Bis jetzt hast du jedoch rein gar nichts klargestellt und auch nichts korrigiert.
Doch, siehe oben. Ich gehe die Punkte Stück für Stück durch. Und ich starte auch nicht zu spät, sondern bei Deinem ersten Posting hierzu.
Ich würde mir wünschen, dass sich dieser Faden zu einem offenen Informationsaustausch samt Diskussion darum entwickelt, nicht nur wie unser Geldsystem heute funktioniert, sondern auch welche Alternativen zu welchen Vor- und Nachteilen neigen, wie ein ggf. besseres Geldsystem aussehen könnte und welche Interessen diese Entwicklung wahrscheinlich fördern oder eben behindern. Dazu gehört sicherlich auch, die mächtige FED, ihre Eigentümer, Strippenzieher und allgemein ihre Akzeptanz besser zu beleuchten. Aber gerne anhand von Fakten. Ich will gerne beitragen aber sicherlich nicht die Wahrheit für mich beanspruchen oder alleine hier schreiben.
Da das ganze Thema aber von Dir, Nebelparder - ein wenig aus der eigentlichen Diskussion um die Funktionsweise von Hebelzertifikaten herausgerissen - mit viel Kritik am Status Quo gestartet wurde, müssen wir uns mit dieser Kritik auch auseinandersetzen.
Und zu aller erst hast Du den Vorwurf erhoben, dass Banken die Geldmenge durch Kreditvergabe erhöhen und dafür Zinsen verlangen. Also starte ich genau an dieser Stelle: Ist es in Ordnung, dass
- die Geldmenge überhaupt erhöht wird, dass
- dies die Banken übernehmen und dass
- dafür ein Zins verlangt wird.
Du behauptest: NEIN zu #1-3 und begründest dies mit dem oben zitierten Vergleich, dass andere für ihr Geld "hart arbeiten" müssten, während die Banken sich Geld "aus dem Nichts" erzeugten. Klingt nach Stammtisch und erstmal gemein, deswegen habe ich den Fehler in diesem Vergleich von Dir oben erklärt.
Aber einen Schritt zurück.
Frage #1: Brauchen wir eine stetig wachsende und nur in gewissen Krisen kurzfristig sinkende Geldmenge oder sollte die Geldmenge immer konstant sein?
Alle akademische Forschung hierzu und alle bisherigen Beobachtungen kommen zu dem Schluss, dass bei konstanter Geldmenge die zwingend folgende Deflation Wohlstand vernichtet statt zu mehren. Die Antwort auf #1 kann also nur JA lauten.
Frage #2: Soll diese Aufgabe (auch - neben den Zentralbanken und staatlichen Banken) von privaten Banken übernommen werden?
Darüber lässt sich freilich streiten. Alternativ könnte auch der Staat - wie in allen anderen Bereichen auch - diese Aufgabe wahrnehmen und die Wertschöpfung selbst abgreifen. Aber warum? Zu welchem Vorteil? Open for discussion.
Frage #3: Ist für die Gelderschaffung ein Zins nötig und gerechtfertigt?
Der Zins setzt sich in der heutigen Welt aus 3 Komponenten zusammen:
- Komponente 1 zur Deckung der mit der Kreditvergabe verbundenen Kosten,
- Komponente 2 zur Deckung der mit der Kreditvergabe einhergehenden Kreditausfallrisiken und
- Komponente 3 zur Erwirtschaftung von Gewinn, der den Aufwand (#1) und das Risiko (#2) rechtfertig
Ich kann nicht sehen, wie irgendwer - außer der Staat oder eine wohltätige Organisation - auf Komponente 3 verzichtet und sich aus nur idealistischen Gründen der Arbeit und dem Risiko aus #1 und #2 aussetzt. Damit muss die Antwort lauten: Ja und zwar in aktueller Höhe oder JA aber um Komponente 3 reduziert und vom Staat zu Eigenkosten übernommen.
Ohne Zins entstünden also der Bank oder dem Staat Kosten und Risiken die keine Bank tragen würde und der Staat völlig zu unrecht auf die nicht Kredit-nachfragende Allgemeinheit umlegen würde. Das kann es also nicht sein.
Um diese 3 Fragen kommen wir nicht herum, wenn wir über Legitimation und Nutzen von Geldmengensteuerung und Zinsen diskutieren.
GG