Nebelparder, hier muss ich Dir leider widersprechen.
Wenn die Bank mir ermöglicht, etwas zu tun, was ich will, wozu mir aber die Mittel fehlen, z.B. ein Geschäft eröffnen, so leistet sie etwas und kann eine Gegenleistung verlangen; ob wir die Zins oder anders nennen, ist egal. Ebenso kann mir egal sein, wie sie das macht; ich habe ja, was ich wollte.
Übrigens ist die Leistung der Bank mit der Gutschrift auf dem Konto nicht zu Ende. Der Kreditnehmer verfügt über den kreditierten Betrag, die Bank muss diese Verfügungen honorieren; bei Überweisungen im Clearingverkehr mit anderen Banken, aber auch Barauszahlung kann verlangt werden. Spätestens hier wäre Deine Beispielperson mit 100 € im Tresor am Ende. Die Bank ist es auch, wenn Belastungen und Gutschriften sich nicht die Waage halten. Deshalb funktioniert die Geldschöpfung auch nur im (annähernden) Gleichschritt.
Heimlich ist daran nichts; in jedem Anfängerseminar für Geld und Kredit wird es erklärt. Es gibt genug Bücher darüber, wissenschaftliche und populäre. Alles ist öffentlich, bis hin zu den Bankbilanzen. Die Bank verspricht nichts, was sie nicht halten will und (voraussichtlich) kann. Zum Betrug gehört eine Täuschungshandlung; die sehe ich hier nicht.
Man muss das gegenwärtige System nicht gut finden. Aber es hat für sich, dass es real ist und einigermaßen funktioniert. Wie lange noch - das ist eine gute Frage.
Gruß! Fritz