Beiträge von Tollar

    […]

    Es gilt auch hier der Grundsatz: Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen. Die Rest-Schulden ist man nicht automatisch los, aber wenn man kein ueberschuessiges Einkommen mehr hat, ist nichts zu holen. Zudem gibt es kein Meldepflicht, man kann seinen Namen aendern usw.. I.d.R. sind die Schuldner aber wirklich bankrott. Nach 7 Jahren muss sowieso alles aus der Credit-History geloescht sein, selbst ein Privat-Bankrott. Dann kann man wieder als weisses Blatt anfangen und eine kreditwuerdige Credit-History ist bereits nach 1..2 Jahren aufgebaut.

    Schon der gute Sinclair hatte festgestellt, daß Prechter lautstark in den US Medien erscheint, sobald der $ wackelt.

    So "influential" ist Prechter nun wiederum auch nicht. Ausserdem hier gibt es keine Schaltzentrale fuer den Dollar oder die US-Wirtschaft, hier gibt es nur materielle Interessen verschiedenster Art.

    Allgemeiner Konsens unter den Wirtschaftswissenschaftlern scheint zurzeit zu sein, dass die enorme Ausweitung der Geldmenge zu einer Inflation führen muss.

    Von wem werden denn diese "Wissenschaftler" bezahlt ? "Dass das so tun muss" reden die doch schon seit Quartalen, nur leider passiert genau das Gegenteil.

    Sakura, das in den Tankern liegende Öl ist bereits auf Termin verkauft! - da gibt's kein Preisrisiko mehr.

    Aber nur wenn der Termin-Kauefer bei Lieferung noch nicht insolvent ist. Ein Chapter 11 habe schon so mache Firmen genutzt, um sich vor dummen Terminvertragen zu befreien.

    Schulden = Geld.


    Nun dann frage ich mich, wenn 50% der Schulden einfach eliminiert werden, dann wird es sicher Investoren geben, die 50% ihres Geldes verlieren würden.
    Also würde man nicht nur 50% der Schulden, sondern auch 50% des ausgeliehenes Geledes vernichten.
    Die Banken müssten dann 50% als Verlust abschreiben...

    Wenn alle Schulden zurueckgezahlt sind, gibt es kein Geld mehr. Die Bank loescht bei Tilgung den rueckgezahlten Kredit aus dem Bestand sowieso, weil sie es ja vorher ueber die Giralgeldvermehrung erzeugt hatte. Einzig den Zins streichen sie ein. Die Banken verloeren also nur einen Teil des Zinses. Einzig waere die Frage zu klaeren, was mit dem Eigenreserven der Banken passiert. Vermutlich wuerde man diese nicht schroepfen, die Reserve-Ratios stimmen ploetzlich wieder, das gesamte Bankenwesen waere auf einen Schlag saniert. Die faulen Kredite waeren ueber Nacht verschwunden, die Kreditexpansion kann neu durchstarten, die Banken haben wieder Wachstum, nehmen Zinsen ein. Der teilweise verlorene Zins koennte schnell durch ein neues Kreditwachstum wettgemacht werden. Vor allem gibt es wieder Perspektiven fuer das Bankenwesen. Das waere doch im Interesse der Banken.

    So ein Währungsschnitt wie ich beschrieben habe, würde wie gesagt die Deflation nicht aufhalten, sondern umgekehrt verstärken.

    Gruenundblau, die Wirkung haengt immer von den genauen Bedingungen ab. In den USA bei einer fast reinen schuldbasierten Konsumtion der Bevoelkerung und 70% Anteil des Privatkonsums am BIP wuerde ein Halbieren der Schulden Wunder wirken und die Kreditvergabe ankurbeln, weil den Schulden ploetzlich wieder hoehere Realwerte entgegen stehen. Ein Haus unter Wasser kann man ploetzlich wieder bis zu 50% des Wertes neu beleihen. In vielen Laendern, auch vielen Euro-Laendern sind die Bedingungen aehnlich zu den USA. Dazu kommt die hohe Verschuldung der oeffentlichen Haushalte in Deutschland. Ein Schuldenschnitt wuerde zu einer neuen Ausgabenorgie fuehren. In Deutschland und einigen wenigen anderen Laendern mit seiner sparbasierten Konsumtion der Bevoelkerung waere das auf jeden Fall deflationaer. Der deutsche Sparer waere natuerlich der gekniffene.

