Beiträge von schuldenblase

    Jason Hommel ist ein altbekannter Analyst der Silberminen und des Silbers im allgemeinen.


    Er liefert recht brauchbare Ansätze, was die Silberminenbewertungen anbetrifft.


    Was seine Prognosen anbetrifft, geht er von einem absoluten Debakel für das Papiergeld im allgemeinen und den Dollar im Besonderen aus ( Tendez -> alles Papier gegen Null, Flucht in Sachwerte).
    Wenn man diese Prämisse als Grundlage für seine Berechnungen nimmt, liegt er mit seinen Größenordnungen gar nicht so daneben - wenn er sich auch (typisch amerikanisch) von seinem Enthusiasmus vielleicht zu sehr mitreißen lässt. Außerdem ist er wohl etas fundamentalistisch-christlich orientiert (so entnehme ich das seinen Postings) - und in diesen Kreisen sind Endzeitstimmungen nichts seltenes (kombiniert mit einer Errettungs-Theorie). Aber man sollte das trotzdem nicht als Spinnerei abtun. Durchaus möglich, daß Herr Hommel in einigen Jahren als Prophet gefeiert wird (zumindest von denen, die seine Empfehlungen befolgt haben).


    Außerdem finde ich es durchaus gerechtfertigt, wenn ein Analyst sich mit seinen Aussagen mal auf irgendetwas festlegt und auch Zahlen nennt - zumal er dafür ja auch eine nachvollziehbare Begründung liefert.
    Das sonstige Gesülze der meisten Analysten nach dem Motto: die Aktie wird steigen, sie kann jedoch auch fallen oder bleiben wie sie ist, (wobei meistens mehrere engbedruckte Seiten beschrieben werden, um zu dieser Aussage zu kommen) hat allenfalls noch einen Gähn-Faktor.


    @gost_god: Du kannst mit Immobilien nicht zahlen. Oder willst Du beim Bäcker ein Stück Backstein gegen Brot tauschen? (Vielleicht daher der Name "Back"-Stein???)
    In einem solchen Szenario würden auch die Immobilienpreise abstürzen, da es ja kaum mehr solvente Mieter geben wird - und auch kaum solvente Käufer für den Klotz am Bein. (Eigengenutzte Immos haben da noch eine bessere Stellung).


    Wenn die Masse beginnt ihr liquides Kapital (Papier in Geld-, Anleihen- und Aktienform) in echtes, unvergängliches Geld umzutauschen, das nicht auf dem diffusen Zahlungsversprechen eines Dritten basiert (wie das bei Papiergeld nunmal ist), bleibt außer Gold und Silber nicht viel anderes übrig. Zumal letztere seit Jahrtausenden als Geld gedient und alle Krisen überstanden haben.


    Vielleicht heißt es in diesem Szenario dann wirklich : "back to the roots".

    Zu den Hunt-Brothers:


    Diese ganze Geschichte hat natürlich noch sehr viel andere Facetten.


    - da wäre zum einen, daß sicherlich unterschätzt wurde, was an privatem Silber-Besitz alles auf den Markt geworfen wurde.
    Die Leute, vor allem in den USA (dort ist der Edelmetallhandel viel präsenter und offfener als hier, Händler gibt es flächendeckend überall), standen echt Schlange, um ihr privates Silber (Besteck, Kerzenleuchter, Geschirr, Münzen etc) zum Einschmelzen zu verkaufen.
    Auf der Internet-Seite eines großen amerikanischen Händlers (den Link finde ich leider zur Zeit nicht), habe ich gelesen, daß damals seine Angestellten mit dem Vorschlaghammer die von den Kunden gelieferten Silbergegenstände tonnenweise plattgehauen haben, damit mehr in die Transportcontainer paßte.


    Somit mußten die Hunts mehr physisches Metall kaufen als die Jahre zuvor absehbar gewesen war.


    Die Hunts waren übrigens keineswegs überwiegend Papiersilber-Händler am Terminmarkt. Sie haben den allergrößten Teil physisch gekauft (und zum Teil mit Flugzeugen nach London geflogen, zum Teil angeblich auch in den Nahen Osten)



    - zum anderen haben die Hunts - und das war u.U. ihr entscheidender Fehler - Verbündete für ihre Aufkauf-Strategie gesucht - und auch gefunden. Leider wahrscheinlich die falschen...
    Mehrere arabische Öl-Staaten, allen voran Saudi-Arabien, haben mitgezogen und ebenfalls für Unsummen Silber gekauft... (und ebenfalls z.T. per Jet in ihre Länder geflogen)


    Und da haben wir ihn wieder - den amerikanisch-arabischen Konflikt (so sehr haben sich Zeiten wohl gar nicht geändert).


