Beiträge von Königswasser

    Ich glaube nicht, daß Bush jetzt schon Nägel mit Köpfen machen wird

    Bush hat NULL Ahnung von Ökonomie. Der stammelt heute Nacht irgendwas daher, was ihm Paulson vorher aufgeschrieben hat.


    p.s. Zieht sich hier noch jemand den Livestream des "Market Crisis Hearings" auf cnn.com rein? Hank und Ben kriegen heftig was zu hören!
    EDIT: Hearing wurde gerade beendet.

    Das könnte man so lesen, als ob sich die ganzen Zahlen gegenseitig aufheben und keiner schuldet keinem mehr was und alle sind fein raus.

    Ein Großteil des Derivatevolumens besteht aus Zinsswaps. Die Positionen werden (wirtschaftlich) dadurch glattgestellt, indem neue Gegengeschäfte abgeschlossen werden. Natürlich gibt es Gläubiger und Schuldner zuhauf. Aber die Netting-Summen in den Bilanzen sind längst nicht so gewaltig, wie es durch die Angabe des Nominalvolumens suggeriert wird.

    Dass diesen Summen keine Sachwerte gegenüber stehen ist ja richtig,

    Das sind halt reine finanztechnische Luftnummern. Um welche bilanztechnisch relevanten Summen es sich im Abwicklungsfall handelt und wo sie letztendlich hängen bleiben, weiß keiner genau. Deswegen ja auch "over-the-counter".


    auratico
    Ok, 96-98% Annihilierungsquote ist wahrscheinlich sehr optimistisch. Kann man ja nur abschätzen. Hatte irgendwo (im Gelben?) mal was in die Richtung gelesen.

    Die Zahlen sind von Dezember 2007. Die letzte Angabe dazu betrug zirka 700 Billionen US-Dollar! Welche Summe an realen Sachwerten dem gegenübersteht, dürfte mittlerweile hinreichend bekannt sein.


    Der Eisberg ist zu sehen...

    Bei den 700 Billionen USD handelt es sich aber um ein nominales Volumen und somit keinen absoluten Wert, dem man Sachwerte gegenüberstellen könnte. Bei einem totalen OTC-Rewinding würden sich ca. 96-98% der Papiere schlicht in Luft auflösen durch gegenseitige Aufhebung. Es ist schlicht unseriös und irreführend, immer wieder diese Horrorzahlen zu lancieren ohne diese im rechten Licht zu betrachten.

    Peace, Bruder.

    OK, verstanden.

    Ich habe mich in den letzten Monaten sehr oft mit hier lebenden Amerikanern unterhalten - Bankern, Militärs, Sportler und anderen. Die Antworten waren immer die gleichen - aus dem tiefstem Brustton der Überzeugung: die USA sind groß, die USA sind stark, es hat immer schon Krisen gegeben, die Märkte funktionieren usw. Die Banker schrien diesbezüglich am lautesten.


    Wenn ich die o.g. Meldung betrachte, beschleicht mich das Gefühl dass genau jetzt der Zeitpunkt ist, wo viele Amerikaner (auch aus der Finanzbranche) erst so richtig realisieren, was das ganze für sie persönlich bedeuten könnte. Wie sang Falco so schön "no plastic money anymore". Zumindest auf die Leutchen in meinem Umfeld wirkten die letzten 2 Wochen irgendwie stark - naja - ernüchternd. Die Kraftsprüche sind verstummt und plötzlich hat man das ja schon immer gewusst.

    Ich halte das für eine temporäre Beobachtung. Sobald es nur leichte Anzeichen der Entspannung gibt, werden diese Leute wieder in die vertrauten Denkmuster zurückfallen und 'business as usual' machen. Die Mentalität ändert sich nicht so schnell. Die Amerikaner sind 'optimists from the bottom of the heart'.

    Angeblich ein ganz normales Devisengeschäft... wers glaubt wird selig!

    Eher ein spekulatives. Das würde auch die Suspendierungen erklären.
    Lesermeinung (krn) zu dem u.a. Beitrag:

    Zitat

    Aha, ein gewöhnliches Devisenswapgeschäft! Dann stellt sich allerdings die Frage, warum aufgrund des aktuellen Dollarkurses der Überweisungsbetrag von 300 auf 350 Millionen Euro stieg. Bei einem gewöhnlichen Devisenswap spielt bei der Abwicklung des Geschäftes der aktuelle Dollarkurs überhaupt keine Rolle, da auch der Kurs für die Terminseite bereits bei Abschluß des Geschäftes fixiert wird. Der Unterschied zwischen Kasse- und Terminkurs entspricht der Zinsdifferenz zwischen den beiden beteiligten Währungen, umgerechnet natürlich in Pips und laufzeitbezogen (zum Abschlusszeitpunkt des deals). So wie es hier beschrieben wurde war es jedenfalls kein Devisenswap.
    ..


    Wenn der aktuelle Dollarkurs den Überweisungsbetrag beeinflußt hat, dann sieht das Ganze eher nach einer offenen (spekulativen) Devisenposition aus, welche mit diesem Geschäft glattgestellt werden sollte. Die KFW wäre dann die Dollars short (500 Mio) gewesen, die jetzt teuerer eingedeckt werden mußten.

