Beiträge von ghost_god

    Wenn Tollar es schon nicht fuer alle kopiert, dann uebernehme ich das eben ;)


    "US-Konjunktur setzt zum Höhenflug an


    Überraschend positive Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten nähren die Hoffnung auf eine schnellere Erholung der Konjunktur, als bislang erwartet. So legte nicht nur das viel beachtete Barometer für die Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes in der Schlüsselregion New York deutlich zu, auch die Einzelhandelsumsätze schnellten in die Höhe. Der Dax reagierte mit einem Ausschlag nach oben. (http://www.handelsblatt.com)"

    Bloss weil was im Internet steht ist es noch keinen Scheissdreck wert!! Erinnert mich sehr an die Arroganz gegenueber Peter Schiff in 2005/06. Er war damals ebenfalls ein kleines Licht, kaum jemand kannte ihn. Man fand seine Warnungen ebenfalls masslos ueberzogen. Seine Kritiker sind seit 2007 aber spurlos verschwunden.


    Bei 6 Milliarden Menschen auf dieser Erde waere es erstaunlich, wenn nicht immer mal ein paar dabei waeren, die schon aus reinem Zufall mit ihren Prognosen und Vorhersagen irgendwann mal recht behielten. Solche Eintagsfliegen dann zum Masstab fuer fachkundige Prognosen zu machen ist sicher der falsche Schluss...


    Sehr guter Beitrag. Schoen, zur Abwechslung mal so viel Logik und Sachlichkeit hier zu lesen.


    GG

    @ PrinzvonLinz (Martin)


    Ein voellig anderes Thema, aber gern. Ich wollte nur kurz klarstellen, dass mehr Geld im Normalfall sehr wohl mehr Lebensqualitaet bedeutet. Gibt immer Ausnahmen - ein Komapatient hat natuerlich wenig von 100 Mio Vermoegen.


    Du fragst, was man mit viel Geld tue, wenn das viele Geld (bzw. alle Investitionen die man damit getaetigt hat) eines Tages wertlos waeren. Zunaechst mal ein sehr (!) theoretischer Gedanke. Die wenigsten Millionaere werden ihr gesamtes Vermoegen in Geld halten, das u.U. einmal wertlos wird. Sie haben Immobilien, Ackerland, Aktien, etc. Und all das idealerweise nicht nur in Deutschland und Konten und Depots sind idealerweise ueber viele Banken gestreut. Laenderrisiken etc. werden so minimiert.


    Aber gut, wenn alles weg waere, dann ist's halt so. Dann lebt es sich nach dem Verlust sicherlich schlechter als vorher. Ja und? Umso besser, wenn man sich moeglichst lange einen moeglichst hohen Lebensstandard leisten kann. Oder wuerdest Du alles Gute als eben nicht gut abtun mit dem Argument, das Gute koennte ja eines Tages weg sein? Dann bring Dich noch heute um. Irgendwann ist das Leben doch auch vorbei... selbe Logik.


    Und produzierendes Gewerbe vs. Dienstleistung: Das siehst Du natuerlich falsch. Aber wozu die Muehe, dieses Stammtisch-Gerede zu widerlegen? Bringt eh nichts. Und auch die Stammtisch-Freunde kommen tagtaeglich zur Bank und wollen beraten werden oder fragen ihren Steuerberater nach Steuertips. Dienstleistung wird nachgefragt, ob man das nun wahrhaben will oder nicht.


    Dieser Thread zeigt doch ganz wunderbar, dass know how in wirtschaftlichen und finanztheoretischen Gebieten rar ist und dass es sich mit Wissensvorsprung leichter lebt. Warum also alles verteufeln, nur weil man selbst eher mit den Haenden arbeitet? Jedem das seine... der Banker braucht den Handwerker und der Handwerker den Banker.

