Zum Thema:
Nebelparder, Du hast Dich da wahrlich in etwas verrannt. Du redest von parasitären Eliten, von bedingungslosen Spitzeneinkommen, von Betrug, ich glaube auch irgendwo von Versklavung, von Taschenspielertricks, von Ausbeutung, etc. etc. Da schwingt sehr viel Wut in Deinen Beiträgen mit.
Kannst Du Deine Behauptung, dass für Zinsen das Geld fehle und man deswegen zur Aufnahme neuer Schulden gezwungen sei, einmal dezidiert begründen, anstatt diese Behauptung nur fortwährend zu wiederholen?
Du schreibst z.B.:
Zitat von Nebelparder
Damit die Geldmenge wächst, muss zuvor aufgeschuldet werden, um den fehlenden Zinsanteil begleichen zu können. Jetzt fehlt aber schon wieder das Geld für den Zinsanteil dieses Kredits. (Zinseszinseffekt) Selbst wenn die Einnahmen dadurch stets steigen, reichen sie dennoch nie aus, um die jeweilige Höhe der aktuellen Rechnung damit zu begleichen
Das ist schlichtweg falsch. Das Zinssystem ist ein in sich geschlossenes System. Zinsen die gezahlt werden, werden an anderer Stelle eingenommen. Ob die Basis (z.B. M3), auf die Zinsen gezahlt werden, groß oder klein ist, ändert an dieser Tatsache eines geschlossenen Systems nichts. Ich habe unsere Geldnachfrager bewusst in die drei Gruppen Staat, Private und Unternehmen untergliedert, weil der Staat eine Sonderfunktion einnimmt. Wie bereits erklärt, verschuldet sich der Staat u.a. direkt bei der Notenbank, die wiederum dem Staat gehört. Sämtliche Zinszahlungen von Staat an Notenbank fließen über die Gewinnausschüttung zurück an den Staat (die Überkreuzverzahnung mit Privaten und Unternehmen durch Gehälter und eingekauften Dienstleistungen einmal ignoriert). Dieser "linke Tasche, rechte Tasche" Geldfluss ist selbstverständlich unabhängig von der Höhe der Kredite. Hier ist es daher auch am sichtbarsten, dass es eben keinen Zwang zu neuen Schulden gibt, nur um die Zinsen auf bestehende Schulden zu bedienen. Jeder Euro, der als Zins an die Notenbank gezahlt wird, kommt am Jahresende als Gewinnausschüttung zurück.
Bei den Privaten und den Unternehmen ist dieser Geldfluss natürlich komplexer, da die Zinsen, die eine Bank einnimmt und als Gewinn wieder ausschüttet, an ihre Aktionäre oder Anteilseigner zurückfließen und sich diese Gruppe der Anteilseigner (bekommen Zinsen) von der Gruppe der Kreditnehmer (zahlen Zinsen) regelmäßig unterscheidet. Anders als beim Staat ist der Rückfluss der Zinsen also nicht direkt, sondern in den allermeisten Fällen hochkomplex indirekt über etliche vorgelagerte Geldflüsse (A handelt mit A1, A1 handelt mit A2, A2 handelt mit An, An handelt mit A1). Zweifellos ist die Gruppe der Privaten und der Unternehmen dabei dermaßen heterogen, dass diese Handelsketten in Einzelfällen extrem kurz, in anderen extrem lang sind. Das Geld kann aber ohne Schuldentilgung nicht aus dem System verschwinden, die Zinsen können nicht ohne Schuldentilgung aus dem System verschwinden. Sie zirkulieren in der Wirtschaft und wandern, wie Güter auch, von (Geld)Anbietern zu (Geld)Nachfragern. Es ist also völlig unmöglich, dass in der aggregierten Betrachtung die Summe aller Wirtschaftssubjekte Zinsen abführt, die nicht wieder an die Summe aller Wirtschaftssubjekte in exakt gleicher Höhe zurückfließen und sie so gezwungen wären, die verschwundenen Zinsen als neue Schulden aufzunehmen.
Du bist da einem Irrtum aufgesessen, aus dem Du scheinbar entweder Dein Weltbild der "verhassten, parasitären Eliten, ihrer bedingungslosen Spitzeneinkommen und Ihrer Ausbeutung" an Deinesgleichen ableitest, oder das sehr gut zu Deinem auf anderem Wege geschaffenem o.g. Weltbild passt und daher nicht ausreichend kritisch hinterfragt wird. Faszinierend aber auch erschreckend.
GG