Beiträge von Dr_Meyer

    noch 5 dollar zum neuen dollar-ath.


    [smilie_blume]

    vor allem ist der weg dahin interessant.


    Am Freitag schrieb ich, dass erst der Franken zum Euro anstieg, dann crashte der euro im verhältis zum dollar und Gold stieg zu dollar und euro.


    In den meisten Blättern stand diverseas krudes Zeug über die US Arbeitsmarktdaten, nur die Neuer Zürcher Zeitung wies am Sonnabend darauf hin,
    dass die Schweizer Notenbank wortlos die euro-stützung eingestellt hat.


    Komischerweise gab es heute im asiatischen Handel keine Rally, bin zweimal mit den stop kurs rausgeflogen,
    auch heute im europäischen handel gab es nur einen nervösen handel mit kleinen Steigerungen und ständigen sell offs.


    erst am Nachmittag, als der letzte Bulle kapitiert hat, gab es die Rally:
    die war dann ohne Nachrichten - und so stark, dass sie mich auch überrascht hat,
    ( ich hatte den ausbruch zwar erkannt, aber bin nur 2 dollar mitgegangen....)
    der Kurs stieg, ohne dass es nennenswerte zwischenverkäufe gab.


    Vielleicht haben sich gold etfs mit Kontrakten eingedeckt, vielleicht war es die Situation mit schlechten Nachrichten
    von den anderen westeuropäischen Länderbonds (Frankreich, Niederlande), die unter Druck geraten sind...


    bin gespannt, was heute für Kommenare geliefert werden.


    ---


    auf drei-monatssicht wird die Rally von heute wohl dazu führen, dass der spät indikator MACD ein bullischen Schnitt macht und einen längeren stabilen aufwärtstrend einleitet.
    da ein großteil der Marktteilnehmer Verluste bei aktien und anderen rohstoffen einsteckt, wird der kurs vermutlich aber nervös hin und her zucken.


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    die nachricht des Tages betrifft aber m.E. Silber:


    während Platin heute mit minus 0,6% ähnlich wie Öl einen schwachen Tag hat, macht silber die aufwärtsrally vom Gold voll mit.


    das ist ein starkes Signal, dass in einem Umfeld von Mistrauen, Schulden etc. ein Teil der Marktteilnehmer offenbar auch Silber wieder monetären Charakter zubilligt.
    (kann natürlich auch sein, dass dass irgendeine Comex-short-squeeze geschichte ist, silber wurde ja bis zulest offenbar weit stärker geshortet als Gold).


    ich weis leider nicht genug über Silber, um einen Ratschlag an dritte zu geben und kann den heutigen silberanstieg nicht voll einordnen.


    Es gab bei Silber so unglaublich viele schwachsinnige Analysen (Butler 2008 "die silbermünze walking liberty liegt gut in der hand, und wenn ich sie anschaue,
    habe ich ein gutes gefühl für amerika. Da der Silberpreis stark ansteigen wird, wird man vermutlich so eine schöne Münze nicht mehr produzieren können und sie bekommt numismatischen wert") und so viele Bullen, dass ich vorsichtig war.


    wenn ich heute nachkaufen würde, würde ich vermutlich Silber aufstocken.

    http://www.ftd.de/finanzen/mae…niederlande/50123669.html


    EZB Geld drucken inzwischen vervierfacht: nach Infos der FTD täglich 5,7 Mrd euro frisch gedrucktes EZB-Geld, mit dem Staatsanleihen aufgekauft werden.


    "Die Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank können den Kapitalmarkt nicht beruhigen. In der Woche bis zum 14. Mai kaufte die EZB 16,5 Mrd. Euro, in der Woche bis zum 21. Mai 26,5 Mrd. Euro an Bonds. Darüber hinaus gibt die entralbank keine Details bekannt. "Die Entwicklung der Renditen scheint rein von den Aktivitäten der EZB abhängig zu sein. Das Programm der Notenbank führte zu einer gewissen Stabilisierung", sagte Ylva Cederholm, Analystin bei Nomura. "Private Käufer werden nicht in den Markt gelockt. Es gibt kein Momentum."


