Beiträge von ghost_god

    @Nebelparder,


    Du machst es Dir sehr leicht wenn Du auf konkrete Erwiderung zu Deinen Aussagen nicht eingehst und alle paar Postings die Pauschalaussage wiederholst, ich würde die Dinge nicht verstehen und falsche Ansätze wählen. Wenn wir sachlich diskutieren wollen, müssen wir schon gegenseitig auf die Argumente des anderen eingehen.


    Deine Aussage unten, es brauche kein Geldmengenwachstum wenn man nur auf ein Schuldgeldsystem verzichte und meine Erwiderung. Kannst Du darauf bitte eingehen und meine Fragen #1 und #2 beantworten, die die Probleme in Deinem Wunschszenario beschreiben?

    copy paste.... Bleibt wohl dabei, dass Du der sachlichen Diskussion aus dem Weg gehst?

    Nehme es mir an dieser Stelle mal nicht übel...mich interessieren mich an dieser Stelle nur 3 Sachen
    a) wie nutze ich persönlich diese Konstellationen aus



    Tut

    Hi Tut,


    Die Mehrheit fährt ihren Verschuldungsgrad hoch und investiert das billige Fremdkapital in höherrentierende Anlagen wie Aktien oder Immobilien oder im weiteren Sinne auch Kunst, Oldtimer oder - wenn wir Rendite nicht nur monetär sehen - auch privater Konsum.


    Das Ergebnis sehen wir ja und ist hinlänglich bekannt. Inflation in den Anlagegütern. Dass die anziehenden Preise bei Großstadtimmobilien eine Wohnungsnot verursachen und die Politik im bösen Vermieter den Schuldigen ausmacht und mit Mietpreisbremsen, Gedankenspielen zur Wiedereinführung der Grundsteuer C (um Bauen anzuregen) und staatlichem Wohnungsbau gegenzulenken versucht, ändert nichts daran, dass der Staat selbst mit seiner Zinspolitik für all das die Verantwortung trägt.


    Aber wir schweifen ab...:-)

    Wie brauchen ein robustes Geldsystem.Im Sinne von Thomas Mayer
    "Wir brauchen ein 100 % gedecktes Geld
    Banken sollte die private Geldschöpfung untersagt werden."


    01:09:41 Die Reform des Geldwesens

    Nicco, das funktioniert aber auch nur solange, bis irgendeine künftige Regierung die Regeln ändert und mehr Geldschöpfung und mehr Wahlgeschenke ermöglicht. War immer so in unser Geschichte...


    Jedes auf Dauer angelegte Geldsystem wird sich irgendwann den Begehrlichkeiten die Volk und Regierung zuweilen haben, ergeben müssen.

    Hi Tut,


    Der Punkt, den Du aufgreifst, schließt an das beschriebene Dilemma aus zu wohltätigen Regierungen nahtlos an... Wenn die Staatsverschuldung ausufert und der Kapitalmarkt das Vertrauen an die Rückzahlfähigkeit des Staates verliert, steigen die Risikoaufschläge (= Zinsen, zu denen der Staat sich refinanziert) und er rutscht immer schneller in immer tiefere Schulden. Diesem Problem sah man sich bekanntlich in diversen Ländern gegenüber, insb. in Europa.


    3 Möglichkeiten für die Staaten:


    1. Man senkt seine Kosten und erhöht die Einnahmen und von den Überschüssen werden Schulden reduziert und vor allem Vertrauen in das eigene Wirtschaften am Kapitalmarkt zurück verdient. Ist unpopulär beim Wähler... weniger Sozialstaat, höhere Steuern kommen selten gut an und man wird nicht wiedergewählt.
    2. Man erklärt den Staatsbankrott und fängt neu an. Da neben ausländischen Investoren i.A. auch das eigene Volk die Staatsschulden finanziert, kommt auch das nicht gut beim Wähler an.
    3. Man senkt die Zinsen künstlich über die Notenbank(en) und hält die Zinsen über viele Jahre künstlich unter der Inflationsrate. Ergebnis: Guthaben und Schulden werden schleichend Jahr für Jahr real entwertet. Ist für die Sparer auch nicht schön, man sieht es aber nicht so abrupt wie Maßnahmen #1 und #2.


    Für #3 hat man sich bekanntlich entschieden.

