Beiträge von ghost_god


    Es wird wieder Zeit mein Lieblingszitat zu posten:


    Als Reaktion auf eine entstehende Kreditkrise könnte die Fed zwar die aggressive Strategie anwenden, das Bankensystem mit Liquidität zu überschwemmen, aber ironischerweise würde dies die Deflation noch verschlimmern, anstatt die zu mildern.


    Koennte sinngemaess aus der Feder Keynes stammen, Friedman liefert die Antwort und Bernake hat sie verstanden.

    Dein erstes Posting war am 13.11.08 Dow close bei 8835, S&P500 close bei 911 und Dax close bei 4649 im Anschluss sind die Märkte bis zu ihren (zwischen)? Tiefs am 6. und 9.3.09 auf 6469, 666 und 3588 gefallen. Ein Aktienkauf war im November weder chart- markttechnisch noch fundamental gerechtfertigt. Seit März 09 spricht nichts gegen ein kurz - mittelfristiges Investment in Longpositionen mit sehr engen Stopps und der Absicht diese auch wieder zu schließen, aber das hattest und hast Du ja nicht vor. Du hast aus einem Bauchgefühl heraus ohne Stopp und Exitstrategie in fallende Märkte gekauft, das hat mit seriösem Investment nichts zu tun, sondern ist nur Zockerei. Deine Gewinne sind nichts wert, weil du sie mit einem zu hohen Risiko und zwischenzeitlichen Verlusten von über 20% erkauft hast. Diese Strategie hier noch als Kunst zu verkaufen ist schon sehr mutig. Eine ähnliche Milchmädchenrechnung haben viele gemacht, als sie einen Nikkei, der von 40.000 kam bei 20.000 gekauft haben, um die nächsten 10 Jahre zuzusehen wie er auf 8000 gefallen ist.


    Entschuldige, wenn ich ueber Dein Posting schmunzeln muss... Du meldest Dich nachtraeglich zu Wort mit dem "Argument", im November 2008 waeren Aktien-Kaeufe wegen spaeter weiter fallender Notierungen nicht gerechtfertigt gewesen und "belehrst" uns, dass ein Aktienkauf erst seit Maerz 2009 (ex post das Tief) sinnvoll gewesen waere? Meine Herren, das ist natuerlich unschlagbar clever von Dir.


    Tja, was soll ich sagen? Du hast die Tabelle historischer Kurse vom Prinzip her verstanden und waerest - wenn man die Vergangenheit handelte - sicher einer von so vielen, die es erfolgreich taeten. Billig kaufen, teuer verkaufen. Das ist rueckwirkend gar nicht so schwer, oder?


    Und damit die Diskussion nicht ganz so niveaulos bleibt und Dein "Haendler-Hirn" ein wenig gefordert wird, beschreibe uns doch bitte, warum auf Basis damals vorhandener Informationen (!) ein Aktienkauf im Nov08 Deiner Meinung nach nicht gerechtfertigt war. Das bekommst Du doch sicher besser hin, als lediglich auf spaeter gefallene Kurse zu verweisen.


    Dann erlaube mir noch eine Randbemerkung: Du schreibst, ein Aktienkauf ohne stop loss koenne kein serioeses Investment sein, vielmehr waere es pure Zockerei. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die meisten Investments brauchen keinen stop loss, schon gar nicht, wenn Preisstellungen volatil und der Anlagehorizont langfristig ist. Ein Investment braucht ueberhaupt keine fortlaufenden Preisstellungen, Investments tragen sich durch die Ertragskraft des jeweiligen assets. Und wenn Deine Eltern Dich eine akademisch anspruchsvolle Ausbildung an guter Universitaet haben geniessen lassen, dann wirst Du sogar verstehen, dass in funktionierenden Maerkten ein Investment keine Exit Strategie braucht, da der exit value immer dem fair value als Funktion aller kuenftig zu erwartenden, risikoaequivalent abdiskontierten cash flows entspricht und ein Investor in solch funktionierenden Maerkten indifferent zwischen exit und non-exit ist. Nimm Deine Haendler-Scheuklappen ab, dann kannst Du mir ggf. folgen und wir koennen das Diskussions-Niveau sukzessive weiter erhoehen.