    Falls dieses Geld auch nur zu einem geringen Teil in Franken will, ist klar, warum die Schweizer Notenbank kapitulieren musste und ihre Stützungskäufe eingestellt hat.


    Ebenfalls interessant ist die Frage, zu wieviel Prozent die Verkäufe von niederländischen, belgischen und französischen Anleihen durch Zwangsliquidierungen von Banken und Versicherungen stammen, die unter dem Abfluss von Kundeneinlagen leiden.

    Hat jemand Ahnung, wie aussländische Aktien- z. B. kanadische, bei einer Währungsumstellung/ --reform abschneiden werden ? Danke.

    stimmt nicht ganz: eine aktie, bleibt zwar eine aktie,
    aber da der Kreis der potenziellen Käufer deutlich schwindet, dürfte der Kurs nach der Währungsreform deutlich anders aussehen.


    in den 50er Jahren gab es das Wirtschaftswunder, aber der aktienmarkt darbte.
    Geld wurde für Wurst und Fleisch ausgegeben, nicht für aktien.


    erst als durch Geldvermehrung und Zins sich die Liquidität erhöhte, gab es eine aktienhausse.


    da bei einer Währungsreform die Geldmenge schrumpft, braucht es ca. 10-20 jahre, bis das depot richtig wieder was wert ist.


    im falle von Hyperinflationen halten sich aktien meist recht gut.

    […]

    In Argentinien ging Geld durch eingefrorene Konten verloren, in Russland gab es nach dem Staatsbankrott 1998 einen Bank run.
    In beiden Ländern gab es meines Wissens keine Umverteilungen von Sachanlagen und aktienbesitzern zugunsten von Konto-Inhabern.
    am ehesten könnte man nachsehen, wie es 1948 gemacht wurde: auch da gab es ja Leute, die Aktien und ein Konto in der Schweiz hatten.

    Ich bin beeindruckt, das ist einer der besten Beiträge dieich hier jemals gelesen habe. Wenns einen Verbeug mich Smile hier geben würde dann würdest Ihn bekommen Dr.Meyer,somusst haltmit den hier Vorlieb nehmen [smilie_blume]

    Vielen Dank für die Blumen!
    Ich hatte die Überlegungen für meine eigene Firma angestellt und es hat keine große Mühe gemacht, sie hier aufzuschreiben.

    wie geil, das bisher beste seit langem!!




    http://www.spiegel.de/wirtscha…les/0,1518,699130,00.html

    Das ist genau die Richtung, die ich erwarte.


    Das dürfte allerdings nur ein erster Schritt sein.
    Es gibt ingesamt viel zu wenig Steuerhinterziehung, um so wirklich viel Geld zu mobilisieren.


    Die Schweizer Steuer CD hat ca. 1 Mrd euro eingebracht.


    die Idee, echtes Vermögen zur Finanzierung des Staatsdefizits heranzuziehen, ist von vorne herein zum scheitern verurteilt:
    die echten Vermögen sind viel zu klein.


    Staatsfinanzierung funktioniert derzeit nur, weil ein großer Teil der Staatspapiere mit durch Kredit erschaffenem Giralgeld gekauft werden.


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    Da offene Steuererhöhungen zur Rettung von Banken und Drittstaaten einen Proteststurm auslösen würden,
    rechne ich persönlich mit "Zwangsanleihen".
    Selbst die Regierung Kohl hatte schon mal mit der Idee von Zwangsanleihen gespielt (in den 80ern).


    Bei einer Steuer bekommen 100% der Betroffenen innerhalb einer Minute mit, was läuft.
    Bei Zwangsanleihen dauert es Jahre, bis die betroffenen mitbekommen, dass sie via Inflation enteignet werden.


    der entscheidende Vorteil von mobilen, anonym gekauften Sachwerten ist, dass Vermögen außerhalb des Banksystems gelagert wird
    und damit für eine Zwangsanleige nicht berücksichtigt werden kann.

