Wegen der unübersehbar vielen Möglichkeiten im Schach haben Menschen sich die Bibliotheken geschaffen. Zunächst einmal die Eröffnungen, aber auch danach gibt es in den Stellungen jeweils viele Züge, die gleich als schwach oder falsch aussortiert werden. Ganze Beraterstäbe begleiten bei hochrangigen Wettbewerben die Partien und bewerten jede Stellung, jeden (aus ihrer Sicht) sinnvollen Zug. Dadurch haben sich Entscheidungsbäume entwickelt sowie bestimmte Prämissen in Hinsicht auf die Qualität bestimmter Züge. So a' la Springer am Rand ...
Die erfolgreichen Schachprogramme haben dieses Verhalten nachgestellt und durch die hohe Rechenleistung dann menschliche Spieler besiegen können.
Bei AlphaZero hat man nun nichts weiter getan, als die immer größere Rechenleistung ausgenutzt und sehr wohl mit Brute Force den Computer einen eigenen, neuen Entscheidungsbaum (sowie eine eigene Stellungsbewertung) errechnen zu lassen. Dabei sind nun Züge enthalten, die bisher immer ausgeschlossen wurden (als ungeeignet). Und mit diesen neuen Zügen ist der Algorithmus (es ist immer noch einer) in der Lage, Programme, die diese Züge nicht in petto haben, zu überrumpeln.
Diese Programme denken immer noch nicht, sie haben nun nur eine andere Datensammlung. Innerhalb eines mathematisch genau definierten Systems wie Schach geht das auch, wie man sieht.
Es ist wie in Toy Story - Buzz kann nicht fliegen, aber geschickt fallen.
"Brute-Force" beschreibt das Verfahren, alle möglichen Stellungen bis zum Ende in allen Verzweigungen komplett durchzurechnen
Nein, Brute force bedeutet nur mit maximaler Rechenleistung alle Möglichkeiten, einschließlich der offensichtlich unsinnigen, durchzurechnen. Wie weit das geht, hängt von der verfügbaren Leistung ab, aber "bis zum Ende" ist keine Bedingung.
P.S.: https://deepmind.com/blog/arti…-games-chess-shogi-and-go