    Sei dir da nicht so sicher. Eine große Position Lebensqualität ist es alleine schon, wenn ich Chef über mich selbst bin. Mich also als persönlch freien Menschen betrachten kann.
    Da sind wir uns doch sicherlich einig.


    z.B. mein heutiger Tag. 1 )aufstehen um 8.30 2) zum Frühstücken ins Kaffee 3 ) ins Fitnessstudio 4) leichte Kost im Bistro 5 ) Schläfchen bis 16.00 6 ) Börsen aktivitäten
    7) Fitnessstudio mit anschließenden gemütlichen Schwätzchen mit netten menschen und bildhübschen Mädels bis tief in die Nacht
    So, ich denke das ist persönliche Freiheit in vollen Zügen. Das sollte genügen.


    Gruß jürgen


    Vollste Zustimmung. Irgendjemand sagte einmal sinngemaess, dass mit dem Geld, das nicht gluecklich mache, das Geld der anderen gemeint sei. Und recht hatte er ;)


    Man moechte das Wochenende in den Schweizer Alpen im Wellness SPA verbringen? Bitte, Lufthansa business class, Cabrio von Europcar und 2 Naechte im Luxushotel mit SPA, tollen Wanderwegen und gutem Essen einchecken. Man sollte schon immer ein Restaurant fuehren oder seine eigene Bar haben? Bitte, ob's rentabel ist oder nicht spielt keine Rolle. Spass machen soll es. Der neue Lamborghini Gallardo LP-560 (nicht mehr soo neu) gefaellt einem? Bitte, Tamsen anrufen, Spezifikationen durchgeben und kaufen. Oder mit 10 Freunden auf den Nuerburgring zum Spass-Rennen mit eigenen Autos? Oder einfach nur entspannt ein Glas Wein zu mit der Frau auf dem Balkon geniessen und Blick aufs Meer zu haben? Der Flieger hat verspaetung und man kommt abends spaet am airport an und keine Zuege fahren mehr? Bitte, rein ins Taxi - Adresse nennen, ab nach Hause. So schlecht lebt es sich mit Geld nicht. Ich habe den Vergleich wenn ich an meine Studentenzeiten zurueckdenke ;)

    Solange alles ohne Kapitalerhoehungen ablaeuft und Aktien so unvermehrbar wie Gold waeren. Leider kann man Aktien sogar noch leichter als Geld drucken. Die Unternehmen werden im Windschatten dieser "sensationellen" Kurssteigerungen, welche aber nur durch Inflation hervorgenrufen werden, die Anteile der Altaktionaere verwaessern.


    Was ist denn das fuer eine Logik ?!


    Langsam, langsam. Die Geldmenge ist in den wichtigsten Waehrungsraeumen zuletzt massiv gestiegen. Das ist Fakt. Dadurch werten alle Aktiva c.p. zunaechst mal auf und solche, die es nicht tun, folgen einem anderen uebergelagerten Einfluss, der die Inflationsaufwertung ggf. ueberkompensiert.


    Dass Firmen u.U. in einer solchen Zeit mehr Eigenkapital durch KE aufnehmen wollen ist eine Vermutung die mit einer Inflationaeren Zeit nicht im Zusammenhang steht. Klar koennen sie das, sie koennen aber auch - war ggf sogar wahrscheinlicher ist - das viele inflationierende cash das sie verdienen zum Aktienrueckkauf nutzen. Beides moeglich, beides nicht sonderlich viel zu tun mit der Geldmengenausweitung durch die Zentralbanken. Und an KE kann man natuerlich teilnehmen und sich vor Verwaesserung i.A. schuetzen.

    P/E = 180 beim S&P 500 = fairer Bereich :wall:


    Ach Mensch, immer das gleiche Problem, das nicht zugehoert wird und einige irgendwie nichts dazulernen wollen.


    Ich koennte ein Buch ueber corporate valuation schreiben und wie man Vermoegenswerte in Geldeinheiten bewertet. Wuerd den Rahmen sprengen.