    Ja, Dr. Meyer - seh ich auch so. Zum Abschuss freigegeben trifft es - man könnte ja mal ausnahmsweise seinen Prinzipien untreu werden und mit etwas Spielgeld auf einen fallenden Euro spekulieren ähm wetten. :whistling:

    wir sind natürlich immer sehr der Denke der vergangenen 40 jahre verhaftet, dass man aus einem erkennbaren trend irgendeinen Gewinn schlagen müsste.
    falls der euro-abwärtstrend richtig brachial wird, dann endet er für euro-zonen-bewohner eher mit Devisenverkehrskontrollen und eingefrorenen Konten,
    als netten Gewinnen aus Gold-longs und euro-shorts.


    kein Mensch weis wirklich, was nächste Woche passiert.


    aber die Zutaten für eine Währungskrise sind da.
    Und dass sich die Schweizer Notenbank krachend aus ihrer Euro-stützungspolitik zurückzieht, spricht eine klare Sprache.


    leider kennen wir die Zahlen über die Kapitalflucht nicht.
    vielleicht nimmt die SNB nur eine Verteidigungslinie zurück. Oder die Schweizer haben die Schlacht aufgegeben.


    Wer bisher auf den euro-kurs geschaut hat, wie ein Kaninchen auf die Schlange, sollte jetzt handeln. Grüner wird's nicht.


    Gold hat am Freitag abend sofort die Korrektur beendet und ist mit einer affenartigen Geschwindigkeit gestiegen: ca. 20 dollar in ca. 3 Stunden.
    am Montag morgen wird es wohl Stützungsmassnahmen seitens der EZB für den euro-kurs geben,
    um technisch orientierte Trader davon abzuhalten, gegen den euro zu traden,
    aber ich denke, dass ist zu spät.
    Von daher sind die Kurse vom Montag vormittag wohl eher ein Free Lunch für alle, die noch euros in Dollars und Franken tauschen wollen.


    wer in der nähe der schweizer grenze wohnt, ist klar im Vorteil und kann sich den Kurs von Freitag abend auch am Wochenende per EC-Karte sichern.

    Ja, Dr. Meyer - seh ich auch so. Zum Abschuss freigegeben trifft es - man könnte ja mal ausnahmsweise seinen Prinzipien untreu werden und mit etwas Spielgeld auf einen fallenden Euro spekulieren ähm wetten. :whistling:

    optionsscheine: da gibt es doch jetzt so ein neues Gesetz, dass longs und puts auf euro verbietet.
    weis nichgt ob das schon gilt.


    davon abgesehen: wer gegen die Notenbanken spekuliert, der kann zwar gewinnen, aber wahrscheinlich nicht mehr gut schlafen.
    auch die EZB weis, was ein short squeeze ist: irgendeine aktion, die gebebelte shorter aus dem Markt treibt.


    der weg nach süden ist für den euro jetzt zwar offen, aber ich glaube, dass davon nur profi trader profitieren können.


    dann schon lieber einen call auf Gold. das profitiert vom misstrauen ins papiergeld und Gold lässt sich schwerer durch die Notenbanken kontrollieren als der euro-dollar-kurs.

    Diese Münzen haben ja ihre Fans nicht zuletzt deswegen, weil sie ja auch gesetzliches Zahlungsmittel sind und somit schlecht(er) unter ein Gold-Verbot fallen könnten.


    Wie ist das eigentlich bei den Philis? - Die sind ja auch gesetzliches Zahlungsmittel - könnten die auch bei einem Goldverbot so ohne weiteres verboten werden?

    als gesetzliches deutsches Zahlungsmittel ist zumindest erstmal unwahrscheinlich, dass sie alsbald mit Mehrwertsteuer belegt werden.
    im Gegensatz zu Phiharmoniker sind sie gedenkmünzen mit jährlich wechselnden Motiven.
    außerdem wurden sie durch Regierungsbeschluss herausgegeben.


    falls es zu handelsbeschränkungen bei gold kommt, dann muss es ja irgendwie Gesetze geben, die erklären, was ne Anlagemünze ist und was eine Sammlermünze ist und was ein Zahlungsmittel ist.


    da die 100 euro münzen außerdem nur einen Bruchteil der gesamten Masse an Anlagemünzen ausmachen, stehen die Chancen recht gut,
    dass sie von Handelsbeschränkungen ausgenommen sein könnten.
    mehr als 20% des Goldportfolios sollten sie aber nicht ausmachen.


