ich glaube, dass die chinesen anders agieren werden.
die chinesen brauchen rohstoffe. diesbezüglich haben sie sich nicht unbeträchtlich schon eingedeckt und werden dies sicher auch weiter tun. die kaufpreise werden in staatsanleihen geleistet.
gleichzeitig benötigt man aber auch ein wertaufbewahrungsmittel, denn man kann heute nicht vorhersagen, welchen rohstoff man möglicherweise in zwei jahren dringend brauchen wird. der dollar ist hierfür völlig ungeeignet, denn die 2 billionen sind in ein paar jahren eben realistisch betrachtet nur noch wenige hundert millionen wert. wenn man also jetzt die 2 billionen nimmt und annimmt, dass china hiervon gerne ein oder zweihundertmilliarden als wert aufbewahrt hätte, dann böte sich folgendes an. man kauft zum jetzigen lächerlichen kurs gold ein. durch einsatz von wenigen milliarden in diesem marktsegment über einen längren zeitraum verteilt, treibt man den kurs in gänzlich andere regionen. so setzt man dann 10 mrd. ein und hat am ende trotzdem nominal 100 milliarden dollar + weiteres dollar-spielgeld, für das man dann nichts mehr kaufen kann.
nicht sonderlich beeindrucken das ergebnis? sicher nicht aber die alternative heißt, man versucht es weiter mit dem dollar als wertaufbewahrungsmittel und riskiert, dass man dafür bald gar nichts mehr zu kaufen bekommt. jedenfalls keine rohstoffe mehr. auch die chinesen benötigen so etwas wie eine versicherung, ähnlich dem privatanleger. ihre derzeit tausend tonnen taugen dazu nicht. es ist daher völlig gleichgültig, was gold kostet, die chinesen haben derart viel fiat-money, dass sie es sich leisten können bei ihrem goldinvestment "geld" zu verlieren, wenn sie dafür die sicherheit erkaufen auch morgen noch unbedingt notwendige rohstoffe zu kaufen.
außerdem glaube ich nicht, dass die chinesen den restlichen markt total verarschen. sie werden sicher nicht laut verkünden was sie zu tun gedenken aber sie werden hinweise geben, damit am ende niemand sagen kann, er habe es nicht wissen können. die chinesen benötigen auch in absehbarer zukunft handelspartner, die man daher nicht unnötig verprellen sollte. china wird auf absehbare zeit weiter exportieren wollen. und es spricht nichts dagegen in zukunft waren an die norweger für öl, an die russen für gas und an die deutschen für maschinen zu verkaufen. wenn man natürlich vorher alle nationen gegen sich aufbringt und diese sich hintergangen fühlen, ist das schlecht fürs geschäft. die chinesen haben genug dollar, um auf ein paar hundert milliarden verzichten zu können. viel wichtiger ist eine gute positionierung für den neuen wirtschaftszyklus.
chinesen haben sicher keine almosen zu verteilen aber sie wollen sich auch ihre zukünftigen handelspartnerschaften nicht unnötig beschädigen, denn zu allererst sind die chinesen clevere händler.
wenn man schon krisengewinner ist, sollte man darauf bedacht sein, wenigstens ein fairer krisengewinner zu sein.