    Das hat bei der US-Regierung und in den Finanzkreisen gewaltig für Unruhe gesorgt. Immerhin war der Öl-Preisschock nach Bildung des OPEC-Kartells erst wenige Jahre her und man befürchtete nun das nächste Preis-Kartell. Zum anderen empfand man es als unerhört, daß die durch Ölverkauf eingenommenen Dollars nicht gehalten, sondern in Silber umgetauscht wurden.


    Diese Silberhortung durch arabische Länder dürfte dann auch der politische Auslöser für die nachträgliche (und sicherlich von ganz oben abgesegnete) Änderung der COMEX-Regeln gewesen sein (so à la Homeland-Security-Act).


    Die beteiligten Araber (vor allem aus dem saudischen Königshaus) haben natürlich auch Unsummen Geld verloren - das haben sie den Amis sicherlich auch nicht vergessen.



    Im übrigen bin ich mit der Gleichsetzung von Silberkäufen (auch spekulativer Art) mit den unbegrenzten Papier-Leerverkäufen nicht so ganz einverstanden.


    In einem freien Markt sollte jeder (auch der Spekulant) soviel an verfügbarer Ware kaufen können, wie er mag und wie er sich es leisten kann.


    Dagegen halte ich es für ein Unding, daß man auf dem Papier beliebig viel Ware verkaufen kann, die man gar nicht besitzt, um damit den Preis beliebig nach unten zu manipulieren.

    Ich halte die hedge-fonds, wie auch den Großteil des heutigen Derivate-Handels, für nicht nur für dekadent, sondern auch für gefährlich. Gefährlich nicht nur für den dort Anlegenden, sondern durch die unglaubliche finanzielle Sprengkraft, die sich bei einer Schieflage entwickeln kann, auch für die gesamte Finanzwirtschaft.


    Beispiel: LTCM-Pleite. Ein Konsortium der internationalen Großbanken mußte 1998 in einer Not-Operation 100 (!!!) Milliarden Dollar einschießen, um einen Domino-Effekt mit katastrophalen Folgen zu verhindern.


    Zudem sind diese Fonds mit Warentermingeschäften (die computergesteuert trendgesteuert laufen) sehr starken Risiken ausgesetzt.

    Zitat

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass hier in CH die Banken meist nicht gross Münzen "an Lager haben" und du schräg angeschaut wirst am Schalter, wenn Du nach Münzen fragst (selbst bei der Grossbank UBS).


    Das Phänomen des "schräg anschauens" habe ich in Deutschland auch jedesmal beobachtet.


    Selbst wenn man nur 500 Euro in Gold anlegen möchte tun die plötzlich so, als wolle man die englischen Kronjuwelen entwenden.


    Wahrscheinlich wissen die Banker (oder spüren es unbewußt), daß hier einer vor ihnen steht, der ihr "Feind" ist.
    Gold (und Silber) ist DER Feind des Papier- und Computergeldes (des aus dem Nichts geschöpften fiat-money).


    Vom beliebig vermehrbaren fiat-money und dessen praktizierter kontinuierlichen Vermehrung leben alleine in unserem Land Hunderttausende von Menschen (Bankster, Versicherungen, Finanzdienstleister, Anlageberater, Fondsmanager, die von ihnen gespeiste Werbe-Industrie usw. und natürlich der Staat). Sie machen ihr Geschäft damit, daß sie von dem kontinuierlich größer werdenden Fiat-money-Kuchen sich immer ein Stück herausschneiden.
    Das ganze funktioniert im Prinzip unendlich lange, insofern alle Mitspieler an das in ihren Händen knisternde Papiergeld bzw. an die Zahlen auf ihrem Bildschirm glauben und vertrauen.
    In dem Moment, wo eben dieses Vertrauen schwindet (und als Edelmetallkäufer signalisiert man ja genau das), und zwar in weiten Teilen der Bevölkerung, und dieses dann zu tatsächlichen Handlungen führt (nämlich der Flucht aus dem fiat-money in echte Werte), wird das fiat-money-System als das entlarvt werden, was es wirklich ist: Aus dem Nichts geschaffene heiße Luft. Und damit werden nicht nur alle fiat-money-Besitzer (also letztlich alle Sparer etc.) ihre Guthaben verlieren, sondern natürlich auch diejenigen ihren Job verlieren, die von dem fiat-money-System profitiert haben und aus ihm finanziert wurden.


    Die Menschen, die vom Edelmetall-Handel leben gehen vielleicht in die Hunderte (Sammler-Branche mal ausgeklammert).



    Kurz gesagt: Als Edelmetall-Käufer stellst Du für den Menschen auf der anderen Seite der Trennscheibe eine echte existentielle Bedrohung dar. X( Eine noch größere Bedrohung wärst Du nur noch mit einer Schußwaffe in der Hand.


