Angegeben sind die Veränderung zum Freitag der Vorwoche (in Heimatwährung) sowie in Klammern seit Einstieg (in Euro), sofern eine Position gerade gehalten wird.
FNV -8,75% ( 1 Tranche -1,18% )
WPM -4,00% ( - )
RGLD -6,39% ( - )
SAND -10,89% ( 1 Tranche -18,32% )
MMX -5,79% ( 1 Tranche -12,47% )
SILV -11,66% ( 1 Tranche -17,25% )
MAG -11,29% ( 1 Tranche -4,64% )
KL -6,62% ( 1 Tranche -1,04% )
Langfrist: TFPM +0,00% (-22,37%), RZZ +3,01% (-17,46%), GBRR -7,39% (-13,75%)
Gold +0,08%
Silber -3,01% ( 3 Tranchen, s.u.)
1 Tranche VZLC -6,02% / -1,09% mit Hedge
1 Tranche VZLC -10,96% / -6,29% mit Hedge
1 Tranche PSLV -6,23%
Hedge: keiner aktiv
Gold und Silber bröckelten im Wochenverlauf stetig ab. Während sich Gold vergleichsweise gut hielt und zumindest den Widerstand bei $1.800 noch einmal testete, konnte Silber noch nicht einmal die $23,50 halten und schloß nahe dem Wochentief. Wenigstens blieb der Freitags-Abverkauf erneut aus. An den Standardaktienmärkten wurde meines Erachtens am Mittwochabend das Ende der Hausse eingeläutet.
Das Depot sieht mittlerweile nícht mehr gut aus; hier besteht Bedarf zur Verlustbegrenzung. Die Preisentwicklung sollte aber nur ein Entscheidungsfaktor sein; wichtig ist auch die nachfolgend diskutierte Überprüfung, ob die ursprünglichen Investmentthesen noch gelten.
Kurzfassung: Das Depot bleibt in seiner Grundaufstellung bestehen; Absicherung wird weiterhin geǵenüber einem Verkauf von Positionen bevorzugt. FNV und SAND werden in entsprechende Positionen WPM und RGLD getauscht.
Langfassung. Generelle Argumente für die getätigten Investments:
- Weltweit sind die Staatsfinanzen unumkehrbar zerrüttet und überschuldet.
- Dadurch ist eine Umkehr von negativen Realzinsen unmöglich.
- Die Entwertung von Währungen wird sich weiter beschleunigen.
- Zentralbanken kaufen wieder Gold.
- Potente Anleger werden dies auch tun, da Fiat-Währungen und die meisten börsengehandelten Papiere keine werthaltigen Alternativen sind.
- ESG- und Klimaschutzmaßnahmen werden den Bergbau behindern, weniger neue Projekte zulassen und damit mittelfristig das Angebot an Gold und Silber verknappen.
- Die saisonal starke Phase für Gold und Silber beginnt jetzt.
sowie dagegen:
- Die kurzfristigen Zeichen stehen auf Dollarstärke.
- Die Charttechnik ist kurz davor bärisch zu werden.
- Die (schon vor Corona) überfällige weltweite Rezession wurde durch Stimulusmaßnahmen verzögert, wird aber nun unausweichlich eintreten und die Aktienmärkte in die Korrektur zwingen.
- Die Politik wird die Rezession so lange ignorieren, bis es an Eingemachte geht. Ich bezweifle, daß die angekündigten Infrastruktur-, Energiewende- und Elektromobilitätsmaßnahmen noch durchführbar sein werden. Man wird die verbleibenden Mittel benötigen, um eine Grundversorgung mit Nahrungsmitteln und konventioneller Energie sicherzustellen sowie die innere Sicherheit aufrecht zu erhalten.
- Während der ersten Jahre der Rezession werden daher Öl, Basismetalle und Silber nicht gut performen, bis letztendlich eine Angebotsverknappung aufgrund fehlender Investitionen einsetzt.
Aus taktischen Gründen (Vermögenserhaltung) ist eine Beibehaltung der Investitionen unverzichtbar und ohne Alternativen. Die Faktoren für die zukünftige Preisentwicklung sind gegensätzlich und deuten auf eine extrem volatile Seitwärtsbewegung hin.
Eine Betrachtung der einzelnen Depotwerte ergibt:
FNV: Die Bilanz und vergangene Performance sind erstklassig; dementsprechend ist der Wert hoch bewertet. In den letzten Tagen kam jedoch merkliche Schwäche auf, vermutlich wegen des 20%igen Anteils an Öl und Basismetallen, die teilweise deutlich nachgaben.
