Beiträge von Bembelpetzer

    Der letzte Rest von Wirecard kommt unter den Hammer

    Im Internet werden Tischkicker und Kugelschreiber des einstiegen Dax-Aufsteigers versteigert. Wer sich die Devotionalien sichern will, muss bis Donnerstag zuschlagen.


    Veröffentlicht: 02.02.22 11:41 Uhr


    Ein Stück von Wirecard gefällig? Auf dem Online-Auktionsportal Hämmerle werden aktuell die letzten Reste des einstigen DAX-Konzerns versteigert. Doch Bieter müssen sich beeilen: Ab Donnerstagmorgen, 9 Uhr fällt der Hammer für die ersten Posten.


    "Die Auktion findet vor dem Hintergrund der Räumung angemieteten Flächen statt", erklärt eine Sprecher von Insolvenzverwalter Michael Jaffé den Zeitpunkt.


    Wer will, kann hier also eine Bürostuhl ergattern, auf dem ganz vielleicht mal der noch immer flüchtige Ex-Vorstand Jan Marsalek oder der in Haft sitzender ehemalige Firmenchef Markus Braun gesessen hat. Oder den Tischkicker, an dem sicher viele der besonders kreativen Ideen des Bezahldienstleisters entstanden sind: Das obligatorische Fintech-Musthave ist aktuell für 480 Euro zu haben.


    Von der Kraftstation bis zum Trampolin ist alles dabei


    Insgesamt listet der Online-Katalog 405 Positionen auf, insgesamt 6.000 Artikeln, darunter auch so manche Absonderlichkeit. Wie zum Beispiel den Shiatsu-Massagesessel "relaxTower mit Gravity Plus", der derzeit für schlappe 1500 Euro zu haben ist oder die "Nautilus Kraftstation NS4000" für aktuell 1300 Euro.


    Deutlich günstiger, aber auch aus der offensichtlich bei Wirecard gut bestückten Abteilung "Sport & Wellness": Das original Wirecard-Trampolin inklusive sechs Gymnastikbällen, acht "Feetups" und zwei Bauchtrainern für derzeit schlappe 50 Euro.


    Aktuell der teuerste Posten: 25 Designer-Drehstühle von Vitra für 3700 Euro. Ein wahres Sammelsurium ist der "Rauminhalt" auf Position 335 - dort wurden neben einem mobilen Honeywell-Lüfter, zwei Stehlampe ("Tobias Grau XT-AFLOOR 4x55Watt Leuchtstoffröhren"), verschiedene Tische und diversen Kisten mit "Marketing-Sachen" gehortet, - das Mobiliar nebst Kugelschreiber-Kisten sind einem Bieter derzeit immerhin 850 Euro wert.


    Anleger, die beim Blick auf die Wirecard-Verluste noch Wut im Bauch verspüren, sei der Adidas-Boxsack nebst Boxhandschuhe, Medizinball und Krafttrainingsgerät an Herz gelegt (aktuell: 160 Euro).


    [...]




    ... und hier der Link zum Online-Katalog: https://www.haemmerle.de/de/ob…_bga?Lstatus=1&ord=latest

    In der Allgemeinverfügung steht, dass die Anforderungen erst ab 01.02.2023 zu erfüllen sind, d.h. plötzlich treten die negativen Effekte auf Bankenseite nicht auf. Wenn man den in der Allgemeinverfügung genannten Paragraphen folgt, so sind auch eigentlich alle Banken betroffen.


    Die Banken werden jetzt periodengerecht Rückstellungen für die Kreditanteile bilden, die nach dem 01.02.2023 liegen und mit Eigenkapital unterlegt werden müssen, damit den zu erwartenden Gewinn reduzieren und ab sofort die höheren Kosten bei Neuverträgen schon jetzt einpreisen.


