Beiträge von ghost_god

    Edel Man,


    noch eine Kleinigkeit. Ich darf Dich kurz der Einfachheit halber zitieren:


    Zitat

    Tatsache, worauf er immer wieder, zu Recht, hinweist, daß Gold und Silber--eben auch Inflationsindikatoren--, per se gegenüber Öl krass unterbewertet ist.


    -> Im Prinzip ist jedes vom Menschen nachgefragte Gut ein Inflationsindikator. Gold speziell wird aber nicht unbedingt zum taeglichen Leben gebraucht (von der Schmuckherstellung sowie einiger Ausnahmen mal abgesehen) und dient eher als Wertaufbewahrungsmittel. Gold wird also von Anlegern gekauft, wenn diese eine steigende Entwertung ihres Geldvermoegens befuerchten, da es defakto als Alternativwaehrung betrachtet werden kann. Beim Oel sind die oekonomischen Zusammenhaenge voellig anders. Der Oelpreis wird primaer durch die Rahmenbedingungen am Oelmarkt und nicht durch die am Devisenmarkt beeinflusst. Steigt er, so traegt dies zu einer steigenden Inflation bei. Der Oelpreis steigt aber nicht - wie dies beim Gold der Fall ist - aufgrund einer erwarteten Inflationssteigerung.


    Die Kausalzusammenhaenge zwischen Oel & Inflation einerseits und Gold & Inflation andererseits stehen also kontraer zueinander.




    Und insofern moechte ich auch nocheinmal auf den so oft angesprochenen Spread zwischen Oel & Gold zusprechen kommen. Bitte versucht euch doch einmal in einer Erklaerung, warum der Preis vom Oel und der Preis vom Gold in einem oekonomisch signifikanten Zusammenhang stehen sollte. Dass ein steigender Oelpreis zu inflationaeren Tendenzen fuehrt, die wiederum an Werterhalt interessierte Anlege zu Goldkaeufen bewegt, ist unbestritten, duerfte unter analytischen Gesichtspunkten aber eher unbedeutend sein. Der Warenkorb des taeglichen Gebrauchs ist einerseits zu vielfaeltig, als dass allein der Oelpreis die Inflationsbewegungen dominierte, auf der anderen Seite gibt es neben Gold auch andere tendenziell werterhaltende Anlagemoeglichkeiten.


    Solche Spreads sind z.Z. unter Gold Bugs populaer, weil sie pauschal leicht verstaendlich scheinen und auf aktuellem Niveau eben unter gaengiger Meinung hoehere Goldpreise (oder tiefere Oelpreise, was natuerlich ungern erwaehnt wird) suggerieren. Analytisches Gewicht haben sie hingegen nicht.



    mfG

    Hallo Edel Man,


    meine Hinweise bezogen sich auf folgende Aussage von GSP-Komet:


    Zitat

    Der Preis vom Crude beträgt aktuell 57,39! Dieses läßt wie bereits oben schon erwähnt starke Konjunktur- und Inflationssorgen aufkommen!


    Dass wir eine stetig steigende Inflation zu erwarten haben, ist unbestritten - dass aber aufgrund eines vor kurzem bei 57,38$ pro Barrel gehandelten Brent Crude gerade JETZT und hierin begruendet starke Konjunktur- und Inflationssorgen aufkaemen ist eben ein wenig einfach gedacht und defakto falsch. He's talking his own book I'd say...


    Was ich so amuesant finde, sind diese regelmaessigen Zahlenspiele und die daraus extrem einseitig gezogenen Rueckschluesse, die angeblich alle steigende Edelmetallpreise suggerieren. Fakt ist, dass in der juengsten Vergangenheit die Energiemaerkte dramatisch eingebrochen sind - Oel haelt sich im Vergleich noch sehr stabil, konsolidiert aben ebenfalls. Wie kann man in dem Zusammenhang von jetzt aufkommender Inflationssorge sprechen, die sich in den aktuell angeblich so hohen Energiepreisen begruende. Sowas haette man vor einigen Monaten schreiben koennen...


    @ GSP-Komet:


    Zitat

    Ja wenn die Bevölkerung nichts mehr essen will und im Winter auch keine warme Wohnung/ kein warmes Haus haben will. Und Autofahren dürfen sie dann auch nicht mehr!