    Bedenke das, wenn Du das nächste Mal einem solchen armen Menschen gegenüberstehst, sei nachsichtig und lächle freundlich :)

    Wenn Du ein "Metallkonto" eröffnest, nimmt die Bank dein Geld (zinslos, natürlich) und arbeitet damit gewinnbringend (ich meine gewinnbringend für die Bank, natürlich).
    Als Gegenleistung erhältst Du einen Zettel, auf dem ein "Guthaben" von soundsoviel Kilo Silber steht. Das war`s dann auch.
    Kein einziges Gramm Silber wird für Dich in irgeneinem Safe zusätzlich zurückgelegt. Allenfalls sichert sich die Bank am Terminmarkt ab, um bei ggf. steigenden Kursen bei einer evtl. Auszahlung an Dich nicht draufzahlen zu müssen. Bei dem flachen Kursverlauf der letzten 15 Jahre ein risikoloses Geschäft. Ach ja, "Depot"-Gebühren werden natürlich auch noch kassiert. Und zwischen An- und Verkaufspreis wird noch ein ordentkicher Spread gelegt.


    Im Prinzip ist das ganze ein Etikettenschwindel (oder Beschiß).


    Außerdem bist Du bei Liqiditätsproblemen oder Pleite der Bank angemeiert - denn solche "Metallkonten" sind in der Regel nicht durch einen Einlagen-Sicherungsfonds oder ähnliches abgedeckt.


    Eine große Bank geht nicht pleite wirst Du sagen.


    Ich antworte: man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen...


    Wer hätte früher gedacht, daß die swissair je pleite gehen könnte? Oder man denke an die Barings-Bank in London: über Nacht pleite durch LTCM (zur Info für diejenigen, die damit nichts anfangen können: Long Term Capital Management war ein Hedge-Fund, der 1998 in die Luft flog, weil ein Fund-Manager in Singapur im Derivate-Geschäft Milliarden versenkt hatte. Die Außenstände wurde schließlich in einer Notaktion durch ein Konsortium der weltweit führenden Großbanken in Höhe von ca. 100 Milliarden Dollar ausgeglichen, um einen Domino-Effekt und Zusammenbruch des gesamten Finanzsystems zu vermeiden...)


    Wenn Du schon in Papiersilber investieren möchtest, dann am ehesten noch in ein Silber-Zertifikat. Da hast Du weniger Aufwand, weniger Kosten und bist wesentlich flexibler, das Papier kannst Du per Mausklick in wenigen Minuten verkaufen, wenn`s mal brennt.
    Aber auch diese Papiere unterliegen natürlich dem Bonitäts-Risiko des Emissionärs.


    Ich persönlich denke, man sollte:


    -einen erheblichen Teil des geplanten Volumens physich kaufen (sagen wir mal mindestens 50%). Tut weh, wegen der Märchensteuer, aber Silber ist z.Zt. so billig, daß man das verschmerzen kann. Und das ist z.Zt. eben eine kleine Prämie, die man für die unvergleichliche Sicherheit des physischen Besitzes zahlen muß. Das ganze dient natürlich der Langfristanlage. Und Volumenprobleme mit der Lagerung treten so schnell auch nicht auf. 3 Zentner Silber nehmen auch nicht mehr Platz weg als ein Bierkasten.



    - den Rest ggf. im Verhältnis 3:1 in Zertifikate und Silberminen. Bei den Zertifikaten kann man kurz- bis mittelfristig auch mal den ein oder anderen Gewinn mitnehmen. Die Minenaktien eher langfristig halten, sozusagen als Call auf den Silberpreis, da dürften bei einer Silber-Preisexplosion (die durchaus möglich ist) dann sagenhafte Kursexplosionen und vielleicht auch saftige Dividenden anfallen.


    - auf keinen Fall Optionsscheine - ist einfach zuuu heiß

    Karl, das Zitat mir dem "verzocken der Hunt-Brüder" stammt aus einem FAZ-Artikel den ich gepostet habe (als solcher gekennzeichnet). War nicht MEINE Meinung.


    Klar sind die Hunts besch... worden.
    Die Comex hatte die Spielregeln zu Gunsten der Shortseller einfach im nachhinein geändert, nachdem diese in die Bredouille kamen:


    Es wurde einfach der Kauf weiteren Silbers verboten (außer für die Shorties, die sich eindecken mußten). Gleichzeitig mußten alle Longs gewaltige Summen zusätzlich als Sicherheit hinterlegen ("Margin Call"). Da die Hunts natürlich massiv "long" waren, mußten sie durch diesen faulen Trick der COMEX-Manager plötzlich X- Millionen zusätzliche Sicherheitszahlungen leisten (wie üblich innerhalb 24 Stunden), die sie nicht so schnell in Cash hatten. Um das zu begleichen, blieb ihnen nur kurzfristig der Verkauf von Long-Positionen übrig. Und jetzt kommt die Schweinerei: Da ja niemand mehr kaufen durfte (außer den Shorties), MUSSTEN sie an die Shorties verkaufen zu jedem Preis den die boten. Und die ließen sich nicht lumpen und haben nur noch Dumping-Preise gezahlt- so daß die Hunts nochviel größere Positionen auflösen mußten, um die Margin-Nachforderung zu bezahlen. Und flutsch-die-wutsch war der Preis innerhalb von einem Tag im Keller.
    Und die Hunts waren ruiniert. Und die Shorties fein raus.