    Und, dass dies geschieht, sieht man auch im Graph ... am 12.01.2022 hat die BaFin die heute gekommene Allgemeinverfügung avisiert und prompt sind die über Interhyp im Rahmen einer Vermittlung eines Darlehensvertrages an Endkunden angebotenangebotenen Zinssätze gestiegen ... wahrscheinlich nicht nur deswegen, aber auch deswegen...


    Die BaFin hat nun gestern die Allgemeinverfügung zu dem Thema veröffentlicht und in Kraft gesetzt.


    Allgemeinverfügung zur Quote des inländischen antizyklischen Kapitalpuffers nach § 10d KWG

    Vor 1914 ging privater Wohnungsbau ganz ohne Finanzierung, höchstens ein Verwandter hatte mal ausgeholfen. Da musste der Ingenieur oder meinetwegen Lehrer von seinen 350 - 400 Mark Gehalt eben zwei Jahre lang monatlich 200 Mark zurücklegen, um sich ein unterkellertes Häuschen mit Nebengelass auf 1000m² leisten zu können. Für die Villa in der Stadt musste er allerdings schon vier bis fünf Jahre ansparen. Berlin war etwas teurer, weshalb in den Randgebieten gebaut wurde. Die entsprechenden Villen sehen wir heute noch zu Tausenden.[...]


    Nein, die Rechnung ist ohne Eigenleistung und die Bausubstanz dürfte zur damaligen Zeit Weltspitze gewesen sein. Rechne für ein Siedlungshaus wie oben 5000 Mark, eine Villa, die den Namen verdient, ab 10.000 Mark. Alles schlüsselfertig. So war das eben, als Deutschland noch keine Reparationen bezahlen musste und von der Wirtschaftskraft allein die Deutschen profitiert haben. Sicher gab es auch Mißstände, aber vieles war auf einem guten Weg ...

    Ich denke, die Preise waren damals regional sehr unterschiedlich.


    Ich habe erst kürzlich einen Podcast über Rudolph Diesel gehört. Darin kam vor, dass er Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund seiner guten Einnahmen und des Familienzuwachs in München ein leeres Grundstück kaufte und dort eine Villa drauf stellte. Angeblich hatte er dafür fast 1 Mio Mark ausgegeben, wovon allein das Grundstück an die 20% ausmachte.

    Zwei Wochen, nach dem der BaFin-Hammer kam, kommt die erste Reaktion aus der Branche ...


    Der "Bundesverband deutscher Banken" hat auf seiner Webseite eine Stellungnahme der "Deutsche Kreditwirtschaft" zu der Allgemeinverfügung bezüglich den erhöhten Kappitalpuffern seitens der BaFin veröffentlicht.



    Die Aussagen hinsichtlich des 2%igen sektoralen Puffers für Wohnimmobilienkredite sind ...


    1.) Die Kalkulation der bisher schon ausgereichten Wohnimmobilienfinanzierungen kann die nachträgliche Belastung nicht berücksichtigen. [...]
    2.) [...] Aufgrund der Wettbewerbssituation ist anzunehmen, dass die Weitergabe der Kosten kaum durchsetzbar ist.
    3.) Die Begründung [...] ist für Bestandskredite nicht passend und die Maßnahme nicht verhältnismäßig [...] ist nicht zielgenau und treffend und verfehlt damit das Wirkziel der Maßnahme.


    ... und die Forderungen an die BaFin lauten ...


    4.) Die Ergebnisse des Wohnimmobilienstresstests [...] sollten veröffentlicht werden.
    5.) Die Doppelunterlegung von Risiken muss vermieden werden.
    6.) Der sektorale Systemrisikopuffer sollte schrittweise eingeführt werden.
    7.) Der sektorale Systemrisikopuffer sollte nur für das Neugeschäft gelten.
    8.) Andernfalls sollte risikoloses Geschäft mit einem Beleihungsauslauf bis max. 60% ausgenommen werden.
    9.) Darlehen der sozialen Wohnraumförderung sowie Kredite an kommunale und genossenschaftliche Wohnungsbauunternehmen sollten [...] ausgenommen werden.



