Beiträge von traditional3

    Wie ist das gemeint ?


    http://www.bueso.de/news/sachs…dit-von-17-3-mrd-gerettet


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    [...]


    Unterdessen warnte die Atradius Versicherungsgesellschaft, daß deutsche Firmen, die von Private Equity Funds übernommen werden, großes Risiko laufen, mit ihren Zahlungen in Verzug zu geraten. Da diese Fonds sehr stark am US-Immobilienmarkt engagiert sind, werden die deutschen Firmen zu Geiseln der dortigen Krise, warnte Atradius-Sprecher Peter Ingenlath, so die Süddeutsche Zeitung.


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    Neue Solidarität (Abobeitrag) - http://www.solidaritaet.com/neuesol/2007/34/index.htm


    -------------- Auszug -----------


    Von besonderer Bedeutung sind dabei sog. „asset-backed commercial papers“ (ABCP) - eine Art Wechsel, der mit „Finanzwerten“ irgendwelcher Art besichert ist. Sie werden von Banken ausgegeben und an „Investoren“ - oft von den Banken selbst gegründete Fonds - verkauft, die wiederum ähnliche Papiere an weitere Investoren weiterveräußern, z.B. an Rentenfonds und ähnliche Einrichtungen.


    In den letzten Jahren hat sich in diesem Bereich zunehmend Wechselreiterei eingebürgert: Diese Wechsel wurden bisher bei Fälligkeit in der Regel einfach gegen neue Wechsel ausgetauscht. Aber nun ist der Wert der Papiere, die als Sicherheit für diese Wechsel hinterlegt sind, zusammengebrochen, und die Banken können keine Kredite mehr gewähren. Und wenn die Wechsel fällig werden, wird das Problem sichtbar.


    Diese ABCPs haben dem Vernehmen nach bereits in der Krise der Deutschen Industriebank (IKB) eine Rolle gespielt. Der IKB-Fonds Rhineland Funding habe ein solches Papier eingelöst und so die IKB gezwungen, es zu decken, berichtete ein europäischer Bankier gegenüber EIR. Die IKB ihrerseits habe beantragt, ein ABCP der Deutschen Bank einzulösen, was diese jedoch verweigerte habe. Dies habe den Zusammenbruch der IKB ausgelöst.


    Inzwischen zeigt sich, daß die IKB kein Einzelfall, sondern scheinbar eher die Regel ist. So weigerten sich in der vergangenen Woche führende europäische Banken, darunter Barclay’s und wiederum die Deutsche Bank, ACBPs von 17 kanadischen Fonds, davon sechs des Fondsmanagers Coventree, im Wert von zusammen 27 Mrd. kanadischen Dollar einzulösen. Daraufhin brach der gesamte kanadische ABCP-Markt zusammen.


    Dabei ist zu beachten, daß die betroffenen Fonds meist von den Banken selbst gegründet wurden - als „Vehikel“ für Finanzoperationen, die die betreffenden Banken aus guten Gründen aus den eigenen Büchern heraushalten wollten. An der Quantco Financial Corp. z.B., einem der betroffenen Fonds, denen die Deutsche Bank die Einlösung von ABCPs verweigert hatte, ist die Deutsche Bank selbst beteiligt.


    Im Fall der 17 kanadischen Fonds wiederholte sich ein Vorgang, den man eine Woche zuvor im Fall der IKB beobachten konnte: Um ihren Kollaps zu verhindern, wurde am 17. August eine Rettungsaktion organisiert - die diesmal jedoch deutlich größer ausfiel als im Fall der IKB. Der ABCP-Bestand im Volumen von 120 Mrd. kanadischen Dollar wurde in einer riesigen Swap-Aktion gegen längerfristige Papiere ausgetauscht. Damit ist ein bißchen Zeit gewonnen. Aber ein Modell für die US-Finanzmärkte ist es nicht: In Kanada waren nur 8 Banken und Hedgefonds beteiligt. In den USA müßten 6200 verschiedene Finanzinstitutionen zustimmen, und das Gesamtvolumen wäre zehnmal größer.


