So könnte das mit dem neuen M-LEC, dem toxic waste der Banken in ihren SIV und von ihnen finanzierten Hedge Fonds laufen.
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Aus dem Spatz vom 28.10.2007 - http://spatzseite.de/pdf/sptz2007.pdf
Zitat Dr. Böttiger:
Dabei zeigt die Federal Reserve ihr wahres Gesicht als private Weltbankenzentrale. Sie gab der Royal Bank of Scotland Rückhalt, damit diese die bankrotte Firma Cheyne Finance, ein so genanntes "Structured Investment Vehicle" (SIV) kaufen konnte. SIVs sind Firmen, die über billige kurzfristige Kredite, die sie z.B. im "carry-trade" in Japan aufnehmen, teurere langfristige Kredite, die sie z.B. in Europa vergeben, finanzieren. Damit sich das "rentiert", handelt es sich oft um Kreditvolumen im Bereich mehrerer Milliarden Dollar. Wenn nun kurzfristige Kredite fällig werden, bevor die langfristigen bezahlt werden und man plötzlich keine neuen Kredite bekommt, platzt das Geschäft, wie in letzten Wochen vielfach geschehen. Das jeweilige SIV muß dann, um Schaden von den Investoren - das waren meistens die Banken auf der Jagd nach Anlagemöglichkeiten selbst - abzuwenden, "verkauft" werden. Ähnlich erging es Barclays Bank mit drei ins Schlingern geratenen SIVs.
Am 12. Oktober stimmte der US-Federal Reserve Board of Governors zu, die Kreditlinie für zwei britische Banken, the Royal Bank of Scotland (RBS) um 10 Mrd. Dollar und Barclays Bank um 20 Mrd. US$ auszuweiten. Sie bekommen das Geld, damit sie den Kredit an ihre Klienten prolongieren können "die kurzfristig Liquidität benötigen, um ihre langfristigen Anlagen (holdings of securities and certain other assets) zu finanzieren" schrieb die Bank in einem Brief an die Banken. Zugleich hob die FED die Kreditbeschränkung der Banken an ihre Wertpapierhändler "affiliated broker-dealers" auf. Diese sind dann die Kanäle, durch die die Banken das Geld an ihre kollabierenden Klienten weiterreichen. Die FED finanziert also inzwischen nicht nur Banken im In- sondern (wie im genannten Fall) auch im Ausland, sie finanziert auch Brokerhäuser, die mit Krediten an Hedge-Fonds und andere Spekulanten Probleme bekommen haben. Das heißt im Grunde, die Zentralbank verzichtet auf alle Versuche der Geldmengenbeschränkung. Die Geschäftsbanken können nahezu beliebig Geld drucken. Und wozu, bitteschön, wenn kaum noch einer "kreditwürdig" ist?
Die Banken animieren ihre "Hedge-Fonds", unverkäufliche Wertpapiere von SIV und ähnlichen Spekulationsfirmen zum Nominalwert mit einem Kredit anzukaufen, den ihnen die Banken geben. So können die Banken ihre Bilanzen schönen und sich selbst Geld drucken. Nichts weniger verbirgt sich hinter der schönen neuen Finanzstrategie der Elite der "Master Liquidity Enhancement Conduit".