    ein entscheidender Vorteil von Gold ist die weltweite Liquidität.
    und da hat eine Münze, auf der nichtmal vermerkt ist, dass sie aus Gold ist, wenig Chancen zur Nutzung als "Fluchtgeld".

    so hoch können die den nicht gepumpt haben...neues ATH in € ...1018.46 !! :thumbsup:

    in einem Fachbuch über die Inflation von 1923 stand, dass sich ausländische Anleger aus der reichsmark zurückzogen, als sie erkannten, dass die Reichsbank die Reichsmark nicht mehr verteidigte.


    gestern hat ein wichtiger französischer Politiker erklärt, dass er nur Vorteile bei einem niedrigen euro-kurs sieht.
    Gleichzeitig stellte der treueste Verbündete der EZB, die Schweizer Notenbank, die Stützung des euro ein.


    Wer 1 und 1 zusammenzählen kann, der sieht, dass der Euro zum Abschuss bis 1: 1,1
    freigeben ist.


    Das durchbrechen der 1.20-Grenze am Freitag ist sowas wie die Landung der alliierten in der Normandie 1944.
    Zwar waren es anfangs nur ein paar Quadratkilometer, aber es war ein Symbol, dass eine zweite Front eröffnet war. Das Durchbrechen der 1,20 grenze ist das Symbol dafür, dass die bisherigen Anworten nicht zufriedenstellend waren.


    Ich glaube, dass ein großer teil der devisenmanager immer noch falsch positioniert ist.
    im gegenteil hat man von vielen gehört, die schon wieder long positionen aufegbaut haben, um vom rebound des euro zu profitieren.


    ein großteil der euro-Besitzer guckt auf den Kurs wie das Kaninchen aus die schlange.
    wenn (oder falls) sich diese Starre irgendwann löst, könnte eine Kapitalflucht aus dem euro einsetzen, wie man sie in Mitteleuropa seit den 30er jahren nicht mehr gesehen hat.

    Das ist leider bei allen Produkten so. Schau dir mal an, wie die Leute Baumwolle pflücken in Afrika und wie wenig Kohle die dafür bekommen, weil die westliche Welt die Preise bestimmt. Die verrecken zwar nicht direkt daran, aber die Lebenserwartung steigt durch die harte Arbeit und dem geringen Lohn nicht.


    Blutgold ist halt in den Köpfen der Leute, aber eigentlich klebt überall Blut an den Stoffen aus der dritten Welt. Die Asiaten verpessten auch ihre Umwelt, nur damit wir günstig an Rohstoffe oder chemische Produkte kommen...

    Nimm Dir das Beispiel vom iPhone:
    das hat soviel Marge, das könnte man an tausend Plätzen der Welt produzieren: Taiwan, Singapur, Polen.
    aber prodiziert wird es bei Foxcom, die bekannt sind für einen quasi militärischen Firmestil in China:
    Die Mitarbeiter arbeiten 6 Tage die Woche a 12 Stunden und dürfen sich nicht unterhalten:
    In den letzten Wochen sind 9 Arbeiter vom Firmengebäude in den Tod gesprungen.
    der fall eines anderen Arbeiters ist bekannt, der nach mehreren 24-Stunden-Schichten an Entkräftung gestorben ist.


    Nur dadurch, dass der Großteil der Konsumartikel heute aus China, Bangladesch und Vietnam kommt,
    konnte die Konsumentenpreis-Inflation in den letzten Jahren niedrig gehalten werden.


    Versuche mal bei Ikea irgendein Produkt zu finden, auf dem nicht "made in China", Vietnam oder Bangladesh steht. das ganze wird dann unter Plakaten glücklicher schwedischer Familien verkauft.


    Für die handy-Produktion werden seltene Elemente gebraucht, die es nur im Kongo gibt.
    Praktisch alternativlos. Kleine Flugzeuge bringen Dollars und Waffen in die Dschungelcamps der Milizen
    und bekommen dafür Rohstoffe. für ein paar hundert Handys stirbt ein Kindersklave.


    auch der britische Kapitalismus begann so: dass Startkapital für die akkumulierung des Kapitals kam aus Sklavenhandel, d.h. dem Einfangen afrikanischer menschen und dem Weiterverkauf an spanische Siedler in Südamerika, die viel Gold und Silber aus den amerikanischen Minen hatten.
    Der Sklavenhandel endete nicht, weil englische Menschenrechtsorganisationen es forderten, sondern weil es sich nicht mehr lohnte.


