Immer wieder lese und höre ich Kommentare wie "Viel Spaß beim aufessen des Dosenfutters, wenn das MHD abläuft und doch keine Krise stattfand."
Die einfache Antwort hier drauf lautet immer noch: Nur das in Dosenform einlagern, was man auch sonst (frisch) essen würde und stets in Rotierender Lagerung regelmäßig aufbrauchen!
Ich befinde mich noch im Aufbau meines Vorrates, doch selbst wenn jetzt der Erstfall eintreten sollte, würde ich - zwar ohne großen Genuss und großé Sättigung - 1 bis 2 Monate auskommen.
Ich strebe folgendes 3-Tier-Modell an:
Tier 1:
7 bis 14 Tage ausreichender (und möglichst noch länger haltbarer) Vorrat an frischen Lebensmitteln zum täglichen Verzehr, gegebenenfalls gekühlt.
(Frischobst, Frischgemüse, Fleisch/Schinken, Eier, Brot, Milch & Milcherzeugnisse, Käse, Butter, Obst-Säfte, usw.)
Beispiel: Der Vorrat hat eine Haltbarkeit von 2 Wochen bis 1 Monat, durch regelmäßigen Verbrauch und rotierendes Nachkaufen ist das älteste "frische" Lebensmittel bis zum MHD aufgebraucht.
Tier 1,5: Kartoffeln, Zwiebeln und anderes Knollengemüse hält sich monatelang bei geschützter Lagerung im kühlen Keller (zumindest bei mir
)
Tier 2:
2 bis 3 Monate ausreichender Vorrat an lange haltbaren Lebensmitteln (mindestens 1,5 Jahre - praktisch länger als MHD haltbar), welche ebenfalls gelegentlich verbraucht werden.
(Konserviertes Obst und Gemüse, Teigwaren/Nudeln, kochfertiger Reis, Mehl, Backzutaten, getrocknete Erbsen/etc., Kartoffelpulver, Käse im ganzen Laib, Getränke/Trinkwasser, Topinamburknollen, Kaffee, Schokolade, Süßigkeiten, Knabberzeug, etc.)
Beispiel: Im Zeitraum von 2 Jahren sollte man durch Gelegenheiten (Kuchen backen z.B.) einen 2-3-Monats-Vorrat verbraucht haben und natürlich durch rotierendes Nachkaufen wieder aufgefüllt haben.
Tier 2,5: destilliertes Wasser, Trockengewürze sowie Konserven/Dosenfutter allgemein mit Haltbarkeitsdatum bis 5 Jahre oder mehr.
Tier 3 ("buy and forget"): einfach immer wenns gerade günstig erscheint, hinzukaufen und auffüllen. Mindestens für 1 Jahr sollte diese dritte Stufe der Vorratshaltung ausreichen. Die Haltbarkeit sollte faktisch unbegrenzt sein (jedoch min. 8 Jahre)! Dementsprechend sorgfältig muss auch die Lagerung und Verpackung gehandhabt werden. (Luftdicht, Trocken, Dunkel, Kühl, Wasserdicht, ...)
(Salz, Zucker, Traubenzuckergetränke (Instant-Tee), Honig, Tee in getrockneter Form (Beutel oder Lose), Vitamintabletten+Eisentabletten+Mineralstofftabletten zum herstellen von Brausegetränken (ggf. die ältesten ab und zu verbrauchen), Getreidekörner (immer wieder prüfen), instant-Nahrung, billige Spirituosen (für Desinfektion, Konservierung, Tauschmittel), hochwertige/edel Spirituosen+Wein (Selbstverbrauch, Tauschmittel bzw. Wertspeicher für nach der Krise), Essig, Sojabohnen, Kaffeebohnen (Kaffeejunkies trinken auch die ranzigste Brühe in der Not), und für die ganz Verrückten: EPAs und BP5 sowie Dosenbrot und SPAM.)
Der erstmalige Aufbau des Vorrats sollte etappenweise stattfinden - nutze Sonderangebote und Aktionsware für Massenkauf.
Stufe 3 ist am einfachsten aufzubauen und zugleich auch am wichtigsten, da hiermit zumindest eine rudimentäre Notfallversorgung möglich ist und im "best-case" das Zeug niemals ernsthaft benötigt wird und ewig hält, ggf. vererbt werden kann. Sieh es mal so: Du braucht nie wieder in deinem Leben Salz, Zucker und Honig kaufen^^. Diese ganzen Produkte aus Tier 3 werden dann einfach im Laufe des Lebens aufgebraucht, wenn die Welt durch ein Wunder für ewig in Ordnung sein sollte.
Stufe 2 wird einfach nach und nach durch die Monatseinkäufe von Stufe 1 aufgebaut.
Neben der Sicherheit, einen Puffer in Krisenzeiten zu haben, ergeben sich eine Menge Vorteile:
- man spart sich das tägliche/wöchentliche Einkaufen, macht nur noch einmal im Monat einen Großeinkauf --> Zeitersparnis, Treibstoffersparnis, Spaß mit der Familie
- man kann Geld sparen, indem man Produkte mit starken Preisschwankungen nur dann in großen Mengen kauft, wenn sie gerade billig sind
- Großpackungen direkt vom Erzeuger sind günstiger und man knüpft Beziehungen zu später vielleicht lebensnotwendigen Personen
- es ist ein tolles Gefühl, mal eben "im eigenen Keller einkaufen zu gehen". ("Schatz, ich brauche noch Erdbeeren für diesen Kuchen" - "Moment, ich geh mal schnell die Konserve aus dem Keller holen")
- man kann immer nach Lust und Laune alles mögliche Zubereiten, da man alle Zutaten stets vorrätig hat.
- man hat einen Teil seines Vermögens in Sachwerten investiert - und somit gegen Inflation/Währungsschnitt abgesichert
- man ist im Besitz von Tauschmitteln (hierfür auch einen extra Vorrat anlegen - nicht nur Lebensmittel)
Natürlich muss man auch noch Drogerieartikel, Klopapier, Werkzeug usw. einlagern, das ist jedoch aufgrund der fehlenden Verderblichkeit wesentlich einfacher.