Ich finde, dass auch selbst erfahrene Trader/Rohstoffspezialisten durchaus daran zweifeln dürfen, ob es jetzt immer noch ein guter Zeitpunkt ist, jetzt Gold physisch zu kaufen/nachzukaufen ...
Schließlich dürfte auch in den USA schon bald (ich rechne noch diesen Sommer damit) die nächste "Bombe" losgehen, wenn man nicht mehr in der Lage ist, vom wahren Dilemma im Banken-/Immobereich abzulenken und die desaströse Finanzlage unter den Tisch zu kehren (inkl. neuer Bailouts in Übersee). Dann dürften sich Spekulanten samt Medien auf ihr nächstes Opfer stürzen und den Dollar dahin befördern, wo er noch vor etwas über einem halben Jahr stand (und wo er auch hingehört).
Fundamental betrachtet hätte der Euro im Verhältnis zum US Dollar wohl selbst aufgrund der Ereignisse kaum in dieser Form fallen dürfen. Wenn klar wird, was eigentlich jedem halbwegs intelligenten Menschen klar sein müsste, nämlich dass die marode USA aus dem letzten Loch pfeift, wird der USD fallen wie ein Stein. Die Frage bleibt dann jedoch wiederum, ob der Goldpreis bei einem fallenden US Dollar mitfällt und uns EU Bürgern eine schöne Chance zum Kauf/Nachkauf bietet oder ob der Goldpreis in sämtlichen Währungen weitersteigt.
ungewöhnlich ist nicht, dass der euro fällt, sondern wie schnell er fällt.
während der Rubelkrise versuchten an dem Tag, als die russische regierung ein dreimonatiges Schuldemoratorium ausrief, alle Russen ihr Geld von der Bank abzuheben.
In jedem System partieller resverven führt ein Bank run zum Bankrott.
Man könnte ein System, das darauf beruht, dass nur ein geringer teil der anleger an sein geld
will, auch schneeballsystem oder Ponz scheme nennen.
Es gab auch in deutschland bekannte und sehr erfolgreiche Schneeballsysteme. Entscheiden war
beim Zusammenbruch nie die Substanz (die gab es ja nicht), sondern das Vertrauen.
die regierungen der modernen industriestaaten bezahlen ihre schulden und zinsen seit jahrzehnten durch die ausgabe neuer schuldpapieren.
Der Fall grichenland hat ein Land gezeigt, dem es nicht gelungen ist, genügend neue Geldgeber zu finden,
um die alten Schulden zu bedienen.
Die USA sind fundamental schwach, aber sie spielen das "Vertrauensspiel" viel besser als die europäer:
tolle Wappentiere, charismatische Präsidenten, air force one, 200 jahre alte Institutionen,
weltreservewährung.
Das sind symbole wie bei Donald Trump, der nur mit seinem Lear jet anrollen musste,
dass er ohne Prüfung kredit bekommen hat.
die europäischen regierungen missverstehen die märkte und glauben, dass sie mit Streichorgien
wieder Vertrauen herstellen können.
ich habe den Case Griechenland lange unterschätzt: als Eichelburg im dez schrieb, dass griechenland zum sargnagel des euro wird, habe ich nur geschmunzelt.
aber der Fall Griechenlands hat das schlechte Krisenmanagement und die Uneinigkeit der europäischen regierungen aufgezeigt.
eine Firma, deren aktie so unter die Räder gekommen ist, müsste jetzt den CEO auswechseln
und einen erprobten, charismatischen externen Unternehmensführer holen,
der zwar die Firma nicht ändert, aber den Investoren Vertrauen einflösst.
sowas ist für die euro-zone nahezu ausgeschlossen.
wo das Vertrauen fehlt, da ist der "Buchwert" egal, das zeigen viele Beispiele aus der Aktienwelt.
viele erfahrene spekulanten haben bei 1,21 eine technische erholung des euro erwartet.
dass sie nicht gekommen ist, nimmt uns die Hoffnung, mittels eines billigen dollar günstig Gold zu kaufen.
gerade weil Vertrauen so eine weiche, schwerr fassbare sache ist, spielen fundamentale Gründe erstmal keine Rolle.
Neues Vertrauen in den euro bräucht sicher 6-12 monate plus diverse große Fehler der US-seite.
Möglich ist das.
Darauf wetten würde ich aber nicht