    Fassen wir zusammen:


    A) Die Banken glauben nicht an die passgenaue Wirksamkeit eines neuen Mittels zur Vermeidung eines möglichen Risikos in der Zukunft auf Basis eines Stresstest den sie nicht kennen. (Ein paar Vokabeln ausgestauscht und man hätte den Satz auch im Corona-Thread posten können.)


    B) Die Banken versuchen zu retten was zu retten ist und beziehen mit ihren Aussagen eine stark gegenläufige Position, lassen aber in ihren Forderungen eine gewisse Kompromissbereitschaft durchblicken.


    C) Zukünftig sind Wohnimmobilienfinanzierungen wahrscheinlich nur noch dann "günstiger" zu haben, wenn die Immo mit maximal 60% beliehen wird oder man sozial geförderte Wohnungen baut.

    Unabhängigkeit Californiens ... derartige Gedanken kamen zu der damaligen Zeit auch schon in den Bundesstaaten Texas, Florida und New York auf. Auslöser war damals die "Unabhängigkeitserklärung" von Lakotah ein paar Jahre zuvor.


    Nur Californien und Texas hätten ausreichend BIP und potentielle Unterstützer dafür gehabt ... wurde aber nie richtig angegangen.


    Irgendwo hatte ich damals gelesen, dass Californien auf Grund der wirtschaftlichen Größe bei den G8 theoretisch hätte mitmachen können.

    Zitat

    [...] Sachwertbesitzer kamen am besten weg. [...]

    Ich würde nicht pauschalisieren. Man musste zum Einen Netto-Sachwerteigentümer sein (und nicht nur knapp) und zum Anderen kam es auf die Art des Sachwertes an (Aktien, Immo, Gold, etc.)

    [...]
    Bei Baujahr 1984 gehe ich aber mal von Radiatoren (Heizkörper) aus und diese benötigen eine wesentlich höhere Vorlauftemperatur des Heizwassers. Während die Fussbodenheizung ab etwa 23°C stabil läuft, brauchen die Radiatoren mind. 45°C!
    Dies schaffen Wärmepumpen bei tiefen Temperaturen nur mittels einer direkten elektrischen Zuheizung (Heizstab), was die Rechnung der Wärmepumpe schnell ad absurdum führt und hohe Stromkosten verursacht. [...]

    Ich würde mich da grad gerne mal dran hängen. Mittlerweile gibt es für "Heizkörperheizer" Hochtemperatur-WP. Klar benötigen die mehr Energie als eine normale WP ... aber sind die auch nix?


    Ich werde in ein paar Jahren bei einem MFH (BJ Ende 1970er) die Ölheizung (mit kleiner Photothermieunterstützung) austauschen müssen. Gas ist wirtschaftlich unattraktiv, wegen sehr langem notwendigen unterirdischen Zuleitungsweg (~25m), Fernwärme gibt es nicht - blieb also eine neue Ölheizung oder irgendwas mit Strom, also WP.


    Was die Ölheizung für mich unattraktiv macht sind Punkte wie: quasi-Ölheizungsverbot ab 2026, CO2-Abgabe und die Verteilung Vermieter/Mieter, Einführung Teilwarmmiete, Novelle der Heizkostenverordnung, EU-Zwangssanierungsprogramm, etc.
    Deshalb dachte ich, könnte eine Hochtemperatur-WP ggf. eine bessere (Vermieter-)Lösung sein - zumal es bis zu 50% Förderung gäbe. Ggf. Anschluss an bestehende Photothermie wenn zulässig und noch funktional. Photovoltaik mit Speicher ist bei einem Vermietungsobjekt weniger sinnvoll, da die Investition wohl größtenteils unter Instandhaltung fällt und nur Teile über eine Mieterhöhung steuerpflichtig reingeholt werden können, während die im Vergleich höheren Stromkosten als Durchlaufposten über die Betriebskosten wieder reingeholt werden können.


    Über ein kurzes Feedback zu Hochtemperatur-WP würde ich mich sehr freuen.