WPM meldet Quartalszahlen.
Im Vergleich zum Vorjahresquartal wird ein Gewinnrückgang um 47.4% gemeldet. Fallende EM-Preise waren sicher nicht hilfreich, aber ein Großteil davon geht auf die Umstrukturierung von San Dimas nach der Übernahme durch FR zurück, was man auch an den Produktionsdaten sieht:
Ounces produced Q3 2018 Q3 2017 Change
Silver 5,701 7,595 (24.9)%
Gold 101,552 95,216 6.7 %
Palladium 8,817 - n.a
Ounces sold
Silver 5,018 5,758 (12.9)%
Gold 89,242 82,548 8.1 %
Palladium 3,668 - n.a.
Ich habe die Werte so aus dem Quartalsbericht übernommen und wiedergegeben. Die Angaben für Silber müssen in 1000 Unzen sein, während die anderen in Unzen sind; anderenfalls sind die Werte nicht plausibel.
Ein Teil der Produktion wurde noch nicht verkauft, wird also im nächsten Quartal hinzugerechnet. WPM geht davon aus, daß im Durchschnitt immer 2 Monatsproduktionen zwischen "produced" und "sold" unterwegs sind. Wieder etwas dazu gelernt.
Der Ausblick für 2018 wird aufrecht erhalten. Die Dividende bleibt bei $0,09, wird nach meinen Einschätzungen aber im nächsten Quartal zurückgehen, da die Berechnungsgrundlage immer die letzten vier Quartale sind.
Mir gefällt, daß das Management ein diversifiziertes Portfolio aus Edelmetallen zusammenstellt. Die Hinzufügung von Palladium war sicherlich ein guter Griff; ab 2021 kommt noch ein Kobalt-Stream hinzu. Kobalt ist unter anderem für Lithium-Batterien wichtig und wird zu 66% in unsicheren Ländern produziert. WPM hat sich hier in Kanada eine Beteiligung gesichert.
Was nun noch fehlt ist Wachstum durch weitere Projekte. Seit 2014 wachsen sie kaum, und dies sieht man auch am Kursverlauf. Zudem lastet zur Zeit noch ein Steuerstreit mit Kanada auf dem Kurs, der erst im September 2019 verhandelt wird.
Zur Zeit sehe und handele ich sie als unbegrenzt laufende Option auf einen EM-Korb, die noch zusätzlich etwas Dividende abwirft (z.Zt. ca. 1,5% nach Steuern). D.h. ich betrachte aktuell die EM-Preise und nicht die Wachstumsperspektiven als kursrelevant.
Ich habe sie momentan untergewichtet in einem Portfolio aus Royalties und mittelgroßen Produzenten. Die darin stark vertretene PAAS fällt nach der Fusion mit Tahoe allmählich aus meinem Beuteschema heraus; daher kann ich mir vorstellen hier etwas zugunsten WPM umzuschichten, wenn der Markt die Quartalszahlen in den nächsten Tagen goutiert.
Aus diesem Grund wurde dieser Artikel auch etwas länger; vielleicht hilft es ja auch noch jemand anderem bei seinen Entscheidungen. Ergänzungen snd natürlich gerne gesehen.