    Trotzdem sind weitere ähnliche Aktionen zu erwarten, da allein in der vergangenen Woche ähnliche Papiere im „Wert“ von 55 Mrd. $ fällig wurden. Ob die Umschuldung gelang, war bei Redaktionsschluß noch nicht bekannt. Und selbst wenn sie gelungen sein sollte, steht die nächste Krise bereits vor der Tür. Insgesamt beläuft sich das Volumen dieses Markts der kurzfristigen ABCP-Papiere auf mindestens 1500 Mrd. $.

    Während Europas Banken mit dem zweitklassigen Immobilienmarkt ins Unglück rasen, kündigte die Europäische Kommission an, sie werde die Arbeitsweise von Ratingagenturen wie Standard & Poor’s, Moody's Investors Service und Fitch Ratings untersuchen. Die europäischen Regierungen und die EU werfen diesen Agenturen einen Interessenskonflikt vor, da sie von denselben Firmen und Geldinstituten bezahlt werden, deren Kreditwürdigkeit sie beurteilen. Noch vor wenigen Monaten hatten sie Wertpapiere des zweitklassigen Hypothekenmarkts mit der Spitzenbewertung „AAA“ versehen.


    Jetzt, da Untersuchungen durch Regierungen anstehen, haben die Agenturen Angst vor großen Gerichtsverfahren und verteidigen sich mit der Behauptung, ihre Beurteilungen seien lediglich „Meinungen“, und die seien in den USA durch das Verfassungsrecht auf Redefreiheit garantiert!


    Aber ähnlich wie vor ein paar Jahren bei dem betrügerischen Energiehandelskonzern Enron legt sich die Schlinge immer enger um den Hals. „Wenn die Ratingagenturen glauben, daß dies business as usual sein wird, dann liegen sich völlig falsch“, sagte ein Beamter der Europäischen Kommission in einem Interview, das am 15. August auf der Titelseite der Financial Times erschien. „Der besicherte zweitklassige Hypothekenmarkt wäre nicht in dem Ausmaß gewachsen, wie er es tat, wenn es nicht diese vorzüglichen Beurteilungen (Ratings) einiger Agenturen gegeben hätte.“ Als mögliche Lösung wurde eine Regulierung durch die Regierungen ins Gespräch gebracht.


    http://www.solidaritaet.com/neuesol/2007/34/eu.htm

    Zwei interessante Passagen aus dem Spatz vom 19.08.2007


    http://www.spatzseite.de/
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    1. Basel II -> Unterlegung von Krediten mit Eigenkapital + Sicherheiten mit hohem Rating


    [...] An sich brauchte so etwas Banken, die sich ihr Geld selbst drucken, nicht zu kümmern, hätte man nicht zaghafte Versuche unternommen, mehr Ordnung ins Gelddrucken zu bringen. Nach Basel I konnten Banken legal aus acht hinterlegten Dollar 100 Dollar Kredit erzeugen und gewinnträchtig anlegen. Mit Basel II wurde das sogar noch günstiger, jetzt genügten ihnen dazu vier US-Dollar plus 4% andere Sicherheiten, also irgendwelche Wertpapiere.


    Welche Papiere sich zu welchem Grad als Sicherheiten eignen, entschieden so genannte "private" Rating-Firmen wie Moodys oder Standard & Poor's durch ihr Rating. Ein geringeres Rating führte zu höheren Hinterlegungssätzen. Alles was nach Grund und Boden roch, wie Hypotheken, wurde hoch bewertet, auch die sogenannten Subprime-Hypotheken (drittrangige Hypotheken, die den Kunden um der Provisionen willen mit befristeten Sonderkonditionen aufgenötigt wurden). Mit einer hohen Bewertung ließen sich solche Papiere nämlich (zur Dollarrückgewinnung) im Ausland besser verscherbeln. Dazu wurden die Hypotheken von den Banken gebündelt, in einen Fonds gelegt und dessen Papiere (Mortgage Based Securities) gezielt ins Ausland verkauft. Dort dienten solche "anerkannten" Papiere ebenfalls als "Sicherheiten" zur fröhlichen Geldschöpfung.