    Hi Nicco,


    Das wird sich m.E. nie verhindern lassen. Und war bisher auch noch nie anders. Dass die Banken gerettet werden mussten liegt ganz pragmatisch betrachtet ja daran, dass zu viele Schuldner ihre Schulden nicht mehr bedienen konnten und sich in den Bilanzen zu viele "faule Kredite" auftürmten. Da kann man das schlechte Risikomanagement oder besonders riskante Geschäftsmodelle (Hypo Real Estate) oder sicher auch Fehlentscheidungen (div. Landesbanken) kritisieren aber der Kern der Ausfälle sind immer die Schuldner die nicht mehr zahlen.


    Lass uns doch mal betrachten, wie die Banken gerettet wurden... das ist m.E. lehrreich:


    1. Direkte Rettungsgelder an die Bank in Form von Bürgschaften, Beteiligungen, etc (in Summe X Euro)
    2. Aufkauf diverser europäischer Staatsanleihen durch die EZB, um den Anleihezins künstlich unten zu halten (in Summe ein sehr großes Vielfaches von X Euro)


    Kostenpunkt #2 und dessen schiere Größe im Vergleich zu #1 (habe keine Zahlen zur Hand) verdeutlicht, wer hinter der ganzen Misere steckt. Primär die Staaten und ihre Regierungen in dem altbekannten Streben nach Machterhalt und den dafür über Jahrzehnte genehmigten Wohltaten für das Wahlvolk, das unbewusst seit langem über seine Verhältnisse lebt - auf Kosten irgendeiner künftigen Generation, die ganz plötzlich durch den Kollaps und Währungsreform um all ihre Ersparnisse gebracht wird.

    Leider fehlt jedoch das Geld für den Zinsanteil, der bei Kreditvergabe nicht mit erschaffen wurde.


    Aus diesem Grund muss stets aufgeschuldet werden.


    Und genau darum geht es. Eine Rückzahlung der Schulden ist doch überhaupt nicht gewollt. Der "Fehler", der zur zwangsläufigen Aufschuldung führt, ist pure Absicht. Er garantiert durch Zinstranfers die Umverteilung von fleißig nach dreist.


    Natürlich ist eine Rückzahlung aller Schulden nicht gewollt. Du stellst das als schlimm dar. Warum? Dass unser Geldsystem eine völlige aggregierte Rückzahlung nicht vorsieht ist das eine - das ist Dein Kritikpunkt - dass es zur Rückzahlung aller Schulden aber nicht nur die theoretische Möglichkeit im Geldsystem bräuchte, sondern vor allem auch den Willen aller (!) Schuldner ist doch viel entscheidender. Dieser Wille war noch nie in der Geschichte auch nur bei einer Mehrheit, geschweige denn bei allen Schuldnern, vorhanden. Was stört es Dich dann, dass eine Rückzahlung aller Schulden, die keiner will, technisch auch nicht vorgesehen ist?


    Bedenke bitte: Der einzelne kann alle seine Schulden tilgen, keiner ist also in seinem Tun und Handeln eingeschränkt.


    Wer sind in unserem Geldsystem nun die aggregierten Schuldner und Gläubiger? Schuldner sind an erster Stelle die Staaten und danach die Unternehmen. Gläubiger sind im Mittel die Privaten (direkt über Einlagen und Anleihen oder indirekt über Lebensversicherungen, Rentenansprüche, etc). Die Staaten haben kein Interesse an Rückzahlung ihrer Schulden - sie wollen mit ihrem Beitrag zur Geldmengenausweitung Schritt halten mit dem Wirtschaftswachstum und Deflation verhindern. Die Unternehmen streben nach Rendite und die allermeisten sind über ihre gesamte Lebenszeit daran interessiert, einen bestimmten Schuldengrad aufrechtzuerhalten, da sie über den Hebeleffekt aus investiertem Eigen- und Fremdkapital bei Projektrenditen > Zinskosten am Ende mehr in der Tasche haben als ohne Verschuldung. Die Welt da draußen will also gar nicht tilgen, während Du dem System vorwirfst, denen in der Welt diese theoretische Möglichkeit zu verwehren.

    @Nebelparder,


    Du machst es Dir sehr leicht wenn Du auf konkrete Erwiderung zu Deinen Aussagen nicht eingehst und alle paar Postings die Pauschalaussage wiederholst, ich würde die Dinge nicht verstehen und falsche Ansätze wählen. Wenn wir sachlich diskutieren wollen, müssen wir schon gegenseitig auf die Argumente des anderen eingehen.


