Beiträge von Dr_Meyer

    Wenn der Absatz hinkt, ist der natürliche Instinkt vieler Gewerbetreibender, den Preis zu senken.
    Man hofft, dass man irgendwo weiter unten auf einer Schwelle zu stoßen, wo wieder Nachfrage entsteht.


    Wenn keinerlei Nachfrage zu stimulieren ist, gehen die Preise - oft instinktiv, bei großen Konzernen auch berechnet - wieder hoch.
    Man kennt das von Lösegeldforderungen in armen Ländern: je weniger potenzielle Lösegeld-Geiseln es gibt, um so höher steigt die
    Lösgeld-Forderung pro Fall.


    In Spanien sehen wir beide Sachen gleichzeitig: während die Gastwirte und Hotelbesitzer die preise senken, um Gäste anzulocken,
    erwägt die Regierung zeitgleich die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf touristisches Gewerbe, um den Steuerausfall zu kompensieren:


    http://www.elpais.com/articulo…o/20090921elpepueco_3/Tes


    Mwst auf Tourismus soll von 16 auf 18% steigen.


    Ein guter Rat an Gewerbetreibende in Deutschland: ich vermute, dass das das letzte Weihnachtsgeschäft mit 19% MWst ist.
    Wer mag und kann, sollte den Kunden was gutes tun und viel liefern.
    (vergrößerte Liefermenge bei sprübar reduziertem Preis läuft zumindest bei meiner Firma einigermaßen noch).


    In 2010 werden wir bei hoher gefühlter Arbeitslosigkeit, täglichen Horrorzahlen von der Steuerfront und sinkenden Nettolöhnen und erhöhter MWSt
    eine Situation sehen, bei der es sich nicht mehr lohnt, Geschäfte zu machen.

    Da wir keinen eigenen Thread "Realitätsverweigerung" haben, poste ich es mal hier rein:


    Ihr lacht Euch schlappt: der spanische Regierungschef Zapatero sagt, dass aus der Krise kommen wird, weil Deutschland helfen wird:


    Zitat:
    El presidente asegura en 'Newsweek' que Alemania ayudará a España a salir de la crisis.
    Der Presitdent versicherte Newsweek, dass Deutschland Spanien helfen wird, aus der Krise herauszukommen.


    Der Wiederaufschwung in Deutschland wird uns beim Aufschwung helfen. Deutschland ist der größte Importeur spanischer Güter.
    Der deutsche Tourismus ist ein Schlüssel für unser Bruttosozialprodukt. Zusammen werden wir aus der Krise herauskommen, so wie wir in die Krise hineingeraten sind," versichert er (Zapatero)

    "La recuperación de Alemania nos ayuda a recuperarnos. Alemania es el principal importador de bienes españoles, y el turismo alemán es clave para nuestro Producto Interno Bruto. Todos saldremos de la crisis a como entramos en ella", asegura.


    Zapatero weis natürlich nicht, dass in den vergangenen Jahren die deutschen Angestellten - anders als die Spanier - keine verdoppelten Gehälter bekommen haben und dass der deutsche Konsument zwischen Mehrwertsteuererhöhung, steigenden Abgaben und der tödlichen Effizienz beim Eintreiben der Steuern zerrieben werden wird.
    Wer sich in den kommenden Jahren auf den deutschen Verbraucher verlässt, der ist verlassen.
    Aber gut: selbst wenn Zapatero das wüsste, dann würde er es trotzdem erzählen. Oder was vom Weihnachtsmann. Oder irgendwas anderes.


    http://www.elpais.com/articulo…/20090921elpepunac_10/Tes

    Der Dollar erholt sich nach seinem Jahrestief Ende vergangener Woche. Hierbei helfen Käufe der Ausländer-- auch China....


    .

