Gibt es hier auch noch andere, die sich wie ich noch winden, jetzt in den sauren Apfel zu beißen und "dermaßen teures" Gold zu kaufen
Es war schon immer zu teuer. Bei 600€, bei 650€, bei 700€ ... Wer immer wartet bis es billiger wird, der wird nie einen Einstieg finden. Schau mal in den Gold Nachfrage Threat, da fragen alt gediente Mitglieder nach Angeboten ... Denen war es wohl auch bei Preisen von 300€ zu teuer und sie haben gekauft ... - Versicherungen kosten Geld, mal mehr mal weniger!
Tja, das ist der Stoff aus dem Börsen-Geschichte gemacht wird: Angst und Gier.
Die Angst, nicht im Markt zu sein wenn der Kurs steigt, die Angst nicht den tiefsten Zeitpunkt zu erwischen, die Angst geld zu verlieren,
die Gier, ohne Arbeit ein Vermögen zu machen.
ich hatte mir mal am 30.9. die Mühe gemacht, eine größer angelegte Kaufempfehlung für Gold in Forum zu stellen und etwas zu belegen.
"Gold aus Sicht eines Aktieninvestors: die Hausse hat gerade erst begonnen"
Gold aus Sicht eines Aktieninvestors: Die Hausse hat gerade erst begonnen
Damals war Gold über 1000 dollar ausgebrochen, es war danach jedoch wieder deutlich unter 1000 dollar gefallen.
Und in euro tat sich gar nichts: da stand Gold mit 680 euro pro unze ende September schlechter als im Juni 2009.
Eichelburg bekam dauernd Post von den "Goldjammerern", die ihn inständig um Informationen baten, wann den endlich die Stützungskäufe der Chinesen kommen.
Schnee von Gestern: soll man jetzt noch in den Gold-Markt?
Das kommt extrem auf die persönliche Situation und die Erfahrung an.
Ein brillianter Daytraider mit allen entsprechenden Tools wird es sicherlich schaffen, sich mit zertis und calls in dem markt einzukaufen.
In dem alten thread damals hatte ich mal geschrieben, dass Gold sicher nicht das leichteste Investment ist:
Staaten und Notenbanken sind gegen Gold, gegen die Bank zu zocken erfordert starke Nerven
Wenn der Kurs einer Aktie steigt, wird der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens alles machen, damit die gute Laune der
Investoren anhält.
Beim Gold ist es genau umgekehrt: einige der größten Goldminen und Goldbesitzer denken Tag und nacht darüber nach,
wie sie den Kurs drücken können.
Ich denke, dass jeder der kurzfristiger als 2 Jahre investiert sein will, am Goldmarkt nichts verloren hat.
wer kein Gold hat, sollte immer ein wenig Gold als Versicherung gegen den Worst Case haben.
Das ist so, als ob man Krebs in der Familie hat: wenn Vater und Mutter an Krebs gestorben sind,
dann sollte man eine Lebensversicherung haben, für den Fall, dass man auch Krebs bekommt.
Wie teuer die Police ist, ist eigentlich egal.
Zwischen dem Krügerrandpreis heute und dem Krügerrandpreis vor beginn der Hausse liegt etwas mehr
als die Kosten für einen Tankfüllung eines Mittelklassewagens.
Wer kein Gold hat, für den gibt es keine Entschuldigung, nicht heute eine Unzen-Münze zu kaufen.
Gibt es irgendwo noch eine Vollkaskoversicherung?
Kann man canceln: auf einen Horizont von 5 Jahren ist es sicherer, dass das Fiat Money System zusammenbricht,
als dass ich einen Unfall habe.
Der Versicherungsschutz für den Ausfall des Fiat-Systems beginnt sofort wenn man die Unzen in der Tasche hat.
Wer derzeit in den Goldmarkt einsteigen will, weil er soviel Momentum hat:
Vorsicht.
Bei der VW Aktie wusste damals auch niemand, warum sie steigt. Das mit dem Merckle-Shortszqueeze kam
erst viel später raus.
ich könnte mir vorstellen, dass es derzeit einen gewaltigen Gold-Shortzqueeze gibt.
aber falls wirklich die Mutter aller Shortzqueezes ansteht und alle Leute, die an der Comex in Gold long gehen,
sich ihre Barren ausliefern lassen, rechne ich eher damit, dass Gold einfach mal für 2 Wochen vom Handel ausgesetzt wird.
Und danach bekommen einfach alle, die Long gegangen sind, barausgleich zum mittelkurs der letzten drei Monate
oder irgendwas anderes Fieses.
wer Barren oder Xetra Gold hat, kann das aussitzen. wer mit calls gearbeitet hat, würde verlieren.
Gold ist kein Markt wie alle anderen.
Staaten und Notenbanken sind keine fairen Verlierer.
(Ich habe Anfang der Jahres auf den Turn Around irischer Banken gewettet. Mit Bank of Ireland habe ich meine Einsatz verachtfacht.
Anglo-Irish Bank wurde verstaatlicht, der Handel der Aktie wurde ohne Vorankündigung ausgesetzt,
der PR-Manager der Bank weis nicht, ob Aktionäre je eine Entschädigung sehen werden und der irische Finanzminister beantwortet keine Briefe und keine
Mails.
Auch mit Alstom habe ich schonmal einen üblen Kapitalschnitt erlebt, als der Staat die Privatinvestoren rausgedrängt und quasi enteignet hat
Niemand kann anonym gekauftes und sicher gelagertes Gold per dekret für ungültig erklären,
aber dass die Long-Investoren von der Comex die großen Gewinner der Gold-Hausse sind,
ist noch nicht sicher...)
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man könnte vielleicht eine größere Position physisch kaufen und sich gleichzeitig mit einem Put bis Q3 2010 gegen erhebliche Rücksetzer absichern.
So eine Strategie würde wahrscheinlich Vermögen bewahren, aber nicht großes Vermögen schaffen, da der Put-Schein ja auch bezahlt werden muss.
Oder man kauft über einen ETF in mehreren Positionen einen Gold-Mittelkurs über 6 Monate zusammen.
aber jetzt voll einzusteigen, vielleicht auch noch gehebelt, um in 8 Wochen mit 10% plus auszusteigen,
ist ein pures Glückspiel.
(ich mache sowas manchmal mit Mini-Beträgen: die Bilanz ist eher durchwachsen)
wer kein erarbeitetes, sondern erspekulierties Geld einsetzt, kann natürlich alles machen:
wenn man mit Aktien im letzten halben Jahr 40% Plus gemacht hat, der kann natürlich jetzt voll in Gold wechseln.
Ein Rückschlag im Gold wird weniger heftig ausfallen, als ein Rückschlag bei Aktien.
Ist Gold zu teuer?
Als Gold bei 270 Dollar stand, hat Deflations Guru Prechter einen Absturz auf unter 200 dollar vorausgesagt.
Billig sind immer nur die Kurse vom vorletzten Jahr.
Ich habe mir 2003 oder 2004 in Südspanien tolle handgemachte Schuhe für 30 euro gekauft.
Schuhe vergleichbarer Qualität kosteten damals in Spanien 40-60 euro.
heute? 120 euro? 200 euro?
allein durch die Inflation, die Geldmengenaufblähung steigt der preis