Beiträge von Tollar

    Tollar,


    wieso gibt es bei Euch nicht etwas Ähnliches wie das deutsche Kreditwesengesetz, um die "bank runs" zu
    stoppen und die Haifischbecken auszutrocknen ?


    Grüße

    Das gibt es, doch mit so eine Massnahme waere dann wirklich der Show-Down endgueltig eingeleitet.


    Aber hier ist noch alles im normalen Bereich. Komme jeden Morgen an ca. 12 Bankfilialen vorbei. Keine Bank Runs zu sehen. Der Kundenverkehr ist normal (kann man immer sehr gut im Vorbeifahren an der Parkplatzauslastung sehen), selbst bei der Wamu.


    Man muss vermuten, dass am Ende ein kleines Oligopol an Riesenbanken übrig bleiben wird. Marx bekommt recht - wenn auch 150 Jahre später als gedacht.

    Die Finanzwelt ist momentan ein Haifischbecken, Kannibalismus pur. Aktionaere werden willkuerlich enteignet und die Grossen erreichen eine kritische Masse, da werden kaum Kleine ueberleben. Das alles hat nichts mehr mit freier Marktwirtschaft zu tun.

    Hier mal eine CONTRA-Meinung (nicht meine):
    Gestern (oder vorgestern) nachmittag Interview auf DLF mit Gunnar Heinsohn (Uni Bremen) über die Finanzkrise. Heinsohn hält das 700Milliarden-Paket für einen guten Schachzug und ein großartiges Geschäft für den amerikanischen Staat.
    Weil die Bevölkerungszahl (typisch Heinsohn, der hat eigentlich immer nur ein Thema) in den USA noch wächst und auch in Zukunft wächst, werden diese mit Immobilien gedeckten Finanzpapiere in der Zukunft gut absetzbar sein, weil die Deckungsmasse, also die Immos einen sicheren Absatz und damit Wert haben werden.
    So meine Kurzfassung seines Interviews.

    Es waere vor allem ein grossartiges Geschaeft fuer die Banken. Sie bekommen ihre Verluste vom Steuerzahler erzetzt. Ob die Banken dadurch mehr Kredite ausgeben um den Immobilienmarkt wieder anzukurbeln, ist stark anzuzweifeln. Es waere viel sinnvoller die $700 Mrd an die Verbraucher direkt zu verteilen.


    Heinsohn irrt bei der Bewertung der Immobilien in den US gewaltig. Er ignoriert die Fundamentaldaten voellig. Ein durchschnittliches Haus kostet heute immer noch 6..8 durschschnittliche Jahreseinkommen. Das historische Mittel betraegt 3..4 (wo wir noch weit entfernt sind). Unter normalen Kredit-Bedigungen kann sich der Durchschnitt einfach kein Haus leisten. Wir haben es mit einer gewaltigen Spekulationsblase zu tun. Wenn wir auf normalen Bewertungen angekommen sind, koennen wir erst wieder an einen Anstieg der Hauspreise denken. Zumal es nicht wieder zu einer naechsten derartigen Immobilienblase so schnell kommen kann, denn der Hyptothekenmarkt ist defakto verstaatlicht und es wird ganz sicher eine staerkere Regulierung von Krediten geben. Der sichere Absatz der Junk-Kredite waere nur gewaehrleistet, wenn wir die naechste Blase in 15..20 Jahren sehen (Immobilienzyklus) und die Preise inflationsbereinigt auf das Niveau der alten Blase gelangen. Das ist aber ein ziemlich optimistisches Szenario. Heinsohn hat scheinbar noch nie etwas von der japanischen Immobilienkrise gehoert und er sollte sich mal bei Case-Shiller einlesen.

    Hoere gerade die Zusammenfassung auf CNN:


    Die US-Medien stehen Kopf. Eine Kommentatorin meinte, das sei verrueckt, so was habe sie noch nie in ihrem Leben gesehen. Einige Republikaner haetten eine "Handgranate im Weissen Haus geworfen", sie kuemmerten sich einen Dreck um Bush oder McCain. Bush wurde von einem Kommentator ein "High-Function Moron" genannt auf (auf CNN!).


    McCains Position sei es keine Positition zu haben. Obama bleibe relativ distanziert, aber er koenne es sich erlauben. Aktuelle Umfrage 47:43 fuer Obama.