    Im uebrigen habe ich eine Exit-Strategie (funktionierende Maerkte sind graue Theorie) - im Thread nachzulesen.


    Jetzt bleibt noch die Frage, was Dich zu der Aussage gebracht hat, meine Gewinne waeren nichts wert, da sie mit zu hohem Risiko und zwischenzeitlichen 20% mtm Verlust bezahlt wurden... Willst Du Dich erst an einer Antwort versuchen und ich erklaere es Dir im Anschluss? Oder soll ich Dir die Muehe und Blosstellung ersparen und gleich auf diesen Kommentar erwidern?


    Wenn er jetzt echte Gewinne hat, hatter er zwischenzeitlich auch echte Verluste. Die Verluste hat er ausgesessen mit dem Argument, dass nicht realisierte Verluste keine Verluste sind. Also sind nicht realisierte Gewinne auch keine Gewinne, da muss man schon konsequent bleiben!


    Nochmal nachlesen bitte. Habe in diesem Thread seitenlang argumentiert, dass Gewinne und Verluste voellig unabhaenig von der Realisation durch Verkauf bestehen. Ich habe meine Verluste ausgesessen, weil sie von vornherein erwartet waren und Ziel niemals war, am absoluten Tiefpunkt zu kaufen, sondern irgendwo in der Naehe eines solchen Tiefs langfristig long zu gehen. Also bitte nicht die Tatsachen verdrehen, danke.



    Hauptkritikpunkt an gg war weniger, dass er in Aktien gegangen ist, als die Tatsache, das er den Einstiegszeitpunkt nicht recht begründen konnte, aber so getan hat, als könnte er ihn begründen. Wenn er ehrlich gesagt hätte, mein Bauchgefühl sagt mir, dass nach den Verlusten jetzt der Boden erreicht ist und es aufwärts geht, hätte keiner was gesagt. Ich zumindest nicht.


    Hmm... schwierig auf der Basis zu diskutieren... auch das ist frei erfunden.


    Ich zitiere mich, weil's notwendig scheint (nachzulesen auf Seite 1 und 3):





    Ist eine gute Rendite, war aber auch keine große Kunst in dieser Bärenmarktrally, Gewinne zumachen.


    Nein, wenn man Aktien hatte, war es sicherlich keine Kunst, in dem massiv steigenden Markt Gewinne zu machen. Die Kunst war es - offensichtlich, da viele es damals nicht verstanden - zum damaligen Zeitpunkt massiv Aktien zu kaufen. Ich habe nicht ein paar tausend Euro investiert sondern sehr grosse Betraege. Aus allen anderen Investments wurde Liquiditaet fuer Aktienkaeufe gezogen, sei es durch Verkauf (Edelmetalle) oder Beleihung (Immobilien) und all das Geld floss in Aktien. Prozente verlieren da fast an Bedeutung, es ist der immense absolute Gewinn der bei einem so beherzten Zugreifen zu Billigstkursen Freude macht. Fast traurig, die ersten 20-30 Seiten dieses Threads heute nochmal zu lesen nur um zu erkennen, dass ich mich wohl fast alleine in diesem Forum freuen muss.


    Gott, war das ein Kindergarten damals im November 2008 bis hinein in den Fruehling 2009. Und alle wollten den Weltuntergang erkannt und Aktien fuer immer tot gewusst haben.


    Naja, viele von denen kaufen spaeter bei Dax 13.000 wieder.


    So leicht habe ich noch nie so viel Geld verdient. Und alles steuerfrei ;)



    gg

    Fragt sich nur wo, garantiert nicht bei Aktien. Diese Asset-Klasse ist fuer midest eine Generation tot.


    Aktien als lukrative asset Klasse fuer "mindestens eine Generation tot" ?! Wow. Eine "Generation" entspricht im ueblichen Sprachgebrauch wohl guten 30 Jahren, das ist eine lange Zeit. Meinst Du nicht, dass Du - trotz all Deines Pessimismusses - ein wenig dramatisierst? Ich bin mir nicht sicher, ob solche statements Deine Bemuehungen um negatives Sentiment glaubhafter machen...