    Prostitution und Menschhandel mit Frauen gibt es nicht, weil die menschenhändler so böse sind, sondern weil es einen Markt in den Industriestaaten gibt, der Nachfrage erzeugt.


    Mit dem Niedergang des ungedeckten papiergeldes westlicher Staaten und der Verarmung breiter Bevölerungsschichten in den modernen Industriestaaten werden sich vermutlich eine Menge der Ungleichgewichte ausgleichen, die derzeit perverse Situationen erzeugen.

    Tja, da geht im späten Handel, kurz vor dem Wochenende, mal wieder die Post Richtung Norden ab.


    Einen angenehmen Sommerabend.

    normalerweise wird der späte handel von tradern beherrscht. und die müssen haufenweise ihre Positionen liquidieren,
    da sie bei Positionen, die sie ins Wochenende mitnehmen, den Margin erhöhen müssen, meist um einen mehrfachen Faktor.


    die heftigen Gold-käufe ab dem Nachmittag sprechen für einen deutlichen sentimentwechsel.


    zum euro:


    Die Verteidigungslinie der EZB ist nicht an ihrer schwächsten Stelle gebrochen, sondern an ihrer stärksten:
    beim Wechselkurz zum Schweizer Franken. Das macht den Deichbruch so verstörend.


    Hier hatte die Schweizer Notenbank vor 2 Wochen publikumswirksam in den Handel eingegriffen und den Kurs stabilisiert.
    Und die Schweizer können beliebig viele Franken drucken, um damit Euros aufzukaufen.
    Die Fed hätte bei so massiven öffentlichen Stützungen längst eine Vorladung zum Senat bekommen.


    Dass die Schweizer Notenbank auf heimischem Terrain kapituliert hat, bedeutet entweder, dass der Zustrom an Euros irrsining stark wurde
    oder dass sie sich mit der EZB gestritten haben.


    Franken gegen Euros: das ist keine Bewegung von Spekulanten, sondern Kapitalflucht in des Deutschen liebste Fluchtwährung.


    Erst als die Franken-Mauer gebrochen ist, zogen Dollar und Gold an.


    Spannend wird die Frage, ob EZB und Regierungen jetzt zusehen, wie der euro bis 1,10 abwertet oder ob es zu Maßnahmen gleich welcher Art kommt.

    Derzeit glaube ich nicht an eine Währungsreform mit „Haircut“ bzw. großen Haircut, trotzdem bin ich mal der Frage nachgegangen, was mit Firmen-Konten bei so einer Währungsreform passieren würde.


    Immer wieder wurde die Frage gestellt, ob es ratsam sei, mehr Geld auf Firmenkonten zu lassen, um in die Gunst eines besseren Umtauschsatzes zu kommen.



    Üblicherweise wird eine Währungsreform erst durchgeführt, wenn die Währung komplett zerrüttet ist und eine neue Währung- trotz Haircut – als Befreiungsschlag empfunden wird.


    Bei der Währungsreform 1948 wurden Privatvermögen drastisch abgewertet, Schulden blieben bestehen und wurden weniger abgewertet.
    Das hat einen Grund: Schulden sind wichtig, damit sich die Banken rekapitalisieren können.
    Die Banken brauchen irgendwelche Schuldner, die ihnen in der neuen Währung was erarbeiten.


    Firmen brauchen dagegen Geld, um Löhne bezahlen zu können.


    Bei Währungsreformen wird streng nach dem Prinzip „Cui bono“ verfahren, d.h. anhand der Ausgangslage werden die Gesetze und Umrechnungen so gestrickt, dass es Staat und Banken gut bekommt und Sparer möglichst effektiv enteignet werden.


    Enteignung ist natürlich das falsche Wort. Es besteht ein „Geldüberhang“, der sich nicht mit Werten einlösen lässt. Die Währungsreform ist nur die tatsächliche Anerkennung, dass das Guthaben nur fiktiv war.