    Komisch, dass sich der Dollar immer vor den G20-Treffen erholt. Inzwischen kann man seine Goldkäufe ebenfalls nach den G20-Treffen und den Versteigerungen langlaufender US Treasuries timen.



    http://www.telegraph.co.uk/fin…-to-dollar-supremacy.html


    Im neuen HSBC Report zu Devisen sagt die HSBC zum Dollar leise Servus:
    "Der Dollar sieht so aus, wie das Pfund nach dem 1. Weltrkrieg"
    (der Jahre später zerbrach der Goldstandard des Pfunds und das Pfund wertete dramatisch ab. Außerdem verlor es seine Rolle als Reservewährung an den Dollar).


    "The whole picture of risk-reward for emerging market currencies has changed. It is not so much that they have risen to our standards, it is that we have fallen to theirs. "

    Habe lange nachgedacht: die aktuellen Daten signalisieren Entspannung: d.h. "foreign buyers" kaufen immer noch die US Treasuries.


    Sehen wir aber alles?


    http://www.reuters.com/article…ews/idUSN2425368520090624
    Im Juni wurden die statistischen Regeln verändert, nach denen die US Treasury ausländische Käufer qualifiziert.
    "We spoke with some very seasoned market players with decades of experience on dealer trading floors who were similarly unsure what to make of the contents of the Federal Register."


    Die veränderten Regeln sind so intransparent, dass selbst Bond-Händler mit Jahrzehnten Erfahrung nicht wissen, was die neuen regeln bedeuten.


    http://georgewashington2.blogs…foreign-purchases-of.html
    Auch in diesem Bloig wird gemutmaßt, dass die FED unter falscher Flagge US Treasuries kauft.


    Wie lange wird China dem Dollar und den US Treasuries die Treue halten?


    Bei einem Blogger las ich "China is very very angry"


    Ich vermute, dass die Chinesen Pragmatiker sind:
    wie lange, lassen sie sich für ihre Arbeit mit grünem Papier bezahlen?
    Na so lange, wie Australien, Arabien und Südafrika für grünes Papier noch Kohle, Öl, Kupfer und Gold liefern.


    Ich könnte mir vorstellen, dass ein gewaltiger Berg an US Treasuries längst mit Puts abgesichter ist oder als Sicherheit für Firmenkäufe hinterlegt ist.


    aus einem Ponzi Scheme kan n man ohne Blessuren nicht aussteigen.
    Und jeder cent, den man noch rausholt, ist ein kleiner Gewinn.


    wenn man sieht, was China schon alles herausgeholt hat, kann man den Hut ziehen.


    die echten verlierer werden die Europäer sein, die auf einem Haufen dollar dominated assets sitzen bleiben
    und - soweit ich den Überblick habe - in den letzten 12 Monaten nicht damit aufgefallen sind,
    dollar-papiere gegen Erzminen, Ackerland oder Ölraffinerien umzutauschen.

    Kreditvergabe sollte auch und alleinig unter staatlicher Kontrolle stehen. Was haltet ihr davon..? :|

    Das ändert leider nichts: die staatlichen Landesbanken haben noch schlechter und waghalsiger gewirtschaftet als die privaten Banken.


    Aber: wirksam wäre aber sicherlich, wenn die privaten Banken kein Geld schöpfen könnten und nur das Geld verleihen können, dass sie sie von der Notenbank oder Kunden geliehen haben.


    Außerdem sollten Kredite nur für produktive Investements erlaubt sein.
    Kredit zu nehmen, um damit zu spekulieren und den Kredit als "hebel" zu benutzen, sollte verboten werden.


    Spekulanten und Anleger sind notwendig. Der "Hebel" ist aber pervers.
    Ich habe von einem Staatsfond aus Dubai gelesen: der sollte Dubaier Öl-Geld "anlegen".
    Und was hat er gemacht: er hat 90% Kredit aufgenommen, um die Spekulationen zu "hebeln".


    Jeder große Investor, der heute Geld anlegen will, nimmt zusätzlich Kredit auf: das ist pervers.


    Im Gegensatz zu vielen unrealistischen Ideen, die Gier der Menschen zu zügeln, ließe sich ein Verbot (oder ein höherer Zinsatz) für unproduktive Kredite leicht durchsetzen.