    Ein EInbruch von 140 auf 35 war HEFTIG. Hätte das einer gedacht? NEIN!

    Ja das war schwer vorstellbar bei der damals allen einleuchtenden Fundamental-Argumenten wie Peak-Oil und China-Wachstum. Aber wir sollten uns auf noch mehr Ueberraschungen einstellen. Und nur das Unvorstellbare ist wirklich ueberraschend.


    Massenhaft Oel schwimmt derzeit regelrecht auf den Weltmeeren. Die derzeit fuer den Transport ueberschuessigen Oeltanker dienen als Lagerstaetten und treiben vollgepumpt mit Oel auf dem Golf von Mexiko wenige Meilen von den Umschlagplaetzen entfernt herum. Der Oelpreis muss nur wieder auf 40 Dollar fallen und wenn die Besitzer des Tankeroels in Panik geraten, dann wird der Preis in den Keller rauschen. $10 - warum nicht ?

    Offizieller Preisindex CPI -1,9% . Selbst der CPI nach dem alten Modell faellt auf 1,2 %. Selbst der alternative Preisindex auf ShadowStats (allgemein als die wahre oder echte Teuerung angsehen) faellt auf den niegristen Stand siet vielen Jahren.



    CPI:
    [Blockierte Grafik: http://tinyurl.com/lbo4gn]


    CPI nach altem Modell:


    [Blockierte Grafik: http://tinyurl.com/aba2b8]


    Alternative Preisindex (ShadowStats):


    [Blockierte Grafik: http://shadowstats.com/imgs/sgs-cpi.gif]

    Ist im inflationären Italien (hat jemand Statistiken zur Lira ab WWII? ) die Elite dadurch arm geworden?

    Haengt davon ab, wie starkt dieses Eliten in festverzinslichen Anleihen oder in Sachwerten investiert waren. Wenn die Eliten es wollen, wuerden sie rechtzeitig umschichten und ihre Anleihen an die Dummen "vermarkten". Da sehe ich aber kaum Anzeichen. Besonders der Markt fuer Luxusimmobilien und Kunstgegenstaenden (ein klassischer Inflationshedge der Eliten) ist derzeit im Niedergang. Edelmetalle sind stabil, einzig Aktien zeigen den "Fluchtrend" aber die Umsaetze sind doch sehr duenn. Ich denke die Eliten setzen mittelfristog immer noch auf Deflation mit festverzinslichen Anleihen.

    - Problem 1) Autoindustrie. Ein Konsumgut, für das erst angespart werden muß. Ok, Kredite sollten es ermöglichen
    - Problem 2) Lebensversicherungen und andere Altersvorsorgeprodukte.

    In D schwer vorstellbar, aber in den USA z.B. werden Konsumgueter fast immer auf Kredit gekauft, selbst Fernseher und Waschmaschine und sogar die Heckenschere. Altersvorsorge ist meist wertpapierbasiert und die selbstgenutze Immobilie wird im Alter versilbert, zinsbasierte Lebensversicherungen sind eigentlich unbekannt. Dazu hat der Ami Schuldnen ueber Schulden. Also 50% weniger Schulden auf einen Schlag und gleichbleibende Einkommen - danach lechzt der Ami er kann wieder leveragen und die Kreditexpansion kann neu durchstarten. So ein Reset waere bei mindestens 70% der Bevoelkerung willkommen. Aehnliche Situation in GB und den meisten anderen Laendern, die exotischen Deutschen mit ihrem "Spartick" und "Riesterrenten" werden da gar nicht gefragt, zumal das Umlageverfahren bleibt davon unberuehrt. Wenn dann kommt der Reset sowieso als Globalreset.

