Hallo Vujan,
ein Fondsmanager ist nicht Herr seiner Entschlüsse. Bringen ihm die Leute Geld, so muss er kaufen, auch wenn er nach seiner Markteinsicht verkaufen würde; die cash-Quote ist meist beschränkt. Schlimmer: Wenn die Leute Anteile zurückgeben, muss er verkaufen, auch wenn eigentlich kaufen angesagt wäre.
Die Probleme wachsen mit der Größe, vor allem beim verkaufen (und das ist überhaupt das schwierigste). Wenn Du in einen Fonds einsteigst, erwirbst Du eine Menge Aktien, die der Manager heute nicht mehr kaufen würde, aber nicht schadlos abstoßen kann.
Kleine Werte, die gerade im Edelmetallsektor die interessantesten sind, kann der Manager gar nicht kaufen, weil er sie wegen der Marktenge im Notfall nicht schnell genug los wird. Er muss ja immer mit Rückgaben rechnen. Weiter binden ihn die (je unterschiedlichen) Fondsregeln. Selbst wenn diese einst sinnvoll waren: Die Welt steht nicht still.
Bei alledem habe ich stillschweigend vorausgesetzt, dass der Manager tüchtig ist und den Interessen der Fondsanleger dienen will. Die Mehrzahl ist wohl eher Durchschnitt. Sie gehen mit der Masse, weil sie sich darin sicher fühlen. Die Masse liegt aber meist falsch. Wer als kleine radikale Minderheit richtig liegt, wird dann womöglich noch von seinem Chef ausgebremst.
Der Manager startet also mit einem Klotz am Bein, eine Hand auf den Rücken gebunden. Darum bleiben die meisten Fonds hinter ihrer benchmark zurück. Und das kostet dann auch noch satte Gebühren. All das gilt übrigens auch, wenn die Position mit einer Frau besetzt ist.
Also habe und kaufe ich keine Fonds. Punkt.
Gruß! Fritz