    Zur Sache:


    Zur Auswahl stehen als wichtigste Parteien:
    Staat und öffentliche Haushalte
    Privatpersonen
    Firmen
    Banken


    Banken lasse ich mal außen vor. Und dass sich der Staat bei einer Währungsreform seiner Schulden entledigen wird, steht außer Diskussion.


    Unter Bundesbank.de gibt es öffentlich zugänglich die Statistiken mit den Sparvermögen und Schulden der einzelnen Parteien.



    Hier sind nur Sparvermögen und Kredite augezählt, die die genannten Parteien BEI BANKEN haben. Ein Großteil deutschen Privatvermögen ist aber bei Versicherungen und in Form von Anleihen gebunkert.


    Also:
    Spareinlagen von inländischen Privatpersonen bei Banken
    586 Mrd. €


    Kredite an wirtschaftlich unselbständige und sonstige Privatpersonen
    1.013 Mrd , davon 787 Mrd. Immo-Kredite


    Spareinlagen von inländischen Unternehmen bei Banken insgesamt
    Spareinlagen von Nichtbanken (Nicht-MFIs) insgesamt
    6,2 Mrd


    Kredite an Unternehmen und Selbständige insgesamt
    1.320 Mrd


    Kredite an Nichtbanken (Nicht-MFIs), insgesamt
    Eigenschaften
    3.992 Mrd


    Ein Viertel aller inländischen Kredite gehen an Privatpersonen, ein Viertel an Firmen.
    Der Löwenanteil der Privatkredite sind Immo-Kredite.


    Nun kommt es also darauf an, Regeln zu erfinden, die den Banken die größtmögliche Rekapitalisierung ermöglichen, Firmen halbwegs schonen und den Staat entschulden.


    Als erstes fällt bei den Firmen das extreme Verhältnis zwischen Spareinlagen und Schulden auf: 6,2 Mrd an Spareinlagen stehen 1320 mrd an Schulden gegenüber.
    Alleine das Baugewerbe hat bei Banken 64 Mrd euro schulden.


    D.h.: Hier macht es Sinn, den Firmen ein Umtauschverhältnis von 1:1 zu gönnen:
    Die 6 Mrd euro guthaben sind locker wegzustecken.
    Und man kann den Firmen dafür über 1000 Mrd euro in der neuen Währung als Hypothek mitgeben, um die Banken zu rekapitalisieren.
    Von daher ist es sehr wahscheinlich, dass reinrassige Firmenkonten 1:1 oder ähnlich die eine Währungsreform kommen.


    Bei den privaten Spareinlagen ist was zu holen: hier stehen über 600 Mrd an Guthaben aber 1320 Mrd an Schulden gegenüber, die zum größten Teil in Immo-Krediten gebunden sind.


    Hier würde es Sinn machen, einen Mechanismus einzubauen:
    z.B. einen Freibetrag 1:1 für alles bis 20.000€
    Alles was über dem Freibetrag ist, wird abgewertet oder eingefroren.
    In gleicher Weise könnte man mit den Schulden verfahren: alle Schulden bis 20.000€ werden 1:1 umgetauscht, alles darüber wird abgewertet.
    Außer bei besicherten Schulden: bei besicherten Schulden hat der Gläubiger, also die Bank,
    die Möglichkeit zwischen einer Umwandlung der Schulden oder der Inzahlungnahme der Sicherheit zu optieren.


    So eine Regelung, die besicherte und unbesicherte Schulden unterscheidet würde in den meisten Fällen dazu führen, dass die Bank zugunsten der Immobilie optiert.
    Und dann mit dem Schuldner einen neuen Kredit in der neuen Währung aushandelt, der sich am Preis der Immobilie in der neuen Währung orientiert.


    Der Schuldner kann sich natürlich aus dem Kredit befreien, d.h. der Bank die Immobilie überlassen und mit den gehair-cutteten Schulden vorlieb nehmen, aber viele wollen natürlich ihre Immobilie behalten.



    Da die meisten unbesicherten Kredite unterhalb von 20.000€ sind und die meisten besicherten Kredite oberhalb von 20.000€ würde eine solche Regelung dazu führen, dass die deutschen Banken mit vielen Forderungen in der neuen Währung starten können.