    Nebenbei: Palin wurde zu ihrer aussenpolitischen Kontakten mit Russland gefragt: "Wenn Putin nach Amerika kommt, fliegt er als erstes ueber Alaska..." Cooper (CNN) runzelt die Stirn ueber diese Antwort. Der Ausschnitt wird oefters wiederholt. Ein Kommentator meinte, sie haette etwas weniger Dummes sagen sollen. Jetzt wird gerade das ganze Palin-Interview Frage fuer Frage von den Kommentatoren auseinandergepflueckt. Gute Nacht.

    JPM übernimmt Vermögenswerte von 308 Milliarden + Einlagen von 188 Milliarden für den lächerlichen Preis von 1,9 Milliarden, aber die Schulden bleiben außen vor? Und die Aktionäre und Gläubiger gehen leer aus?

    Die $1.9 Mrd erhaelt die FDIC, nicht die WAMU !


    Aktionaere stehen als letztes in der Schlange.

    In der Tat wirkt das wie ein Putsch-Plan. Bisher bleiben aber viele Kongressler und Senatoren eisern und verweigern die Freigabe fuer Pauslon Plan. Jeder US-Buerger kann seinen Kongressmann anrufen (das ist in den USA eine uebliche Instanz zur Buergernaehe) oder e-mails schreiben. Ein Kongressmann liess im Radio verkuenden, nur eine von ueber Tausend Reaktionen sei fuer den Paulson-Plan. Nicht zu vergessen am 4. Nov werden auch die Kongressler gewaehlt.

    es wird viel, viel teurer!


    Nobelpreistraeger Stiglitz hat eine wesentlich hoehere Summe veranschlagt. Das Platzen der japanischen Immobilienblase hat dem Steuerzahler dort 20% des GDP gekosten (umgerechnet auf US GDP = $3 trillion). Zahlreiche Kommentatoren in den USA schaetzen die $0.7 trillion als Untergrenze ein, die man locker mit 2 oder 3 multiplizieren sollte.

    FDIC hat Wamu beschlagnahmt. JP Morgan uebernimmt Wamu fuer $1.9 Mrd von FDIC (Geld geht and FDIC, so verdienen die Jungs sogar Geld),




    "...JPMorgan Chase & Co. Inc. acquired the assets of Washington Mutual Inc.'s banking operations Thursday after federal regulators seized the ailing thrift, the company's largest....The deal will cost JPMorgan Chase $1.9 billion.... "


    http://biz.yahoo.com/ap/080925…shington_mutual.html?.v=8

    Bedenkenswert ist auch folgendes:
    In die Zeit des Zinsverbotes fällt die überwiegende Zahl der deutschen Städtegründungen, der Bau zahlreicher europäischer Kathedralen sowie ein massiver Bevölkerungsanstieg in der Zeit des Hochmittelalters. Die Phase des Zinsverbotes deckt sich mit der Epoche der Gotik (1140-1500).

    "Die „Brakteatenzeit“ – Deutschlands glücklichste Zeit

    Diese 300 Jahre von etwa 1150-1450 waren Deutschlands glücklichste Zeit: Das damalige Silberbrechgeld, die sog. „Brakteaten“ (bractes = dünnes Blech), „drehten sich“ 52 mal schneller als unser heutiges Zinsgeld, weil beim halbjährlichen Umtausch der Münzen Umtauschgebühr zu zahlen war und Geld „sparen“ sich deshalb nicht lohnte. Um dem Umtauschverlust zu entgehen, gaben es die Bürger lieber schnell wieder für Waren oder Handwerker aus, verliehen zinslos Geld, das sie selbst nicht unmittelbar benötigten oder spendeten es für Dombauten. Aus dieser Zeit stammt auch das Sprichwort „Handwerk hat goldenen Boden“. Die Folge: 300 Jahre ununterbrochener wirtschaftlicher und kultureller Aufschwung. Fischerdörfer wuchsen zu mächtigen Hanse-Städten. Der Handel blühte. Arbeitslosigkeit und Armut war jegliche Basis entzogen. Die kaum mehr als 20.000 Bürger der - nach heutigen Begriffen kleinen - Stadt Köln hatten genug Geld, um das größte Dombauprojekt aller Zeiten in Angriff zu nehmen – mit der Technik vor 800 Jahren, ohne Kräne, Alu-Gerüste, Diamant-Schneidmaschinen, etc.! Die Bauern hatten Silber-Knöpfe an ihrer Kleidung und die Adligen beschwerten sich, daß die Handwerksmeister samtene Anzüge trugen und von ihnen äußerlich nicht mehr zu unterscheiden waren. Es gab die Vier-Tage-Arbeitswoche mit dem „Blauen Montag“, damit sich die „Arbeitsleut’“ von den Wochenend-Feierlichkeiten vor Arbeitsbeginn wieder erholen konnten. Die Wochenarbeitszeit lag bei 20-30 Stunden und es gab mehr als 150 arbeitsfreie Feiertage. In den Gasthöfen gehörte Silberbesteck zum allgemeinen Standard. Die Menschen lebten nicht, um zu arbeiten, sondern sie arbeiteten, um zu leben. Der weit verbreitete Wohlstand wurde durch Arbeit erworben und nicht durch leistungslose Zinsen. Wer nicht die Absicht hatte reich zu werden, konnte mit einer kurzen Arbeitszeit seinen Lebensunterhalt verdienen."