    Irgendwo in diesem Thread habe ich ausfuehrlicher ueber Theorie und Praxis solcher Prozesse geschrieben und wenn Du zugehoert hast, wuesstest Du heute, dass ganz simpel ausgedrueckt der Wert eines Assets nicht nur vom erwirtschafteten cash flow des aktuellen Jahres sondern vom Strang aller kuenftigen cash flows abhaengt. Man diskoniert und addiert ein wenig und kommt zu einem sog. present value, der bei akkurater Schaetzung kuenftiger cash flows (immer riskobehaftet) eine verlaessliche Schaetzung des Wertes darstellt.


    Jetzt habe ich ebenfalls ein paar mal erklaert (auch Dir..), dass die cash flows einer Unternehmung im breiten Durchschnitt als stochastischer Prozess einer sog. mean reversion folgen, dass sie also langfristige Aufwaertstrends ausgeblended zu einem Mittelwert tendieren und das umso staerker, je groesser die Abweichung von diesem Wert ist (Intensitaet der Mean Reversion). Das ist alles nicht neu und laengst statistisch belegt - die Zukunft wird da nicht wesentlich anders aussehen.


    Wenn Du diese beiden Dinge nun weisst, und logisch miteinander verknuepfst, dann kommst Du zu dem Schluss, dass ein starker, kurzfristiger Einbruch der Wirtschaftsleistung einhergehend mit massiv fallenden Firmengewinnen bzw. cash flows in eben diesem Zeitraum die Bewertung anhand von fast peinlich simplifizierten Kennzahlen wie price / earnings ratios ad absurdum fuehrt, weil sie den ganzen "Rattenschwanz" an kuenftigen cash flows nach der Rezession ausblendet und man auch waehrend der Krise eine Erholung im Anschluss erwarten darf (mean reversion der cash flows).


    Dass Du trotzdem P/E ratios anfuehrt, zeigt mir leider, dass Du nichts auf den letzten 150 Seiten dazugelernt hast und stupide weiter Deine Weltuntergangshaltung vertrittst.


    Schade.

    Und: Es ist schliesslich keine Option, seine Ersparnisse in Broetchen anzulegen. Wer ausreichend Vermoegen besitzt (bsp. 5 mio EUR), dem wird es egal sein, ob die Lebenshaltungskosten im Supermarkt um 150% stiegen wenn sich sein Aktienportfolio "nur" verdoppelt. Die Kosten fuer Nahrungsmittel machen in solchen Faellen einen Bruchteil aus und das Eigenheim ist bei diesen Herrschaften ohnehin schuldenfrei.


    Solche Menschen kaufen z.Z. oder in Zukunft Aktien - aus Mangel an Alternativen.


    Immobilien machen viel Arbeit, Festgeld bringt keine Rendite und inflationiert im Wert, Kunst ist ein Thema fuer sich, Edelmetalle lagern sich ab bestimmten Groessenordnungen schwer und bringen erhebliche Risiken fuer die eigene Gesundheit mitsich, wenn sie zu Hause gelagert werden, managed futures & hedge funds sind intransparent und basieren auf viel Vertrauen, Waldflaechen muessen entholzt und aufgeforstet werden, von Schaedlingen befreit und vor Holzdieben geschuetzt werden, Ackerland ist in den meisten Faellen nur durch Staatssubventionen (Praemienrechte) rentabel und auch das nur im 2-4% Bereich, Weideland rentiert noch schlechter und verspricht i.A. wenig Potential im Wertzuwachs, ist zudem sehr illiquide, etc. etc.


    Wer kann, arbeitet auch nicht bei McDonalds und verkauft Burger fuer 8 EUR/h oder beantwortet im Call-Center unfreundliche Anfragen. Wer kann, baut eine eigene Firma auf und verdient als Unternehmer das 100-fache oder 1000-fache vom einfachen Arbeiter. Das koennen aber nur wenige und so bleiben Aktien, um sich am Erfolg von Unternehmern zu beteiligen. Tja und so schliesst sich der Kreis und wir waeren wieder bei Aktien, die im Dax zusammengefasst ziemlich sicher nicht nochmal zu unter 4000 zu haben sein werden. Sorry an all die, die noch kaufen muessen / wollen.


