In der führenden franzöischen Zeitung « Le Monde » führt Jean-Marc Daniel, Ökonom, und Professir der Ecole supérieure de commerce de Paris (ESCP) heute aus, in welchen historischen Dimensionen sich die französische Verschuldung befinden. Der Maßstab ist aber auch für andere verschuldete Staaten anwendbar.
1815 GB
Nach 20 Jahren Krieg auf den Schlachtfeldern gegen Napolean und die USA auf den Schlachtfeldern Europas und Amerikas, hatte GB die höchste je gemessene Staatsschuld, nämlich 300% vom GDP.
1871 Frankreich
Nach einer Ära von Kriegen Napolean III, der Niederlage gegen Deutschland und dem Zahlen von Kriegskosten an Preußen, hatte Frankreich 1871 Schulden in Höhe von 90% des GDP.
(Folge: Bei den Staatsanleihen wurde der ZinsCoupon willkürlich von 5% auf 3% gesenkt)
Ende des 18. Jh., Frankreich
Nach dem Ende des 7jährigen Kriegs, der die Finanzkrise herbeiführte, die letztlich zur Französischen Revolution führte, hatte Frankreich Schulden in Höhe von 70% des GDP.
Folge: Französische Revolution, Hyperinflation
http://www.lemonde.fr/web/impr…1101386,50-1244071,0.html
Anmerkung:
Auch wenn derzeit von interessierter Seite immer wieder debattiert wird, die derzeitige Schuldenhöhe sei ok, merkt man an den Vergleichen:
Die derzeitige Staatsverschuldung ist die höchste, je zu Friedenszeiten erreichte Verschuldung.
Es gibt nur zwei bekannte Fälle, dass die Schulden durch Wachstum abgetragen wurden: nach dem US Bürgerkrieg.
Was wohl ein Sonderfall sein dürfte, den um 1870 gab es für Amerika einen unerforschten Kontinent voller Acklerland und ungehobener Bodenschätze
und ständig hereinströmende optimistische aufstiegswillige Neu-Bürger.
Und das Abtragen der britischen Schulden nach 1815 war für das aufstrebende Empire mit seinen reichen Kolonien zu Beginn des Victorianischesn Zeitalters leicht.
In allen anderen Fällen gab es Staatsbankrotte, Inflationen, Revolutionen, Währungsreformen.
Ein kurzer Blick auf die öknomische Landkarte verrät, dass die verschuldeten Nationen in schlechterer Verfassung sind, als das britische Empire um 1815 und die USA um 1870.
Dass Staaten in schlechter ökonomischer Verfassung Staatsschulden von 70-100% des GDP zurückzahlen, wäre ein unwahrscheinliches Szenario, dass es in den letzten 500 Jahren noch nie gegeben hat.
Wer derzeit also Staatsanleihen kauft oder sein Geld in Lebensversicherungen investiert, die in Staatsanleihen investiert sind,
setzt auf ein Szenario, dass es in den letzten 500 Jahren niemals gab, nämlich das Zurückzahlen von Staatsschulden.
Wer seine Lebensleistung in Werte umsetzt, die vor dem Zugriff eines vor dem Bankrott stehenden Staates sicher sind,
und die Inflation und/oder Währungsreform und/oder Staatsbankrott überstehen,
setzt auf ein Szenario, dass es in den letzten 500 Jahren hunderte mal gab.
Kein Mensch weis, welche Anlageformen bei Staatsbankrott/Währungsreform/Inflation besonders gut abschneiden werden
um Lebensleistung zu retten.
Aber für Deutschland lässt sich wohl sagen,
dass jeder frei verfügbare Sachwert im Keller, selbst wenn es sich um haltbares Hundefutter handeln sollte,
besser performen dürfte als Lebensversicherungen, Giralgeld, Risterrenten etc.