Beiträge von Rostu

    Interessanter Beitrag aus einem anderen Forum:


    Leute, die dauernd von der Finanzkrise reden sind so zuverlässig, wie meine kaputte Uhr an der Wand, die zwei Mal am Tag genau richtig geht.


    Seit ich mit 13 angefangen habe, mich für das Wirtschaftssystem zu interessieren, stoße ich dauernd auf Leute, die dessen Untergang prognostizieren (recht lange gelesen habe ich den notorischen Crash-Propheten Lyndon LaRouche). Und als die Dotcom-Blase platzte meinten die gleichen Propheten "Guckt, der Knall ist da, von dem wir immer sprachen!".
    Als dann aber die gröbste Panik vorbei war und man mal ganz rational die Lage analysiert hat, da musste man sich fragen "War das tatsächlich etwas, das ihr einen großen Knall nennt?". Mein Geldautomat spuckte immernoch fröhlich Geld aus, die Großbanken schütteten weiterhin Dividenden an ihre Aktionäre aus, die Straßenbahnen fuhren noch und das Gesocks am Bahnhof war so aggressiv wie eh und je, nicht besser, aber auch nicht schlechter. Und die Polizei war vielleicht leicht verärgert über das Abschmieren ihrer Dotcom-Aktien, aber ebenso machtlos wie eh und je. Ein großer Umbruch sieht anders aus und meine Oma hatte nichtmal mitgekriegt, dass es einen "großen Knall" gegeben hatte und kochte fröhlich ihre Bohnensuppe.


    Tatsächlich haben die klassischen Crash-Propheten keinerlei Ahnung von der Materie, die sie belabern. Man prophezeiht den großen Zusammenbruch und Abstürze der einen oder anderen Branche gibt's immer. Das ist wie mit den Wahrsagern an Neujahr. Man warnt einfach vor der "großen Kathastrophe" und irgendein Erdbeben am Ende der Welt gibt's immer, bei dem man dann sgen kann "ich hatte doch recht"!".
    Natürlich will ich eine Wirtschaftskrise oder eine Finanzkrise nicht kategorisch ausschließen, ich würde auch kein Erdbeben in Deutschland ausschließen wollen, das latente Risiko besteht zweifelsfrei. Aber ich bezweifle, dass die Quacksalber, die von der Materie nichts verstehen und aufs Gradewohl Abstürze prognostizieren, irgendwelche Ratschläge geben können, was in diesem Fall zu tun wäre. Je nachdem durch was eine Krise ausgelöst wird, bringt man seine Schäfchen an einer anderen Stelle in Sicherheit. Und Gold ist in den meisten möglichen Szenarien einer umfassenden Krise einer der schlechtestmöglichen Geldspeicher, die es überhaupt gibt. Gerade weil es im kulturellen Gedächtnis als Wertspeicher gilt, wird es in dieser Funktion überschätzt. Mit der Folge, dass Gold in guten Zeiten zu teuer ist (z.B. heute) und in Krisensituationen (wenn alle notgedrungen verkaufen müssen) viel zu billig wird.


    Und wenn ich mich in den Goldforen umschaue, dann herrscht bei den Goldfans schlichtweg Unwissenheit über die Materie vor. Man hält Goldmünzen wegen dem spezifischen Gewicht für fälschungssicher, obwohl billige Wolframlegierungen das Gewicht von Gold erreichen können. Man hält den Wert von Gold für konstant, obwohl er ihn historisch betrachtet auch schon zu 70% verlieren konnte. Man geht davon aus, dass Gold überall auf der Welt als Zahlungsmittel akzeptiert würde, obwohl das nur bei elektronischem Giralgeld, nicht aber bei Gold der Fall ist. Man geht davon aus, dass Gold besser sei als andere Wertanlagen, weil es an kein Zahlungsversprechen geknüpft ist, tatsächlich basiert sein Wert auf einer reinen Zahlungshoffnung ähnlich einem Kettenbriefsystem. Das ist wie ein Scheck, dessen Aussteller von vornherein sagt, dass er wohl gar nicht gedeckt ist.
    es wird behauptet, dass Gold nicht einfach vermehrbar sei, obgleich es fast unzerstörbar etwa so schnell in seinem Bestand wächst wie die aktuelle Weltbevölkerung. Und letztlich wird Gold als Krisenwährung verkauft, obgleich es fast ausschließlich für Luxusprodukte verwendet wird, auf die in einer echten Krise am Ehesten verzichtet wird.


