mit dem möglichen Deflaschock bin ich deiner Meinung, jedoch bezweifle ich, dass man dann noch sofort beliebige Mengen an Edelmetall erwerben kann.
klar, ein paar Zittrige wirds immer geben, die dir das Gold hinterherwerfen, weil sie nur die fallende Linie im Chart sehen und diese linear in die Zukunft weitermalen werden.
(hier werden sich aber die ganzen Ankäufer freuen und nicht der private Investor der dann auf Shoppingtour gehen will)
aber überlege doch mal:
Bankenpleiten, Bank-Runs, Bankausfälle, Zahlungsverkehr kommt zum erliegen, kein elektronisches Geld funktioniert mehr.... es gibt nur noch das Papiergeld in physischem Besitz das einen Wert hat!
Ist das nicht ein Eingeständnis des unsrigen Geldsystems und der Währung, dass diese(s) versagt hat? Warum sollte aufgrund dieser Vorfälle das Vertrauen in Papiergeld so sehr steigen, dass Gold massive nominelle Verluste erleiden sollte? Warum? Ist es nicht eher so, dass in diesem deflationären Umfeld zu jedem Zeitpunkt mit einem Währungsschnitt gerechnet werden muss, der mit dem Verlauf der Zeit immer wahrscheinlicher wird?
Eine Deflation, die sich aus den von dir geschilderten Vorfällen ergibt (Zusammenbruch der Finanz-/Währungsinfrastruktur), ist genauso ein Vertrauensverlust in die Währung wie eine (Hyper)Inflation!
Mit dem Unterschied, dass das einzige gesetzlich legale Zahlungsmittel immer knapper wird und somit subjektiv "wertvoller"... was natürlich in fallenden Güterpreisen resultiert... Die Sicherheit (Vertrauen in) des Zahlungsmittels wird jedoch immer geringer, denn es könnte ja jederzeit außer Kurs gesetzt werden, durch Notgeld ersetzt werden oder plötzlich im Wert durch eine unerwartet einsetzende Hyperinflation (wie du sie beschreibst) entwertet werden.
- Also nehmen wir mal an ich bin der Deflaking und habe Cash ohne Ende (5555€).
- Ich kaufe mir dafür die tollsten Schnäppchen: Haus für 5000€, Jaguar für 500€, iPad für 50€, iPod für 5€. (ich weiß das sind dumme Beispiele).
- Die ehemaligen Besitzer brauchten unbedingt das Geld, da sie alles auf den Bankkonten verloren haben, sie haben Hunger und müssen was essen.
- 5555€ gehen jetzt also an diverse Lebensmittelhändler, Vermieter, Stromanbieter, etc.
- Was machen die jetzt mit dem eingenommenen Geld?
- Sollen sie es horten, in der Hoffnung es wird immer mehr wert um sich dann eine Lagerhalle, einen Wohnblock, ein Kernkraftwerk billigst zu kaufen?
- Gleichzeitig wissen sie aber, das dies nicht ewig so weiter gehen kann, dass irgendwann eine Währungsreform kommt oder eine massive Geldentwertung einsetzt.
- Das Geld muss also in Sachwerte investiert werden, damit es nicht im worst-case komplett wertlos wird. Die Sachwerte (Immos, Konsumgüter,..) werden aber auch wegen Deflation immer wertloser.
- irgendwie beißt sich hier die Katze in den Schwanz. man muss also einen Kompromiss eingehen...
- bietet sich da Gold als wertbeständiger Speicher von Arbeitskraft, seit über 2000 jahren nicht an. Zudem ist Gold mal Geld gewesen bzw. ist es immer noch, also sowohl Sachwert als auch Geld.
- nur das Problem wird sein, von denjenigen, die dies erkannt haben (private Anleger wie hier im Forum, Goldhändler, Großinvestoren/Goldbugs) wirst du zu diesem Zeitpunkt garantiert kein Gold bekommen... denn du willst möglichst wenig dafür bezahlen ("ja guckt doch auf den Chart wie billig das geworden ist!"), die Investoren würden ihr Gold aber nicht für diese läppischen Angebote rausrücken, da sie ganz genau wissen was "danach" auf alle zukommt ("was will ich mit deinen Papierfetzen, die jeden Augenblick nur noch als Ofenanzünder dienlich sein könnten?")
- der Spotpreis ist also nur noch ein reiner Papierpreis, kein vernünftiger Goldbesitzer/Händler würde noch nahe diesem Preis verkaufen wollen, denn zukünftige Erwartungen werden eingepreist werden....
- du kannst dir für deine 5555€ natürlich Papierzertifikate kaufen die dann auch ganz toll bei einer Hyperinflation (mit "kapitalgarantieleckmichamarschversicherung") steigen werden, sofern der Emmitent/Händler die Defla übersteht, dir dein Wertpapier nicht zwangsenteignet/zwangsbeliehen wird oder du durch horrende "Notfalldeflabörsensteuern" nicht 99% deines hypothetischen Gewinns wieder abgezogen bekommst, oder der Börsenhandel einfach ausgesetzt wird oder oder oder!
- du kannst auch versuchen alten Omis, dummen Hausfrauenhaussesheeples oder coolen Goldkettchen-Hiphop-Straßengängstern ihr Gold abzukaufen... du wirst aber wenig Erfolg haben, denn entweder waren die Enkel schneller, oder die Gold-für-Geld-Goldankäuferzecken, welche den Leuten kurz zuvor zu völlig überhöhten Preisen das Gold angedreht haben und es nun wieder zu völligen ramschpreisen abgezockt haben... oder aber du wirst vom HipHopper mit seiner coolen Gang gleich abgeknallt, sodass diese die Goldkettchen behalten und sich zusätzlich noch deine Brieftasche mit lauter wertvollen Papierscheinchen nehmen (denn: "ey scheisse kreditkarte, ec karte geht nich mehr ... ich brauch diese zasterscheine!").
- hmmm dann bleiben also nur noch andere Sachwerte übrig: Etwa Immobilien (die ebenfalls dem Staat ausgeliefert sind, im Kriegsfalle bombardiert werden, im Bürgerkriegsfalle vom Mob niedergebrannt werden, etc.)... tja und was noch? alle Rohstoffe in physischer Form - aber keines hat solch eine Wertdichte und Anspruchslosigkeit wie Gold.
- jetzt aber zu dem, was man in einer Defla mit seinem übrig gebliebenen Geld auf jeden Fall - soviel wie möglich - billigst kaufen sollte: Nahrungsmittelvorräte, Energie/Brennstoffvorräte, Werkzeug, Solarpanele, technische Geräte (die überlebensnotwendig sein könnten), Fahrräder, Handkarren, Pferde, Pferdeanhänger, Pferdezubehör, Bauernhöfe, Ackerflächen, Wald, Tauschmittel, Alkohol, Zigaretten, Tee, Kaffee, alle möglichen Drogen die man bekommen kann, Waffen, Munition, Wachhunde, Stacheldraht.... je nachdem wieviel Geld man überhaupt hat und was man wirklich für die kommende Zeit für nötig erachtet... aber für große Mengen Gold wird es dann zu spät sein!