Wer hätte das gedacht, daß das passieren kann: die Geldbasis in den USA ist inzwischen größer als M1. Jetzt müssen wohl einige Textbücher umgeschrieben werden. Der Grund: die Einlagen der Geschäftsbanken bei der Federal Reserve Bank zählen zwar zur Basis, aber nicht zu M1.
Und noch etwas: die “Reserve Bank Credit”, also die gesamten Reserven der US Federal Reserve Bank übersteigen die Geldbasis derzeit um etwa 326 Milliarden Dollar, oder fast 16 Prozent der gesamten Reserven. Auch das ist merkwürdig, oder? Der wesentliche Grund: das US Finanzministerium hat ein Konto bei der Fed im Umfang von etwa 230 Milliarden Dollar. Zur “Neutralisierung” der Geldinjektionen der Fed hat das Finanzministerium Schuldtitel verkauft, und das dafür erhaltene Geld bei der Fed eingezahlt. Und das wird bei der Geldbasis nicht mitgezählt.
Also: “creative accounting” hat nun selbst bei den US-Regierungsbehörden Einzug gehalten! Inzwischen ist es spannend, diese Bilanzen mitzuverfolgen.
(Handelsblatt)