    Somit ist fast jedes Argument für eine Goldanlage bei Kenntnis der Faktenlage eher ein Argument dagegen. Aber klar, ein Experte, der für eine bestimmte Meinung bezahlt wird (Bankensprecher), ein Experte, der nichtmal die Grundlagen der Ökonomie beherrscht (z.B. die Goldseiten) und natürlich der klassische Goldanleger, der sich vorwiegend über die
    ersteren zwei Quellen informiert, sind perfekte Informanten. Und wenn's schiefgeht, dann muss wohl eine Weltverschwörung dahinter stehen oder eine böse Zentralbank oder alternativ das Judentum.

    Zitat

    Chefökonom bei Goldman Sachs rät zum Goldverkauf


    Investoren sollen ihr Gold verkaufen, so lautet die Empfehlung von Goldman Sachs. Die Unruhen im Finanzmarkt würden sich legen und auch der Dollareinbruch werde sich verlangsamen, so Bloomberg unter Bezugnahme auf Goldman Sachs.


    Goldmans Chef Ökonom, Jim O"Neill, geht von einem Rückgang der Goldpreise von 15% - 20% im nächsten Jahr aus. Gold werde im Sommer 2008 wieder die Niveaus bei 600 $ - 650 $ testen. Gold sei schon so hoch gestiegen, dass eine Korrektur anstehe. Jene Investoren, die jetzt Gold verkauften, würden von den Aussichten auf einen sich stabilisierenden Dollar profitieren. Noch vor zwei Tagen hatte ein anderer Analyst bei Goldman Sachs eine gegenteilig Preisprognose herausgegeben. Oscar Cabrera hatte einen durchschnittlichen Goldpreis von 800 $/oz für das nächste Jahr prognostiziert (2007 - 687 $/oz).


    Na, was denn nu???? 8o


    Nur muß dabei bedacht werden, daß auch die Reserven der EZB endlich sind. :D

    Naja, jetzt weiß ich zwar, wo ichs nachlesen kann, würde aber gern ein paar prägnante und faktenreiche Sätze hier im Forum dazu lesen. Kann nicht ein Leser dieser Silberbibel einen kleinen Exzerpt hier reintippen? :)

    Sollte der Herr eine anschließende Restschuldbefreiung vorhaben, so kann man die ihm versauen indem man nachweist, daß man eine Forderung aus vorsätzlich unerlaubter Handlung innehat. Wenn also Geld für Ware kassiert wurde, die nachweislich nicht da war und die sich auch nicht problemlos und kurzfristig beschaffen ließ, besteht der dringende Tatverdacht des Betruges. Solche Ansprüche werden im Insolvenzverfahren nicht entschuldet.

    Die Tagesschau meldet auch etwas in der Richtung:


    Zitat

    Abkehr vom Dollarkurs?


    Der saudische König Abdullah während des Opec-Gipfels in Riad. Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Gastgeber eines schwierigen Treffens: Der saudische König Abdullah während des Opec-Gipfels in Riad. ]
    Deutlicher konkreter als die Abschlusserklärung waren die Äußerungen der Gegenspieler Saudi-Arabiens. Zunächst machten die Iraner den Vorschlag, in die Abschlusserklärung einen Passus zum fallenden Dollarkurs auf zu nehmen. Wenn man die Inflation des Dollar mit einbeziehe, sei das Fass Rohöl nach wie vor zu billig, so die iranische Rechnung. Ecuadors Präsident Rafael Correa, der auf dem Gipfel in Riad nach 15 Jahren Pause wieder in die Opec aufgenommen wurde, fügte hinzu: "Wir müssen unser Öl in einer starken Währung verkaufen."


    Auch andere Mitgliedstaaten hatten im Vorfeld laut darüber nachgedacht, ihre Devisenreserven angesichts des schwachen Dollars in Euro umzuschichten. Der saudische König Abdallah, einer der wichtigsten Verbündeten der USA im Nahen Osten, verhinderte jedoch jeden Hinweis auf den schwachen Dollar. Sein Argument: Der Dollarkurs ist ein Thema, mit dem jedes einzelne Mitgliedsland individuell umzugehen habe, die Opec sei schließlich keine politische Organisation.


    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/saudiarabien14.html

    Zitat

    Original von Goldbuster1-4
    Seit ca. 5.000 Jahren sind die Edelmetalle Gold und Silber die einzigen Wertspeicher monetären Charakters die diesen Begriff auch wirklich verdient haben. Kein anderes Tauschmittel oder "Geld" hat die Zeiten bis in die heutigen Tage überdauert außer Gold und Silber.


