Beiträge von Tollar

    Ich gehe jede Wette ein, dass die GM Insolvenz noch vor nächster Woche bekanntgegeben wird - es sei denn, die USA übernehmen den Laden komplett um die Insolvenz abzuwenden - was ich für unmöglich halte.

    Hehehe, die Insolvenz ist doch schon laengst ausgemachte Sache (steht direkt vor Deinem Beitrag).


    Headline auf Bloomberg:




    General Motors Will File for Bankruptcy Protection June 1
    General Motors Corp. plans to file for Chapter 11 bankruptcy protection June 1 and sell most of its assets to a new company, people familiar with the plan told Bloomberg News. The automaker, the world's largest car manufacturer until 2008, seeks to rebuild around assets such as the Cadillac and Chevrolet brands.

    Die Kreditkrise trifft zunehmend Kreditnehmer mit guter Bonitaet. 6% der sog. "Prime Borrowers" sind mit der Rueckzahlung ihres Hauskredites im Rueckstand, wobei sich die Saeumnisquote dieser Gruppe im Jahresvergleich verdoppelt hat. Insgesamt sind 12% aller Hauskreditnehmer im Zahlungsrueckstand. Der Trend wird sich bis Ende naechsten Jahres fortsetzen.


    Borrowers with good credit fuel foreclosures in 1Q


    ...The impact has now filtered out, consuming homeowners who until recently had a good track record of paying their bills on time. Nearly 6 percent of these prime borrowers with fixed-rate mortgages were past due or in foreclosure, nearly doubling in the last year...
    And the trend is predicted to continue until the end of next year, about six months after unemployment is expected to peak....

    http://finance.yahoo.com/news/…-credit-apf-15376981.html

    Der DWI-Chef hat sich heute in der Rheinischen Post zu Wort gemeldet mit der Forderung die MwSt ab 2011 auf 25 % zu erhöhen.

    Halte ich fuer politisch kaum durchsetzbar aber wenn man die Diskussion ein Weile geschickt am Koecheln haelt, ist das eine sehr wirksame psychologische Konjunkturmassnahme nach dem Motto: "Konsumiert Leute konsumiert, bevor wir die Steuern raufsetzen"....lasst Euch von denen bloss nicht verarschen.

    Die Frage ist nur noch, ob geordnete Insolvenz moeglich ist, oder nicht. Es haengt davon ab, ob bis Samstag 17.00 Uhr New Yorker Zeit eine Mehrheit der Glaeubiger den Bedingungen zustimmt. Das Verfahren wurde dann 2 bis 3 Monate dauern. Sollten sie bis zur Fristsetzung am Samstag nicht zustimmen, kann sich das Verfahren sehr lange hinziehen.
    Sollte eine goerdnete Insolvenz stattfinden, waere das US-Schatzamt zu 72.5% Eigentuemer einer neuen GM. Opel koennte dann an Investoren verkauft werden.


    General Motors Corp., the world’s largest automaker until its 77-year reign ended in 2008, plans to file for bankruptcy protection on June 1 ...
    http://www.bloomberg.com/apps/…top_news&sid=a26dHH0N6LvY

    Und ohne Zwingmittel sind Schuldscheine eh fundamental wertlos.

    Diese Zwingmittel gibt es abernachwievor und uneingeschraenkt. Richter werden das durchsetzen, denn Geld ist vom Gesetz sanktioniert. Wer verschuldet und verarmt ist, kann sich von Sklavenarbeit bis Zwangspfaendung immer noch befreien. Schulden werden nie vergeben, irgendjemand muss sie immer zahlen. Selbst wenn ein Insolvenzrecht den Schuldner freischlaegt, muss jemand anders dafuer aufkommen, meist die Allgemeinheit in Form von Gebuehren und Steuern. Was die Staatsverschuldung angeht, kann sich der Staat von Schulden befreien, indem er sich selbst ausverkauft - so sinnlos es auch ist. Man faengt mit Land und Infrastruktur an und "arbeitet" sich rauf bis Parlament und Richter. Das ist doch das uralte Spiel der Money-Masters .

    Eben, beides ist pleite

    Aber es gibt einen Unterschied (siehe auch meine Signatur): In der Inflation gehen die Galeubiger pleite, in der Deflation die Schuldner. Es ist aber ein ungleiches Spiel (siehe nochmal meine Signatur). Der Gewinner bekommt am Ende alles, die Spielkarten (Schuldscheine) kann man dann beiseite legen, was am Ende neu verteilt wird, sind die Sachwerte.


    Deflation wuerden die Glaeubiger niemals propagieren, stattdessen propagiert man Inflation, denn die Glaeubiger wollen ja immer mehr Kredite an die Schuldner verkaufen.... Werbung ist eben alles.

    Zitat von »auratico«
    Bleibt natürlich die Frage, was im Falle eines Abverkaufs der gegenwärtigen Bärenrally bei den Standardwerten diesmal mit den Goldwerten geschehen würde - denn die frühen Vögel sitzen hier nun auf gewaltigen, innerhalb weniger Monate akumulierten Buchgewinnen.