    Derzeit haben wir ein idiotisches Kreditsystem: Banken, die heute als Hedge-Fonds agieren, bekommen geld für 0,25%.
    Und die realwirtschaft bekommt Kredite zu Don-Corleone-Konditionen: 12% und Pfandrecht auf Fabriken, Kind und Kegel.
    Wenn die Notenbanken die Zinsen auf 5% setzen, um die Spekulationsblasen zu zügeln, dürfte die realwirtschaft bald Zinsen von 25% haben.

    wenn es sich wirklich um münzen handelt, bist du mit einem scanner deutlich besser bedient.
    die meisten einfachen kameras haben extreme schwierigkeiten, nahe gegenstände abzulichten.


    gebrauchter scanner bei ebay für 20 euro?
    oder ein multifuntionsgerät: laserdrucker mit integriertem scanner.
    habe seit 4 jahren einen laser von brother, der ist sparsam und unzerstörbar,
    kein vergleich mit dem schund von samsung und dell.

    Auf http://www.godmode-trader.de/n…Mrd-zurueck,a1892007.htmlwurde gestern kurz und bündig dies postuliert:


    "New York (BoerseGo.de) - Die Federal Reserve Bank of New York kaufte heute für $1.799 Mrd. Staatsanleihen zurück. Händler hatten für $16391 Mrd. Schuldtitel angeboten, die zwischen 2010 und 2011 auslaufen. Die Notenbank betonte, dass sie die Rückkäufe im Oktober einstellen werde, die die Kreditkosten für Unternehmen und Hauskäufer niedrig halten sollten."

    ich habe mir die Original POMO der Fed New york angesehen:
    1799 stimmt, aber das Komma war woanders :)
    es waren 1,79 mrd
    wenn die Fed mal schnell 1,79 billionen treasuries kaufen müsste, dann wäre eine Staatspleite schon sehr sehr nach.

    Bitte einmal 500 Mio euro aus dem Bundeshaushalt nach Kasachstan überweisen:
    http://www.handelsblatt.com/un…n-in-kasachstan;2458053;2


    "Die Commerzbank bestätigte Risiken. Für die Bundesregierung ist die Lage ernst, weil Euler Hermes für rund 500 Mio. Euro staatliche Ausfallbürgschaften im kasachischen Bankwesen übernommen hat, die aus dem Bundeshaushalt gedeckt werden müssten."


    Das mag wenig erscheinen, wenn man bedenkt, wieviel Geld gedruckt wird.
    Ca. 3,6 Mrd soll der Ausfall der Städte und Gemeinden wegen der Wirtschaftskrise sein: da merkt, man, dass auch zusätzliche Kosten
    in Höhe von 500 Mio euro richtig weh tun.

    Die Verkaufsneigung der Kleinanleger scheint tatsächlich zuzunehmen. Wenn selbst ein reiner online Händler wie Westgold davon berichtet, dass die Verkaufsneigung deutlich zunimmt....Natürlich nur auf 1:6 Verkäufer:Käufer, aber das ist halt auch ein online Händler. Der Verkauf an einen online Händler ist eher unpraktisch in der Abwicklung, mal eben schnell bei der Bank oder dem Händler um die Ecke was auf den Tresen legen gegen Fiat dürfte deutlich häufiger vorkommen. In dem Zusammenhang hab ich mich auch schon gefragt, ob nicht die viel zitierten spekulativen longs, die ein so hohes Risiko für den POG darstellen sollen, nicht einfach mehr wissen als andere und am Ende schlicht recht behalten.....

    Ich kann mir gut vorstellen, dass es viele Kleinanleger gibt, die im Herbst 2008- Febr 2009 in Panik waren, etwas "über Bedarf" gekauft haben und sich nun von Beständen trennen.
    Das sind aber die gleichen Leute, die zu höheren Kursen zurückkaufen, wenn es wieder andere Nachrichten gibt.