    -> Achso, ist dies eine Beschreibung des Zustandes, wie wir ihn die letzten Jahrzehnte erleben konnten, als das Barrel Oel im Bereich 20-30 $ gehandelt hat? Die z.Z. hohen Oelpreise begruenden sich nicht zuletzt zu grossen Teilen durch starke Kaeufe vieler Spekulanten - gemacht an den Terminboersen, an denen es zu mindestens 95% NICHT zur physischen Anlieferung des Rohstoffes kommt. Amuesant, dass es beim Goldpreis in diesem Forum immer heisst, der Preis sei nur durch die Futuregeschaefte manipuliert und stuende, wenn aussschliesslich physisch gehandelt, wesentlich hoeher, gleichzeitig aber verkannt wird, dass dieser Preisfindungsmechanismus fuer alle gaengigen Rohstoffe (incl. WTI & Crude) gilt.




    mfG

    @ gsp-komet


    Hier mal ein Chart zum Strompreis... Der 2006 base Kontrakt ist in den letzten Tagen um ca. 10% eingebrochen.


    http://www.eex.de/futures_mark…by&load=base&searchvalue=


    UK Natural Gas brach diesen Monat innerhalb weniger Tage um ca. 30% ein.


    Und hier noch ein Chart zu den Preisen fuer EU ETS Allowances (CO2 Zertifikate), die positiv mit dem Strommarkt korrelieren - die Preise sind innerhalb der letzten Tage um ca. 40% eingebrochen:


    http://www.eex.de/spot_market/…rea=&zoom=1m&area=&lan=de


    -> All dies bewirkt exakt den gegenteiligen Effekt zu dem, was Du beschrieben hast. Und Brend Crude oder auch WTI in den USA sieht wie gesagt in diesem Umfeld z.Z. eher bearish aus und verlor in juengster Vergangenheit sehr viel Momentum. Die Tops konnten nicht gehalten werden und tiefere Kurse scheinen zumindest recht wahrscheinlich.



    Also tue uns doch den Gefallen, und aeussere Dich nicht voreilig mit haarstraeubenden Rueckschluessen, die Du glaubst, aus einer extrem einseitigen Betrachtung nur eines Marktes ziehen zu koennen. Dass Du long Gold- & Silber Aktien bist, glaub ich Dir gern, dass Du auf steigende Preise hoffst (wie ich ebenfalls), ist auch keine Ueberraschung, doch scheint Dir bei Deinen Analyseversuchen die Objektivitaet zu fehlen.




    mfG

    gsp-komet,


    Wenn Du die anderen Energiemaerkte verfolgst, wirst Du feststellen, dass Gas, Strom, CO2, etc. in den letzten Tagen zwischen 10% bis 40% an Wert verloren haben. Der Markt fuer Oel sieht z.Z. eher bearish aus. Brent Crude an der IPE z.Z. 56.33 $ - keine Ahnung, wie Du in einer Abwaertsbewegung des Oels von Angst vor aufkommender Inflation und einer Abkuehlung der Wirtschaft begruendet durch den angeblich so hohen Oelpreis reden kannst.


    Die derzeitige Konsolidierung in den Energiemaerkten (um nicht das Wort "Einbruch" zu verwenden) hat klar den gegenteiligen Effekt, traegt also zur Entspannung der Inflation bei.



    mfG

    Zitat von N-TV:


    "Die Bomben waren in drei U-Bahnen und einem Doppeldeckerbus, versteckt in Rucksäcken, abgelegt worden. Allerdings war nach Berichten vom Abend nicht der Sprengstoff selbst detoniert, sondern nur die Zünder der Sprengsätze."

    Donnerstag, 21. Juli 2005
    "Ernste Vorfälle" in London
    U-Bahnverkehr eingestellt


    In London ist es am Donnerstag zu mehreren Zwischenfällen in U-Bahnen und in einem Bus gekommen. Der gesamte U-Bahnverkehr wurde daraufhin laut BBC eingestellt. Die Polizei konnte aber zunächst nichts über die Art dieser Zwischenfälle sagen. Nach Angaben der Bahnpolizei ist mindestens eine Person verletzt worden.

