Ich bin einigermaßen überrascht, daß hier nicht die Nachricht an sich, sondern die Art des Vortrags auf Entsetzen stößt. Bisher war ich der Ansicht, daß selbst lutherisch-offenes Beschreiben der Realität auszuhalten sein muß, was hier offenbar nicht so ist. Wenn ich also ein paar empfindsame Zeitgenossen erschreckt habe, so tut mir das leid, aber es ändert nix an der Wirklichkeit. Wozu sorgsam "literarisch" umschreiben, wenn die robustere Art des Ausdrucks deutlich macht, was gemeint ist? Dazu ist Sprache da: daß man sich gegenseitig versteht.
Wenn jemand mit meinem "Gedankengut" nicht konform geht, ist das sein gutes Recht. Aber ist deswegen die Beschreibung der Lebenswirklichkeit unrichtig? Übertreiben macht deutlich, war immer die Entschuldigung meiner Mutter. Ist ja auch so.
Wer einmal erlebt hat, wie solche Lebewesen, die hier krampfhaft unter "homo sapiens sapiens" subsumiert werden, das eigene Kind zur Befriedigung niedrigster Gelüste schwerst mißhandelt haben, wer außerdem durch den Ehepartner in sog. BVJ-Klassen in direkte Berührung mit etwas kommt, das genetisch zwar menschlich sein mag, aber von Geist und Verhalten das genaue Gegenteil darstellt, der hat wenig Ambitionen, sich hier einer hochgestochen-beschönigenden Sprache zu befleißigen, wenn es um die Beschreibung des Elends geht. Daß sich darob der behütete Spießbürger und die im Speckgürtel residierende Sozialkrampe irritiert fühlen, nehme ich in Kauf.
Meine Tochter ist 20. Meine Frau ist seit 25 Jahren an der Berufsschulfront. Ich selbst arbeite in einer Branche, in der man massiven "Feindkontakt" hat.....mir muß kein Berufsgutmensch erzählen, wie ich das zu beschreiben habe, was ich tagtäglich erlebe. Übrigens muß man das nicht selbst so direkt erleben..... es würde reichen, mit offenen Augen in einer beliebigen Großstadt durch die Fußgängerzonen zu schlappen.
Noch kurz was zum Fadenstichwort "demographische Entwicklung": schon durch den wissenschaftlich-technischen Fortschritt; durch die zunehmende Automatisierung, werden viele der jetzt und künftig Geborenen nie eine Arbeit finden. Es werden immer weniger Menschen gebraucht, um die für eine vorgegebene Anzahl von Empfängern erforderlichen Waren herzustellen oder Dienstleistungen zu erbringen. Diese überflüssigen Nachwachsenden müssen....wie schon erwähnt.....zusätzlich zu den Alten, Kindern und Kranken alimentiert werden. Wozu also soll die Gesellschaft wachsen? Wenn sie schrumpft, ist das doch viel erfreulicher für die verbleibenden Einwohner. Es ist kein Naturgesetz, daß D 80 Mio Einwohner haben muß. Seine Blüte erreichte dieses Land, als es geade NICHT so viele waren. 50 Mio. sind mehr als genug. Wenn wir also eine sog. Überalterung haben, ist das doch kein existenzielles Problem. Dieser Nachteil erledigt binnen kurzem auf höchst natürliche Weise. Da 25% der jetzt Berufstätigen ausreichen, um sämtliche notwendigen Leistungen zur Verfügung zu stellen, müssen wir gar nicht mal das Versäumnis der Industrie ausgleichen, fachkundigen Nachwuchs auszubilden. Es ist genug für alle da. Die Anbieter müssen sogar Werbung machen, damit sie ihren Kram und ihre Dienste loswerden. Man darf halt nur nicht den erwirtschafteten Wohlstand in alle Welt verschleudern...... das hilft weder dem Wirtsvolk noch den Empfängern, die dann die Erfahrung machen, daß man beschäftigungslos auch gut zu recht kommt.
Also: wir brauchen nicht unbedingt zwingend 2 Kinder pro Frau. Wir müssen nur aufpassen, daß nicht nur das Prekariat sich hemmungslos vermehrt und den Wildwuchs auf uns losläßt, sondern auch die edleren Köpfe des Volkes sich an der Vermehrung beteiligen. Eine politische Steuerung der Kinderzahl durch Kopfprämien, übergewichtet die Kinderschar der Volltrottel. Gedingst wird nämlich völlig unabhängig von der geistigen Leistungsfähigkeit zwischen der Nachmittagstalkshow und GNTM und anderem banalen Gerülpse. Und was dabei dann rauskommt, zehrt an den Nerven von Erziehern und Lehrern und dann den Arbeitsamtsmitarbeitern......