    Soweit mit echten Bankguthaben und echten Bankkrediten.


    Anders dürfte mit Anleihen verfahren werden, denn der größte Herausgeber von Anleihen ist der Staat, zweitgrößter sind Firmen. Privatpersonen geben keine Anleihen heraus.


    Von daher würde es hier Sinn machen, irgendeinen Grund zu erfinden, warum Anleihen anders behandelt werden als Kredite.
    Vielleicht, weil sie unbesichert sind?
    Das würde Sinn machen: Anleihen werden wie unbesicherte Kredite behandelt, d.h. sowohl private, als auch staatliche unbesicherte Schulden oberhalb von 20.000 € werden gehaircuttet, d.h mit Abschlag umgerechnet.



    Private Schuldner, die unbesicherte Kredite über mehrere Millionen haben , dürften sich also möglicherweise freuen.



    Das alles ist natürlich nur eine Gedankenspielerei.
    Anhand der Guthaben und Schulden habe ich ausprobiert, welche Regelungen bei einer Währungsreform aus staatlicher Sicht sinn machen würden.


    Eine entscheidende Schlussfolgerung ist wohl, dass echte Firmen, echte Kapitalgesellschaften wahrscheinlich bei Guthaben und Krediten ohne Haircut umgestellt werden. Von daher macht es wohl Sinn, im Angesicht möglicher Währungsreformen, auf dem Firmenkonto mehr Geld als nötig zu lassen.


    Es wird ja tagtäglich Händeringend nach irgendwelchen Gründen gesucht, um den Euro herunterzureden. Jede Kleinigkeit wird hochgespielt und dazu verwendet, um eine weitere Schwäche des Euro zu begründen. Sehr bedenklich, dass es so unfassbar einfach scheint, den Euro gen Süden zu befördern. Ich frage mich, was erst geschieht, wenn zuerst Spanien, dann kurz darauf nacheinander Italien, dann z.B. Portugal und dann evtl. Irland den "Offenbarungseid" leisten. Nach dem jetzigen Schema müsste der Euro dann ja ins Bodnelose absacken und irgendwann bei 50 Cent pro USD stehen (vorausgesetzt, der USD wird weiterhin als der ja soooo sichere Hafen dargestellt).

    da es der gold und nicht der euro-thread ist, nur eine kurze antwort.
    a) es gibt sowas wie selektive wahrnehmung. Jeder, der schonmal richtig Zahnschmerzen hatte, weis was ich meine. Plötzlich scheint der ganze Mensch nur noch aus diesem Zahn zu bestehen. alle anderen Probleme,
    Scheidungskrieg mit der ex-frau, die beule am auto rücken in den Hintergrund.


    b) das durchbrechen der 1,40 grenze beim franken deutet nicht auf das werk von Spekulanten oder ausländischen Großinesvtoren hin (die bevorzugen yen, dollar, sogar pfund und tauschen das später in Anleihen, aktien, Rohstoffe, Gold). Kein TRader hat den Mumm, direkt gegen eine offizielle Stützungsgrenze der Notenbank anzutraden.
    Der Franken ist DIE Fluchtwährung für Mitteleuropäer.
    wenn die SNB hier die Stützung aufgibt, dann zeigt dass, dass Mitteleuropäer so sehr aus dem Euro fliehen, dass die SNB kapituliert hat.


    Mit Gold sind wir in einer ausgezeichneten Währung diversifiziert, aber es könnte sein,
    dass Nachkaufen bald sehr sehr teuer wird.

    € stürzt wiedermal kurzfristig ab auf 1,2060

    jetzt 1,2038


    Durchmarsch als gäbe keine Widerstandslinien und keine Notenbankinterventionen.
    vielleicht sind die ja jetzt nach einer Woche auch aufgebraucht.


    im langfristchart zeigt sich: die Bodenbildung hat nicht stattgefunden.
    der gegentrend war nicht stark genug, um einen euro-rebound einzuleiten,
    die zweite aufwärtswelle hatte gar keine kraft mehr und nun setzen euro verkäufe ein:


    die Kurzfrist indikatoren zeigen einen neuen frischen abwärtstrend,
    double ema ist in einem intakten abwärtstrend,
    und der spätindikator MACD (der zeigt trends an, wenn sie wirklich voll etabliert sind),
    ist kurz vor einem bärischen schnitt der trendlinien.


    ohne eine extreme notenbankintervention ist das technisch ein chartbild, wo alles auf eine Reise richtung süden hindeutet.
    sieht aus wie im Lehrbuch...