    Mein Portfolio liegt seit November 2008 bereinigt um Dividendenzahlungen mit 27.64% im Plus. Inklusive Dividenden sind es ca. 32%. Entspricht annualisiert knapp 50% Rendite. Das ist fuer ein breit diversifiziertes Portfolio aus blue chips ganz hervorragend wie ich finde.


    GG

    hab meinen short Einstieg - viel zu früh - schon ein paar seiten vorher angekündigt.


    Bin rein bei 4650, habe 2x 1/3 nachgekauft zwischen 4900 und 5020. Zur Zeit bin ich bei +/- 0 in etwa. hab lange nicht mehr nachgeguckt - ist mir auch egal, ich werde schon merken, wanns aufwärts (dax abwärts) geht. Mehr als 5000 sind zur Zeit einfach nicht drin. Ich bleibe dabei.


    Begrenzt Du Deine Verluste irgendwo mit stop loss oder wird das Kapital notfalls zu 100% abgeschrieben?


    Gruss,
    GG

    Sergey Aleynikov war nicht irgendein Programmierer, sondern ein ehemaliger Vice-Praesident bei Goldman Sachs.


    Als Ex Investment Banker darf ich das kurz zurueck ins rechte Licht ruecken.


    "Vice President" ist ein corporate title bei Investent Banken, der den Grad der Senioritaet innerhalb der jeweiligen Geschaeftseinheiten und Teams widerspiegelt.


    GS hat ebenso wie jede andere grosse IB tausende VPs.


    Die Hirachie der corporate title sieht ueblicherweise wie folgt aus:


    1) Graduate (frisch von der Uni)
    2) Analyst (1-2 Jahre Erfahrung)
    3) Associate (2-3 Jahre Erfahrung)
    4) Vice President (3-5 Jahre Erfahrung)
    5) Senior Vice President (5-7 Jahre Erfahrung)
    6) Director (7 Jahre +)
    7) Managing Director (10 Jahre +)


    Danach folgen Executive positions wie "Executive Director" oder "Executive VP" die auf board level agieren.


    VP liegt dem Grad nach im Mittelfeld, wobei es natuerlich weitaus mehr Graduates als MDs gibt, die Verteilung i.A. also asymmetrisch verlaeuft.


    Dieser Sergey IT Heini war irgendein Durchschnittsbanker von GS.


    Gruss.

    Schon ein paar Tage her, dass ich nach den Shortpositionen der hier postenden User fragte... will denn keiner Farbe bekennen?


    Bis jetzt haben wir nur den User "The Flash", der 150 Punkte hinten liegt und auf Dax <4000 spekuliert:


    Der DAX kackt ab, steht jetzt schon unter 4750 Punkte. Ich bin mir ziemlich sicher wir sind bald wieder unter 4.000 und sehen den ökonomischen Tatsachen ins Auge. Ich gehe short!



    Daher nochmal meine Bitte: All die Aktienpessimisten die von weiter fallenden Kursen ausgehen, moegen bitte ihre Short Positionen benennen.


    Oder traut sich hier doch niemand, Aktien zu shorten?!

    GG, die Entscheidung ueber die Kreditvergabe trifft immer noch die Bank, nicht der Kreditnehmer. Wenn sie ihren Kreditvergabeprozess absichtlich so gestaltet, dass weder Bonitaet, Einkommen oder Sicherheiten der Kreditnehmer in den Entscheidungsprozess der Kreditvergabe einbezogen werden, handelt die Bank hoechst fahrlaessig auf eigenes Risiko, weil sie ja das Potential aus Geiz, Gier, Dummheit, Kurzsichtigkeit und Neid seit 400 Jahren kennt.


    Wenn Du 1000 Euro auf einer Parkbank liegen laesst, und sie sind am naechsten Tag nicht mehr dort, kannst Du zwar wegen Diebstahl Anzeige erstatten aber jeder Richter wird Dir erklaeren, Dass Du selbst grob fahrlaessig gehandelt hast und Dein Verlust selbst verschuldet hast.


    Eine Bank ist nur leider keine "hoehere Institution", die von menschlichen Schwaechen unabhaengig agieren kann. Es sind wieder die Menschen, die untereinander Geschaefte machen.


