Hallo Wahoo, hallo Twinson,
eine interssante Diskussion, die ihr da angestossen habt. Generell ist die Frage ueber Sinn und Zweck und vor allem ueber konkrete Ausgestaltung eines Hedges aber komplexer, als Twinson's Schilderungen glauben liessen.
Wahoo:
Ich moechte grundsaetzlich zunaechst einmal davor warnen, derartige Entscheidungen ohne das eigene Verstaendnis zu treffen. Beratend zur Seite stehen koennen in diesem Fall sicherlich die entsprechenden Banker (die extremen Verschwoerungstheoretiker in diesem Forum, wie unser guter alter Thaiguru, beurteilen alles mit Banken in Zusammenhang Stehende ja leider als schlecht...). Bei offenen Fragen rate ich Dir, Dich an Lehrkraefte von Universitaeten im Bereich Finanzwirtschaft zu wenden - diese helfen zumindest bei der Theorie meist gern und wahren dabei eine gewisse Objektivitaet.
Zum Thema:
Zunaechst sind Optionen nur eine Moeglichkeit von Vielen, ein Waehrungsrisiko zu hedgen. Das Problem beim Hedgen mit Optionen ist aber, dass man (zumindest, wenn wir das synthetische Underlying in Form von einem sog. Risk Reversal aussen vor lassen) nur eine Marktseite hedged. Selbstverstaendlich hedged man die Marktseite, die Verlustpotential birgt. Die Kosten fuer diesen Hedge (umgangssprachlich Absicherung) in Form der Optionspraemie sind aber oft sehr hoch (u.a. abhaengig von der Vola des Underlyings). Beruecksichtigt man obendrein, dass die Laufzeit einer Option begrenzt ist, kann man die Optionspraemie p.a. als laufende Kosten des Investments betrachten.
Die Frage ist letztlich, ob man wirklich nur die Verlustseite hedgen (und in unserem Bsp. weiterhin die Aussicht auf Gewinne aus Wechselkursveraenderungen haben moechte), oder ob man das Wechselkursrisiko komplett eleminieren moechte, d.h. weder Verluste, noch Gewinne aus den Wechselkursschwankungen zu ziehen. Ein Anleger, der sich nach ausfuehrlicher Recherche fuer ein spezielles Investment entscheidet, sollte m.E. externe Risiken zu 100% eleminieren, es sei denn, seine Recherchen erstreckten sich ebenso ausfuehrlich auf genau dieses externe Risiko und er wuenscht gewissermassen eine zweite Investition genau in diesem externen Markt zu taetigen.
Konkret heisst das fuer Deinen Fall, lieber Wahoo:
Wenn nach Deiner Analyse auf entsprechende Zeit von steigendem Goldpreis in Dollar auszugehen ist, Du Dir aber wenig Gedanken zum Wechselkurs Euro/Dollar gemacht hast, solltest Du das Wechselkursrisiko nicht mit Optionen nur z.T. hedgen (da sehr kostspielig), sondern es zu 100% aus Deinem Investment eleminieren. Dies ginge entweder durch entsprechende Future-Kontrakte (wenn Du dazu Fragen hast, sag bescheid), oder durch einen Dollarkredit in entsprechender Hoehe (allerdings ist dies meist mit Zinsnachteilen verbunden, birgt aber im Gegensatz zum Future kein Ausfallrisiko, da Du in diesem Fall Geldnehmer waerest). Wenn Du Dich hingegen (was ich nicht glaube) ausfuehrlich mit den Zusammenhaengen des Euro/Dollar Wechselkurses und vor allem auch mit der Korrelation zwischen Euro/Dollar-Wechselkurs und dem Goldpreis in Dollar beschaeftigt hast, und nach Deinen Analysen die Ansicht gewonnen hast, der Dollar werde gegen den Euro abwerten und diese Abwertung werde negativ mit dem Goldpreis in Dollar korrelieren, so solltest Du Optionen als eigenes Investment in Betracht ziehen. In diesem Falle solltest Du nicht, wie Twinson raet, einen Dollar Put als Hedge kaufen, sondern einen Dollar Put als Investment erwerben - unabhaengig von Deinem Goldinvestment, das Du dann immernoch durch Futures, etc. hedgen kannst.
Gruss,
ghost_god