    Es ist schade: aber kleinanleger liegen meist falsch: Verluste sitzen sie bis Skt Nimmerlein aus, d.h. sie halten heute noch Aktien von Enron und warten auf einen Rebound. Und bei Aktien, die gut laufen , steigen sie bei 10% Gewinnen aus und freuen sich.

    Einstuendiges Interview mit Prechter ist sehr ueberzeugend, auch wenn die Inflationisten es nicht moegen. Aber er liefert schlagkraeftige Argumente: $50 Billionen betraegt die Kreditsumme in den USA - eine gewaltige Summe, die $9 Billionen neue Staatsverschuldung ueber 10 Jahre in den Schatten stellen. Es bestehen gewaltige Forderungen, die niemals vollstaendig beglichen werden koennen, es wird ueberall Geld fehlen. Er spricht von IOUs in Hoehe von $50 Billionen allein aus Krediten, die im Umlauf seien und nicht mehr vollstaendig zu decken sind. Im grossen Masstab implodiert das Geldsystem, die Reflationierungsmassnahmen werden daher nicht viel ausrichten koennen.

    Vielleicht sind wie gar nicht so weit auseinander:
    ich hatte hier mal einen Aufsatz von einem Historiker zitiert, der 1923 VWL studiert hat.
    Dem hat der VWL-Professor 1923 vorgerechnet, dass es nicht zuviel Geld gibt, sondern zu wenig:
    Umgerechnet auf Sachwerte oder Dollar war das umlaufende Geldmenge M1 nur halb so groß wie 1914.
    Und auch Zeitzeugen von 1923 berichten: es gab zu wenig Geld.
    Das mag absurd klingen.
    Der Kaufkraftverlust des Geldes ging schneller vonstatten aus das Nachdrucken des Geldes.


    Vielleicht hat Prechter mit seinen Kurven ja recht: Verfall aller Assetklassen im Vergleich zu Geld. Aber Geld ist Gold.
    Es kann sein, dass derjenige, der Gold hat in den kommenden Jahren die größte Deflation aller Zeiten erlebt.


    Giralgeld ist Schuldgeld: wenn ich 3.000 euro auf einem Girokonto habe, dann hat die Bank daraus mit fractional Reserve Banking 100.000 euro in krediten gemacht, die da draußen sind: (siehe Artikel Handelblatt: "Es werde Geld, es werde Krise")
    manches Geld ist an Hedge Fonds geflossen als Leverage und geistert als hot money über die Märkte, manches wurde an amerikanische Hypothekenkreditnehmer verliehen, manches an einen deutschen Automobilzulieferer, der bald pleite ist, ein Großteil dürfte in notleidenden spanischen Hypotheken angelegt sein.


    Klar: wenn 97.000 euro aus krediten vernichtet werden, müssten meine 3000 euro bald mehr wert sein:
    aber sie existieren nur dadurch, weil die Bank Geld verborgt hat.
    Mit der Vernichtung des Kredits geht die Vernichtung "meines" Giralgeldes einher!
    Das ist untrennbar miteinander verbunden.

    Es ist wie bei einem Ponzi Scheme: gewinnen kann man nur, wenn man vor allen anderen aussteigt.


    Auf den Dollar gemünzt: ja, wenn 50 Billionen US Schulden und 9 Billionen Staatsverschuldung auf Null abgeschrieben werden; dann müssen nach so einer großen Geldvernichtung übriggebliebende Geldbestände mehr wert sein.
    Aber: nach so einer Geldvernichtung würde kein Giralgeld mehr existieren. Und dass jemand, der bare Dollar-Noten besitzt dann besser gestellt sein wird,
    als die Millionen Amerikaner, deren Giralgeld vernichtet wurde, das ist schlichtweg unmöglich.
    d.h. auf einen Prechterschen Deflationskollaps müsste zwangsläufig eine Währungsreform folgen: alle gehen auf Null.


    DAS Geld, dass nach einem Prechterschen Deflationskollaps an Wert gewinnen würde, wäre Goldgeld und möglicherweise stabile Fremdwährung wie Schweizer Franken, Singapur Dollar, Australische Dollar.


