Na, das hätte so schön werden können: der euro war dabei, sich technisch zu erholen,
Gold war dabei, die überkaufte Situation abzubauen und sauber zu korrigieren:
daraus hätte eine schöne Nachkaufgelegenheit werden können.
Mit der Nachricht über den Bann von Naked shorts auf Staatsanleihen und Finanztitel hat Schäuble zwar gegenüber den deutschen Wähler Aktionsfähigkeit demonstriert, aber den euro auf Talfahrt geschickt.
dass angesichts des langen und heftigen falls des euro noch solche starken Bewegungen möglich sind, ist erstaunlich.
derzeit geht die größte gefahr für den euro von der schwachen performance der europäischen politiker aus.
zwar kam gestern auch die Nachricht, dass der US-senat entschieden hat, beim IWF sein Veto einzulegen für überschuldete staaten, aber da glaube ich fast,
dass die Masse noch gar nicht realisiert hat, was das bedeutet.
Die USA haben beim IWF Veto-recht, das sie noch nie gebraucht haben.
diese entscheidung ist ein Zeichen, dass sie das IWF-Geld nicht "wegwerfen" wollen, um es Portugal oder Spanien oder Griechenland zu geben:
ohne Chance auf Rückzahlung und ohne (was wichtig ist), besondere Konzessionen oder Goodies für die USA.
Die europäer hatten immer angst, den IWF nach europa zu lassen. jetzt zeigt sich, dass die USA den IWF gar nicht in europa haben wollen.
mal sehen, was passiert, wenn sich auf breiter front die Information durchsetzt, dass das 750 mrd euro bailout paket nur ein 500 mrd bailout paket ist.
---
wie geht es weiter? eine technische Erholung beim euro ist immer noch möglich, auch in einem halben jahr.
die frage ist letzlich, welches szenario abläuft: entweder sowas wie im letzten jahr beim dollar: d.h. monatelanges Bashing, das irgendwann aufhört,
wenn 100% der Investoren auf der gleichen Seite sitzen.
Oder sowas wie beim Rubel 1998 oder beim argentinischen Peso: d.h. eine echte Währungskrise, bei der in und ausländisches Kapital das Land verlässt
und die Währung verfällt.
Anders als der argentinische Peso oder die isländische Krone, die sich irgendwann wieder stabilisiert haben,
besteht beim Euro die Gefahr, dass irgendwann der Druck so groß werden kann, dass die Währungsunion zerbricht.
wer gold vor allem als ein tool sieht, um aus dem euro rauszukommen: das ist, glaube ich, derzeit schwierig.
investoren sagen oft, man sollte nicht auf einen rollenden zug aufspringen:
hier ist es so, dass man von dem euro zug, der in die eine richtung rollt, auf den goldzug, der in die andere Richtung rollt, springen muss.
bei größeren Vermögen, die noch zu hoch in euro gewichtet sind, würde ich defintiv auch in andere assets gehen, die sich derzeit nicht ganz so heftig bewegen.
bei kleineren Vermögen, die nicht die möglichkeit haben, mit Hongkong-Immobilien, Erdöl und anderem Großinestorenkram zu diversifizieren,
ist Gold und Silber m.E. immer noch ein guter und praktikabler Schutz, um sich gegen einen völligen Verfall der Währung abzusichern.
Zum jetzigen Zeitpunkt steht der euro bei 1,22 dollar.
Zum Zeitpunkt der euro einführung, stand der euro bei 1.18 dollar.
d.h. dass der "günstige" Preis für Laptops, Erdöl und Gold, den wir in den letzten 5 Jahren genossen haben, war letztlich basiert auf einem Irrtum:
dem Irrtum zahlreicher Amerikaner und Asiaten, dass der Euro sowas sei wie die DM oder der Schweizer Franken, mit dem man sich gegen den
ständig Inflationierenden Dollar absichern könne.
Beim Gold und Benzin bemerken wir die Korrektur dieses Irrtums sofort, bei anderen Dollar-Importgütern später.