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    2. Selective financial crash


    Nun wundern sich die Experten, weshalb der FED-Chef Bernanke, der wie seine Kollegen Banken flüssig halten wollte, nicht gleichzeitig und zum gleichen Zweck die Zinsen senkte. Er tat es nicht, sondern sorgt für einen - wie es ein Londoner Spekulant nannte - "selective financial crash". Das heißt, es werden nur Banken versorgt, die bis zu 6% Zinsen wert waren. Die anderen werden wohl zur baldigen Übernahme anstehen.


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    Zitat

    Original von anton_66
    zu japan die hatten das große glück das der rest der welt noch in ordnung war und ihr exporte nicht einbrachen


    Und damit noch eine Überlegung:


    Unser Wirtschaftssystem braucht ein permanentes Wachstum der Verschuldung.


    Bei der japanischen Krise war der Rest der Welt noch am Aufschulden. Wenn das jetzt aber global betrachtet ins Stocken kommt, dann haben alle ein gemeinsames Problem.


    Neue Märkte und zusätzliche Schuldner müssen her.



    Das hat bisher noch ganz gut funktioniert:


    - Demographie: Bevölkerungsexplosion im 20. Jh (mehr Marktteilnehmer -> Schuldner)
    - Zerstörung durch Kriege und "Wirtschaftswunder" (neue Produkte, Neuausstattung)
    - Auflösung des Ostblocks und neue Märkte (mehr Marktteilnehmer)
    - erleichterter Zugang zu Kredit (Kreditkarten, Ratenfinanzierung, US-Kredit für Jedermann)


    Doch wie sieht es momentan im Blick auf diese Kriterien aus ?


    - Demographie: Überalterung im Westen, sehr breite, junge Basis im Osten, z.B. in Indien
    - Zerstörung und Wiederaufbau: angestrebte Strategie (Jugoslawien, Irak)
    - neue Marktteilehmer: vielleicht Afrika ?
    - erleichterter Zugang zu Kredit: in nächster Zukunft eher nicht


    Wo also kann das für dieses Wirtschaftssystem notwendige Wachstum der Verschuldung herkommen ?


    Die Karten sind meiner Meinung nach ausgereizt. Greenspan hat die letzten Trümpfe gezogen (Verschuldung der privaten Kreditnehmer in den USA). In den osteuropäischen und asiatischen Nationen ist hier sicher noch was möglich, aber das wird nicht ausreichen, den Karren weiter zu schieben.


    Und zuletzt: Weshalb ist ein permanentes Wachstum der Verschuldung notwendig ?


    -> Zinseszinssystem.


    Yuppieh.

    Zitat

    Original von HIghtekki


    hört man öfter. richtig ist: hauptgrund für die krise war nciht der 'goldstandard' sondern die massive verschuldung bis 1929.


    Hallo Hlghtekki,


    in meinem Beitrag schrieb ich "Der Goldstandard war in den 30er Jahren der Auslöser und ein Hauptgrund für die Deflation in D" und meinte die Entwicklung im Deutschen Reich.


    Mir ist nicht bekannt, dass es in D eine massive Verschuldung gab. War das so ?


    Für die USA gilt sicherlich, dass die Weltwirtschaftskrise ihren Ausgang in der Börsenkrise nahm, die wiederum sehr stark durch Wertpapierkredite getrieben war.


    Schon damals war (auch im Goldstandard) eine übermäßige Verschuldung möglich, da die Geldmenge sich nicht 1-zu-1 zur Goldmenge verhielt, sondern mehr "Zettel" als entsprechende Goldhinterlegung ausgereicht werden konnten.


    Ich kann deinem Ansatz folgen, dass ohne die von dir genannte "massive Verschuldung" (?) es in den USA wahrscheinlich nicht von der Börsenkrise zur Banken- und Wirtschaftskrise gekommen wäre. Schuldenfreie Investoren hätten die Buchwertverluste an der Börse aussitzen können, die Krise hätte sich nicht auf die Realwirtschaft ausgeweitet.
    Schuldenfreie Investoren hätten demnach auch keine Auslandsinvestitionen auflösen müssen und damit die Krise ins Ausland "exportiert".


