Beiträge von Tollar

    Da bietet sich in den USA doch ein gänzlich anderes Bild. Schulden, wo man hinschaut. Außer bei Microsoft vielleicht.

    Nicht nur Microsoft, viele US-Unternehmen schwimmen in Cash. Die freuen sich schon jetzt auf die kommenden deflationaere Unternehmensbewertungen und stehen in den Startloechern fuer Uebernahmen. Bald wird man sich viele kleine Firmen oder Firmen nahe dem Zusammenbruch billigst einverleiben.

    Ich setze auf alternative Energie/Treibstoffe. Vornehmlich US-Titel sollten im Zuge der Wirtschaftsfoerderung profitieren, unabhanegig vom derzeitig niedrigen Oelpreis. Bereits ab 1. Januar 09 erstattet der Staat 1/3 der Kosten einer Photovoltaik-Anlage. Die Einspeiseverguetung ist auch nicht vom Oelpreis abhaengig.
    Entscheidende Argumente fuer die Foerderung alternativer Energien aber auch Kernkraft sind "Global Warming" und "Energy Independence". Der niedrige Oelpreis aendert an dieser Argumentation wenig.

    Den Effekt der Abgeltunsgsteuer hat so gut wie keinen Effekt auf den weltweiten Aktienmarkt. Das geht im Kurs-Rauschen unter. Lediglich auf Werte, in die vornehmlich in Deutschland Steuerpflichtige investieren, wird es etwas Wirkung zeigen.

    Ich befürchte, wer Geld anspart, ist am Ende der dumme, wenn das Schneeballsystem hoch geht...

    Richtig. Wenn das Geld-System "crasht", werden die Geld-Scheine wertlos. Sichere Wertaufbewahrung sind in so einem Fall nur Sachwerte. Die Frage ist aber 1., ob es zum Crash kommt und 2., wenn ja, wann ? Ich glaube aber nicht an das schnelle Ende der heutigen Geldsysteme. Momentan sehen wir erst mal eine Konsolodierung (=Deflation) der Geldmenge. Da ist es sogar sinnvoll, in Geld-Scheinen zu sein.

    Die Kalifornien-Pleite ist in dieser Finanzkrise das kleinste Problem, denn die Staatsquote der Wirtschaftsleistung ist wirklich sehr gering. Bisher geht alles seinen Gang, im Februar sehen wir dann weiter. Ich werde Euch dann live von der Pleite berichten.

    Hat jemand Zahlen, Daten, Fakten, Diagramme oder ähnliches zum Thema ?
    Ich kann schlecht einschätzen: Wie hoch ist die Verschuldung weltweit ? Wie hoch war die Wachstumsrate der Schulden weltweit in den vergangenen Jahren ?

    Diese Frage ist sehr einfach zu beantworten. Geld ist Schuld. Alles Geld ist von Banken als Kredit=Schuld in Umlauf gebracht worden. Wuerden alle Schulden zurueckgezahlt, existierte kein Geld mehr. Die gegenseitige Verschuldung von Staat, Wirtschaft und privatem Konsument ist ein Nullsummenspiel, da alle letztendlich das verliehende Geld von den Banken als Kredit aufgenommen haben muessen. Entscheidend ist die Bilanz nach Rueckzahlung aller Kredite. Es kann naemlich in der Gesamtbilanz nur so viele Schulden geben, wie von den Banken als Kredit ausgegeben wurde.
    Somit betragen die Schulden in der Gesamtbilanz der Geldmenge im Umlauf (aus den Geldmengen der jeweiligen Waehrungsraeume). Das Wachstum der Schulden in der Gesamtbilanz betraegt somit dem Wachstum der Geldmenge (in US-Dollar beispielsweise 16-18%/Jahr in den letzten Jahren vor dem Finanzcrash).

    Wobei aber das Präsidium von
    der Politik ernannt wird ... also Einzelentscheidung kann der Präsident nicht beeinflussen, aber
    wohl die langfristige Ausrichtung.

    Greenspan wurde von Reagan ernannt und war fast 19 Jahre im Amt. Er hat 4 Praesidenten, davon 3 republikanische und einen demokratischen sowie 10 Kongresse erlebt. Zudem ist die FED in ihren Entscheidungen voellig unabhaengig. Die Ernennung vom Praesidenten ist daher mehr ein symbolischer Akt umd den Anschein zu wahren, es handele sich um eine staatliche Einrichtung, was nach meiner Erfahrung auch die meisten Amerikaner glauben. Von oeffentlich-rechtlicher Anstalt kann aber keine Rede sein, denn die FED (dies sich aus den regionalen FED Banken zusammensetzt) gehoert defakto wie dejura ausschliesslich den sich beiteiligenden privaten Banken der USA (dividendenfaehige, stimmrechtslose Anteile).