    In Deiner Theorie gibt es ein kleines Problem. Zum Einen waren Edelmetalle, insbesondere Gold im Mittelalter tatsächlich ein Wertspeicher. In der Antike schwankte der Wert des Goldes sehr stark vom Einfluß verschiedener Kulturen. Die Römer und Griechen sprachen dem Gold einen relativ hohen Wert zu, die Skythen betrachteten es als funktionalen Werkstoff und die Germanen sahen es als im Prinzip wertlos an und nutzten es nur um bei den Römern was einzutauschen.


    Der Grund, warum das Gold im Mittelalter ein Wertspeicher war, hat damit zu tun, dass damals die Goldmenge einigermaßen konstant war. Heute wird in zwei Jahren etwa so viel Gold gefördert, wie in der "Alten Welt" im gesmten Zeitraum von der Antike bis zur Entdeckung Amerikas zusammengenommen. Seit der Entdeckung Amerikas ist Gold einem andauernden Werteverfall unterworfen, der bis heute weitgehend anhält. Dies macht Gold zur mit Abstand schlechtesten Geldanlage überhaupt.


    Was den Goldpreis über die letzten Jahrhunderte hinweg einigermaßen gestützt hat, sind die goldgedeckten Währungen. Dadurch wurde dieses Edelmetall auf den Rohstoffmärkten künstlich verknappt und der Goldpreis noch einigermaßen gestützt. Allerdings haben sich goldgedeckte Währungen als höchst problematisch erwiesen und es war gut, dass man sich von diesem Unfug getrennt hat:


    1. Bei einer goldgedeckten Währung wird zum einen der Industrie ein Rohstoff planmäßig entzogen, was grundsätzlich nicht gut sein kann.


    2. Bei eienr goldgedeckten Währung ist es praktisch unmöglich, eine stabile Währung zu erhalten, weil die Goldförderung mit dem Wirtschaftswachstum Schritt halten müßte. Fördert man mehr Gold, als zur Währungssicherung notwendig, dann hätte man eine Inflation, kann man dagegen weniger Gold fördern, dann bekommt man eine Deflation.


    3. Da relativ wenige Staaten auf der Welt überhaupt nennenswerte Mengen Gold fördern können, schuf das System der goldgedeckten Währungen eine unnötige politische Machtfülle für die Förderländer, bis zum 1. Weltkrieg v.a. zu Gunsten Großbrittanniens.


    In den 20ern suchte Deutschland nach Alternativen aus dieser Krise und fand sie tatsächlich in den 30ern in einem Verrechnungspreissystem, das faktisch die Grundzüge der heutigen Weltwirtschaft begründete (auch wenn man das sehr ungern zugibt). Das System der goldgedeckten Währungen entpuppte sich einfach als schwerfällig und untauglich für eine stabile Währung, dazu noch als extrem anfällig für wirtschaftliche Kriege, weil es zusätzliche Machtmonopole schuf.


    Zitat

    Ausschließlich Edelmetall in Form von Münzen oder kleineren Barren sichert jederzeitige, weltweite Zahlungsfähigkeit, Beweglichkeit, Freiheit und Absicherung gegen die Stürme auf den Kapital- und Währungsmärkten.


    Unsinn. Die Stürme auf den Edelmetallmärkten sind wahre Orkane, gegen die sich die Veränderungen auf den Kapitalmärkten wie ein kleines Lüftchen verhalten. Aber die Gold-Fraktion hier scheint mir für Fakten argumentationsresistent zu sein. Da kann man noch so sehr Quellen darlegen, die immense Schwankungen der Edelmetallkaukraft belegen, es wird gebetsmühlenartig wiederholt, dass Gold eine wirtschaftliche Konstante sei, wobei man diesem eigenen Dogma nur zu gerne widerspricht, wenn man plötzlich behaupten will, dass der Goldpreis weiter steigen wird.

    Die logarithmisch ansteigenden Privatinsolvenzen mit anschließender Restschuldbefreiung wird noch mehr Banken in Torkeln bringen. Da gehen zig Milliarden den Bach runter, die die Banken nie wiedersehen. Unsere Kanzlei bearbeitet auch Forderungsmandate..... in keiner der Schuldenbereinigungspläne fehlt ein gehöriger Posten Bankforderungen.