    Deine Aussage unten, es brauche kein Geldmengenwachstum wenn man nur auf ein Schuldgeldsystem verzichte und meine Erwiderung. Kannst Du darauf bitte eingehen und meine Fragen #1 und #2 beantworten, die die Probleme in Deinem Wunschszenario beschreiben?




    Eine Bitte an Dich, Nebelparder,


    Du schreibst etwas und editierst Deine Beiträge regelmäßig noch Stunden später durch Hinzufügung ganzer Passagen. Das Editieren hilft sicherlich um Tippfehler zu korrigieren aber wenn Du Stunden später ganze Passagen einfügst, leidet jeder Diskussionsfaden. Du schreibst, jemand erwidert und Du ergänzt rückwirkend. Nicht bös gemeint, aber das ist ein wenig wie "Schummeln" ;)


    Z.B. Dein Beitrag #8... locker 10 Zeilen 2 Stunden später ergänzt.

    Hi Tut,


    Ich persönlich neige dazu - und das ist nicht immer angenehm - hinter jedem (!) Geschäft das Gewinnstreben des Gegenübers zu sehen und oft sind mir die Gewinne zu hoch eingepreist, als dass ich bereit wäre, den aufgerufenen Preis zu bezahlen. Das gilt für Bankdienstleistungen genauso wie für Energieversorger, Eisverkäufer, Handwerksbetriebe, Klamottenläden oder Versicherungen. Bei einigen kaufe ich gerne und oft - auch wenn sie teurer sind als die Onlinekonkurrenz aber sich bescheiden in den Gewinnen geben, andere meide ich.


    Jetzt das berühmte Asterix * über alle Beispiele oben: Gemeint sind nicht die Arbeitnehmer, sondern die Unternehmer.

    Ich hoffe zutiefst, dass wir von der Bargeldabschaffung verschont bleiben.


    Im übrigen gefällt mir auch diverses an unserem Geldsystem nicht. Ich bin aber der Auffassung, dass keine Innovation der Welt in der Lage ist, die Willkür, das Machtstreben und die Übervorteilung heutiger Generationen auf Kosten künftiger durch Regierungen auszuschließen. Man kann nur immer hoffen, dass unsere Regierungen ethisch statt egoistisch handeln. Ansonsten ist jede Restriktion zu ausufernder statt gesunder Geldmehrung, sei es eine heutige oder eine durch tolle Innovationen, nur solange gültig bis sie außer Kraft gesetzt wird.

    Von welchem Risiko der Banken sprichst du eigtl.?
    Von dem Risiko, dass die Bank vor dem Untergang wiederum vom Steuerzahler gerettet wird.
    Von dem Risiko, dass ein "normaler" Arbeiter sowieso keinen Kredit in entsprechender Höhe bekommt, wenn er nicht entsprechende Sicherheiten hat bzw. mit dem Geld schafft.


    Auf dem Weg zur staatlichen Bankenrettung gingen viele Banken insolvent. Auf Kosten der Eigentümer und Mitarbeiter. Dieses Risiko besteht, bestand und wurde zu Unrecht - von Dir richtig angemerkt - vorübergehend staatlich außer Kraft gesetzt.


    Was wären aber die Alternativen gewesen? Wenn die Banken scharenweise pleite gegangen wären, wären auch die Einlagen weg. Gleiches Problem bei den Staaten und ihren Anleihen, die sich mit 90% Investitionsgrad bei Versicherungen befinden. Das System ist sehr verzahnt und die flächendeckende Bankenpleite hätte auch alle Lebensversicherungen, Bausparverträge und sowieso die Sichteinlagen ausradiert. Und das nicht national, sondern ohne irgendwelches staatliches Eingreifen weltweit. Jedem von uns ginge es in diesem Szenario heute schlechter als stand heute.


    Aber bitte nicht falsch verstehen. Die Banken sind zu hohe Risiken eingegangen. Die Schuldner aber genauso. Bei beiden war es Gier und das Ausblenden bekannter Risiken.

    Lieber Gerisev,


    Die Bank erschafft Geld und tritt als Anbieter auf, damit ein Unternehmen oder eine Privatperson Geld zur freien Verwendung in ihre Verfügungsgewalt bekommt - und damit als Nachfrager auftritt. Dieses Geld, das durch den Kredit neu erschaffen wurde, verschwindet auch wieder mit Rückzahlung des Kredites. Die Bank hat zu keinem Zeitpunkt für sich selbst und zur eigenen freien Verwendung Geld geschaffen, wie bei Nebelparders Vergleich der Eindruck entstand.


