Wef Du hast vollkommen recht. Auch mir sagen die Analysen zu den COT Daten nichts. Ich habe noch nie einen wirklichen Handlungsimpuls daraus ableiten können.
M.E. ist die klassische COT Analyse für den Handel mit Agrarrohstoffen gut geeignet. Hier wird beantwortet wie sich die Händler und die Spekulanten positionieren. Es findet eine tatsächliche Preisfindung in der physischen Ware statt. Die Frage wie sich die Preise künftig entwickeln kann hier zum Teil beantwortet werden.
Bei den Währungen sehe ich das ähnlich.
Allerdings ist da die COT Analyse auch nur ein Puzzele unter vielen.
Die COT Daten für Gold und Silber sind in ihrer Struktur nicht mit den anderen Metallen vergleichbar. Die kommerziellen Händler dominieren die Shortseite und bestimmen mit der Erzeugung von neuen Papierkontrakten den Preis.
Auf Grund weiterer im Internet veröffentlichter Daten liegt die Vermutung nahe, dass JPM alleine die Shorts hält. HSBC ist vermutlich der Gegenspieler auf der Longseite. Die anderen Großbanken mischen vermutlich nur im Rahmen eigener „normaler“ Handelsaktivitäten mit.
Für mich einzig wichtig an den COT Daten ist das Verhalten der Banken in der Gruppe der kommerziellen Anbieter. Verändert sich hier der Trend vom Aufbau der longs hin zum Abbau der shorts? Wann hat es JPM endlich geschafft aus der Shortfalle zu entkomen?
Bei Gold ist dies im Moment zu sehen. Bei Silber ist für mich kein klares Bild vorhanden.
Bei Gold sind auch zuletzt die offenen Positionen wieder deutlich zurück gegangen. Hier ist wohl auch der ablaufende Februar Kontrakt der Auslöser.
Im Übrigen lieferte am 1. JPM 6.000 Kontrakte an HSBC und die Deutsche Bank und am 2. die Nova Scotia 1.000 Kontrakte wiederum an HSBC und die DB. 117 Kontrakte gingen am 2. auch an JPM aber diesmal auf das Kundenkonto.
Wie auch in den Charts zu erkennen spitzt sich die Lage an den Gold- und Silbermärkten deutlich zu. Die Währungen geben uns Signale auf zunehmende Turbulenzen. Andere Rohstoffe steigen bereits deutlich im Preis. Japan hat das Jahr mit einer Inflationierung begonnen. Die anderen werden folgen. Auch die EZB wird in diesem Jahr gezwungen sein weitere deutliche Schritte zur Abwertung des Euros zu tun.
Das Zeitfenster zur Eindeckung mit günstigen Edelmetallen wird m.E. immer kleiner. Auch gehe ich davon aus, dass wir noch einige Überraschungen an den Aktienmärkten sehen werden. Die werden wohl möglich weiter steigen und die Leute werden sich mehr und mehr darüber wundern.