Die Wirtschaft taumelt, die Preise rennen davon, Aktienkurse gehen zu Boden. Jens Ehrhardt verwaltet die Milliarden der Reichen – und sagt: Es wird noch viel schlimmer.
FOCUS Online: Herr Dr. Ehrhardt, die Stimmung an den Börsen ist im Keller. Viele sprechen von einer Baisse. Wie schlimm ist es wirklich?
Jens Ehrhardt: Die Baisse ist da. Der seit 1930 weltweit schlimmste Juni für Aktien liegt hinter uns. Wir befinden uns am Beginn eines längeren Abschwungs – an der Börse wie in der Weltwirtschaft. In den USA säuft die Konjunktur ab, die Rezession hat längst begonnen.
FOCUS Online: Woran liegt das?
Ehrhardt: Wegen der Finanzkrise vergeben Banken nur sehr zögerlich Kredite. Weltweit steigen die Zinsen. Die US-Notenbank steuert vergeblich dagegen, ihre Impulse dringen nicht durch. Wird Geld teurer, leidet die Wirtschaft. Hinzu kommt: Der starke Preisanstieg für Öl und Lebensmittel schadet Unternehmen und damit Aktien. Die Angst vor der Inflation ist groß – auf der ganzen Welt.
FOCUS Online: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sagte jüngst, in der Finanzkrise sei das Schlimmste vorbei. Falsch?
Ehrhardt: Ich befürchte, das Schlimmste kommt noch. Der Konjunktureinbruch in den USA wird furchtbar sein und auf Europa übergreifen. Die Banken müssen mit deutlich mehr Kreditausfällen rechnen als bisher. Das wird den Abwärtssog verstärken.
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