    Diese Schaffung von Geld für andere möchte ich gerne abgegrenzt wissen von jeder Einzelpersons und jeder Unternehmens Freiheit, durch Arbeit oder Investition bereits zirkulierendes Geld für sich und zur eigenen freien Verwendung zu verdienen.


    Das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Die Nebelparder als gleichbedeutend vermischt hat und daraus den Vorwurf erhob, Banken müssten für das erschaffene Geld nicht arbeiten, alle anderen schon.


    GG

    Stück für Stück…



    Du setzt viel zu spät an! Deine Argumentation ist dann zwar richtig, aber vollkommen irrelevant!
    Die ständig wachsende Geldmenge braucht kein Mensch! Sie ist lediglich die Folge des verzinsten Schuldgeldsystems. […] Es fehlt das Geld für die Rückzahlung des Zinsanteils und damit kommt es zu Kreditausfällen. Es fehlt Geld, die Wirtschaft schrumpft.


    Kurz vorab: Vergleiche über 7 Zeilen wie kaltes Wasser und Schnupfen, nur um die Begriffe Ursache und Wirkung zu veranschaulichen, braucht hier m.E. niemand sondern Du kannst davon ausgehen, dass 99% der Leser in diesem Forum, auch ich für meinen Teil, die Bedeutung dieser Worte kennen ;)


    Gehen wir also zurück und spielen gedanklich die Situation durch, in der eine fixe Geldmenge in der Welt zirkuliert und jeder Kredit nur vergeben werden kann, wenn der Kreditgeber das entsprechende Geld dazu besitzt. Dann sind wir an Deinem Argumentationsursprung ohne Schuldgeldsystem und nach Deinen Worten bräuchte es dann keine wachsende Geldmenge.


    Zwei Probleme ergeben sich:

    1. Warum würde jemand sein Geld verleihen, wenn er für die Beurteilung der Bonität des Schuldners (Recherche = Arbeit) und das Ausfallrisiko (Risiko) nicht zumindest neutral entschädigt wird aber eigentlich über die Neutralität hinaus auch etwas davon hätte? Bereits um indifferent zu sein braucht er einen Zins. Damit es zu mehr als "außer Spesen nix gewesen" reicht, muss der Zins noch etwas höher sein. Das heist Du kommst in Deinem System auch wieder nicht ohne Zinsen aus. Woher sollen aber die Zinsen kommen, wenn die Geldmenge doch fix ist? Damit verstärkst Du das von Dir selbst kritisierte Problem, dass in der Gesamtheit nicht genug Geld für all die Zinsen und Zinseszinsen zirkuliert.
    2. Was passiert mit den Güterpreisen wenn immer mehr Güter produziert werden? Wie kommst Du auf die Idee, dass in einem solchen System fixer Geldmenge und ohne fractional reserve banking die Güterpreise nicht fallen, obwohl der fixen Geldmenge eine wachsende Gütermenge gegenübersteht? Glaubst Du allen ernstes, dass die Mengen nur deswegen arbeiten und Güter gewinnstrebend produzieren, um ihre Kredite zu bedienen? Das ist selbstverständlich falsch. Nicht alle Menschen aber viele streben in ihrem Handeln nach mehr Wohlstand für sich und ihre Familie. Also arbeiten sie, produzieren Güter und Dienstleistungen und das mehr und mehr und mehr. Willst Du dieses Streben gesetzlich unterbinden? Denn anders wirst Du die Deflation nicht aufhalten in Deinem System fixer Geldmenge - ja auch ohne Schuldgeldsystem.

    @ghost_god , Ich gehe davon aus , daß Du im Dienste der Kapital-und Bankenwelt unterwegs bist/warst , ohne es von vorneherein zu verurteilen - ich war da auch zuhause !
    :) Caldera


    Genau, ich habe in London als commodity broker und im sales einer Investment Bank gearbeitet. Gibt vieles das ich aus diesen Kreisen kritisiere aber ein Zins für Kredit ist es nicht. ;)

    Bis jetzt hast du jedoch rein gar nichts klargestellt und auch nichts korrigiert.

    Doch, siehe oben. Ich gehe die Punkte Stück für Stück durch. Und ich starte auch nicht zu spät, sondern bei Deinem ersten Posting hierzu.