    Banker, die Kommissionen mit Krediten verdienen und Kreditnehmer, die ueber ihre Verhaeltnisse auf Pump leben wollen.


    Wir drehen uns im Kreis.


    Es fehlt das Argument, warum nur eine der beiden Seiten zu verurteilen ist.


    Und es fehlt, weil es nicht existiert.



    Gute Nacht.

    GG immer ganz gross mit komplizierten Antworten. Trotzdem kann er die einfachen Fragen nicht beantworten.


    Was passiert wenn alle Buerger einfach mal ihr eigenes Geld vollstaendig von den Konten abheben und somit ueber ihr Eigentum beliebig verfuegen, so wie von Dir vorgeschlagen beim Buch oder Sportwagen ? Wieviel bleibt dann den Banken an eigenem Geld uebrig ?


    Wir beide kennen doch die Antwort. Zuviel Wirtschaftsleistung und dementsprechend Geld, als dass sich bei derzeitiger nomineller Stueckelung der Papierdruck allen Geldes rechtfertigen liesse. Geld ist ein Versprechen auch ohne das Papier das es verbrieft. Alles abheben ist per se also unmoeglich und auch nicht gewollt.


    Das Eigenkapital bzw. das Eigentum der Banken kannst Du unabhaengig von bank runs in den Bilanzen nachlesen. Ohne Reservesatz bei der Geldschoepfung fehlte das Kapital um Wirtschaftsleistung in gewohnten Groessen zu erbringen. Du kritisierst einerseits Basel II als zu hart fuer die Wirtschaft und forderst kurz darauf voellig widerspruechlich die Abschaffung des fractional reserve bankings.

    GG, wie dumm duerfen sich Baenker immer wieder stellen, damit sie die Schuld des selbstverschuldeten Schlamassel auf andere schieben koennen. Wir erleben dieses Auf und Ab seit ueber 400 Jahren und die armen Baenker "fallen" immer wieder auf "massenhaft uneherliche Kreditnehmer" rein ? Das glaubst Du wohl selbst nicht. Wenn es wirklich so ist, gehoeren Baenker wegen Unfaehigkeit aus dem Verkehr gezogen.


    Die menschlichen Schwaechen waren vor 400 Jahren keine anderen als die heutigen. Geiz, Gier, Dummheit, Kurzsichtigkeit und Neid wirst Du wie einen roten Faden in jeder menschlichen Epoche finden. Das gilt fuer Maenner wie Frauen, fuer junge wie alte, fuer Banker wie Nicht-Banker, fuer Kreditgeber wie Kreditnehmer. Oder denkst Du, junge Banker werden am Anfang ihrer Karriere zur Seite genommen und zu Deinem erdachten Masterplan der Finanzbranche bekehrt?


    Ein gieriger Mensch der irgendwann Banker wird, bleibt ein gieriger Mensch. Ein gieriger Mensch, der irgendwann Kredite aufnehmen kann, bleibt ebenfalls ein gieriger Mensch.


    Und all diese gierigen Menschen machen tagtaeglich untereinander Geschaefte. Der eine zahlt zuviel fuer ein Auto, der andere luegt vor Gericht wenn es um Alimenteforderungen seiner Ex-Frau geht.


    Menschen machen Ueberstunden um mehr Kommission im Bankgeschaeft zu verdienen und andere kaufen Haeuser weit ueber ihre Verhaeltnisse, um zu zeigen, wer sie sind - oder besser, wer sie gerne waeren.


    Diese Wirtschaftskrise ist das Ergebnis "nicht umsichtig agierender Wirtschaftssubjekte", so ungern Userin Lenca das auch hoeren mag.


    Das beinhaltet Banker wie nicht-Banker. Angeklagt werden aber nur die einen. Komisch.


    Ich verurteile etwas differenzierter, vielleicht, weil ich die Zusammenhaenge besser begreifen kann, als es die Bild-Zeitungs-lesende Masse da draussen vermag.


    Ich verurteile auch die ueberzogenen Handyrechnungen der Jugendlichen, die Einfamilienhaeuser fuer Geringverdiener, die kreditfinanzierten Grossautos und teure Wochenendparties bei leerem Girokonto.


