Guter Punkt. Würde eines von beiden Szenarien (Staatsbakrott oder Inflation) implizieren.
Ich denke aber schon, daß 1 bis 2 Prozentpunkte ohne weiteres durch Einsparungen und/oder erhöhte Besteuerung aufzubringen wären - ohne daß die Wirtschaftskraft (Steuerkraft) damit abgewürgt würde. Ich gebe zu, die Situation in anderen Ländern kenne ich nicht hinreichend, allerdings nach allem was man z.B. über Griechenland gelesen hat gibt es dort eher mehr Potential als bei uns.
Einsparpotentiale bei: Rentenzuschuss, Kindergeld, KFW-Kreditverbilligungen für Energiegedöns etc.. Im Agrarbereich ginge sicher auch noch etliches. Plus zig Kleinigkeiten.
Besteuerungspotential: Grundsteuer, Erbschaftsteuer, Reduktion Ehegattensplitting, ermäßigter MWSt-Satz.
Außerhalb des direkten fiskalischen Bereichs:
- Grundlegende Reform Gesundheitskosten nach dem Leitsatz "die allgemeine Grundversorgung ist uns x% vom Gehalt bzw. y Euro im Jahr wert." Konsequenz: Einsatz dieses Budgets nach Kosten/Nutzen optimierung. Also wo bringt der Euro die meiste Lebensqualität für die Patienten. Wer mehr möchte: Zusatzversicherung.
- Wegfall EEG. Stattdessen mit einem Bruchteil des Geldes staatliche Forschungsförderung.
- Wegfall öfffentliche/rechtlicher Rundfunk/Fernsehen. Stattdessen mit einem Bruchteil des Geldes "wertvolle" Sendungen produzieren, die privaten Sendern zum Kauf angeboten werden und anschließend im Internet verfügbar sind.
- Deregulierung Arbeitsmarkt
etc. etc.
Meine Bedenken bzgl. europäischer Staatsanleihen gehen eher in die Richtung "Wille zur Rückzahlung" als "Fähigkeit zur Rückzahlung". Was man aus Irland (aber auch Griechenland) dazu liest stimmt mich durchaus bedenklich. Da gibt es Diskussionsbeiträge, welche die Rückzahlung mit "Reperationen" gleichsetzen.