    Ich würde mir wünschen, dass sich dieser Faden zu einem offenen Informationsaustausch samt Diskussion darum entwickelt, nicht nur wie unser Geldsystem heute funktioniert, sondern auch welche Alternativen zu welchen Vor- und Nachteilen neigen, wie ein ggf. besseres Geldsystem aussehen könnte und welche Interessen diese Entwicklung wahrscheinlich fördern oder eben behindern. Dazu gehört sicherlich auch, die mächtige FED, ihre Eigentümer, Strippenzieher und allgemein ihre Akzeptanz besser zu beleuchten. Aber gerne anhand von Fakten. Ich will gerne beitragen aber sicherlich nicht die Wahrheit für mich beanspruchen oder alleine hier schreiben.


    Da das ganze Thema aber von Dir, Nebelparder - ein wenig aus der eigentlichen Diskussion um die Funktionsweise von Hebelzertifikaten herausgerissen - mit viel Kritik am Status Quo gestartet wurde, müssen wir uns mit dieser Kritik auch auseinandersetzen.


    Und zu aller erst hast Du den Vorwurf erhoben, dass Banken die Geldmenge durch Kreditvergabe erhöhen und dafür Zinsen verlangen. Also starte ich genau an dieser Stelle: Ist es in Ordnung, dass


    1. die Geldmenge überhaupt erhöht wird, dass
    2. dies die Banken übernehmen und dass
    3. dafür ein Zins verlangt wird.

    Du behauptest: NEIN zu #1-3 und begründest dies mit dem oben zitierten Vergleich, dass andere für ihr Geld "hart arbeiten" müssten, während die Banken sich Geld "aus dem Nichts" erzeugten. Klingt nach Stammtisch und erstmal gemein, deswegen habe ich den Fehler in diesem Vergleich von Dir oben erklärt.


    Aber einen Schritt zurück.


    Frage #1: Brauchen wir eine stetig wachsende und nur in gewissen Krisen kurzfristig sinkende Geldmenge oder sollte die Geldmenge immer konstant sein?


    Alle akademische Forschung hierzu und alle bisherigen Beobachtungen kommen zu dem Schluss, dass bei konstanter Geldmenge die zwingend folgende Deflation Wohlstand vernichtet statt zu mehren. Die Antwort auf #1 kann also nur JA lauten.


    Frage #2: Soll diese Aufgabe (auch - neben den Zentralbanken und staatlichen Banken) von privaten Banken übernommen werden?


    Darüber lässt sich freilich streiten. Alternativ könnte auch der Staat - wie in allen anderen Bereichen auch - diese Aufgabe wahrnehmen und die Wertschöpfung selbst abgreifen. Aber warum? Zu welchem Vorteil? Open for discussion.


    Frage #3: Ist für die Gelderschaffung ein Zins nötig und gerechtfertigt?


    Der Zins setzt sich in der heutigen Welt aus 3 Komponenten zusammen:

    1. Komponente 1 zur Deckung der mit der Kreditvergabe verbundenen Kosten,
    2. Komponente 2 zur Deckung der mit der Kreditvergabe einhergehenden Kreditausfallrisiken und
    3. Komponente 3 zur Erwirtschaftung von Gewinn, der den Aufwand (#1) und das Risiko (#2) rechtfertig

    Ich kann nicht sehen, wie irgendwer - außer der Staat oder eine wohltätige Organisation - auf Komponente 3 verzichtet und sich aus nur idealistischen Gründen der Arbeit und dem Risiko aus #1 und #2 aussetzt. Damit muss die Antwort lauten: Ja und zwar in aktueller Höhe oder JA aber um Komponente 3 reduziert und vom Staat zu Eigenkosten übernommen.


    Ohne Zins entstünden also der Bank oder dem Staat Kosten und Risiken die keine Bank tragen würde und der Staat völlig zu unrecht auf die nicht Kredit-nachfragende Allgemeinheit umlegen würde. Das kann es also nicht sein.


    Um diese 3 Fragen kommen wir nicht herum, wenn wir über Legitimation und Nutzen von Geldmengensteuerung und Zinsen diskutieren.


    GG

    Lieber Nebelparder,


    Wenn Du Behauptungen in einem öffentlichen Forum aufstellst, musst Du leider damit leben, dass diese Behauptungen ggf. klargestellt und korrigiert werden. Das ist nicht persönlich sondern folgt einfach der Logik einer Diskussion.


