Aus meiner Sicht werden hier die Begriffe Sozialismus und Kapitalismus ganz schön durcheinander gewirbelt. Ich weiss nicht mehr wer da welche Position vertritt. Ich will es auch nicht mehr wissen, das ist mir zu anstrengend, weil man im Detail darauf schauen muss, was jemand sagt und dann noch darauf was jemand meint.
Ich möchte das Ganze Problem mal ganz grob so einteilen. Als Versuch.
Manche scheinen die folgenden Unterscheidung zu machen
Sozialismus - regulierend - Böse und
Kapitalismus - frei - Gut
Geht man so vor, ist der Umkehrschluss naheliegend: Alles was Gut ist nennen wir Kapitalismus, alles was Böse ist Sozialismus.
Dann haben wir Andere, die das genau umgekehrt definieren würden. Alles was böse ist, ist Kapitalismaus, alles was gut ist Sozialismus.
Betrachten wir das Ganze dann z.B. aus Sicht der Bankenkrise, also aus der Historie, dann wird das Ganze sehr interessant.
2000-2006 waren Unternehmen wie Lehmann, Morgan Stanley, DB, UBS, gar Goldman, DAS Sinnbild für den klassischen Kapitalismus. Einverstanden?
Diese Unternehemn haben nichts anderes getan, als das, was eine AG sogar gesetztlich zu tun verpflichtet ist, sie haben Geld gescheffelt, für Ihre Aktionäre, wo immer das möglich war. Sie sind gewachsen, haben Konkurrenten ausgebootet, geschluckt, zentralisiert. Zentralisiert? Wachstum zentralisiert automatisch, Baby! Alles im Auftrag des Aktionärs.
Sie haben die kapitalistischen aller Parteien, z.B. die Republikaner, z.B. die CDU unterstützt und gefördert, gespendet, beraten, wahrscheinlich geschmiert und darauf geachtet, dass wichtigen politische Funktionen mit Freunden besetzt werden. Das ist so geschehen, das heisst die Staaten haben Entscheidungen getroffen, die kapitalistischen Interessen folgten. Dann kam die Finanzkrise. Und die Staaten handelten im Interesse der Banken und stützten sie. Ihre Bürger mussten sie deshalb weiter verschulden.
Circa ab diesem Zeitpunkt, sprachen nun viele Kritiker davon, das Problem wären ein sozialistisches und die Sozialisten in den Bankenzentralen hätten uns alle im Griff. Ich frage mich, wann Ackermann oder dieser göttliche Bote von GS plötzlich sozialistisch wurden? Über Nacht? Da steigt mein Verstand aus.
Mir ist auch unklar, wie und wann die Demokratische Partei in den USA plötzlich sozialistisch wurden? Sozialistisch wäre doch eher, die Produktionsmittel gehörten allen, jetzt heisst es nur, die Schulden gehören allen.
Ich bin auch nicht Antikapitalist, ich habe selbst ein Bauchladen und muss sehen wie ich über die Runden kommen. Mit Steuern und Abgaben schröpfen mich alle, die CDU genauso wie die Grünen, die einzige Konstante ist die Zunahme des Betrages, unabhängig von der politischen Ausrichtung.
Deshalb wäre mein Ansatz zur Beurteilung einer Firma oder Institution eher einer der quer durchs System ginge und der mit Macht und Abhängigkeiten zu tun hätte. als mit Geld. Und eine Betrachtung die darauf schaut ob ein volkswirtschaftlicher Nutzen entsteht, oder eben nicht. Langfristig!
Deshalb verstehe ich Euch des öfteren nicht so ganz.