    Da wird es hingehen, hin zu den echten Werten. Hier in Kalifornien gibt es den Mendo-Dollar eine lokale getreidegesicherte Waehrung. Akzeptiert als lokales Zahlungsmittel und jederzeit gegen Getreide einloesbar.

    [url]http://campfire.theoildrum.com/node/5158#more
    [/url]


    [Blockierte Grafik: http://www.theoildrum.com/files/MendoCredits.small_.jpg]
    Mendo Credits sind zu 100% durch festgelegte Mengen von Bohnen, Triticale (Kreuzung zwischen Roggen und Weizen) sowie braunen und weissen Reis abgesichert.


     [Blockierte Grafik: http://www.theoildrum.com/files/BankofWillits.jpg]


    "Bank of Willits" Praesident Richard Willoughby, der stolz auf die Ausgabe von Mendos durch seine Bank ist und sie echtes Geld nennt.

    Im Übrigen, Prechter hat wie ich meine nicht ausgeschlossen, dass eine Deflation im Kollaps enden kann.

    Das waere sogar noch der best-case. Worst-case waere die Japanische Krankheit auf 20 Jahre.


    Dazu kommt politischer Druck von unten, viel aufgeweckter und radikaler als in Deutschland. Teils von Politikern wie Ron Paul "Abolish the Fed" oder auch der Unmut ueber moralische Schieflagen a-la Boni vs. Foreclosure vom "ungebildeten Mob", der aber das 2nd Amendment der Verfassung sehr gut kennt und drauf pocht.


    Expect a major house-cleaning, a second American Revolution. ... Next time voters will take a page from the history books about past revolutions in the American Colonies, France and Russia.....

    • Lobbyists' power is lethal to our values. Special interests are running and destroying American democracy, will self-destruct.
    • ..
    • America's wealth gap will trigger grass-roots rebellion. Wall Street's greed is so pervasive, gluttonous and obvious the rest will rebel.
    • ..
    • The "Goldman Conspiracy" will be a target for retribution. Goldman's hubris is most egregious and flagrant. Their arrogance will backfire.
    • ..
    • The Fed's shadow banking will collapse under excess debt. Central bank balance sheets overdrawn, feeding new bubble with cheap money.
    • A"Black Swan" of huge unintended consequences. Next bubble, highly unpredictable, huge collateral damage on Wall Street.

    http://www.marketwatch.com/sto…2-2009-08-11?pagenumber=2


    Der Staat und die Banken werden das Schneeballsystem solange weiterfahren, wie es eben geht. Ein "Reset" wird eher von unten kommen.

    Ja, nach dem Krieg war Deutschland wirtschaftlich und moralisch am Boden und man konnte ALLES durchziehen.

    Ich wuerde nicht ausschliessen, dass man in Deutschland bald ALLES durchziehen kann bzw. sogar muss. Sicher ist das heute schwer vorstellbar, aber die meisten Deutschen hielten eine Niederlage bis 1944 vermutlich auch fuer sehr schwer vorstellbar.

    Neue Währung in dem Sinne: Schulden werden halbiert und Guthaben (Giro oder Bar) werden nur zu 10% erstattet.
    Schwachsinn. Ein Staat, der seinen Bürgern 90% der Guthaben nimmt, ihm aber 50% der Schulden läßt, würde das nicht überleben.

    Naja, das gab es schon mal so aehnlich in Deutschland 1948.

    Die Verstaatliche HRE plant ein Kahlschlagprogramm.


    ....Wichtigster Teil seines Sanierungsprogramms ist eine drastische Verkleinerung des Konzerns mit dem Abbau von Arbeitsplätzen und der Schließung von Standorten....
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,642238,00.html


    Die Konsumenten verschwinden, aber wichtiger ist, dass das BIP um 0,3% explodiert.


    Alter DDR-Witz: Warum sitzen in den Reichsbahnzuegen immer verstreut Genossen ? Wenn der Zug wegen Lokschaden liegenbleibt, ruckeln die Genossen im Takt nach vorn und zurueck, damit der Rest denkt, es geht weiter.