    Du hast im anderen Faden sehr viel falsches behauptet und ich möchte diese Dinge richtigstellen. Das sei mir doch bitte erlaubt. Dass Du Dich nicht weiter zum Thema äußern möchtest ist völlig in Ordnung.


    Ich werde Deine Aussagen aber Stück für Stück hier durchgehen.


    GG

    Bevor wir über Richtung oder Falsch der Art und Weise diskutieren, wie Geld derzeit entsteht und wie es vielleicht besser praktiziert werden könnte, möchte ich noch einiges zu den Texten von Dir, Nebelparder, schreiben. Da Du viel geschrieben hast, kommt einiges zusammen aber ich starte mal mit Deinem ersten Beitrag, in dem Du auch gleich die Banken für ihr Handeln kritisierst:


    Während der Handwerker oder alle anderen in Deinem Beispiel eine echte Leistung erbringen also hart arbeiten, entsteht Geld bei den Geschäftbanken aus dem Nichts per Kreditvergabe, was dann als Bilanzverlängerung bezeichnet wird. Wo ist hier denn die erbrachte Leistung seitens der Bank, die dieses von Dir bezeichnete Gewinnstreben der Banken dann legitimieren würde?


    Hier haben wir gleich Deinen entscheidenden Denkfehler. Du vergleichst das Verdienen (!) von zirkulierendem Geld mit der Schaffung (!) von neuem Geld und schreibst, die arbeitende Bevölkerung müsse "hart arbeiten" für ihr Geld, während die Banken es sich aus dem Nichts erschaffen würden. Und das sei von den Banken nicht legitim, weil sie eben nicht hart dafür arbeiteten. Den Fehler müsstest Du beim Zweitlesen eigentlich selbst erkennen: Während die Banken Geld für die Allgemeinheit erschaffen, das dann der Allgemeinheit für ihre Wünsche und Zwecke dient, erwirtschaftet die arbeitende Bevölkerung mit harter Arbeit kein Geld für die Allgemeinheit (Steuern mal außen vor), sondern für sich und wieder für ihre eigenen Wünsche und Zwecke. Das sind also zunächst mal zwei völlig unterschiedliche Dinge. Der eine erschafft etwas für andere, der andere erarbeitet sich etwas für sich selbst.


    Dass dieses Erschaffen neuen Geldes zudem nicht per Fingerschnips passiert, sondern es dafür auch wieder Arbeit und Infrastruktur braucht, hatte ich im anderen Faden bereits erwähnt. Und immer wenn etwas Arbeit verursacht, wohnt dieser Arbeit das Recht inne, hierfür eine Gegenleistung (hier Zinsen) zu verlangen. Die Verwaltung rund um ein Kreditinstitut ist enorm und bindet gerade in Zeiten immer strengerer Regulierung eben auch enorme Arbeitskraft und Kapitalinvestitionen. Alles andere, als für Arbeit und Investition eine Bezahlung zu bekommen widerspräche den Grundprinzipien unseres Wirtschaftens und miteinander Lebens. Bitte nicht so tun als entstünde Geld ohne diese Arbeit.


    Weiteres später aber die Basis muss erstmal allen klar sein.

    Hallo zusammen,


    In einem anderen Faden ergab sich kürzlich eine Diskussion rund um das Thema Geldschöpfung und die Rolle und Aufgabe der wirkenden Banken. Da das Thema vom eigentlichen Diskussionsfaden abwich, stellten wir es auf Eis und wollten einen eigenen Thread dafür eröffnen. Ich möchte gerne einiges dazu schreiben und sehr gerne auch vieles dazu von euch lesen. Da ich lange Zeit in der Finanzbranche gearbeitet und Wirtschaftswissenschaften im In- und Finanzwirtschaft im Ausland studiert habe, besteht ein gewisses Fachwissen aber die Themenvielfalt ist so erschlagend groß und die Tätigkeiten wie in jeder Branche so hoch spezialisiert, dass ich kein Experte zu Geldtheorie und -Praxis bin aber wahrscheinlich vieles beitragen kann.


    Diese Woche uns insb. heute fehlt mir allerdings die Zeit, so dass mein Eingangspost hiermit enden soll und alles weitere in den kommenden Tagen und Wochen folgt.


    Ich freue mich auf die Diskussionen.


    GG