    Eine, wenn nicht DIE größte Börsen-Schweinerei des Jahrhunderts. Aber da von ganz oben angezettelt und abgesegnet natürlich ohne irgendwelche Konsequenzen.
    Die Konspiration der COMEX-Manager mit den Shortsellern hat also Tradition - und das in übelster Art und Weise.
    Das wird heute nicht anders sein - und das Verhalten der COMEX und der CFTC als "COMEX-Aufsicht" heutzutage geht ja ganz in die selbe Richtung.


    Schlußfolgerung:
    Die COMEX und die CFTC waren unseriös (vorsichtig ausgedrückt) und sind es sicher noch heute. Sie spielen das Spiel für die Shortseller (wer das ist wissen wir ja: die GANZ GROSSEN Banken). Und sollte trotzdem das Spiel mal nicht wie gewünscht laufen - dann werden notfalls die Spielregeln so geändert, daß es wieder paßt.
    Das ist in etwa so, wie wenn bei einem Fußballspiel die vom Schiedsrichter favorisierte Mannschaft zurückliegt - und von da an nur noch in der Hälfte des Gegeners gespielt werden darf...


    Also: Als Silber-Long kein Papierspielchen mit diesen Gegnern spielen - es st ein ungleiches und getürktes Spiel, bei dem die Shorties gewinnen werden - mit allen ihnen zur Verfügung gestellten Mitteln.
    Das einzige Spiel, das sie verlieren können (und wie ich hoffe werden) ist das der physischen Silberverknappung - wenn nämlich das physische Silber weg ist und sie ihre eigentlich bestehende Lieferverpflichtungen aus den Terminverkäufen nicht mehr erfüllen können, bzw. das dafür benötigte Silber ZU JEDEM PREIS auf dem Markt einkaufen MÜSSEN. Doch selbst dann - so fürchte ich - wird einfach die (korrupte?!) Aufsicht ihnen die Kartoffeln aus dem Feuer holen. Z.B. indem man ihre Lieferverpflichtung einfach für gegenstandslos erklärt.


    Das ist die schlichte Wahrheit über die ach so freien Märkte in dem ach so freien und gerechten Amerika. Bullshit!!!


    Aber es gibt ja noch immer nicht wenige (ih glaube auch hier im Forum), die von Konspiration oder Verschwörung im Silber-Termin-Markt nichts wissen wollen.



    Anmerkung: Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, daß die von der COMEX und den CFTC-Managern protektionierte Hochfinanz (JP-Morgan, Citigroup, HSBC, AIG und Konsorten), die seit Jahrzehnten durch massivstes Shortselling den Markt manipuliert haben, angesichts der sich abzeichnenden Silberverknappung die Seite wechselt, und irgendwann auf die Long-Seite geht, um dabei auch nochmal richtig abzusahnen. Dann werden diejenigen geschlachtet, die sich dummerweise zu diesem (falschen) Zeitpunkt auf der Short-Seite aufgestellt haben. Da historisch bisher überwiegend die Hedge-Funds die Gegenspieler der Hochfinanz-Bankster waren, wären diese dann die Opfer. Das könnte Dimensionen wie bei der LTCM - Pleite annehmen. Da eine solche Kernschmelze bei den Hedge-Funds allerdings gleichzeitig die Existenz des gesamten Finanzsystems (und damit auch der Bankster) erschüttern würde, ist diese Konstellation für mich im Moment noch nicht so klar zu sehen.


    Das war nun etwas komplizierter Stoff, ich hoffe, es war trotzdem verständlich...

    Marktmanipulation
    Die Gebrüder Hunt verzocken sich am Silbermarkt


    24. Februar 2004


    Haroldson Lafayette Hunt machte sich unter dem Namen "Arkansas Slim" als professioneller Poker-Spieler einen Namen, bevor er in Texas ein Ölfeld kaufte und damit in die Liga der reichsten Texaner aufstieg. Sein Sohn Nelson Bunker Hunt erbte von ihm zwar die Spielleidenschaft, aber wohl nicht die geschäftliche Fortune seines Vaters - er verspielte zusammen mit seinen Brüdern das Hunt-Vermögen bei dem Versuch, den Silbermarkt zu manipulieren.