    JPMorgan Chase(JPM Quote - Cramer on JPM - Stock Picks) will reportedly buy the deposits of troubled bank Washington Mutual(WM Quote - Cramer on WM - Stock Picks), as well as some WaMu branches, in a deal brokered by the federal government.


    The Wall Street Journal's online version reported late Thursday that the transaction would not affect the funds of the Federal Depsoit Insurance Corp.


    JP Morgan will offer more details in a conference call at 9:15 p.m. EDT.


    "Federal regulators have been heavily involved in orchestrating the transaction, which comes as WaMu grapples with its bad mortgage loans. Regulators were hoping to fend off a collapse of WaMu, which, with more than $300 billion in assets, would mark by far the largest banking failure in U.S. history."


    "Several bidders attracted ...But they worried that deepening losses, which could reach an estimated $30 billion, would make it difficult for them to absorb the troubled bank."


    Die waren also ganz knapp vorm Bankrott.

    Sen. Richard Shelby, ranking Republican on the Senate Banking Comittee: "It will not solve problems, it will create more problems."


    Chris Dodd, chairman of the Senate Banking Committee: "I'm not quite sure what John McCain said at the meeting. He said something. ... He had no indication he was for any particular plans. I don't know where he is on all of this"


    Republican aides: there is still major opposition to the "agreement on fundamental principles."


    Sen. Richard Shelby, R-Alabama: "we will not have a deal."


    Boehner, R-Ohio, has tapped a group of House Republicans to develop alternative ideas.


    http://www.cnn.com/2008/POLITI…/campaign.wrap/index.html

    Ja, könnte man sofort in ein KL umwandeln... Tippe aber eher auf Schweine- oder Rinderzucht. Ich kenne die typischen VSRA Zuchten nicht, erinnert mich aber stark an die LPG der DDR bzw. die Massentierhaltung auch in Deutschland.

    Von aussen sah das mehr aus wie Lagerhallen. Hab aber nicht angehalten. Beim naechsten mal, falls ich vorbeikomme, halte ich an und mach Photos. Falls ich dran denke.


    Sicher, man kann alles in ein Lager umwandeln, jede Lagerhalle, jeden Baumarkt, jedes Stadion, jeden Bahnhof...da sind schon mal theoretisch alle Laender potentiell vorbereitet. Warum haben die neuen Fussballstadien in Deutschland alle Daecher bekommen ? Dann die vielen Security-Einrichtungen, Metalldetektoren, Video-Ueberwachung rund um die Stadien ? Alles nur wegen den Hooligans ? Denk mal drueber nach.

    Es ist die Frage, woher die neue Waehrung kommt, wie sie eingefuehrt wird. Eine Waehrungsreform kann auch von unten kommen. Gemeinden, Staedte und Landkreise fangen an eigenes Geld zu drucken, dass dann langsam die Zentralbankwaehrungen verdraengt. In den USA gibt es mehrere Projekte, so wie den silber-gebundenen Liberty-Dollar in Evansville, Indiana.
    http://goldseitenforum.de/inde…page=Thread&threadID=7107
    http://goldseitenforum.de/inde…page=Thread&threadID=2289