    KfW überwies nach langen Beratungen

    'Paulson hätte angekündigt, dass der Schulden Fonds nicht nur die Hypothekenschulden, sondern auch faule 'Studentenkredite' und die 'Kreditkarten-schulden' übernehmen soll.'

    Sie dürfen jetzt alles aufkaufen, was notleidend ist, nicht nur "mortgage related assets".

    Zitat

    The Bush administration widened the scope of its $700 billion plan to avert a financial meltdown by including assets other than mortgage-related securities.
    The U.S. Treasury submitted revised guidance to Congress on its plan a day after first submitting it, as lawmakers and lobbyists push their own ideas. Officials now propose buying what they term troubled assets, without specifying the type, according to a document obtained by Bloomberg News and confirmed by a congressional aide.

    U.S. Treasury Widens Scope of Plan to Buy Bad Debt (Update2)

    das steigert sich solangsam zum failout des jahrtausends
    http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=2?g&refer=economy

    Jetzt dürfen also alle "troubled assets" und nicht nur "mortgage related assets" vom Steuerzahler aufgekauft werden. Da dürften die $700 Mrd. wohl nicht ausreichen. 8|

    Zitat

    The Bush administration widened the scope of its $700 billion plan to avert a financial meltdown by including assets other than mortgage-related securities.

    warum belohnt man die banken eigentlich die sich verzockt haben indem man ihnen mit milliarden unter die arme greift, es wäre doch besser den Gläubigern (Hauslebauer) die Schulden zu erlassen. Da hätten sie A menr geld für die wirtschaft und B wird der steuerzahler nicht belastet?

    Ein Schuldenerlass für den "Häuslebauer" würde - neben der Gerechtigkeitsfrage - dazu führen, dass die Banken ihre Forderungen sofort abschreiben müßten, was unmittelbar in deren Zahlungsunfähigkeit mündet.
    Das darf nicht passieren, deshalb der Trick mit dem Mega-Bailout. Der zielt auf das eigentliche Problem: Banken leihen sich seit Wochen kaum noch gegenseitig Geld, weil jeder beim anderen Leichen im Keller vermutet (wohl nicht unbegründet). Das ist toxisch für ein Wirtschaftssystem, das auf der fortwährenden Vergabe von Kredit basiert. Deswegen müssen die Leichen jetzt geborgen und im staatlichen Leichenschauhaus aufgebahrt werden. Dort sollen sie geschminkt und bei nächster Gelegenheit wieder als 'Lebendware' verkauft werden. Nur so kann die Maschine wieder anspringen, wenn überhaupt.

    Lesenswerter Beitrag auf financialsense.com zum de-fakto US-Staatsbankrott und den geopolitischen Auswirkungen:

    Zitat

    I took a break while working on this column and read an email which contained the following phrase: “several U.S. Treasury charts are not unlike what you see before a country goes into default.” The email writer noted, “That really would be ‘game over’ for the United States. “ If the United States went bankrupt the following sequence would occur: The U.S. government would lose its credibility, the country’s currency would fail and imports could not be maintained – especially oil imports. There would be shortages. But the sequence doesn’t end with shortages. It doesn’t end with mere economic loss. When the financial structure collapses, the national security structure collapses. Then nothing will restrain the military power of Russia and China.
    [...]
    America’s financial collapse threatens to uncork the totalitarian genie from its bottle. I believe it is too late to stop the worst from happening. The sequence has begun. The Kremlin knew that a financial crash was about to take place. They’ve been waiting on it. They are prepared to exploit it. And the Americans are completely oblivious. They are utterly unprepared.

    Financial Collapse and Destructive War

    Ich zweifle immer mehr daran, dass das so wie angekündigt kommt. IMO eine Finte geboren aus höchster Not, weil heute sonst die CDS hochgegangen wären. Der Effekt der Ankündigung war kalkulierbar und verschafft lediglich Luft um eine überraschende "Lösung" vorzubereiten oder weitere Zeit zu schinden.


    Das Schein-Szenario hat folgende schwerwiegende Fehler:


    - verschlimmert das grundlegende Problem (horrende Staatsverschuldung)
    - Umfang und Risiken die aus dem Derivatenmarkt für den Staatshaushalt resultieren sind völlig unkalkulierbar
    - USD wäre zum Abschuss freigegeben (Rating im A...)
    - Moral hazard ist Tür und Tor geöffnet


    Die USA sind insolvent.


    Eine "Lösung" - so sie denn überhaupt ernsthaft erwogen wird - muss also weit umfassender und grundlegender sein.

    Eine beschraenkte Geldmenge wuerde letztendlich die Privatvermoegen auf Null schrumpfen lassen, weil die Banken irgendwann die gesamte Geldmenge besitzen wuerden, da sie naturgemaess mehr Geld einnehmen (Kreditrueckzahlung + Zinsen) als ausgeben (Kredit).

    Aber nur, wenn kein Gold mehr gefördert würde. Ansonsten würde sich das mögliche Wachstum an der Minenproduktivität orientieren. Hatten wir aber alles schon mal.