    "Wir können bestätigten, dass Rettungskräfte auf Berichte über Vorfälle an drei Stellen des U-Bahn-Netzes antworten -Oval, Warren Street und Shepherd's Bush", sagte ein Sprecher von Scotland Yard der Nachrichtenagentur Reuters.

    Der U-Bahn-Passagier Ivan McCracken sagte dem Sender Sky News, in seiner U-Bahn sei kurz vor der Station Warren Street ein Rucksack explodiert. Auch in der BBC sagte eine Frau, in ihrem Zug sei ein Rucksack explodiert. "Es gab einen großen Knall", sagte sie.

    Die Polizei bestätigte, dass die drei U-Bahn-Stationen Warren Street, Shepherd's Bush und Oval geräumt worden seien. Später wurde auch noch die Station Westminster im Regierungsviertel geräumt. Das Krankenhaus University College Hospital gegenüber der Station Warren Street in der Innenstadt wurde in Alarmbereitschaft versetzt. Polizeiautos und Krankenwagen fuhren vor. Die U-Bahngesellschaft teilte mit, es habe keine Toten gegeben. Man behandele die Angelegenheit bislang nicht als "schwerwiegenden Zwischenfall".

    Es werde auch eine Explosion in einem Bus in Ost-London gemeldet, hieß es bei der BBC. Die Polizei bestätigte den "Zwischenfall". Es seien die Scheiben zu Bruch gegangen, aber niemand sei verletzt worden.

    Laut einem Londoner Bahnvertreter soll an der Station Warren Street eine Nagelbombe explodiert sein. Außerdem habe es eine Schiesserei gegeben, sagte der Vertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte.

    Die Berichte weckten Erinnerungen an die Anschläge vom 7. Juli, als mehr als 55 Menschen bei vier Anschlägen im Londoner Nahverkehrssystem starben. Als Täter werden radikale Moslems vermutet.

    LONDON, July 21 (Reuters) - The yen rallied sharply against the dollar and the euro on Thursday after China said it has given up the U.S. dollar peg and would allow the yuan to appreciate to 8.11 per dollar.
    "In general the reaction we have seen is same as what we saw last time when they raised interest rates. People are buying the yen again," said Kristjan Kasikov, currency strategist at Calyon.
    The yen rose as high as 111.34 per dollar <JPY=> by 1111 GMT, roughly one yen higher from pre-announcement levels around 112.40.
    Against the euro the Japanese currency rallied to around 135.60 <EURJPY=> from pre-announcement levels near 136.40.
    State-run Xinhua news agency said China adopted a basket of currencies to manage the yuan.
    ((Reporting by Natsuko Waki, natsuko.waki@reuters.com ++44 207 542 6721; Reuters Messaging: natsuko.waki.reuters.com@reuters.net))

    Relativierung der Aussage:


    Meldung von Reuters, die ich hier leider nicht reinkopieren kann:


    China gibt die Bindung nicht komplett auf, fixt den Yuan aber kuenftig wohl gegen einen Waehrungsbasket, was zu einer Aufwertung gegen den US-Dollar um rund 2.5% fuehrt.


    Positiv fuer Gold.



    mfG

    Und konkret zu Deiner Frage:


    Ich habe mir vor kurzem 10 Monate Ruhe vom Arbeitsleben gegoennt und kein Arbeitslosengeld beantragt. Finanziert habe ich mein Leben in dieser Zeit durch meine eigenen finanziellen Ruecklagen.


    mfG

    Meine Worte waren sicherlich provozierend und wohl auch etwas unhoeflich, dafuer moechte ich mich entschuldigen.


    Aber zum Thema sei folgendes gesagt:


    Der entscheidende Fehler bei Deinem Vergleich "Arbeitslosenversicherung" / "Krankenversicherung" ist der, dass es sich bei dem faelschlicherweise als "Arbeitslosenversicherung" bezeichneten Mechanismus eben nicht um eine Versicherung handelt. Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Wenn dem so waere, koennten u.a. keine Leistungen mehr bezahlt werden, wenn diese die Einnahmen + Ruecklagen ueberstiegen. Steuergelder duerften zu diesem Zweck nicht angeruehrt werden. In der Realitaet werden Arbeitslosengelder aber defakto zu grossen Teilen durch Steuern mit finanziert. Auch muessten, wenn ein Versicherungssytem bestuende, einzelne Mitglieder in unterschiedliche Risikogruppen eingeteilt werden. Entsprechend waere die individuelle Beitragshoehe an dem individuellem "Arbeitslosigkeits-Risiko" auszurichten, etc. etc.