WPM, RGLD, MMX: Ebenfalls sehr gute Bilanzen; günstigere Bewertung. Vorwiegender Fokus auf Edelmetalle. MMX allerdings mit deutlicher Kursschwäche.
SAND: Die Bilanz ist in Ordnung, aber trotzdem eklatante Kursschwäche. Der Zukauf im Basismetallbereich war rückblickend schlecht getimt. Durch USAS Relief Canyon entsteht Abschreibungsbedarf bis hin zum Totalverlust. Die Unsicherheit bezüglich der Hod-Mine wird auch nicht helfen.
TFPM, RZZ, GBRR: Die Kursentwicklung ist schlecht, aber die in Beitrag #48 gemachten Annahmen gelten nach wie vor. Aufgrund der geringen investierten Beträge besteht kein unmittelbarer Handlungsbedarf.
SILV: Die Aktie ist hoch bewertet, hat aber Explorationspotential und verfügt aufgrund hoher Goldanteile über einen Puffer gegenüber der Silberentwicklung. Die Bilanz ist solide.
MAG: Die Aktie ist ebenfalls hoch bewertet. Im Gegensatz zu SILV erzielen sie schon Cashflow. Sie sind vorwiegend vom Silber abhängig. Juanicipio und Deer Trail bieten Explorationspotential. Die Bilanz ist solide.
KL: Die Bilanz und Liegenschaften sind vorzüglich; alleine der Kurs will es einfach nicht reflektieren.
Gold- und Silber-ETCs: Das Metall ist bereits gefördert; im Gegensatz zu Produzenten gibt es keine operativen und politischen Risiken. Ebenfalls muß man sich über ESG und die Ersetzung von Reserven keine Gedanken machen. Dafür entstehen Emittentenrisiken und Haltekosten.
Schlußfolgerung: Ich halte nichts davon, die Investitionsquote zu verringern, da ich dann mit Fiat oder alternativen Anlageformen in stärkeren Risiken stehen würde. Ein kompletter Tausch in Physisches ist denkbar, würde aber die Tradingmöglichkeiten einschränken. Daher bleibe ich bei der Strategie, das Depot zu halten und gegen Kursrückgänge abzusichern. Eine Reduktion auf weniger Werte wird angestrebt; ebenfalls eine Verringerung des Risikos entlang der folgenden Relation nach rechts: Produzenten > Royalties > ETCs > Physisches. Daraus entsteht Bedarf für folgende Umschichtungen:
- Eine Investition in Basisrohstoffe erscheint mir zur Zeit nicht opportun. Daher tausche ich in der nächsten Woche FNV und SAND in die "pureren" Edelmetallwerte WPM und RGLD, die zudem günstiger bewertet snd.
- Bei KL scheint der Markt irgendetwas zu wissen, was wir nicht sehen. Demnächst, aber nicht zwingend schon in der folgenden Woche, werde ich sie in einen Gold-ETC tauschen, voraussichtlich den Sprott PHYS. Der Gold-ETC soll in Zukunft auch als Liquiditätsreserve dienen, um Euro-Guthaben nicht zu groß werden zu lassen.
- Silber bleibt aus Tradinggesichtspunkten interessant, da volatiler als Gold: Es gilt: Lieber Silber ungehebelt handeln, als eine gehebelte Goldposition aufnehmen, um die gleiche Performance zu erzielen. Die Anzahl von Tranchen im Silber-ETC sowie in MAG und SILV sollte diejenigen der anderen Werte nicht übersteigen, damit das Depot nicht zu silberlastig wird. Abhängig von den Bohrergebnissen in Deer Trail und Dixie erfolgt gegebenenfalls später ein Tausch von MAG in GBR, was die Silberlastigkeit ebenfalls reduzieren würde.
Dem Absicherungsbedarf werde ich in der nächsten Woche nachgeben müssen. Entweder mit einer anfänglichen kleinen Position auf dem aktuellen Preisniveau, oder vorzugsweise in größeren Schritten in einen Anstieg hinein, der die überverkaufte Situation korrigiert.
Danke an alle, die bis hierhin mit dem Lesen durchgehalten haben ![smilie_blume [smilie_blume]](https://goldseiten-forum.com/wcf/images/smilies/smilie_blume1.gif)