    So gesehen steht am Anfang der Kette die Verschuldung. Einverstanden. Dies gilt für den Goldstandard und für den Non-Goldstandard.


    Auch ohne Goldstandard wären zur Rettung der verschuldeten US-Investoren Anlagen aus D abgezogen worden (Folge = Geldmengenverknappung -> Deflation, gleicher Mechanismus wie im Goldstandard).


    Allerdings hätte die Notenbank ohne den Goldstandard eine eigenständige Geldpolitik verfolgen können und damit ein Übergreifen der US-Krise auf die Banken vermeiden können. Für den Fall, dass sich die Krise dennoch über die Handelsbeziehungen auf D ausgewirkt hätten, wäre die Regierung ebenfalls handlungsfähig gewesen (durch Maßnahmen der Konjunkturpolitik -> Investitionen) .

    So kann man's dann auch wieder sehen.


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    Steinbrück für Fusion von Landesbanken


    Unterdessen hat sich Bundesfinanzminister Peer Steinbrück für eine Fusion der WestLB und der Landesbank Baden-Württemberg ausgesprochen. Er würde es „sehr begrüßen, wenn durch eine Konsolidierung auf Landesbankenebene ein Institut entstünde, das in der Champions League mitspielen kann“, sagte der SPD-Politiker der „Frankfurter Rundschau“. Der deutsche Finanzmarkt sei „im internationalen Maßstab sehr vielfältig und kleinteilig“. Dies habe auch Nachteile. „Wir könnten einen weiteren großen Anbieter neben der Deutschen Bank und Commerzbank gut vertragen“, sagte der frühere Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.


    http://www.welt.de/wirtschaft/…html?page=2#read_comments


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    Aus dem Leserkommenar zu dem o.a. Artikel:


    SachsenLB wurde übrigens von PriceWaterhouse-Coopers geprüft, und IKB ebenfalls. Höchste Zeit dass der Staatsanwalt mal bei PwC zu Besuch kommt..


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    Interessant, wer wieviel Geld wo drin hat (Stand Ende 2006)


    oxxo meint:
    18-08-2007, 13:38 Uhr


    Zweckgesselschaften deutscher banken:


    arabella Hypovereinsbank 2,2 mrd €
    bills dt bank 0,6
    chekpoint lb berlin 1,8
    compass westlb 7,9
    coral dz bank 3,4
    giro lion bayern lb 7,1
    kaiserplatz commerzbank 6,8
    lake constanze lbbw 8,2
    opusalpa helaba 1,1
    ormondquay sachsen lb 14,8
    poseidon hsh nordbank 4,4
    rheingold dt bank 3,8
    rheinmain dt bank 7,5
    rhinegold ikb 14,8
    salome hypo vereinsbank 1,2
    silvertower dresdner bank 7,0 --- stolze Summe: 92,6 Mrd


    ein paar zahlen, für die nachrichten der nächsten woche/n
    interessant sind alle die banken, deren eigenwert weniger als ein drittel der zugehörigen gesellschaft ist.
    interessant meint PLEITE!!!!

    Eine mögliche Deflation ist weder


    - ein Märchen noch
    - eine Illusion.


    Japan ist kein Land in einem Märchen oder in einer Illusion.


    Was sich dort national erreignet hat, kann sich in größerem Stil global wiederholen.


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    Zum Goldstandard -> und seinem Bezug zur Deflation der 30er Jahre


    Der Goldstandard war in den 30er Jahren der Auslöser und ein Hauptgrund für die Deflation in D


    - die US-Börsenkrise infizierte über die Rückholung der Auslandsanlagen (die in Gold zurückgezahlt werden mussten) andere Nationen -> Bankenkrise und daraufhin Wirtschaftskrise in D.


    - durch den Abfluss von Gold mussten die Banken z.B. in D. ein mehrfaches an Krediten einholen (die Kreditmenge war m.W. dreimal so hoch wie die zu Grunde liegende Goldmenge) -> massive Verschärfung der Krise durch Goldabfluss in D.