    Vielleicht sieht die Gleichung so aus: Dollar = Kredit, Gold = Geld
    Vernichtung des Kredits. Steigerung der Kaufkraft des (Gold)Geldes.


    Korrigiere mich, wenn ich falsch liege.
    Aus Zeitgründen kann ich mich nicht in Prechters Gedankenkonstrukt einarbeiten. Mir sagt aber mein Gefühl,
    dass ein grüner Dollarschein, den man in irrwitzig beliebiger Menge bei der FED für 0,25% borgen kann, keine Assetklasse ist,
    in dem ich meine geleistete Arbeit für zukünftige Zeiten aufbewahren möchte.

    Der Dollar hat den Tenno und den" Führer" ausgehalten.Da wird er auch Euch aushalten.

    Die Deutungshoheit über den virtuellen Stammtischen der Foren ist ein hohes Gut.


    Bei Produkten meiner Firma war es mir sehr wichtig, dass die dazugehörige Community gut über das Produkt denkt: deswegen habe ich mit ca. 15 verschiedenen Accounts dafür gesorgt, dass mein Produkt von der Internet Community gut aufgenommen wird.
    Das ist sehr schwer, erfordert viel Arbeit, bringt aber wirklich was.
    Ich hatte kein schlechtes Gewissen, den Qualität und Umfang meines Produkts waren sehr gut und ich weis aus dem Market Research und Kontakten mit Kunden, dass mehr als 90% sehr zufrieden waren. Von daher habe ich kein schlechtes Gewissen: es wäre einfach zu blöd, wenn jahrelange Arbeit sich nicht auszahlt, nur weil im Forum mal jemand schlechte laune hat.


    Nach dieser Vorgeschichte: Ja, ich kenne mich ein wenig in Internet Communities aus.
    Und: ja, man kann in einem wichtigen Forum wie die Stimmung drehen: Menschen sind beeinflußbar.


    Von daher sollte man darauf achten, wenn hier plötzlich Leute auftauschen, wie evilPhil, die sich am 9.Sept 2009 anmelden und sofort über Edelmetalle stänkern.


    Wenn jemand mit 200 Postings und einem 3 Jahre alten account hier massiv argumentiert, dass die Goldhausse zu Ende ist und dass man in Aktien gegen sollte.
    ok.
    Aber Posting von Accounts, die 2 Wochen alt sind und Stimmung gegen EM machen, sollte jeder für sich ausblenden.

    RE: Beginn der Phase 3 ? - dann hassen sie uns ...


    Schauhen wir mal.
    Ein Großteil der Goldinvestoren sind vorsichtige und leise Leute, nicht zu vergleichen mit den New Economy Millionären.
    Es kann sein, dass sich irgendwann der Hass der Massen, die durch Inflation alles verloren haben, gegen die Menschen richtet, die rechtzeitig
    ihre Arbeitsleistung gesichert haben, indem sie wertloses Papiergeld in Gold getauscht haben.
    Es kann aber auch sein, dass Goldinvestoren viel zu leise bleiben und dass in der allgemeinen Hatz auf die Verursacher der Krise (Notenbanken, Banker) die Goldinvestoren unbehelligt bleiben.


    Da man als Goldinvestor glücklicherweise keinen gelben Stern tragen muss, würde das nur die Möglichkeiten beschränken, Gold wieder zu Papiergeld zu machen:
    entweder es bleibt so leicht wie heute, oder es wird schwerer.
    Wie heißt es so schön: Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich erarbeiten.

    Das interessante ist, dass wie so oft nicht die Nachrichten die Kurse machen, sondern die Kurse machen die Nachrichten.


    Als Gold die 800 Dollar überschritten hat, wurde viel über das historische Allzeithoch geschrieben.
    Nun erwähnt inzwischen auch der Mainstream, dass die 800 Dollar aus 1980 ja heute inflationsbereinigt 2300 Dollar wären.