    Es handelt sich also nicht um eine Versicherung, sondern vielmehr um eine Zusatzsteuer, die entstehende aktuelle Kosten durch Arbeitslose gegenfinanzieren soll. Ein Anspruch im Sinne eines Versicherungsanspruches duerfte somit nicht bestehen und insofern ist es auch gerechtfertigt, dass bei anhaltend durch Steuergelder massiv finanzierten Arbeitslosengeldern auf Eigenleistung bestanden wird, sofern diese denn erbracht werden kann.


    Eine Krankenversicherung ist etwas gaenzlich anderes. Wer in bestimmte Risikogruppen faellt, wird aus dem Versicherungsschutz ausgeschlossen. Wenn Versicherungen ihre vertraglich zugesicherten Leistungen nicht mehr erbringen koennen, ist der entsprechende Vertragspartner der Geschaedigte und nicht das ganze Volk - es kommt zur Insolvenz des Versicherungsunternehmens und nicht zur Finanzierung durch Steuergelder.



    Du vergleichst - wie leider viele - in diesem Fall Aepfel mit Birnen.




    mfG

    @ leosline:


    Zitat

    sollte er nach der auflösung ein guthaben höher als 8000.- besitzen, wird ihm sogar harz4 kompl. gestrichen und er muss auf eigene kosten seinen unterhalt bestreiten


    -> Um Gottes Willen!!! Du sagst, er muesse dann seinen Unterhalt mit eigenem Geld selbst bestreiten?! Das ist ja unfassbar !!


    (schon mal drueber nachgedacht, wer den Unterhalt Deines Freundes alternativ bezahlen muesste, wenn er es von seinem Vermoegen nicht selber taete?)


    Meinungen gibt es hier.... immer wieder erstaunlich.




    mfG

    Ich habe mit Sparkassen sehr gute Erfahrungen in Sachen Edelmetallgeschaefte gemacht und nie Transportkosten bezahlt. Silber wurde mir eigens mit einem Werttransporter aus ca. 80km Entfernung angeliefert. Kostenlos.



    mfG

    Hallo Kult, hallo zusammen.


    Das hier diskutierte Thema wurde schon an verschiedenen Stellen angesprochen und bringt - nicht ueberraschend - immer auch verschiedene Standpunkte hervor.


    Was in dieser Diskussion m.E. auf gar keinen Fall uebersehen werden darf, ist die individuell sehr unterschiedliche Lebenssituation / die sehr unterschiedlichen finanziellen Verhaeltnisse. Ohne diese konkret zu beruecksichtigen, wird sich niemals eine optimale Anlagestrategie finden lassen.


    Dem, der argumentiert, 20% des liquiden Vermoegens in physischem Gold sei entschieden zu wenig, erwidere ich, das 90 Kg Gold bei einem Vermoegen von EUR 5 Mio sehr wohl sehr viel physisches Gold darstellen - sicherlich mehr, als notwendig.


    Dem, der argumentiert, 50% sei zu viel, wuerde ich einen aufgeklaerten aber "verarmten" Studenten als Beispiel anfuehren, der vielleicht Ersparnisse von EUR 1.000 sein Eigen nennt und sicherlich auch 100% in physisches Gold investieren koennte.


    Um aber beim konkreten Bsp. zu bleiben, in dem der User Kult von einer schuldenfreien Immobilie und einigen Ruecklagen fuers Alter spricht, kann ich keinen Fehler darin erkennen, auch 100% der liquiden Ueberschuesse (nach Notreserven fuer kurzfristige groessere Ausgaben) in physisches Gold zu investieren. Zum einen steht Rendite nicht fuer jeden im Vordergrund, zum anderen macht Diversifikation nur dann Sinn, wenn es auch ausreichend lukrative Investmentmoeglichkeiten gibt. Viele Besitzer grosser finanzieller Mittel tuen sich z.Z. sehr schwer, eben diese lukrativen Investmentmoeglichkeiten zu identifizieren, so sie denn in Huelle und Fuelle vorhanden sein sollten...




    P.S.: Viel Freude beim Goldkauf.


    mfG