    Die Hunt-Brüder begannen 1974, groß ins Silbergeschäft einzusteigen. Die Idee war simpel: Der Markt für Silber war damals recht eng - warum sollte man ihn dann nicht mit ein paar Milliarden den Markt unter Kontrolle bringen und die Preise manipulieren können?


    Der Siberpreis wurde nach oben manipuliert ...


    Der Preis für eine Unze Silber lag damals bei 3,30 Dollar. Bis Ende der siebziger Jahre stieg der Preis auf 50 Dollar, und die Hunts besaßen Silber und Silberterminkontrakte im Wert von rund 6,6 Milliarden Dollar - das entsprach etwa der Hälfte der Silbervorräte Amerikas und 15 Prozent der Weltsilbervorräte. Der Erfolg schien den Hunts mit ihrer Silberspekulation recht zu geben: Mit ihren ständigen Käufen erzeugten sie eine künstliche Knappheit auf dem Silbermarkt. Gerüchte um eine weitere Verknappung ließen den Preis weiter steigen.


    Doch wie so oft im Leben drehten sich die Winde des Schicksals, und sie wehten bald den Hunt-Brüdern aus mehreren Richtungen ins Gesicht. Zum einen hatten sie die Rechnung ohne die Marktkräfte gemacht: Die anziehenden Silberpreise führten dazu, daß auch das Angebot an Silber stieg. Tafelsilber, Schmuck, Münzen - alles wurde eingeschmolzen und auf den Markt geworfen, die Leute holten ihr letztes Silber vom Speicher und verkauften es. Hinzu kam, daß die hohen Preissteigerungen immer mehr Marktteilnehmer dazu animierten, Gewinne mitzunehmen.


    ... bis die Marktkräfte wieder überhand nahmen


    Das steigende Angebot bedeutete für die Hunts, daß sie noch mehr Silber kaufen mußten, wollten sie den Markt und damit die Preise weiterhin unter Kontrolle behalten. Doch dazu benötigten sie weitere finanzielle Mittel, die selbst beim reichsten Milliardär irgendwann knapp werden. Auch der Kauf des Silbers über Kredit erwies sich jetzt als problematisch - mit steigenden Zinsen wurden die Belastungen aus den Krediten immer höher. Hinzu kam, daß die Terminbörse die Sicherheitseinlagen auf Silberterminkontrakte erhöhte, um die Spekulation zu begrenzen. Die Hunts konnten den Aufforderungen ihrer Makler, ihre Sicherheitsleistungen für das Terminsilber zu leisten, nicht mehr nachkommen.


    Und als dann der Silberpreis ins Rutschen kam und die Metallbörsen dem Silberhandel Restriktionen auferlegten, noch bevor die Hunts ihr Silber versilbern konnten, brach das ganze Spekulationsgebilde endgültig zusammen. Der Silberpreis fiel innerhalb kürzester Zeit auf 11 Dollar. Um Bankenzusammenbrüche zu verhindern, fanden sich Institute, die den Hunt-Brüdern einen Kredit von 1,1 Milliarden Dollar bereitstellten; zusätzlich verpflichteten sich die Hunts, ihre Silbervorräte zu verkaufen. Zudem wurden sie mit Prozessen und Schadensersatzforderungen überzogen, und auch das Finanzamt meldete sich zu Wort. Anfang 1989 erklärten Nelson und William Hunt ihren Bankrott. Bruder Lamar, der nur am Rande mit der Silberspekulation zu tun hatte, einigte sich außergerichtlich mit seinen Gläubigern. "Wer weiß, wieviel er besitzt, besitzt nicht viel", pflegte Nelson Hunt zu sagen. Jetzt weiß er, wieviel er besitzt.
    Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.04
    Bildmaterial: AP

    Anlagebetrüger
    John Law - Der reichste Mann der Welt
    24. Februar 2004


    Der Schotte John Law galt zu seiner Zeit als der reichste Mann der Welt. Manche behaupten, er war der reichste Mann, der je gelebt hat. Geboren 1671, mußte er nach einem Duell um eine Frau, bei der sein Kontrahent das Leben verlor, 1694 das Land fluchtartig verlassen und hinterließ auf dem Weg durch sein europäisches Exil Scharen von wütenden Ehemännern und verärgerten Spieltischpartnern.


    Doch Law, dem eine geradezu unheimliche Fähigkeit nachgesagt wurde, am Spieltisch Gewinnchancen zu kalkulieren, interessierte sich auch für das in dieser Zeit noch unterentwickelte Geldwesen. Fasziniert hatten ihn seine Erfahrungen in Amsterdam: Die Bank von Amsterdam akzeptierte nicht nur Geldeinlagen, sondern auch Grundbesitz als Einlage und vergab in Form von Noten Darlehen, die durch den Grundbesitz abgesichert waren. Law erkannte, daß Geld zirkulieren muß, um Wachstum zu schaffen, und daß es dabei nicht entscheidend ist, ob der Geldumlauf edelmetallgedeckt ist.


