Wenn die Nichte in der Erbfolge steht, war es vielleicht keine schlechte Investition. 
Ja. Ich denk mir halt, die hätt sich n Häuschen und fünf Kinder leisten können. Aber das geht halt nicht (zumindest nicht so ganz) ohne Mann.
Aber ihr war keiner schön und fein genug. "Der Paula muasch oin backa..." haben ihre Schwestern immer gelacht, also als sie noch jung war.
So ein Mann macht halt nur Dreck und Arbeit. Und ein bißchen Blumenwiesepackung im Garten ausstreuen war wohl auch schon zu viel. Eine Eigentumswohnung hatte sie auch noch.
Alternativ hätte sie wahrscheinlich sehr vielen Menschen das Leben ein bißchen leichter machen können. Und sich selbst.
Und wenns nur mal Trinkgeld in der Bäckerei gewesen wär. (Die freuen sich wie die Affen über ein Zehnerl, weils manchmal bloß 20-30 Cent am ganzen Tag kriegen.)
Hielt sich selbst aber bestimmt für fast heilig, weil se am Ende ihres Berufslebens mal Krankenschwester war, und beten isse auch immer gegangen.
Die ging nicht mal ins Café, wenn sie keiner eingeladen hat. Aber einladen hat sie sich gern lassen.
Also so karikaturenhaft das alles klingt, das war wirklich so...
Tja...da hätten fünf trauernde Kinder am Grab stehen können, selbst wenn sie keinen Pfennig hinterlassen hätte...so standen zwanzig lachende Erbneffen da. Zu mir is leider fast nix durchgesickert.
Geiz ist eine Todsünde, und wer 1,5 Mio. DM auf einem Sparbuch zusammenrafft, der ist nicht heilig...und Bänkster, die sich das scheibchenweise untern Nagel reißen sind zumindest...klug. Und dienen nicht ausschließlich dem Bösen.
Und sie hatte in ihrer letzten Stunde wirklich ein Werbe-T-Shirt von der Sparkasse an.
Arme alte Frau.