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    Der Goldstandard war durch die erzwungene Geldmengenverringerung damals ein Hauptgrund für die Deflation. Außerdem verhinderte er die wirksame "Bekämpfung" der (deflationären) Wirtschaftskrise durch "staatliche Konjunkturprogramme", da ohne Gold keine Geldschöpfung / Investition möglich war.


    Und heute ?


    Heute kann eine Deflation durch Schuldnerpleiten ausgelöst werden, da in einem Kreditgeldsystem Kredit und Guthaben (die Geldmenge) gemeinsam entstehen und verschwinden .


    Eine Geldmengenverringerung ist sehr real möglich - heute - auch ohne Goldstandard.

    http://bueso.de/news/carry-tra…-bewegt-sich-auf-krach-zu


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    Schlagzeilen von London bis Seoul warnen vor dem "Ende des Yen-Carry Trade", jenem verrückten Mechanismus des “freien Yen”, den die Zentralbanken weltweit benutzten, um in den letzten Jahren hunderte von Milliarden in Spekulation und Hedgefonds hineinzupumpen. "Carry-Trader rennen zum Notausgang”, schrieb die Financial Times. Der Daily Telegraph nannte es die "panische Flucht aus den Wachstumsmärkten."


    Die Erkenntnis dämmert, daß die Party vorbei ist. "Wir rufen das Ende des globalen Carry Trade mit Währungen aus", sagte Hans Redeker von BNP Paribas gegenüber der Financial Times.


    Öffentlich heißt es meist, daß die Hedgefonds etwa 200 Milliarden $ in Yen-Krediten für den Carry Trade bereithalten; realistischere Personen setzen den Umfang des Carry Trade jedoch irgendwo zwischen 450 Milliarden und einer Billion $ an. Wie hoch die Zahlen auch sein mögen: die Kurssteigerung des Yen hat diese Milliarden in Verluste verwandelt. Hedgefonds bemühen sich nun, ihre Wertpapiere schnell zu verscherbeln, als Kaution für ihre Yen-Kredite, bevor sie noch mehr Verluste erleiden. Dies jedoch treibt den Kurs des Yen durch die Decke und bedrängt diejenigen stärker, die Yen gekauft haben.


    Währungen aus Entwicklungsländern, die von Spekulanten künstlich hochgedrückt wurden, damit sie gigantische Profite durch das Investieren der zinslosen Yen-Papiere in hochzinsige Währungen machen konnten, brechen nun zusammen, da das spekulative Kapital abzieht. Der neuseeländische und der australische Dollar sind "im freien Fall", berichtete ein Händler gegenüber der Financial Times. Der südkoreanische Won, der südafrikanische Rand, der brasilianische Real, die türkische Lira, die isländische Krone, allesamt Favoriten de Carry Trade, ganz zu schweigen von der "Megablase" in Osteuropa, folgen der Abwärtsspirale Neuseelands und Südafrikas.

    Die SachsenLB unter "Aufsicht", die West-LB wackelt und soll bei der LBBW untergebracht werden.


    Da hat der Sparkassen"mittelbau" ganze Arbeit geleistet.


    http://www.ftd.de/unternehmen/…Chef%20Fusion/239650.html


    http://www.ftd.de/unternehmen/…0Sachsen%20LB/240779.html


    Immerhin: Um die Sachsen LB muss man sich scheinbar keine Sorgen machen, denn:


    "Die Agentur bemerkt dazu aber, dass die Sachsen LB durch ihre Eigentümer - acht sächsische Sparkassen - Zugang zu Liquidität habe."


    8 + 1 = 9. Starke Truppe.


    Und:


    "Da die Linien der Sachsen LB aufgrund des "Grandfathering" weiterhin Staatsgarantien unterliegen, haben Fitch und Moody's für die Garantieobligationen der Sachsen LB die höchste Bonitätsnote bestätigt."


    "Grandfathering" = Haftung des Landes ? Na denn ...


    Der Freistaat Sachsen betonte, für alle möglicherweise aus dem Fonds entstehenden Verluste zu haften. Ormond Quay unterliege der so genannte Grandfathering-Regelung. Diese besagt, dass das Land bis zum Jahr 2015 Garantien für alle Verbindlichkeiten der Bank gewährt. Die Regeln wurden nach dem Wegfall von Anstaltslast und Gewährträgerhaftung im Jahr 2005 vereinbart.


    Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/…weite_deutsche_Bank_.html

    Quelle: http://www.wienerzeitung.at/De…3929&Alias=wzo&cob=298141


    Die einzigen Daten, die darüber verfügbar sind, sind Statistiken des US-Finanzministeriums. Aus diesen geht hervor, das fast zwei Drittel aller von Nicht-Amerikanern gehaltenen MBS in Steueroasen wie etwa der Kanalinsel Jersey oder den karibischen Cayman-Inseln gehalten werden (siehe Tabelle). In welchen Ländern die echten Eigentümer dieser Wertpapiere sitzen, wird dadurch verschleiert.


    [Blockierte Grafik: http://www.wienerzeitung.at/bilder/artikel/2007180825grafik1.gif]


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    Interessante Tabelle. Allerdings halten die Steueroasen nicht 2/3 der MBS sondern 90/340, d.h. etwa 26 %.


    Interessant ist der %uale Anteil der MBS an den gesamten US-Papieren. Absolut und relativ hat D da gut zugelangt.


    Allerdings waren Luxemburg und die Schweiz auch nicht gerade verschlafen.

    Von einem der brillantesten Köpfe unserer Zeit.


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    William F. Engdahl in einem Interview:


    Smart Investor: Klingt das nicht ein bisschen nach Verschwörungstheorie, dass nämlich die Großen da oben sich zusammentun und ihre Macht immer weiter ausdehnen ?


    Engdahl: Das ist doch keine Theorie, das ist Fakt [lacht]. Ich muss immer lachen, wenn ich diesen Begriff "Verschwörungstheorie" höre. Sobald dieses Wort auftaucht, fühlen sich die meisten Menschen dazu angehalten, aufzuhören zu denken.


    Quelle: Smart Investor, Ausgabe 10/2006

    Gute Zusammenstellung: Kommentar von sitting bull 20:39 Uhr


    http://politblog.net/wirtschaft/1436.htm


    Doch wer sind die wirklichen Profiteure ? Das sind doch alles nur kleine Hampelmänner.
    Wer weiß ob Schwarzkopf (HedgeFund Blackstone) in Bälde noch Milliardär ist oder nicht verelendet endet ?
    Vorübergehend hätte er (und seine Gilde) dann ihren Zweck erfüllt. Nachdem sie akkumuliert haben, werden sie elegant erleichtert.


    Wer also sind die wirklichen Strippenzieher und Generalstrategen ?


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    Genau genommen gibt es 4 Gruppen, die sich die Schuld teilen


    1: Die Investmentbanken, die mit ihren Derivat-Abteilungen solche Massenvernichtungs-Finanzwaffen überhaupt erst erfunden haben und diese ohne Rücksicht auf Verluste in die Welt verteilt haben, aus Gründen des eigenen Profits


    2: Die Rating-Agenturen, die viel Geld mit Derivat-Ratings verdient haben und immer mit geschlossenen Augen selbst den schlimmsten Müll dank waghalsiger Konstrukte mit AAA-Ratings versehen haben.


    3: Alle Käufer dieser Instrumente, da letztlich jeder aufgeklärte Bürger hätte wissen können, was da verkauft wurde- Gier hat hier wirklich blind gemacht- manchmal auch aus finanzieller Not, z.B. in Japan seit 1990, da die dortigen Insitute dringend vermeintliche gewinnträchtige Anlagen brauchten


    4: Die Aufsichtsbehörden, die quasi seit 1989 dem Derivate-Treiben zusehen und rein gar nichts unternahmen, wobei die Regulierungsgremien eindeutig von der Derivate-Mafia aufgekauft wurden, oder diese politische Unterwanderung betrieb, siehe Goldman Sachs.


    Alles nachzulesen in den Büchern von Frank Partnoy. F.I.A.S.C.O. und Infectious Greed.

    Hallo doedel,


    keine Sorge, deine Überlegungen sind gold-richtig.