    ;)


    Hallo Tut,


    Ein aufgeblaehtes Schuldensystem hat auf Dauer keine Zukunft - vollends Deiner Meinung. Deswegen ja auch in steter Regelmaessigkeit in jedem Wirtschaftsraum alle paar Jahrzehnte oder -jahrhunderte eine Waehrungsreform. Nur Deine Schlussfolgerung in bezug auf Aktien stimmt nicht. Real mag man ueber die Auswirkungen einer starken Inflation auf die Aktienmaerkte streiten, nominal gibt es aber nur eine Richung - und die zeigt nach oben. Ich habe schon vor 150 Seiten geschrieben, dass es nachwievor nur eine Siemens gibt, aber um einiges mehr Geld im Umlauf. Other thing equal fuehrt das zwangslaeufig zu einer Aufwertung des Siemens-Konzerns.. in Geldeinheiten. Das ist aber noch lange nicht vollends eingepreist in den aktuellen Kursen. Da ist noch sehr viel Luft nach oben... Der Sell-off war uebertrieben, das wurde korrigiert. Jetzt sind wir fundamental vielleicht irgendwo im neutral / fairen Bereich. Jetzt fehlt noch die Inflation der kommenden Jahre (die Aktien staerker als Broetchen steigen lassen wird) und schon haben wir den Dax > 10.000.

    Stargate hat natuerlich recht.


    Ninteno,


    Was willst Du mit Deinen Bildern denn zum Ausdruck bringen? Dass Papiergeld in einer Hyperinflation wertlos werden kann? Prima, wird Dir niemand widersprechen - war aber auch nicht das Thema. Thema war, dass der User Stargate (und andere) sich ueber ihre ganz ordentlichen Gewinne aus Aktien- und Fondkaeufen freuen und Du erwidertest, dass diese keine "echten Gewinne" seien, solange man seine Investments nicht wieder verkaufe bzw in Papiergeld tausche.


    Wirklich witzig, dass Du diese Aussage (die natuerlich Unsinn ist) im Anschluss mit den besagten Bildern von hyperinflationiertem Papiergeld untermauern willst... Aktiengewinne solle man Deiner Meinung nach immer umgehend realisieren (damit realer Gewinn draus wird) und dann eben zusehen, was aus dem Papiergeld wird... ein bisschen durcheinander Deine Logik ;)


    Startgate hat es schon ganz richtig erklaert. Ob Aktien oder Gold spielt unter dem Aspekt von Gewinnen und Verlusten keine Rolle. Beides kann in GE gemessen steigen und fallen. Einen direkten Nutzen hat weder das eine noch das andere (ausser Zahngold und Stimmrechte & Dividenden bei Aktien). Es geht bei beiden im Endeffekt um den Wertzuwachs in Kaufkraft. Gold wird sicherlich niemals um 99% fallen, wie dies wenige - meist die kleinerer Firmen - regelmaessig mal wieder erleben. Gold ist in der Vergangenheit aber auch noch nie in kurzen Zeitraeumen um bsp. 10000% gestiegen, einzelne Aktien schon. Das eine hat mehr upside und mehr downside. Das andere von beidem weniger.


    Ich liege mit meinem Portfolio z.Z. bei ca. 55% Gewinn seit Kauf im November/Dezember 2008. Wo stand Gold im Nov/Dec08? Bei 600 EUR? Wo steht es heute, bei 700 EUR? 15%? (kenn die Zahlen nicht.. just don't care).



    Gruss.

