Moin all,
die Ausgangsfrage "Ansturm oder nicht?" beantworte ich mir regelmäßig mit dem Vergleich des Spreads beim Krügerrand.
Dieser Wert wird zweimal am Tag festgestellt und steht aktuell bei 70,60 (1107 ~ 1177,60). Zu finden ist er auf der NTV-Tafel 303 direkt unter dem Goldspotwert. Kurz vor dem Jahresende lag der Spread bei 66 - 67 und nach meiner Erinnerung in Zeiten der Krise auch schon einmal bei über 80.
Leider weiß ich nicht, wie bzw. wo man an eine vergleichende Aufstellung des Spreads kommt, denn um das regelmäßig selber nachzuhalten, fehlt mir die Zeit.
Ein interessanter Beobachtungsansatz für die Marktsituation für physische Stücke - hat mich zum Nachdenken angeregt.
Da sich jedoch zwei Variablen verändern können, kann die rein nominale Differenz zwischen Ankaufspreis (AKP) und Verkaufspreis (VKP) nicht als Indikator für die Situation beim Händler herangezogen werden.
Wenn die Nachfrage steigt, dann wird der Aufschlag zum Spot steigen und somit die Differenz zwischen AKP und VKP. Jedoch wird zeitverzögert auch der AKP steigen, wenn die Nachfrage ein bestimmtes Maß übersteigt und der Händler vom Sekundärmarkt Nachschub benötigt bzw. zusätzlich nachfragt - also wird die Differenz zwischen AKP und VKP wieder etwas geringer werden.
Bei sinkender Nachfrage, wird der AKP noch vor dem VKP fallen und die Differenz wieder größer werden, da der Nachschub vom Primärmarkt ausreichend ist. Erst wenn auch die Kundennachfrage sinkt, wird auch der VKP sich wieder reduzieren und die Differenz kleiner werden.
Hinzu kommt, dass man die Differenzen in Prozent und nicht in Nominale rechnen sollte, damit das Ganze auch Preislevel unabhängig ist. Jedoch gilt es immer zwei Differenzen (AKP-Spot und VKP-Spot) zu betrachten und nicht nur eine Differenz (AKP-VKP). Diese zwei berechneten Differenzen kann man als Faktoren verwenden, um daraus wiederum einen Nachfrageindikator zu berechnen.
Faktor 1: VKP/Spot = "Aufschlag" ; je größer der Wert, desto mehr Nachfrage (seitens der Kunden vom Händler)
Faktor 2: AKP/Spot = "Abschlag" ; je größer der Wert, desto mehr Nachfrage (seitens der Händler vom Kunden)
Indikator: Faktor 1 x Faktor 2 x 100 ; (ggf. kann man auch die Faktoren noch unterschiedlich gewichten)
Fiktives Beispiel:
AKP 1120 , Spot 1150 , VKP 1200
Indikator = (1200/1150) x (1120/1150) x 100 = 101,6257
Ein anderer schon öfter gesehener Ansatz: Man rechnet lediglich VKP/AKP, dann wirkt eine Nachfrageerhöhung des Händlers (Steigerung des AKP, bei gleichbelibendem Spot und VKP) jedoch indikatorsenkend - also negative Wirkung.
z.B. AKP steigt stark von 1120 auf 1140
1200/1120 x 100 = 107,1429 verändert sich zu 1200/1120 x 100 = 105,2632
Bei obiger Rechnung wirkt die erhöhte Nachfrage der Händler am Sekundärmarkt ebenfalls Indikator erhöhend - also positive Wirkung
(1200/1150) x (1140/1150) x 100 = 103,4405 (vs. 101,6257)
Zahlenreihen habe ich keine und ansonsten war das jetzt erstmal ein spontaner Gedankengang ins Blaue.