http://www.spiegel.de/wissensc…tur/0,1518,796623,00.html
"...Doch um wahr oder falsch geht es in der ganzen Affäre eigentlich wohl kaum: Vielmehr handele es hier ein "Meinungskampf", sagt der Wissenschaftler und Journalist Lehmkuhl. Er habe den Eindruck als würde sich Rahmstorf als wissenschaftlicher Experte tarnen, aber eigentlich politischer Agitator sein. "Rahmstorfs Häme wirkt als persönliche Diffamierung, die in der öffentlich geführten Auseinandersetzung nichts verloren hat", sagt Lehmkuhl.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Rahmstorf auf robuste Art mit seinen Gegnern anlegt. Immer wieder hat er in den vergangenen Jahren nicht nur Journalisten, sondern auch Wissenschaftler angegriffen, wenn sie sich öffentlich in einer Weise geäußert hatten, die Rahmstorf missfiel.
Kniefall vor dem Wissenschaftler
Die "Frankfurter Rundschau" spielte einen seltsamen Part in der Affäre: Die Redaktion der "FR" hatte sich am 30. April 2010, gut zwei Monate nach Erscheinen des Meichsner-Artikels, von dem Text distanziert: "Die 'FR' hat den Artikel in ihrer Online-Ausgabe gelöscht", schrieb die Zeitung. Gleichzeitig veröffentlichte sie offenbar als Wiedergutmachung eine Doppelseite, auf der Vorwürfe gegen den IPCC-Report als missliche Kampagne gedeutet werden.
Darin sieht Lehmkuhl ein falsches Signal: "Es ist beklagenswert, dass eine Autorin, nur weil sie eine Textpassage kritisch unter die Lupe nimmt, gleich ins Fahrwasser von Klimawandelleugnern gedrängt wird." Wenn Zeitungen ihre Autoren so schnell fallen ließen, würde sich bald niemand mehr differenziert über die Klimaforschung äußern, meint der Sozialforscher. Warum die "FR" so handelte, bleibt offen. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE reagierte die Chefredaktion nicht.
Lehmkuhl glaubt an einen Reflex bei der Zeitung: "Die 'FR' achtet stark auf Umweltbewusstsein und vertritt engagiert den Standpunkt des menschengemachten Klimawandels", erläutert der Medienforscher.... "