    Law - vom „Erfinder“ des Papiergeldes ...
    Law brannte darauf, seine Idee eines reinen Papiergeldes in die Tat umzusetzen. Dazu bot sich ihm 1715 die Gelegenheit, als er dem Herzog von Orléans, der gerade Regent von Frankreich geworden war, vorgestellt wurde. Der französische Staat war hoch verschuldet, und das Versprechen Laws, diese Schulden quasi per Druckerpresse zu beseitigen, klang vielversprechend. Bereits 1716 gründete Law die Banque Royale, die als erste Bank Frankreichs Papiergeld ausgab, welches nur durch das Versprechen des Staates, seinen Verpflichtungen nachzukommen, gedeckt war. Das Papiergeld war von Anfang an ein Erfolg. Laws Idee bestand den Praxistest.


    Mit der gut laufenden Bank im Rücken begann Law, seinen eigentlichen Plan in die Tat umzusetzen: Er gründete die sogenannte Mississippi-Gesellschaft, deren Zweck es sein sollte, große Goldvorkommen in der größten französischen Kolonie, Louisiana, zu erschließen. Zu diesem Zweck ließ er sich vom Herzog von Orléans Louisiana übereignen und gab Aktien aus, mit deren Hilfe das Geld eingesammelt werden sollte, mit dessen Hilfe man Expeditionen zu den Goldschätzen der Kolonie ausrüsten wollte. In die Aktien wurde dabei das Papiergeld investiert, das er zuvor ausgegeben hatte. Hier muß Law seine Spielernatur eingeholt haben, denn niemand wußte, ob es wirklich Gold in Louisiana gibt. Dem Volk war das egal. Es prügelte sich um die Mississippi-Papiere, sie "stürzten sich auf die Aktien wie die Schweine", heißt es in zeitgenössischen Berichten. Law war auf dem Höhepunkt seiner Macht. Ganz nebenbei hatte er die Konzession für Steuerpachten erworben. Die Mississippi-Gesellschaft besaß das Außenhandelsmonopol für den amerikanischen Kontinent und den malaiischen Archipel sowie das Monopol auf den Tabak- und Sklavenhandel.


    ... zum „Erfinder“ der Inflation


    Und wie so oft folgt dem Höhepunkt der Fall. Louisiana erwies sich als trostloses, unerforschtes Land voller Sümpfe und Alligatoren. Gold jedoch fand sich keines. Immer mehr Aktionäre wurden mißtrauisch und fragten nach den versprochenen Goldvorkommen. Zudem stieg der Umlauf an Papiergeld drastisch, die Wirtschaft überhitzte, enorme Preissteigerungen waren die Folge. Das Mißtrauen der Bevölkerung gegenüber dem Papiergeld stieg ebenso wie gegenüber den Mississippi-Aktien. Jeder versuchte es so rasch wie möglich in Vermögenswerte umzusetzen, was wiederum die Preise trieb.


    Die Folgen: Nachdem der Kurs der Aktien vom Ausgabetag im Januar 1719 bis Dezember desselben Jahres von 500 Livres auf 10.000 Livres gestiegen war, notierten die Papiere im September 1721 schon wieder bei ihrem Ausgabekurs, und das Papiergeld wurde "auf den ihm angemessenen Wert zurückgestuft" - ein Zitat, das man Voltaire zuschreibt. Das französische Finanzwesen war zusammengebrochen. Law selbst entkam mit Hilfe des Regenten über die Grenze. England nahm ihn gnädigerweise auf, und bei seiner Ankunft wollten alle den Schotten sehen, der Frankreich ruiniert hatte. Für sich hatte er - ganz der Spieler - keine Reichtümer beiseite geschafft und mußte sich wieder an den Spieltischen sein Geld verdienen.


    Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.04
    Bildmaterial: AP

    Anzumerken wäre, daß der "Goldstandard" ja keineswegs was künstlich von einer Regierung oder Komission ins Leben Gerufenes war.


    Nein - der Gold- (und Silber-) Standard hat sich im Laufe der Menschheitsgeschichte über Jahrtausende einfach von selbst entwickelt - denn echtes Geld war eben Silber und Gold.
    Er war sozusagen ein natürlich gewachsener Wertmaßstab.


    Der Papierstandard wurde dann von den Herrschenden erfunden, um das Gold und Silber möglichst in des Königs Schatzschatulle zu belassen und das Volk mit beliebig viel wertlosem Papier abzuspeisen.


    Und alle diese Experimente endeten in der Geschichte damit, daß man mit eben diesem Papier irgendwann heizen konnte.