    .---------------


    jetzt habe ich auch eine news gefunden:
    Anderen Stimmen zufolge geriet die Gemeinschaftswährung verstärkt unter Druck, als deutlich geworden sei, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) anders als in der Vergangenheit nicht zur Stützung des Euro eingegriffen habe. "Das hat den Abwärtstrend deutlich beschleunigt", sagte ein Händler.
    Zum Schweizer Franken fiel der Euro auf ein Rekordtief von 1,3904 Franken. Zudem spielt die Verunsicherung über den weiteren Verlauf der europäischen Schuldenkrise eine Rolle, nachdem Ungarn ein massives Haushaltsdefizit eingeräumt hatte.
    die treue Schweizer Nationalbank hat nicht mehr den euro gestützt und der euro hat die psychologische grenze von 1,39 unterschritten-
    diese grenze hat die SNB als offizielle Verteidigungslinie herausgestellt.
    anbetracht der tatsache, dass die SNB diese Grenze nicht mit fremden Devisen, sondern mit selbst hergestelltem Geld verteidigt,
    lässt böses ahnen:


    die EZB müsste den euro mit Franken, Dollars und gold verteidigen, die sie nicht selbst drucken kann.
    zwischenzeitlich ist der euro zum Franken auf 1,3870 gefallen.

    [Blockierte Grafik: http://www.abload.de/img/gold.euro.2010.06.01o5h7.png]




    Interessanter Chart aus dem Chart-Thread.


    Solche Charts sind mit absoluter Vorsicht zu genießen.
    Wer wirklich glaubt, dass er solche Kursbewegungen ausnutzen kann,
    der muss das Radio und den Fernseher ausschalten und nur noch darauf achten, ob die Aktie, Gold oder der Rohstoff um den er sich kümmert gerade
    überkauft oder überverkauft ist.


    erfahrungsgemäss gelingt solch emotionloses Handeln niemanden, denn genau in dem Moment, wo z.B. Gold überkauft ist,
    gibt es 1000 gute Gründe, warum man Gold besitzen muss und ohne Gold nicht schlafen kann.
    Und wenn Gold überverkauft ist, dann ist das Internet voller Nachrichten über Prechter etc.
    die einen weiteren Goldabsturz voraussagen. (das sind die gleichen Leute, die 2002 einen Absturz von 390 dollar auf 190 dollar voraussagten).


    Markttechnik ist schon ok, ich benutze sie ja auch: aber
    da geht es eher darum, im Rahmen eines übergeordneten Hausse trends die Dipps zu finden, zu denen man kaufen kann.


    Zusätzlich ist es extrem kritisch, Edelmetalle in Papierwährungen anzuzeigen, die gerade ihren Charakter ändern:


    der Euro wurde fast ein Jahrzehnt von Auslandsinvestoren als europäische D-Mark und als Alternative zum chronisch inflationierenden Dollar
    gesehen.


    Nun hatten wir ja am 9. Mai eine Währungsreform: 1 Euro ist jetzt 1 Drachme, alle Konten werden 1:1 umgestellt, das Bargeld bleibt im Umlauf,
    unser neuer Notenbankpräsident heißt Nicolas Sarkozy.


    Eine weiche Währung ist noch nicht zwangsläufig der Untergang des Abendlandes. Ehrlichkeitshalber muss man sagen,
    dass weiche Währungen in den letzten 1000 jahren der Standard waren.
    auch zu edelmetallzeiten wurden der Gold und Silberanteil ständig abgesenkt.
    ("Münzverschlechterung")


    aber ein Goldchart, der bis Mai 2010 den Kurs in DM und seit Mai 2010 den Kurs in Euro-Drachmen anzeigt, der muss zwangsläufig eine
    überkaufte Marktsituation anzeigen.