    Es ist immer gut, wenn man schlüssig und folgerichtig denken kann. Mit geheimnisvollen Abgründen der "Makroökonomie" hat jedenfalls das (scheinbar Unerklärliche) nichts zu tun.


    Die Frage "Inflation versus Deflation" ist m.E. nicht beantwortbar, da beide Szenarien eintreten können.


    Ein Zusammenbruch der Märkte führt immer zur Vernichtung von "Vermögen". Erst nur Buchwerte, dann konkrete Schuldnerpleiten. Jede Schuldnerpleite ist eine Verringerung der "Geldmenge", d.h. Schulden und auch Guthaben (des Gläubigers) verschwinden. Wenn dies in großem Umfang auftritt und nur wenige Neuschuldner die Geldmenge wieder ausweiten, verringert sich die Gesamt-Geldmenge. Treten Schuldnerpleiten massenhaft auf, kann es zu einem sehr schnellen - branchenweit und international - übergreifenden Kollaps kommen.


    Bei einem Massenkollaps der Assetwerte -> Anleger -> Banken -> Unternehmen -> Privatpersonen und Haushalte der Nationen ist das eine Deflation par excellence. Sollten die Notenbanken hier zu spät handeln (mit billigem Geld, d.h. Zinsen runter um die Verschuldungsbereitschaft wiederzubeleben), kann es zu dieser Spirale kommen.


    Japan in den 90ern.


    Japan hat über zehn Jahre versucht, mit billigem Geld (fast 0-Zinsen), aus der Deflationsfalle herauszukommen. Es wurden gigantische staatliche Maßnahmen aufgelegt, um die Wirtschaftsaktivität anzukurbeln und wieder zueiner sich ausweitenden Geldmenge zu gelangen. Ergebnis: Hyperverschuldung von Japan (m.W. betragen die Staatsschulden ca. 170 % des BIP) und unsinnige Infrastrukturinvestitionen (ich habe mal gelesen, dass massenhaft Sportanlagen gebaut wurden, die nicht genutzt werden, dass ein Großteil der Küsten mit sehr aufwendigen (unnötigen) Maueranlagen versehen wurden ...). Das alles, um sich aus dem Kontraktionsprozess wieder "heraus zu inflationieren".


    Die Frage ist tatsächlich, wer (außer dem Staat) in einer Krisenzeit bereit ist, sich zu verschulden.


    Private Equity scheint tot zu sein
    Hedgefonds-Aktivitäten scheinen tot zu sein
    Mergers wird sich momenan niemand trauen
    wo sind die mutigen Firmengründer ?
    wo die privaten Häuslebauer in unsicheren Zeiten am Arbeitsmarkt ?
    wo neue, wirtschaftlich aufbauwillige Staaten, die sich verschulden wollen / können ?


    Das Eintreten der (ehemaligen) kommunistischen Staaten in die Weltwirtschaft hat 1989 ff. nochmal eine schöne weltweite Wachstumswiese geschaffen. Wo gibt es das nochmal ?


    Afrika industrialisieren ?


    Momentan scheint mir eine deflationäre Entwicklung (schleichend oder als Kollaps) sehr wohl möglich.


    Ein Herausinflationieren kann ich mir allerdings durch riesige staatliche Investitionen auch vorstellen. Dazu ist in den USA gerade rechtzeitig eine Brücke zusammengebrochen und hat deutlich gemacht, dass ca. 25 % der Brücken in den USA marode sind. Nur wenige Tage später wurde berichtet, dass auch in D ca. 20 % der Brücken "pflegebedürftig" sind.


    Was in der EU-Region staatlichen Superinvestitionen allerdings im Weg steht, ist das Maastricht-Kriterium -> max 3 % Neuverschuldung, das müsste erst mal fallen.


    Vielleicht wird EU-Brüssel dafür sorgen, dass diese Knebelung uns zu Boden zwingt.


    In der ganzen Diskussion sollte man auf dem Boden bleiben. In einiger Zeit werden wir wissen, wie es gelaufen ist.


    Im Moment ist es bestimmt kein Fehler, für beide Risiken Vorbereitungen getroffen zu haben.