    Wir sind alle in einer reinen Papiergeldzeit groß geworden, deswegen definiert das Papier (noch) das Koordinatensystem in dem gedacht und gerechnet wird.


    Ich denke, nach der nächsten Papiergeld-Heizperiode wird man einmal mehr schlauer sein. Natürlich nicht auf Dauer. Danach wird das nächste Papiergeld kommen (vielleicht auch nur noch Computergeld?). Auf daß der nächste organisierte Staats-Beschiß starte.

    In meinen Augen ist die Privy-Manie ein geschickter Schachzug der Münzanstalten, um damit aus einer großen Münz-Auflage viele klene Münz-Auflagen zu erzeugen, die man gegen teures Geld an die Sammlergemeinde verhökert. Und so mancher Sammler zahlt erheblich mehr, wenn er "kleine Auflage" liest, auch wenn die Zusatzprägung auf der Münze noch so unsinnig ist.


    Ich will das keinem Sammler verleiden - irgendwie muß ja das Geld unter`s Volk.
    Ich persönlich kann diesen Neuerungen wie Privies, Hologrammen, Farb-Silbermünzen etc. nur schwer etwas abgewinnen.
    Vielleicht klingt es unromantisch, aber für mich zählt vor allem der Metallwert.
    Sammeln tue ich kaum, und wenn dann nur nahe am Metallwert bzw. Münzen, die nicht zwecks besserer Vermarktung auf Show getrimmt wurden (und damit teilweise bereits ab Münzanstalt zum Mehrfachen des Metallwertes verkauft werden).

    Du solltest nochmals genau lesen, was Du schreibst.


    Diese "Meinung" wie Du es nennst ist letztlich dumpfe Hetze, leider sehr verbreitet.


    Und nun stell Dich nach Deinen Attacken nicht noch als armes Opfer dar - von wegen Meinungsfreiheit und so...


    Diese Masche ist übrigens in der PLO-Welt auch sehr verbreitet: erst mit barbarischen Terroranschläge Unschuldige und Wehrlose abschlachten, dann sich als armes Opfer von Polizei- oder Militär-Aktionen bemitleiden lassen.

    Also, ich muß sagen, daß ich mit eBay bisher KEINE negativen Erfahrungen gemacht habe.


    Alles wurde ohne nennenswerten Probleme geliefert - ich kaufe dort schon seit Jahren immer wieder.


    Man muß sich natürlich ein Preislimit setzen - und wissen was der Artikel (z.B. Edelmetalle) auch wirklich Wert ist.


    Vorsicht ist bei allen Auktionen geboten, wo der Verkäufer die Bieternamen nicht veröffentlicht. Da wird natürlich geschoben, was das Zeug hält. (Was für ein Interesse sollte der Verkäufer denn sonst haben, die Bieter anonym zu halten???) Merkwürdigerweise werden diese Artikel vom Verkäufer dann ja auch immer kurze Zeit später wieder angeboten...
    Also Finger weg. Wenn der Verkäufer oft genug seine eigenen Sachen - dank Gepushe - selbst gekauft und dafür kräftig Gebühren gezahlt hat, wird ihm schon die Lust vergehen.
    So offensichtliches Gepushe wie ganz oben beschrieben ist natürlich einfach dumm - Strafe, wem Strafe gebührt...

    Zitat

    man soll nicht vergessen dass Israel in der Geschichte nicht existiert hat, das Land hieß Palestina


    Es gab in der Geschichte auch kein Land namens Palestina.
    Bis zum ersten Weltkrieg war das Gebiet eine Provinz des Osmanischen Reiches. Danach englisches Protektorat. Danach wurde das Gebiet nach dem entsprechenden Völkerbund-Beschluß in 2 Staaten geteilt: Israel und Palestina. Einen Tag nach Ausrufung des Staates Israel haben alle arabischen Anrainerstaaten gleichzeitig den neuen Staat Israel angegriffen (in der Erwartung, das Fleckchen Land, von armseligen Immigranten und Flüchtlingen besiedelt und ohne eigene Infrastruktur, ohne Armee und ohne schwere Waffen in wenigen Tagen zu überrennen und "die Juden ins Meer zu werfen"). Die dort wohnende arabische Bevölkerung (Palestinenser) wurde damals in Radiosendungen der arabischen Länder aufgerufen, sich vorübergehend aus Israel zurückzuziehen und in arabisches Gebiet überzuwechseln, damit die arabischen Armeen freieres Schußfeld haben (in der Annahme, daß sie nach wenigen Tagen wieder in das "judenfreie" Gebiet zurückkehren können).
    Daraus wurde die erste "Flüchtlingswelle". Weitere folgten nach den nächsten Versuchen, Israel von der Landkarte zu radieren (6-Tage-Krieg 1967, Yom-Kippur-Krieg 1973).