    Dieser Logik folgend, wuerde die Liquidiatet in Tuplen fliessen, dann wuerdest Du in Tulpen investieren. GG Du bist schon ein lustiger Scharlatan.


    Dass Anteile an Grosskonzernen in Deinen Augen im Wert mit Tulpen vergleichbar sind, darf nach all den bisherigen Eindruecken vermutlich auch nicht mehr wundern.


    Tut es witzigerweise trotzdem.


    Ich habe auch vor 2000 keine Immobilien in London gekauft, weil sie in meinen Augen bereits damals ueberbewertet waren, die Bauqualitaet katastrophal und ihr Marktpreis deutlich groesser als ihr Ertragswert war (und auch heute noch ist). Und so wuerde ich ganz sicher auch keiner Tulpenspekulation verfallen, weil mir nicht bekannt waere, wann der letzte Dumme als Kaeufer ausfaellt.


    Ich kaufe allerdings aus meiner Sicht unterbewertete Vermoegenswerte auch dann, wenn sie u.U. kurzfristig noch weiter im Wert fallen. Zuviel white noise im Kapitalmarkt, als dass man verlaesslich die Tiefpunkte erwischte.


    Im Ergebnis steht Dir Deine bearishe Haltung natuerlich frei. Du musst nur damit leben, dass andere um Dich herum u.U. im Gegensatz zu Dir fuer deutlich mehr Einkommen eben nicht selbst arbeiten muessen.


    Wenn das gegeben ist, muessten unsere Ansichten doch auch ohne solch kindische Sticheleien nebeneinander bestehen koennen.

    Die grosse Masse der Anleger - privat wie institutionell - duerfte weiterhin massivst unterinvestiert in Aktien sein. Zu gering die bisherigen Umsaetze, zu gross weiterhin die Liquiditaetsreserven.


    Ich schrieb in diesem Thread einmal sinngemaess, es gebe auch nach einer Geldmengenverdoppelung weiterhin nur eine Siemens AG... aber eben doppelt so viel Geld.


    Was wir z.Z. an den Boersen sehen ist ein klassischer short squeeze. In kuerzester Zeit von 4550 um 900 Punkte nach oben auf 5450. Und das bei geringen Handelsumsaetzen.


    Es gab noch gar nicht die Chance fuer grosse institutionelle Adressen, breit wieder in den Markt zu gehen. Die meisten warten "geschockt" auf einen Ruecksetzer... und verpassen so 100 Punkte um 100 Punkte. Und das seit Wochen.


    Der Dax wird in einigen Jahren ueber 10.000 Punkten stehen, ja. Er wird diese Groessenordnungen erreichen, weil "gross" in Geldeinheiten dann relativ ist. Weil es immense Liquiditaet im weltweiten Waehrungssystem gibt und dieses Geld nicht wie nach geoeffneten Schleusen in Broetchen oder Kaugummi, sondern in Aktien fliessen wird. Die Aktienquoten der meisten Fondgesellschaften sind nachwievor auf historischen Tiefs. Es besteht weiter erheblicher Anlagebedarf.


    Und so sehe ich den Tagen ganz entspannt entgegen, an denen ich in naher Zukunft mit 100-150% Rendite eben diesen Kaeufern meine Aktien grosszuegig abgeben und von dem Erloes alle Schulden Tilgen und ein paar neue Immobilien kaufen werde ;)

    Kurze Randbemerkung als Update zum Portfolio:


    Nach ca. 8 Monaten bisheriger Haltedauer z.Z. gut 40% im Plus.


