da Du einen Beruf hast, bist Du in diesem Sinne kein "echter" Student, d.h. eine Edelmetallanlage macht schon sinn.
aber:
Edelmetall ist kein Investment, sondern letztlich ein Wertspeicher.
Wir sind in der letzten Phase des Bullenmarktes, d.h. es kann ohne weiteres sein, dass sich Gold und Silber jedes jahr im preis verdoppeln -
was ich natürlich nicht hoffe.
Insgeheim bete ich natürlich, dass Politiker und Notenbanker zur Vernunft kommen,
das der Goldpreis sinkt und sich die Wirtschaft erholt.
Die Empirie spricht aber dagegen.
Mitten in der dritten Phase des Bullenmarktes anzufangen, monatlich 300 euro zurückzulegen ist nicht wirklich eine tolle Strategie.
man sollte das nicht verwechseln:
es ist immer empfehlenswert, in Positionen zu kaufen, um einen guten Mittelkurs zu bekommen.
(besonders, wenn es beim euro eine zwischenerholung gibt, macht das sinn).
mit 300 euro bei Gold bekommt man keine Unze.
Und bei allem unterhalb von 1 Unze hat man zu hohe Premiums, d.h. bei halbunzen und viertelunzenstücken zahlt man de facto 100-150 euro überm normalen unzenpreis.
dann schon lieber alle 3 monate einen Konsumentenkredit a 1000 euro aufnehmen, 1 unze kaufen und 3 monate lang den kredit wieder abzahlen.
das würde ich bis 1500 euro pro unze machen und dann aufhören.
----
Deine Idee vom Goldsparplan erinnert mich an das jahr 2000.
da kannte ich gleich mehrere Leute, die einen ganz tollen Fondsparplan hatten:
sie haben monatlich 200 dm in einen Fond mit technologie und internet-aktien eingezahlt.
gemanaget wurde der fond von irgendwelchen hochbezahlten fond managern.
1 jahr lang ging es gut, dann kam der Crash.
Man hätte mit Internetaktien viel Geld erspekulieren können: aber es war keine gute Idee, einen monatlichen Sparplan bis in alle Ewigkeit aufzusetzen:
zu diesem Zeitpunkt war die Akkumulationsphase vorbei: es war der die 3. Phase des Bullenmarktes
wer wirklich vermögen hat, der sollte innerhalb von 3-6 monaten die Sollmenge in Gold konvertieren.
Im reichen Hamburg haben die Wohlhabenden zu Lehman zeiten 3% ihre Vermögens ins Gold gebracht und in den letzten Monaten haben sie auf 10-25% aufgestockt. Das klingt wenig, ist aber genug Gold, dass in einer vornehmen Privatbank der Statiker kommen musste, um auszumessen ob das viele Gold
den Keller im Hamburger Morast versinken lässt.
Um es kurz zu machen:
ich glaube, dass die Zeit für Goldsparpläne vorbei ist.
Sowas macht man in der klassischen akkumulationsphase. Und die ist vorbei.
Mal was anderes:
man sollte immer darüber nachdenken, zu welchem Zweck man das Gold haben will.
Irgendwann kommt der Punkt, an dem ein Vorrat an lebensmitteln und lange haltbaren zeitlosen Konsumwaren und Medikamenten das Bedürfnis nach Sicherheit besser erfüllt, als eine Goldunze, die man villeicht ende des jahres für 1500 sauer verdiente euros kaufen muss.
noch ne andere Frage:
wenn Du monatlich 300 euro zum Gold-kaufen zurücklegen könntest,
dann wäre es klug, sich mal on der Wohnung umzuschauen, wofür Du in den letzte 3 Jahren die monatlich 300 euro ausgegeben hast:
auto? ipod?
falls es da Sachen gibt, die man versilbern kann, würde ich es machen.
edelmetalle sind kein Tagesgeld.
falls Du 8 Monate sparst und dann plötzlich das geld brauchst, weil Du ein Praktikum in einer fremden Stadt machst oder deine Freundin ein Kind bekommt,
ist niemandem geholfen.
hier im forum gab es im august 2009 jemanden, der rumgeheult hat, dass Gold das falsche Pferd war: er hatte anfang 2009 gold gekauft:
dass ist dann 9 monate lang im preis nur gefallen.
er hat dann im august alle seine Krügerrands und maples leafs verkauft, weil er meinte, der aufschwung ist da.
in der letzten augustwoche begann dann eine gewaltige goldhausse.