    Ich erwarte nicht, dass ihr alle das versteht.


    Aber ich erlaube mir meine Kritik... an eurer simplifizierten Kritik.

    Wenn ich sehen muß, daß:


    Ich der Bank 1000 EUR gebe (als Guthaben) und dafür auf'm Giro 0,25% Zinsen kriege, die Bank dann die 1000 EUR an je 9 Schuldner weiterverleiht, zu sagen wir mal 7,25% Zinsen,


    also die Bank mir für 1000 EUR Zinsen gutschreibt und für 9000 EUR auch noch den 28-fachen Zinssatz nimmt, für etwas was ihnen nicht gehört, platzt mir der Hals![/b]


    Ich weiss nicht, wie weit ich ausholen muss, versuche es aber mal auf "halber Strecke" und setze gewisse Grundverstaendnisse voraus. Bei Bedarf hole ich gerne weiter aus:


    Erwartete Renditen sind eine Funktion des ihnen zugrunde liegenden Risikos. Risikolose Anlagen gibt es nicht, wohl aber annaehernd risikolose. Zu solchen zaehlen Anlagen auf Girokonten bei Banken. Entsprechend niedrig ist die zu erwartende Rendite, gleichzeitig aber auch entsprechend gross die einhergehende Sicherheit. Umgekehrt gilt Gleiches nicht fuer die Geld verleihende Bank. Sie muss das Kreditausfallrisiko des Kreditnehmers bewerten und in ihre Renditeerwartung einpreisen. Kreditausfaelle mindern im Gesamtportfolio die tatsaechlich erwirtschaftete Rendite gegenueber dem ausgewiesenen Zins, ggf. sogar bis auf negative Renditen falls nicht nur Zinsen sondern auch Kreditbetraege nicht mehr gezahlt werden koennen. Hinzu kommen logistische Anforderungen bei einer grossen Anzahl kleiner Kreditnehmer. Damit gehen Kosten einher, die auf den Kunden umgelegt werden muessen.


    Und schliesslich macht sich all die Arbeit nur, wer unterm Strich einen gewissen Gewinn fuer seine aufgewendete Leistung erwarten darf.


    Wieso platzt Dir also der Kragen?

    Hast Du die letzten Jahre voellig verschlafen oder spielst Du hier auf dumm ?


    Die Geldexzesse der Vergangenheit sind ja nicht durch "kollektiv versagende Wirtschaftssubjekte", sondern durch Deregulierung der Geldverkehrs entstanden, welche die Bankenlobby inszeniert hat. Die Banken wollten den Exzess selbst. Heute drehen die Banken den Spiess mal um, was die Weltwirtschaft unbestreitbar in den Kollaps fuehrt. Dieses Gebahren gehoert einfach zum System Profitmaximierung.


    Was ich will, ist Abschaffung des parasitaeren Fractional Reserve Bankings.


    Die Diskussion um "kollektiv versagende Wirtschaftssubjekte" hatten wir damals schon. Wie kam es, dass Banken ploetzlich Milliarden Abschreibungen hinnehmen mussten? Waren es nicht die Kreditnehmer, die ihr Versprechen brachen und geliehenes fremdes Eigentum nicht mehr zurueckzahlten? Waren es nicht die Kreditnehmer, die sich Geld liehen und in exzessivem Masse in Konsum steckten? Richtig, die Banken haetten die Dummheit der Massen besser antizipieren und entsprechend restriktiver Gelder verleihen muessen. Jetzt tuen sie es und es gefaellt ebenfalls nicht.

    GG, dieser Vergleich ist voellig unsinnig. Den Banken gehoert das Geld zum grossen Teil doch gar nicht, welches sie verleihen. Die Banken leihen im Wesentlichen nicht ihr eigenes Geld, sondern erzeugen und vermehren Geld ueber die Mehrfachbeleihung ihres Grundkapitals. Die entstandene Liquiditaet ist dabei kein Eigentum der Banken, sondern lediglich eine Folge eines wirtschaftlichen Prozesses, welches nur den Banken der Staat als Privileg eingeraeumt hat. Sicher hat das Bankenkartell das Recht und die Macht, Geld nach eigenem Ermessen einzusetzen und damit die einzig verfuegbare Liquiditaet beliebig zu steuern. Wenn es aber dem Gemeinwohl schadet, liegt eindeutig Missbrauch des Privilegs vor und der Staat muss hier eingreifen.