    Wo sind eigentlich all die Schreiberlinge, die sich im Fruehling geradezu euphorisch mit Kurszielen im 3-stelligen Dax Bereich unterboten haben? ;)


    Bei Dax 6000 erlaube ich mir dann den Spass, einige der so schadenfrohen Witzfiguren zu zitieren ;)


    In Deinem Ursprungspost schreibst Du, "Ein Aktienkauf war im November weder chart- markttechnisch noch fundamental gerechtfertigt". Jetzt sind es doch nur vermeindlich chart-technische Gruende gewesen? Dein Arbeitgeber bezahlt Dich dafuer, kurzfristig mit Risikokapital zu spekulieren. Das ist voellig legitim und kann - abhaengig vom competitive advantage - sehr profitabel sein. Dieses day trading oder im Extremfall scalping hat aber nichts mit langfristigem Investieren zu tun. Ich war frueher Broker, spaeter Option Trader und zuletzt Investment Banker. Ich kenne den Handel zur Genuege. Bei Goldman oder Stanley ist genuegend knowledge, Kapital und risk appetite da, um durch kurzfristiges Spekulieren Mehrwert zu schaffen, keine Frage. Als Privatmann interessieren mich solche Themen nicht mehr. Ich mehre mein Kapital indem ich investiere. Und wenn Assets unterbewertet sind, interessiert mich keine Charttechnik. Du selbst sprichst Behavioural Finance an. Dessen Argumente bediene ich mich in ueber 100 Seiten immer wieder in diesem Thread. Vielleicht machst Du Dir zunaechst die Muehe, alles zu lesen, statt pauschal zu kritisieren und dabei noch falsch zu argumentieren. Das Behavioural Finance (ein Schwerpunktfach in meinen Master in Finance an der London Business School) findet nicht nur in der Charttechnik seine Anwendung, es zeigt ironischerweise auch die Schwaechen der Charttechnik. Ein Grossteil Deiner scheinbar geliebten Charttechnik ist nichts als eine self-fulfilling prophecy. Der Rest fuehrt per se oft zu genau den Fehlbewertungen, die rationale Anleger nicht begehen wuerden. Den klassischen Charttechniker interessiert nicht, ob eine Metro bei 20 EUR fundamental unterbewertet ist, er sieht patterns & statistics und folgt historischen Musterbewegungen. Solche Leute sind es, die auch unterbewertete Assets verkaufen - seien wir dankbar, dass es sie gibt.






    Jetzt bleibt noch die Frage, was Dich zu der Aussage gebracht hat, meine Gewinne waeren nichts wert, da sie mit zu hohem Risiko und zwischenzeitlichen 20% mtm Verlust bezahlt wurden... Willst Du Dich erst an einer Antwort versuchen und ich erklaere es Dir im Anschluss? Oder soll ich Dir die Muehe und Blosstellung ersparen und gleich auf diesen Kommentar erwidern?


    Deine Gewinne sind, wenn du sie nun realisierst pekuniär natürlich etwas wert. Einen Gewinn bzw. Verlust sollte man jedoch immer aus der Perspektive bewerten welche Konsequenzen daraus für künftige Entscheidungen zu ziehen sind, und ob die Strategie reproduzierbar ist. Entsprechen sich bei einem Gewinntrade Chance und Risiko ist der Gewinn aus diesem Gesichtspunkt so viel wert wie der erste Gewinn eines Roulettespielers im Casino.


    Ja, so in etwa steht es in den Lehrbuechern. Nur wie bewertetst Du das Risiko auf einem Trade? Wie definierst Du Alpha und warum sollte genau diese Definition richtig sein? Wenn ich gaengige Theorie zum alpha measurement anwende, kann ich mit short options stark positives Alpha vermeindlich beweisen. Solange historische Daten passend gewaehlt werden. Was war denn die downside bei Metro Kauf @ 20 EUR? Wie gross was das Risiko Deiner Meinung nach im Nov08 bei Kauf Deutsche @ 20 EUR? Wie war die sharp ratio auf dem trade Kauf Thyssen Krupp @ 13 EUR im Nov08 Deiner Meinung nach? Keine Ahnung? Interessant... Alles andere waere auch ueberraschend. Jetzt wundert es nur, dass Du die Naivitaet besitzt, zu glauben, meine Gewinne waeren nichts wert weil sie damals mit vermeindlich zu hohem Risiko erkauft wurden. Das Risiko auf einem Trade ist ex ante unbekannt. Und ex post ist ein Gewinn nicht mehr risikobehaftet. Den Ferrari Haendler interessiert es nicht, ob die 250,000 EUR im Casino oder beim Arbeitgeber verdient wurden.