    Ja, das ist die Frage aller Fragen. Ich glaube nicht, dass ein Sell-Off bei den Standardwerten im derzeitigen Umfeld voll auf die Minen durchschlagen würde. Aber er könnte für erhebliche Vola sorgen. Deshalb ziehe ich den SL bei den Minen sehr viel "laxer" nach als bei Standardwerten und bin damit bisher ganz gut gefahren.

    Vergleicht einfach mal den GDX mit dem S&P seit Anfang 2009. Der GDX laesst zwar etwas Federn in einem Market-Sell-Off, aber das ist eine gute Gelegenheit bei Goldminen nachzukaufen. Ausserdem betraegt die Korrelation von GDX zu den Standardindizes nur 37% statistisch gesehen.


    Aber wer sagt, dass es wirklich zum Sell-Off kommt ? Denkbar waere auch eine Dahinduempeln der Standardindizes bis zum Herbst.

    "Ohne Minus-Opel, steigt die Insolvenzmasse von GM" :D




    NEE,NEE, OPEL kommt unter dem GM-Insolvenzhammer und deren Gläubiger werden bestimmen, was davon, an wen auch immer, nun übrig bleiben wird.

    Genauso isses. Warum sollten die Glaeubiger billig abgeben, wenn der Insolvenzhammer mehr bringt. Money rules ! So einfache Zusammenhaenge sollte auch Dr. jur. Freiherr von und zu Guttenberg gut verstehen. Die patriotischen Zirkel im Kanzleramt sind zwar sinnlos aber aeusserst wahlkampfwirksam.


    Und natürlich "druckt" die FED, wenn auch im Dreiecksgeschäft über die "Primary Dealers", die für ihr Feigenblatt-Amt noch schön Provisionen verkleidet als Zinsdifferenzen kassieren.


    Das sehe ich mehr als symbolische Massnahme um den Absatz anzukurbeln. Inflationspropaganda (die Psychologie ist der Schluessel, nicht die Geldmengen) zur Deflationsbekaempfung nach dem Motto: "Wir von der FED schaffen Inflation!" (Wer der Werbung glaubt ist selber schuld). Von den dieses Jahr zu emmitierenden Staatsanleihen in Hoehe von $3.8 Billionen, werden gerade mal $300 Mrd von der FED aufgekauft.


    Tollar, ich bin mir immer noch nicht sicher, ob Du nicht vielleicht doch auf hohem Niveau Desinformation verbreitest (-> Deflation, Leute weg vom Gold hin zu Staatsanleihen lenken, usw.)

    Du kennst nicht alle meine Aussagen: Gold macht in der Deflation mehr Sinn als in der Inflation. Staatsanleihen habe ich noch nie gehabt und werde sie mir auch nie zulegen (viel zu unpraktisch und unflexibel).


    Inflation kommt irgendwann, aber die wird sofort drastisch bekaempft (jedenfalls viel besser bekaempfbar im Gegensatz zu Deflation). Davor sehen ich ganz andere Gefahren.

    Milly, Nominaldenken ist hier Inflation bis Hyperinflation. Aber weder Regierung noch Schuldner sind Herr ueber die Druckerpressen sind, sondern die Glaeubiger. Warum sollten die sich ihre eigenen Vermoegen verwaessern und den Schuldern erlauben, sich ueber die Druckerpresse zu entschulden ? Macht einfach keinen Sinn, nur wird damit das Volk unter der Hand beruhigt und es glaubt diesen Hyperiunflationsunsinn.


    Als "zulässige...." , Tollar ? Ist es nicht sogar so, daß die Gold - und Silberwährung DIE US Währung ist, nie in der Verfassung geändert?


    Der Fiat Dollar ist nach meiner Meinung demnach sogar Verfassungsbruch, wenn ich mich nicht irre.....

    So deutlich ist die US-Verfassung leider nicht, aber um dazu Klarheit zu schaffen gibt es auch Verfassungsrichter. Zwar ist Gold und Silber nach meinem Kenntnisstand die einzige zulaessige Waehrung, die US-Regierung und Bundesstaaten schaffen duerfen. Allerdings schliesst das nicht aus, dass private Unternehmen (z.B. FED) oder Auslaender (einige Gruender und Finanziers der FED waren bekanntlich Auslaender) ein Fiat-Geldsystem in den USA betreiben duerfen. Inwieweit der Federal Reserve Act verfassungskonform ist, ist keine leicht zu beantwortende Frage. Sicher wird diese Thematik im Zuge der Finanzkrise wieder staerker in den Mittelpunkt gedraengt und vielleicht eines Tages auf dem Tisch eines Verfassungsrichters landen. Dazu gibt es verstaerkt Druck von "unten", z.B. Liberty-Dollar, Ron Paul. Wenn man zu "Gold Silver constitution sound money" googelt und das Thema etwas studiert, sieht man erstmal die Komplexitaet der Frage.

    Du meinst, geht alles zu Laster der Bag-, äh Bondholder der USA.