    Die Moeglichkeiten der FED sind auch ziemlich beschraenkt, die wesentlichen Eckpunkte des privatisierten Geldsystems sind sowieso im Federal Reserve Act von 1913 unumstoesslich festgelegt. Lediglich ein Kongress kann dieses Gesetz modifizieren oder ausser Kraft setzen.


    Das Argument der Notwendigkeit der Trennung von Staat und Zentralbank ist unlogisch und daher ein vorgeschobenes Argument, um ein privatisierte Geldsystem (in Fakt ein legalisiertes Parasitentum privater Banken) zu rechtfertigen. Genausogut koennte man auch Polizei und Justiz privatisieren (wie es auch Rothbard forderte), weil man dem Staat grundsaetzlich misstraut. Dieses Argument ist unlogisch, denn es wuerde bedeuten, dass der Staat sich selbst misstraut. Das FED-Gesetz wurde ja von der Legislativen geschaffen und vom Praesidenten in Kraft gesetzt.


    Die FED verwaltet meines Wissens kein Vermoegen des Staates, sie druckt lediglich Geld im Austausch gegen Staatsanleihen (dies ist die Zuckerseite des Deals fuer den Staat).

    ....Angesichts dieses Kursanstiegs rentierten die zugrundeliegenden Bundesanleihen mit zehn Jahren Restlaufzeit zeitweise nur noch mit 2,89 Prozent. Eine ähnliche Renditeentwicklung war auch in den kürzeren Laufzeiten zu beobachten. Noch nie zuvor gaben sich Investoren bei der Neuanlage in deutschen Staatstiteln mit einer so geringen Verzinsung zufrieden....
    http://www.faz.net/s/Rub09A305833E12405A808EF01024D15375/Doc~E7AA279CDE1924703BE2E0D0AE92E8E58~ATpl~Ecommon~Scontent.html


    http://www.20min.ch/finance/news/story/S?Funds--13873141


    Es geht jetzt erst langsam richtig los! Ich weis es, direkt von der Front! Vor ein paar Wochen freuten sich die PK-Manager auf das "wichtige" neue Gesetz! Die schöne neue Hedgefundswelt beginnt gerade! :cursing:

    Sieht so aus, als ob sich in der Schweiz die defizitaeren Hedge-Fonds sich jetzt bei den Pensionskassen bedienen duerfen. Big Money sitzt eben immer am laengeren Hebel, da werden staatliche Regularien einfach zurechtgebogen. Im Klartext ist das Enteignung.

    Ich BEFÜRCHTE ab Neujahr geht es erst richtig los - diesmal mit Hedge Fonds - diese werden reihenweise Kapital verlieren und alle Kurse werden stürzen... bin schon gespannt...

    Denke ich auch. Das Delaveraging wird weitergehen. Und erhoehtes Misstrauen verbunden mit strengerer Regulierung wird diese Investmentklasse dahinsiechen lassen. Ich sehe langfristig einen Trend weg von Derivaten hin zu transparenten, konservativen Investments.

    Madoff war ein netter Mensch
    im Gegensatz zu den machtgierigen Typen bei Lehman-brothers


    Madoff war ein "moderner Robin-Hood" er hat den Reichen ein bischen Geld weggenommen
    und es für wohltätige Zwecke gespendet

    $1 Mio hat er in zwei Jahren fuer wohltaetige Zwecke gespendet, das entsprach sicher Madoffs Monatseinkommen. Im Gegenzug sind wohltaetige Einrichtungen in wesentlich hoeherer Summe geschaedigt worden.


    Interessant ist aber die Frage, wo ist all das Geld nach Abzug von Steuern und Spenden geblieben ? Ein Grossteil von den $50 Mrd muss noch da sein, nur eben neu umverteilt.

    Ein Verbrecher hätte sich doch das Geld überwiesen, oder sich damit seine Papiere hoch abgekauft. Vielleicht aber war der Short. Mann am ATL!!!

