könnten sie auch anderswohin fließen, so Bessent. „Sie könnten nach Malaysia, Singapur, Indonesien, Japan und Indien fließen – Länder, die sich in dieser Angelegenheit kooperativ gezeigt haben.“
Quelle FMW
Geht doch!
Einem unbestätigten Gerücht zu Folge sollen russische Tanker nun US Geleitschutz erhalten, damit das Öl oder Gas sicher ankommt, wohin auch immer es geliefert wird. 
LG Vatapitta