    Das schöne an einem major bull market ist: die vermeintlichen Experten werden uns immer neue Gründe liefern, die die Kurse und neue Kursziele rechtfertigen.
    Richtig putzug wird es in 6-12 Monaten, wenn dann auch in der ARD Börsensendung Gründe für das steigen des Goldpreises gefunden und interpretiert werden müssen.


    Ein Satz des Chefanlysten der Bremer Landesbank ging mir nicht aus dem Kopf: die Notenbanken sind wieder Netto Käufer von Gold.
    Das ist eine Trendumkehr.


    Was das bedeutet, kann man sich noch gar nicht ausmalen: denn die Notenbanken sitzen auf Bergen von Dollar und konnen by the way auch noch die eigene Währung Yen, Won, Bhat drucken - um damit Gold zu kaufen.

    Ich habe die Immobilienkrise nicht weiter verfolgt, da ich dachte, dass ich da schon alles wüsste:


    wusstet Ihr dass schon:


    In den USA gab es in den letzten 12 Monaten eine 8.000 Dollar Subvention für First Time Home Buyer?
    Ingesamt 40% aller Haus und Wohnungskäufer haben diese Subvention bekommen, doppelt so viele, wie erwartet.


    http://www.nytimes.com/2009/09…iness/16home.html?_r=1&hp


    wenn man zusätzlich berücksichtigt, dass ca. 80% aller privaten immobilienkredite der letzten 12 Monate durch staatliche Agencies gegen Ausfall versichert wurden,
    kann man sagen, dass de facto der US Staat den Immobilienmarkt "übernommen" hat.


    In der New York Times wird gefragt, ob der Markt sich an den 8000 Dollar Stimulus so gerwöhnt hat, dass er jetzt nicht mehr "ohne" kann:
    d.h.: die stabiliserten Hausverkäufe, die uns in den Daten immer als Green Shots gezeigt wurden, waren nichts weiter als eine steuerfinanziertes abwarckprämienähnliches Strohfeuer.

    Wie würde Dr. Berninger sagen: uns erreichen neue Datenfragmente :)


    http://online.wsj.com/article/…ml#mod=todays_us_page_one


    Im Wall Street Journal wird berichtet, dass die FED die Finanzierung der "Krise" herunterfahren will,
    was nur heißt, das sie die Finanzierung des US Staatsdefizits herunterfahren will.


    Zeitgleich warnt Alan Greenspan vor Inflation und Staatsverschuldung:


    Vermutlich wurde vor einem Jahr die Situation zu optimistisch eingeschätzt und die FED war sich sicher, dass sie Geld drucken könnte, ohne die derzeitigen US Bond-Holder zu verschrecken.


    Das Hemd ist mir näher als die Hose: sieht so aus, als ob die FED Angst um den Greenback bekommt und lieber der U.S.-Staat als den Dollar opfern will.



    es bleibt spannend.

    Blasen erkennt man weniger an absoluten Kursen, als an der Relation zu anderen Werten.
    Während der Internetblase war die 100-Mann Firma Yahoo mehr wert als Daimler oder Boing.


    Bei der derzeitigen Derivateblase ist es so, dass allein die Deutsche Bank Derivate über das mehrfache des deutschen Bruttoinlandsproduktes hält,
    das Derivatevolumen, dass die 12 Banken halten, die mit Derivaten handeln, enspricht dem Dutzendfachen des Welt-BIP:
    d.h. rein theoretisch sollen diese Papiere also einen Wert haben, der so hoch ist dass Goldman & Co mehr als 10 jahre lang alles was die Welt herstellt, kaufen könnten: gesamte Weltgoldproduktion, gesamte welt stahl und autoproduktion, weltgetreideproduktion....


    sehr schön war auch die "Japan" Blase vor 1990: da sollten alle Immobilien Tokyos zusammen mehr wert sein als alle Immobilien der restlichen Welt.


    da merkt man: das ist eine Blase.


    Die Goldblase würden wir daran erkennen, dass die Jahresproduktion von Südafrika ausreichen würde, um alle Immobilien Japans auf einen Streich zu kaufen.