    Ich wuerde vermuten, eine kriminelle Bande hat sich ueber laengere Zeit den Zugang zu Depots verschafft (was niemand merkt, wenn dabei keine Spuren im Depot hinterlassen werden), um dann an einem bestimmten Tag gezielt zu verkaufen = Stock-Manipulation von Short-Sellern. Es sollte daher noch mehr Faelle geben.


    Die Bank sollte die IP-Adresse und Datum/Uhrzeit der Zugriffe auf die Depots geloggt haben. Du solltest nachweisen koennen, dass die IP-Adresse oder der Zeitpunkt des Zugriffs Dir unmoeglich war.

    Der Ruf dieser Investmentklasse ist wirklich nachhaltig runiert. Wie soll man wissen, ob hinter einem Investment nicht ein "Madoff" steckt ? Wenn man die Geschichten um Villehuchet liest, wird einem klar, dass selbst alte Hasen im Geschaeft mit Jahrhunderten an Erfahrung vor so einem Betrug nicht geschuetzt sind. Sicher wird es immer genuegend Dumme geben, aber die einigermassen Schlauen werden sich von dieser Investmentklasse abwenden.

    Was wenn es nur ein Ablenkmanöver vor echten Verlusten ist?

    Ganz bestimmt rufen hier viele einfach nur "Foul", um daraus irgendwie einen Nutzen zu ziehen. Ich sehe nicht nur den Fall Madoff, sondern die gesamte Finanzkrise eine willkommene Gelegenheit hier andere fuer selbstverschuldete Verluste verantwortlich zu machen. Obendrein bekommt man, falls man maechtig genug ist, diese Verluste sogar vom Steuerzahler beglichen, egal ob aus CDO-Schaden oder eigenem Missmanagement. Es ist alles nur eine Frage der kreativen Buchfuehrung.

    Wer sagt denn, dass die FED und die Währung namens US-Dollar miteinander verheiratet sind ?

    Es gibt US-Dollars und FED-Dollars. US-Dollars werden von der Regierung herausgegeben (Muenzen, in der Vergangenheit auch Noten). Die FED gibt die FED-Dollars heraus.


    US-Dollar - man beachte die oberste Zeile "United States Note" (staatliches Geld). Diese Note wurde bis 1963 herausgegeben und ist heute noch gesetzliches Zahlungsmittel in den USA (insofern man noch so eine Note irgendwo bekommt).



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    FED Dollar - Vergleiche die oberste Zeile "Federal Reserve Note" (privates Geld). Aeltere Ausgabe:


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    Einen Unterschied zwischen FED und EZB sehe ich nicht, da es die Bankeliten geschafft haben in JEDEM Land der Welt ein fiat money - System zu etablieren und eine Zentralbank. Die Wurzel dieses Übels sitzt überwiegend in den USA und Grossbritannien.

    Die Wurzeln des Fractional Reserve Bankings reichen bis ins spaete Mittelalter. Zuerst wurde das Geldruckmonopol und -privileg in Grossbritannien im 17 Jh. staatlich legalisiert. Die Englischen Kolonien in Nordamerika konnten sich von diesem System durch den Unabhaengigkeitskrieg befreien. Benjamin Franklin gab schon vorher eigene Noten aus, was die englischen Banker auf den Plan rief, da sie ihr Gelddruckmonopol (und die damit verbundenen Zinseinahmen) nicht verlieren wollten. Die USA konnten sich lange von diesem System freihalten, bis es durch Einfluss der Rothschilds London und anderen Bankern gelang, mit der Etablierung der FED 1913 das staatlich sanktionierte Gelddruckmonopol und -privileg in Nordamerika wieder einzufuehren. Nach dem 2. WK wurde die Bundesbank nach dem Vorbild der FED geschaffen. Anderen europaeischen Laendern mit amerikanischem oder britischem Einfluss ging es sicher aehnlich. In den USA gibt es heute Bestrebungen "von unten", dass Fractional Reservebanking wieder abzuschaffen, was durch die Legislative einfach moeglich waere. In der EURO-Zone geht das nicht so einfach, da m.W. keine Legislative ein EZB-Gesetz mit Geltungsbereich in der gesamten Euro-Zone verabschiedet hat. Einzig der Austritt einzelner Laender aus dem Euro waere moeglich (im Falle Deutschlands oder Frankreichs sicher das sofortige Ende des Euros).


    Ob FED, BoE, ECB, BoJ ... alle betreiben im Prinzip das gleiche System, nur mit etwas unterschiedlichen Parametern und Feinheiten.