    Im übrigen hatten die arabischen Nachbarstaaten mit den Palestinensern auch nicht viel am Hut, von wegen arabischer Brüderlichkeit und so. Man hielt sie schön getrennt in Lagern, vor allem in Jordanien, und war ihnen gegenüber äußerst reserviert, da man sie als Bedrohung für den eigenen Staat ansah. Das ganze eskalierte dann im berühmten "Schwarzen September" 1971, als König Hussein von Jordanien die Armee geen die Palestinenser-Lager losschickte, dort mit Panzern, Kanonen und Maschinengewehren reinschoß und zehntausende Tote hinterließ.
    Darauf zog die PLO weiter in den Libanon und stürzte dort das einst stabile Land ins Chaos.


    Haltet das Forum frei von dumpfem Antisemitismus!!!!!!!!!!

    Hier meine persönliche Meinung zu dem kürzlich erschienen Buch "BIG SILVER" von Hubert Roos.

    120 Seiten - 19,80 Euro.


    Herr Roos beschreibt - ohne sehr in die Details zu gehen - den gesamtwirtschaftlichen Kontext der heutigen Finanzsituation und daraus abgeleitet die Sinnhaftigkeit einer Investition in Silber (gilt auch für Gold).


    Neben einem Abriß der Silberpreis-Geschichte inklusive der "Hunt-Spekualtion" (und deren Ruin nach Änderung der COMEX-Spielregeln zu Gunsten der Shortseller) kommen auch deutlich die langjährigen Manipulationspraktiken an den Terminmärkten zur Sprache.
    Hier zitiert er ausführlich Ted Butler, der seit Jahren die Machenschaften verfolgt und publiziert.


    Die weltweite Schuldenproblematik und das Problem des ungedeckten "Fiat-Money" und die Zeitbombe des Derivate-Handels kommen auch nicht zu kurz.


    Als Gründe, ausgerechnet in Silber (und nicht nur in Gold) als Absicherung gegen die drohende Finanzkrise zu investieren, finden sich natürlich das anhaltende Produktionsdefizit, der Abbau (bzw. Raubbau) der weltweiten Silber-Bestände, die ungedeckten Short-Positionen und die steigende industrielle Nachfrage sowie die noch ausstehende monetäre Nachfrage nach Silber.


    Die letzten Kapitel sind den verschiedenen Möglichkeiten gewidmet, wie man in Silber investieren kann: physisches Silber in Münzform / Barren, Silberminen-Aktien (sehr oberflächlich), Zertifikate und Optionsscheine. Hier werden die Vor- und Nachteile sowie auch die Risiken besprochen.


    Das Ganze wird in nüchterner Sprache vorgetragen - manchmal wirkt es ein wenig zu nüchtern.
    Was man vermißt ist eine Bebilderung oder auch Charts und Grafiken, die das Ganze veranschaulichen würden.


    Das Buch ist meines Erachtens für "Neueinsteiger" in die Materie sowie für "Nichtwissende" und ahnungslose "Papiergeldinvestoren" gut geeignet, um die Zusammenhänge zu verstehen. Die können sich im Buch das nötige Rüstzeug holen, um den Rodeo-Ritt auf dem Silber-Bullen zu wagen, ohne sich von Rückschlägen (siehe letzte Wochen) gleich entmutigen zu lassen.


    Für Neueinsteiger, die tiefer in die Materie tauchen wollen, ist noch ein Linkverzeichnis aufgeführt (auch goldseiten.de!!!), was sehr positiv ist. WIR WERDEN ZUWACHS BEKOMMEN!


    Für einen mit der Materie Vertrauten bringt das Buch nichts Neues (und auch für jemanden, der hier im Forum bzw. bei Goldseiten.de mitliest).
    Eigentlich hätte ich für mich persönlich die 19.80 Euro sparen können (und dafür lieber 3 Unzen gekauft), aber ich bin trotzdem froh, es gekauft zu haben, da man es wunderbar im Familienkreis oder bei guten Bekannten herumreichen kann, um dort Bewußtseinsbildung zu betreiben bzw. um sich selbst tausend Worte in dieser Richtung zu ersparen.


    Schuldenblase

    mal davon abgesehen, daß auf dem (echt animierenden) Bild "nur" 50 Kilobarren Silber abgebildet sind...


    ... so viel sind 2000 Unzen (bei 6 Euro brutto die Unze= 12.000 Euro) nun eigentlich nicht.


    Wenn man aber bedenkt, daß - gesetzt den Fall weltweit würden nur 10,000 Leute diesen (relativ zu den getätigten Papiergeldanlagen) bescheidenen Betrag in Silber anlegen - schlagartig der gesamte Silbervorrat an der größten Silberbörse, der COMEX, weggekauft wäre...