    Mit 5 Millionen EUR Eigenkapital, unternehmerischer Eignung und einigen Nebensaechlichkeiten kann jeder gemaess KWG in Deutschland ein Kreditinstitut und damit eine Bank gruenden. Das vorab.


    Dann stellt sich die Frage, warum Banken zum eigenen Nachteil Geld an nicht kreditwuerdige Kunden verleihen sollten.


    Wem ist damit geholfen?


    Und schliesslich landen wir beim selben Vergleich. Verleihen tut nur derjenige etwas, der dadrin fuer sich einen Nutzen sieht oder aus sozialem Mitgefuehl jemand anderem etwas Gutes tun moechte.


    Dieses soziale Mitgefuehl hat der Vater der Sohnemann den Autoschluessel leiht und es hat die staatliche KfW die Unternehmen foerdert.


    Es hat nicht der Fremde auf der Strasse und auch nicht die Aktionaere, denen eine private Geschaeftsbank gehoert.


    Warum dann aber nur Kritik an dem einen (der Bank) und nicht dem anderen (dem Fremden).


    Social Lending. Es funktioniert nicht. Nicht in dem Masse, wie es die Gesellschaft beduerfte waeren da nicht noch die Banken.


    Warum nicht Tollar?

    @ Tollar:


    Hilf mir doch bitte kurz: Forderst Du freizuegigere Kreditvergabe als derzeit gegeben? Oder verurteilst Du freizuegige Kreditvergabe und die daraus resultierenden Exzesse, wenn Kreditnehmer als nicht umsichtig agierende Wirtschaftssubjekte kollektiv versagen, wie juengst geschehen? Ich bin mir da nicht ganz sicher wenn ich Deine Beitraege so lese...

    @ Leca:


    Nein, die Frage hat sich alles andere als eruebrigt. Ich warte noch auf Antwort.


    Du argumentierst also, dass Mitarbeiterverguetungen ueber das fixe Grundgehalt hinaus dann nicht gezalt werden duerften wenn Eigentuemer der Unternehmen die Eigenkapitaldecke zuvor gestaerkt haetten?


    Die LBBW gehoert dem Staat. Genauso wie die KFZ-Zulassungsstellen, viele Krankenhaeuser, die Polizei-Dienststellen oder das jeweilige Gemeindeamt.


    Wenn der Staat nun als Eigentuemer sein Unternehmen vor einer Schieflage bewahrt, dann sollen die Mitarbeiter Deiner Meinung nach auf Zusatzzahlungen zum Grundgehalt verzichten.


    Wo ist dann der Unterschied zum Weihnachtsgeld diverser Beamter in anderen Staatsbetrieben oder zu Forderungen der Gewerkschaften nach Lohnerhoehung bei Firmen, die durch Ihre privaten Eigentuemer (Aktionaere) zuvor mit frischem Kapital ausgestattet wurden?


    Erklaere mir das doch mal.

    re: Privatkredite


    Ganz richtig, es steht jedem frei, Geld privat zu leihen oder verleihen. Warum dieses Gejammer ueber fehlende Bereitschaft bei Banken, nicht aber ueber fehlende Bereitschaft beim Nachbarn? Eine Bank verleiht nur dann Geld, wenn sie es will. Genauso verfaehrt der Nachbar, der Freund und die Arbeitskollegen. Und was fuer Geld gilt, gilt genauso fuer die anderen Gueter unserer Gesellschaft. Ein Buch verleiht nur der, der dazu bereit ist. Den Sportwagen verleiht Vater an Sohn nur dann, wenn er es will.


    Das ist so ziemlich der Kern des Eigentumsbegriffes.


    Also hoert auf, ueber Banken zu meckern und fangt an, euer Geld dem Nachbarn oder Fremden auf der Strasse zu verleihen. Geht mit gutem Vorbild voran.


    Beispiele fuer sog. social lending: http://www.zopa.co.uk