    Wer mal eine Aktie gekauft hat, die richtig gut gelaufen ist, kennt das Gefühl, dass man Kurse sieht, die man nie für möglich gehalten hätte.


    Eine gut laufende Aktie lange zu halten, hat nichts mit Gier zu tun.


    Jim Rogers, der seit 40 Jahren investiert, sagte übriugens, dass er IMMER noch zu früh verkauft,
    da er ja weis, dass die Blase irgendwann platzt und die Assetpreise wieder runtergehen.


    Ein anderer guter Indikator ist das Gefühl der anderen Anleger: egal ob Gold 1000 Dollar oder 1900 Dollar kostet:
    bevor nicht die ARD Börsensendung zu 30% aus Goldnachrichten besteht, brauchst Du über verkaufen nicht nachdenken.


    Wie beim Einstieg, so findet man auch beim ausstieg nie den perfekten Zeitpunkt.
    Deshalb ist es immer gut in mehreren Tranchen zu verkaufen.


    Beim Gold kann es passieren, dass dann eine Sitiuation herrscht, in der man am liebesten sogar noch zukaufen möchte,
    aber dann muss man sich zusammenreißen, verkaufen und in einen anderen wert investieren, der total am Boden liegt.


    Berninger hat halt sehr, sehr viel einschlägige Erfahrung im Umgang mit Krisenstuationen. Daß er Krisenmanager war, ist interessant. Seiner Ausbildung, besonders dem MBA nach zu schließen, dürfte er aber keine Krisenmanager im Sinne eines technischen Spezialisten gewesen sein, der die Telefonie am Laufen hält. Im eigentlichen Sinne ist ein Krisenmanager ja dazu da, an der Restrukturierung der Geschäftsprozesse eines Unternehmens mitzuwirken. Natürlich kann es auch sein, daß er einfach ein rausgeschmissener leitender Angestellter ist, der sich jetzt als Guru versucht. Ausschließen kann man es nicht, ich würde es aber nicht als wahrscheinlich annehmen - dazu kann er sich irgendwie zu gut präsentieren. Was seine Äußerungen betrifft, ist er jedenfalls mal einer, der sich überhaupt äußert und das auch noch nachvollziehbar.

    Ich glaube er hat eher eine klassische Laufbahn hinter sich: erst Fachkraft (Chemie), dann MBA.
    Viele Tools die er zeigt sind aus dem klassischen MBA Baukasten.
    Ich weis nicht, wie er Krisenmanager geworden ist, vielleicht zufällig. Krisenmanager müssen für Konzerne Notfallpläne erstellen.
    Das ist im Prinzip eine Art Subspezialisierung von Unternehmensberatern.
    Ich gucke mir Berningers Videos auch gerne an: aber bei Marc Faber oder Jim Rogers kommt halt mehr rüber,
    die haben ein ganz anderes makroöknomisches Wissen.
    Jim Rogers hat damals mit George Soros den thailändischen Bhat aus den Angeln gehoben und erfolgreich gegen das Pfund spekuliert:
    wenn jemand, der schon mal ne Währung gecrasht hat, über den Niedergang der USA orakelt, hat das eine andere Qualität.
    Was ich damit nur sagen will: falls Marc Faber oder Jim Rogers sagen würden, dass nächste Woche der euro crasht, dann hätte ich ab morgen jeden Cent in gold umgetauscht. wenn berninger das sagt, würde ich nur die quellen überprüfen, auf die er sich bezieht.

    eine nette Episode zum Thema Inflation:


    eben war Lafontaine im Fernsehen und redete davon, die "mittleren Einkommen" zu entlasten, zwischen 40.000 und 60.000 euro.
    60.000€ - das waren mal 120.000 DMark,
    damit war man vor ein paar Jahren noch Spitzenverdiener.


    Wenn 120.000 DM von Lafontaine zu den mittleren Einkommen gerechnet werden, dann sagt dass mehr als jede gefälschte Inflationsstatistik.