Es ist noch schlimmer!
Vereiste Rotorblätter an Offshore-Windkraftanlagen sind tatsächlich ein großes Problem, und zwar sowohl aus technischer/wirtschaftlicher Sicht als auch in Bezug auf die Sicherheit. Das Bild zeigt eine der Methoden, um damit umzugehen, aber es ist eher eine „Notlösung“ oder eine Maßnahme für Anlagen ohne eingebaute Heizung.
Aerodynamik ist ruiniert: Ein Rotorblatt ist wie ein Flugzeugflügel geformt. Wenn sich Eis darauf bildet, wird die Oberfläche rau und die Form verändert sich. Das stört den Luftstrom massiv. Die Anlage verliert drastisch an Leistung (oft 20–50 % weniger Strom), noch bevor sie abschaltet.
Unwucht (Vibrationen): Eis setzt sich nie gleichmäßig ab. Ein Blatt kann hunderte Kilo schwerer sein als das andere. Wenn sich das Rad dreht, entsteht eine enorme Unwucht. Das ist wie bei einer Waschmaschine, die beim Schleudern "hüpft". Das beschädigt das Getriebe, die Lager und den Turm der Anlage enorm.
Zwangsabschaltung: Um die Anlage vor dieser Zerstörung zu schützen, erkennen Sensoren die Unwucht oder das Eis und schalten die Anlage komplett ab. Eine stehende Offshore-Anlage kostet die Betreiber jeden Tag riesige Summen an entgangenem Gewinn.
Eiswurf (Ice Throw): Wenn sich die Rotoren drehen (selbst langsam) oder das Eis antaut, können zentnerschwere Eisbrocken hunderte Meter weit geschleudert werden.
Der Einsatz von Helikoptern zum Enteisen (oft mit heißem Wasser oder Chemikalien) ist eine spektakuläre, aber teure und aufwendige Methode.
Warum macht man das? Weil die Anlage sonst wochenlang stillstehen könnte, wenn es kalt bleibt. Der Verlust durch den Stillstand ist teurer als der Hubschraubereinsatz.
Das Problem: Helikopter können nur fliegen, wenn das Wetter einigermaßen ruhig ist. Oft ist es bei Vereisung aber auch stürmisch oder neblig. Zudem ist das Manöver für den Piloten riskant.
Weil Helikopter teuer und ineffizient sind, haben fast alle modernen Offshore-Anlagen (und viele neue an Land) integrierte Heizsysteme.