    g_g

    Ui, ui, ui, das ist aber sehr graue Theorie. Ich bin selber kein Wirtschafts"wissenschaftler" und darüber auch nicht traurig. Aber hier sagt mir mein Bauchgefühl, dass Aktienkurse, die immer abdiskontierten zukünftigen cashflows entsprechen, wohl eher die Ausnahme als die Regel sein dürften. Aber da gibts doch bestimmt reichlich Untersuchungen zu, oder? Ein Mietshaus wird meist so verkauft (und selbst da muss es nicht immer aufgehen), aber Aktien?


    Das Argument, irgendwann gehts auch wieder aufwärts, ist mir persönlich jedenfalls zu schwach. Es gibt eben auch zu viele Beispiele, die belegen, dass das "irgendwann" eben auch mal 25 Jahre sein kann. Der Nikkei-Chart seit 1989 ist ja schon etwas überstrapaziert in dieser Hinsicht. Bis da nominal, geschweige denn real, wieder Gewinne rauskommen, lebe ich nicht mehr. Von daher spricht für mich bis zum heutigen Tag viel dafür, den Tiefpunkt (den man in der Tat nie als Einstieg abpasst) rückblickend zu sehen in einer Krisen- und Crash-Situation, wie man sie nur alle 60 Jahre hat. Also Wirtschaft stabil wachsen lassen bei verdoppelten Kursen, und ich bin wieder dabei. Wenn 2009 aber wie 1930 ist, oder wie 1966, dann bin ich ganz froh, noch nicht drin zu sein......


    (1) Hast Du mein Posting, das an Dich als Antwort gerichtet war, gelesen? Ich nehme an, Du siehst ein, dass Deine "Unterstellung" auf falsche Erinnerung zurueckgeht.


    (2) Natuerlich sind meine Ausfuehrungen zu market price = fair value (auf Basis aggregierter Erwartungen) Theorie. Das schreibe ich ja auch - den Teil hast Du im Zitat witzigerweise weggelassen... ;)


    (3) Du hast einen entscheidenden Punkt bei Deiner Zusammenfassung meiner Aussage nicht verstanden: Ich behaupte nicht, dass der Firmenwert gleich der Summe aller abdiskontierten kuenftigen cash flows ist (diese sind unbekannt und koennen beliebig ausfallen). Nein, es geht vielmehr um die Summe aller diskontierten ERWARTETEN kuenftigen cash flows. Die Erwartungen einzelner Marktteilnehmer variieren dabei, das Aggregat fuehrt zum Marktpreis. Dass sich viele diese Gedanken nicht machen, fuehrt zu Ueber- und Unterbewertungen. So geschehen mit vielen Dax Konzernen zum Ende letzten und Beginn diesen Jahres. Eine Siemens fuer 36 EUR ist gemessen an ihrer Faehigkeit, langfristig hohe cash flows zu generieren, einfach zu billig. Gleiches gilt fuer eine BASF bei 20 EUR oder eine Metro bei 19 EUR. Das interessiert kurzfristige Trader und Algorithmus-basierte Trade-Systeme nicht. Das interessiert auch im Behavioural Finance nicht. Auch den Hedge Fund der auf stop losses getriggert wird oder den Anleger, der seinen Wertpapierkredit tilgen muss interessiert al das im entscheidenden Moment wenig. Sie alle verkaufen aus anderen Gruenden - unter Wert. Dann heisst es, beherzt zuzugreifen, Uebertreibungen auszusitzen und aus der Not anderer Kapital zu schlagen. Das ist Kapitalismus.



    g_g