    Wenn GM Pleite ist, sind Verbindlichkeiten wie Pensionsplaene null und nichtig und die Bondholder koennen die Vermoegen des Konzerns schlachten. Es gibt eine halbstaatliche Auffanggesellschaft fuer solche geplatzten Verpflichtungen, die letztendlich der US-Staat bzw. US-Steuerzahler finanziert. Die GM-Bestandteile, von solchen Verbindlichkeiten befreit, steigen dann aber im Wert. Das ist auch das Kalkuel der gierigen Bondholder (welche nicht nur Amerikaner sein muessen) - eine Pleite wuerde ihnen mehr bringen als die angebotenen Ausloesen fuer ihre Bonds.

    Falss es überhaupt eine ratio zu Opel gibt - dann Insolvenz abwarten und danach gemeinsam mit dem Investor ( Magna oder Fiat ) den Opel-Teil aus der Konkursmasse
    rauskaufen. Könnte erheblich billiger kommen.....

    Hier sollte man aber nicht die Pensions- und Krankenversicherungsverpflichtungen fuer die GM-Arbeiter in den USA vergessen. Bei einer Insolvenz geht das alles zu Lasten des Staates. Sollten diese Verpflichtungen rausfallen, werden die einzelnen GM-Bestandteile wesentlich teurer auf dem Markt.

    Soweit die bisherigen Meldungen stimmen , ist der Staat ( US-Schatzamt) infolge der schon massiven Hilfen an GM bereits grösster GM-Anteilseigner.
    Nun hätte das US- Schatzamt bereits alles klarmachen können und die völlige Abkopplung von GM-Europe durchsetzen können im Aufsichtsrat - haben sie jedoch offenbar nicht.

    Entscheidend ist, dass jeder GM-Anteilseigner die Insolvenz anstreben kann. Wenn ein paar nicht mitspielen, weil Ihnen die Ausloesen fuer ihre Anleihen zu gering erscheinen, koennen sie den Weg zum Insolvenzrichter erzwingen. Selbst wenn das US-Treasury Mehrheitseigentuemer ist und Verkauf/Abspaltung etc der europaeischen GM Toechter zustimmt , koennen sie das nicht verhindern. Ein paar gierige Investoren bestimmen eben wo es lang geht, es haengt alles von ihnen ab.

    Was mich bei der Mainstreet-Berichterstattung maßlos aufregt, ist die Tatsache, daß offensichtliche Widersprüche nicht thematisiert werden: Zuerst hieß es, die Opel-Patente wären verpfändet, dann hieß es, der Opel-Aufsichtsrat hätte die Abspaltung Opels von GM incl. der Patente beschlossen, jetzt heißt es, bei den nächtlichen Verhandlungen hätte der U.S.A.-Regierungsvertreter keine Befugnisse für Zugeständnisse seitens GM gehabt.
    Die Schreiberlinge sind also genauso doof wie die Politiker und die Manager, anders ist das nicht zu erklären. :thumbdown:

    Hintergrund ist die Profilierungssucht deutscher Politiker, besonders in Zeiten des Wahlkampfes. Letztendlich entscheiden die Besitzer von Opel und das sind die GM-Investoren. Da koennen die Verwaltungsorgane von GM-Toechtern entscheiden was sie wollen, die Besitzer von GM haben nun mal das sagen wie es in kapitalistsichen Wirtschaftsunternehmen so ueblich ist. Diese einfachen Zusammenhaenge duerften Merkel, Guttenberg & Co natuerlich gelaeufig sein. Aber die GM-Pleite bietet diesen eine wunderbare Buehne fuer die Auffuehrung von Scheinrettungsverhandlungen mit in solchen Fragen eigentlich nicht entscheidungsbefugten Toechterverwaltungen von GM. Fuer die Politiker sind solche Showveranstaltungen natuerlich ein (neudeutsch) Win-Win, weil man sich vielleicht erfolgreich fuer deutsche Arbeiter und deutsche Traditionen einsetzt, aber wenn man scheitert kann man alles auf die Amerikaner schieben. Man sollte nicht vergessen, dass die US-Regierung hier genauso von den Kapitalinteressen der GM-Investoren abhaengig ist und letztere auch das letzte Wort haben. Aber Bevoelkerung und Medien lassen sich gern von so einer Politshow an der Nase herumfuehren.

    Gerade in den Nachrichten gehört, die Gespräche zur ''Opelrettung wegen den Bundestagswahlen'' sind erstmal gescheitert. GM-Europa wollte woll 300 Millionen mehr, als die Bundesregierung bereit war zu zahlen. Die Bundesregierung hatte vor 1,5 Milliarden an GM-Europa zahlen. Im Bieterverfahren sind nur noch Magna & Fiat. Man oh man was für ein Kampf um das ''systemrelavanteste Unternehmen'' in Deutschland.

    GM-Europa git es schonmal nicht. Es gehoert alles der Mutter in Detroit. Die Opel GmbH gehoert seit 1931 zu 100% zu General Motors. Und die GM-Anleihehalter haben bereits entschieden, da ihnen der Abnahmepreis nicht hoch genug ausfaellt. Wenn kein Wunder mehr passiert, entscheidet ab Montag (deadline) ein Insolvenzrichter in den USA ueber das weitere Schicksal des GM-Konzerns weltweit.